Das Dienstmädchen

GeschichteAllgemein / P12
Johanna Barker OC (Own Character) Richter Turpin
21.02.2016
21.02.2016
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Nun mal eine FF zu einem anderen Film, trotzdem hoffe ich, dass sie einige von euch anspricht.
Falls ihr irgendwelche konstruktive Kritik habt oder anderweitige Vorschläge habt, könnt ihr gerne ein Review hinterlassen und ich werde versuchen diese in den folgenden Kaps umzusetzen.
Viel Spaß beim lesen.....
(Nach nun ca. einem Jahr ergänze ich auch mal den Teil der fehlt, ich weiß ehrlich gesagt nicht wie es dazu kam, aber besser spät als nie... ;D)

„Scarlett, wo bleibt der Tee für Richter Turpin und seinen Besuch?"
Ich konnte diesen Typen wirklich nicht leiden. Er hat sich beim Richter eingeschleimt und spielt sich jetzt auf als wäre er selbst der Richter. „Ja, ich komme." Ich griff nach dem Tablett mit dem Pfefferminztee und den Scones und machte mich auf den Weg zu Turpins Büro, in dem er und ein älterer Mann, mit kurzen, weißen Haaren und einem rötlich-braunen Anzug saßen. Ich klopfte vorsichtig an die nur angelehnte Tür und trat dann ein. Ich stellte das Tablett eilig auf den Tisch, goss den Tee ein und ging wieder hinaus. Als ich mich zum gehen umdrehte, sah ich kurz das Gesicht des weiß Haarigen und er kam mir merkwürdig bekannt vor. Mir war, als hätte ich ihn schon einmal irgendwo gesehen, nicht hier im Haus, nicht in den Straßen Londons, Aber irgendwann und irgendwo. Der Mann schien mich allerdings nicht zu erkennen, denn man sah überhaupt keine Regung auf seinem Gesicht. Es war wie eine steinerne Maske.
Ich verließ den Raum und ging meinen weiteren Pflichten nach.
Ich nahm mir meinen Mantel und einen Korb und machte mich auf den Weg zum Markt.
Als ich fast angekommen war, wurde ich auf eine Menschentraube aufmerksam, welche sich um den Stand von Adolfo Pirelli versammelte und einen kleinen Jungen zuhörte, der Versuchte ein angebliches Wunderhaarwuchs Elixier an Mann und Frau zu bringen. Als plötzlich ein Mann und eine Frau aus der Menschenmenge meinten es sein nichts, als ein Gebräu aus Tinte und Pisse und derjenige, der so etwas unter das Volk bringt, sei ein Betrüger. Daraufhin kam Pirelli wütend aus seinem Verschlag und betonte erst einmal: „Ich bin der berühmte Pirelli, der König der Barbiere, der Barbier der Könige.“
Wenig später ergriff der Mann aus dem Publikum wieder das Wort und stellte sich als Mr. Sweeney vor und sagte er sei ebenfalls Barbier und hätte seinen Laden in der Fleetstreet. Außerdem meinte er, er könne viel schneller und auch viel besser einen Kunden rasieren als Pirelli. Dies ließ dieser nicht auf sich sitzen und Sie traten in einem Wettbewerb gegeneinander an, der Beadle war der Schiedsrichter. Ich hätte wirklich gern gesehen, wie Mr. Todd Pirelli zeigt, dass er nicht so gut war, wie er immer tat. Aber als der Beadle Bamford das Podest betrat, suchte ich lieber das Weite, bevor er mich noch erkennen und beim Richter anschwärzen könnte. Ich lief nun weiter zum Markt und kaufte alles, was für die nächste Zeit gebraucht wurde. Außerdem kaufte ich noch etwas Obst, einige Süßwaren und ein Buch für Johanna. Sie hatte mich gebeten ihr etwas mitzubringen, damit ihr nicht so langweilig ist, denn im Gegensatz zu mir durfte Sie nicht aus dem Haus gehen und saß daher oft in ihrem Zimmer und schaute einfach aus dem Fenster oder betätigte sich der Stickerei.
Nachdem ich alles besorgt hatte, kehrte ich zum Haus des Richters zurück und brachte alles in die Speisekammer.
