Charlotte, you are beautiful

von kweenron
KurzgeschichteRomanze / P12
Harry Styles OC (Own Character)
22.02.2016
22.02.2016
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„Garantiert nein. No and Never.“ Ich verschränkte die Arme vor der Brust, als könnte dies meine Antwort verstärken.
„Das war der größte Korb meines Lebens.“ Meinte Harry nur, ein leichtes Schmunzeln bedeckte sein Gesicht „Dabei spricht nichts dagegen.“
„Doch natürlich! Die Presse wird sich darauf stürzen.“
„Na und? Die schreiben doch sowieso nur Stuss.“ Er sah mich fragend an, doch mein Sturkopf blieb: „Genau deshalb.“
„Aber ich will nicht so weiter machen. Ich möchte nicht immer Niall oder jemand anderen mitnehmen, wenn wir weggehen, nur damit niemand etwas ahnt. Ich möchte nicht auf jedes Wort und jede Tat achten müssen; ich will deine Hand halten und dich küssen, wann immer ich will.“
„Das ist aber nicht so einfach. Du stehst in der Öffentlichkeit und wenn wir uns jemals trennen sollten, dann stehe ich als die dumme Bitch da, die Harry Styles das Herz bricht und dann werde ich unser imaginär-hypothetisches Kind alleine großziehen müssen.“
„Rede nicht immer so, als wärst du schwanger. Wir haben kein Kind.“
„Lass Joe da raus.“
„Du hast ihm einen Namen gegeben!?“
„Ihr. Wenn ich schwanger werde, dann wird es ein Mädchen.“ Erwiderte ich trocken.
„Okay, wir kommen von unserem Thema ab.“ Er schüttelte mit einem Lächeln, welches irgendwo zwischen Entsetzen und Verwirrung stand, den Kopf. „Du glaubst, wir könnten uns trennen?“
„Potentiell ist es möglich. Wenn man sich ansieht, wie viele Paare sich in den ersten Monaten trennen und wie viele Promis kurze Beziehungen haben, dann ist die Wahrscheinlichkeit sogar sehr hoch. Damit will ich nicht sagen, dass ich mich von dir trennen will oder in unserer Beziehung keinen Sinn sehe – Jesus, bloß nicht. Ich wiege lediglich alle Eventualitäten ab und bin vorsichtig.“ Seine Blicke strichen über mich und analysierten meine Körperhaltung. Er suchte die richtigen Worte, versuchte meinen Standpunk zu verstehen. Ich konnte seine Skepsis gut nachvollziehen. Die meisten Paare stürzten sich blind vor Liebe in die Öffentlichkeit und holten dem Partner das Licht von den Sternen.
„Aber…“ es war eine Debatte, in der ich perfekte Argumente genannt hatte, auf die es nur schwer etwas zu finden gab. „Wir spielen ein Versteckspiel mit uns selbst. Das was wir haben ist keine richtige Beziehung; wir müssen gegenüber allem und jedem vorsichtig sein, da jeder etwas ausplaudern könnte. Auf die Frage, ob ich vergeben bin, muss ich gezwungenermaßen den Kopf schütteln – und das noch möglichst ohne dabei zu zeigen, wie weh mir dieses einfache Nein tut. Würden wir aller Welt von unserer Beziehung erzählen, dann könnten wir mehr Zeit miteinander verbringen; könnten Essen gehen und uns Hotelzimmer teilen. Du könntest bei mir sein, wann immer ich das wollte. Die anderen hätten es einfacher, weil sie nicht auf jedes Wort achten müssten. Mir würde es besser gehen und dir sicherlich auch.“ Ich schwieg. Er drängte mich in eine Ecke und das gefiel mir gar nicht. Ich hatte Angst die falschen Worte zu finden und ihn zu enttäuschen – mich zu enttäuschen. Ich wollte mich nicht in eine Form quetschen, in der ich nicht sein konnte oder wollte.
„Okay“, sagte ich deshalb, „ich denke darüber nach.“

Wir hatten dann nicht mehr über dieses Thema geredet, es mehr totgeschwiegen. In der Öffentlichkeit hatte ich das ein oder andere Mal seine Hand berührt; ganz kurz, um zu wissen ob es sich richtig anfühlte. Wir berührten uns des Öfteren und flirteten offener. Vereinzelt gingen Starmagazine darauf ein, doch da ich schon Ewigkeiten für One Direction arbeitete, erloschen solche Gerüchte vermeintlich schnell.
Die Fans jedoch blieben hartnäckiger und bald war jeder zweite Post auf meinen Sozial Media eine Frage: Are u with Harry? Are you in love? Are you single? Charlotte Styles?
Ich antwortete nicht darauf und das einigste Bild, welches ich in dieser Zeit postete, waren Lesley, die Jungs und ich abends auf dem Sofa. Wir grinsten alle fröhlich und die Hände der Blondine lagen auf meinen Schultern. Harry alberte mit Liam herum und so waren die meisten glücklich über die privaten, natürlichen Einblicke. Trotzdem ließen die Kommentare und Fragen nicht ab und ich wusste nicht, wie ich darüber empfinden sollte.
Deshalb war ich fast schon froh, als ich die Chance bekam auf ein Konzert der Jungs zu gehen. Ich tat dies oft, denn dort herrschte immer gute Laune. Natürlich bezogen sich wieder einzelne Fans darauf, aber auch nur, weil sie nun besonders auf den Braunhaarigen und mich achteten; sie schienen mich vorher nie bemerkt zu haben – Luft zu sein war schon immer meine Spezialität gewesen.
„Sie stürzen sich wie die Geier drauf.“ Meinte ich und sah mit kritischem Blick auf mein Handy. Es war kurz vor Beginn der Show und wir beide hatten einen Moment für uns gefunden.
„Hast du dich denn entschieden?“
„Ich denke schon.“ Lautete meine Antwort und als er mich erwartungsvoll ansah, fügte ich hinzu: „Zieh erstmal dein Konzert durch und dann reden wir.“ Ich lächelte ihn liebevoll an und ehe er protestieren konnte, wurde er schon auf die Bühne gerufen.