Zu meiner Verwunderung waren weder Turpin noch Bamford im Haus und so ergriff ich die Möglichkeit und ging zu Johanna. Ihr Zimmer war wie so oft abgeschlossen, doch ich kannte das Versteck des Richters, wo er immer einen Schlüssel aufbewahrte. Ich öffnete die Tür und Johanna blickte mich vom Fensterbrett aus etwas erschrocken an. "Ach du bist es Scarlett. Ich dachte der Richter wäre schon zurück." Johanna war wirklich froh mich zu sehen, denn auch wenn ich wie sie ein Mündel des Richters war, so war ich eher ein Dienstmädchen für ihn. Johanna hingegen behandelte er wie seine Tochter. Allerdings war ich keinerlei neidisch auf sie, denn ich konnte in meiner zwar knapp bemessenen Freizeit nach draußen gehen, Sie nicht. Jede von uns Zweien fand sein Leben in Ordnung so wie es war, jede von uns hatte ihre eigenen Vorteile und Nachteile. Doch eines Verband uns miteinander, wir hatten beide unsere Eltern verloren bzw. wussten wir nicht wer Sie waren.
So hatte ich meine Mutter mit 8 Jahren verloren. Sie war das Dienstmädchen im Haus Turpin und wurde bei einem Überfall auf den Straßen von London niedergestochen. Meinen Vater hatte ich nie kennen gelernt und meine Mutter hatte in diese Hinsicht auch nie ein Wort verloren.
Johanna ging es da sehr ähnlich, Sie wusste nicht wirklich viel von ihren Eltern. Das Einzige was sie noch wusste war, dass sie schon als Kleinkind ihre Mutter und ihren Vater verlor, denn beide waren verschwunden und daraufhin zu Richter Turpin kam.
Johanna und ich redeten noch eine Weile miteinander, darüber wie gern sie mal aus diesem Haus raus wollte und wie gern wir doch Beide genaueres über unsere Herkunft erfahren würden.
Da hatte ich eine Idee: "Du hast doch gesagt, dass du doch noch an deine Mutter erinnern kannst. Beschrieb sie mir nochmal und versuche sie zu zeichnen." Ich griff nach einem Blatt Papier und einem Stift und wir fingen an.
Am Ende hatten wir das Bild einer Frau mit langen, gelockten Haaren und in etwa einem Alter von 25-30 Jahren. "Was willst du nun mit dem Bild machen? Dies ist ein nur Bild meiner Erinnerung und außerdem sind inzwischen über 15 Jahre vergangen."

„Trotzdem besteht die Chance, dass jemand sie wieder erkennt und uns vielleicht sagen kann, was mit ihr in den vergangenen Jahren passiert ist. Ich werde heute Abend noch mal auf der Straße herumfragen.“
Von der Haustür was das Drehen eines Schlüssels zuhören und schließlich öffnete jemand die schwere Holztür des Hauses. Ich verabschiedete mich schnell von Johanna, verließ das Zimmer, schloss die Tür wieder ab und hatte gerade noch Zeit den Schlüssel wieder in sein Versteck zu legen, als Richter Turpin bereits den Flur entlang kam. Ich versteckte mich in einer Fensternische und war gerade noch rechtzeitig im Schatten der schweren Gardinen verschwunden, dass Turpin mich nicht bemerkte. Er lief mit einem Päckchen in der Hand an meinem Versteck vorbei, schloss die Tür zu Johannas Zimmer auf und trat ein. Als ich sicher war, dass weder der Richter noch Bamford mich erwischen würden, lief ich nun auch in mein Zimmer auf dem Dachboden. Es war bei weitem nicht so groß, wie das Zimmer von Johanna, aber mir reichte, was ich hatte. Schließlich war ich nicht alt zu oft hier. Ich setzte mich an meinen Tisch und fing an ein zweites Bild von Johannas Mutter zu zeichnen. Plötzlich hörte ich Schritte auf der Treppe. Ich räumte schnell alles weg und tat so als würde ich ein Buch lesen. Die Tür wurde geöffnet und Richter Turpin kann herein, Auch jetzt hatte er ein Päckchen bei sich. Er überreichte es mir und meinte, ich solle es nicht vor Freitag dieser Woche öffnen. Außerdem teilte er mir mit, dass in der Küche noch Hilfe bei der Zubereitung des Abendessens gebraucht wird und da ich offensichtlich nichts zu tun hatte, solle ich der Köchin helfen. Turpin war schon auf dem Weg zur Tür als er inne hielt und sagte: „Scarlett, du solltest dich nicht so von Anderen ablenken lassen. Wenn du zum Markt gehen sollst, solltest du das auch tun. Wohlmöglich raubt man dir eines Tages, in einer solchen Menschenansammlung noch dein Hab und Gut.“

Ich wusste nicht woher er das wusste, schließlich hatte ich mich doch bemüht von Bamford unbemerkt zu bleiben. Doch offensichtlich hatte dieser Plan fehlgeschlagen.