Nur ein weiters Konzert, nur ein weiters Mal pure Freude empfinden, ein weites Mal  Backstage mit den Jungs feiern. – so dachte ich mir. Doch das war es nicht.
Es dauerte bis Mitte der Vorstellung, bis zu What makes you beautiful. Auf Harrys Lippen lag ein großartiges Lächeln als er sein Solo sang und etwas sagte mir, dass er an jemand bestimmtes dachte: „Baby you light up my world like nobody else; the way that you flip your hair gets me overwhelmed, but when you smile at the ground it ain’t hard to tell…“ Bis hierhin war alles in vollständiger Ordnung. Nun würde er normal weiter singen, oder, wenn er Lust hatte, den Namen der Stadt rufen – doch dieses Mal hatte er anderes im Sinne, tat etwas anderes: „Charlotte you are beautiful!

Oh mein Gott.

Ich blinzelte und brauchte gefühlte Minuten um zu begreifen was gerade passiert war – es waren keine Minuten, denn sonst wäre das Lied zu Ende; und da war es wieder, mein stuhlbeiniges Taktgefühl. Ich stand also da, perplex und Harry grinste sich einen ab, während die anderen bemüht ungestört weitermachten. Für den Bruchteil einer Sekunde hatten wir dann Blickkontakt und der Wuschelkopf zwinkerte mir zu. Er hatte wirklich Charlotte gesagt, nicht Namen der Stadt oder ganz einfach You don’t know; nein, er hatte Charlotte gesagt – Charlotte, meinen Namen.

Oh mein Gott.

Ich war diejenige, die er damit ansprach. Meinte Gedanken überschlugen sich und ich merkte, wie mir die Röte in die Wangen schoss; ich fand diese Zeile wunderschön – wirklich unermesslich liebreizend. Doch damit hatte er unsere Nicht-Beziehung öffentlich gemacht und so plötzlich kam ich darauf nicht klar. Sobald das Lied geendet hatte begann Niall zu grinsen und auch Liam sah Harry mehr als viel sagend an. Spätestens als Louis ihm gegen den Arm boxte wussten die Fans, dass es nicht einfach nur irgendein Name war. Das war auch nicht nur irgendein Name, es war mein Eigenname. Meiner. Ich war Charlotte, ich.

Oh mein Gott.

Die vier verabschiedeten die Fans, kündigten eine Pause an und hopsten von der Bühne. Ich hörte einige rufen, wer denn Charlotte sei. Ich sah einige verwirrt drein blicken. Ich hörte tausend Herzen brechen.
Sie würden mich alle hassen. Na gut, früher oder später mussten sie es sowieso hören und dann war es besser sie würde es so erfahren, als aus den Medien. Trotzdem würden sie mich hassen; vielleicht nicht alle, weil manche wollten, dass Harry glücklich war, doch ein Großteil würde es. Schon jetzt spürte ich den Shitsstorm auf mich brechen. Ich war so dermaßen am Arsch.

Oh mein Gott.

„Wie geht es meinem Lieblingsmädchen?“ fragte Harry gut gelaunt und drückte mir einen Kuss auf. Da waren drei Worte, welche in der letzten Minute meine Gedanken beherrscht hatten und diese sprach ich nun laut aus:

„Oh mein Gott.“

Bravo Charlotte, schon wieder die Stimmung gekillt. Er biss sich auf die Unterlippe, was mehr als nur attraktiv aussah.
„Nun ist es wohl offiziell.“ Grinste Louis und ich schluckte. „Herzlichen Glückwunsch Char, die Harry Fans werden dich hassen.“ Ich lachte bitter.

Oh mein Gott.

„Was ist?“ fragte Harry und sein Lächeln verschwand für eine Sekunde.
„Du bist so ein Idiot.“ Murrte ich und küsste ihn, was seine gute Laune sofort zurückbrachte. „Sie werden mich alle hassen und die Presse wird sich darauf stürzen.

Oh mein Gott

Du bist so dumm.“ Es war natürlich nicht verhasst gemeint – ich war dazu gar nicht in der Lage. Momentan war ich einfach nur überwältigt und glücklich.
Der Mann, denn ich liebte, hatte gerade der ganzen Welt verkündet, dass er mich liebt – zwar nur indirekt, aber wir wollen nicht gleich wieder die Stimmung killen, nicht wahr Charlotte?
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