Nun verließ Turpin mein Zimmer und kurze Zeit später machte auch ich mich auf den Weg in die Küche.
Es gab wirklich noch einiges zu tun, aber nach etwas mehr als einer Stunde waren Mary, die Köchin und ich dann doch Fertig. Mary war die gute Seele des Hauses und sie schickte mich nun weg, um den Anderen Bescheid zu geben, dass sie sich im Esszimmer einfinden sollten. Außerdem meinte sie, ich könne nicht weiter so herum laufen, wie ich aussah, man könnte mich ja fast für ein Straßenkind halten. Doch als sie dies sagte, hatte sie wieder ihr liebevolles Lächeln im Gesicht und an ihrem Blick sah man wie missmutig sie über meine dreckige Kleidung war. Ich tat wie mir aufgetragen und lief dann wieder in mein Zimmer. Ich suchte mir ein anderes Kleid aus dem Schrank und zog mein inzwischen wirklich sehr verschmutztes, ehemals hellblaues Kleid, bei dem man die Farbe nur noch erahnen konnte aus und wechselte dieses in ein weinrotes Kleid mit dezenten Stickereien. Anschließend waren meine Haare an der Reihe. Ich kämmte sie schnell durch und flocht sie dann zu einem Zopf, welcher mir links über die Schulter hing.
Auf dem Weg zurück nach unten ins Esszimmer traf ich niemanden, denn als ich eintrat, saßen Turpin und Johanna bereits am gedeckten Tisch. Ich setzte mich zu ihnen, auf meinen gewohnten Platz und entschuldigte mich für meine Verspätung.
Es gab Braten, Kartoffeln und etwas Gemüse. Es war nicht alt zu viel vorhanden, aber ich war dennoch froh über alles, was uns Gott schenkte, denn allein in London lebt an jeder zweiten Straßenecke einer, dem es an allem fehlte.
Während des Essens sprach keiner von uns dreien auch nur ein Wort. Erst nach Beendigung des Essens ergriff Turpin das Wort und berichtete uns von einem Fest, welches am Freitagabend bei einem Bekannten von ihm stattfinden soll und dass wir dazu eingeladen sind.
Danach erzählte Johanna von einem jungen Mann, denn sie von ihrem Fenster aus gesehen hatte und den sie gern einmal wiedersehen und kennenlernen würde, doch natürlich ging Richter Turpin dazwischen und verbat ihr sofort diese Gedanken.
Ich saß immer noch schweigend da und hörte einfach nur zu.
Nachdem der Richter wieder in sein Büro gegangen und Johanna auf ihr Zimmer geschickt worden war, half ich noch etwas beim Spülen des Geschirrs und als wir auch damit fertig waren, wollte ich nochmals auf die Straßen in London.
Ich nahm mir erneut meinen Mantel, nachdem ich das Bild von Johannas Mutter geholt hatte und wollte gerade zur Tür hinausgehen, als plötzlich, wie aus dem Nichts der Büttel Bamford vor mit stand. „Wo wollen wir denn so spät am Abend noch hin? „Ich wüsste nicht, was sie das angeht, aber ich möchte einen Spaziergang machen. Oder ist mir das verboten?“  Ich vergrub das Papier tiefer in meiner Manteltasche, sodass der Büttel es nicht bemerkte. „Natürlich nicht. Ich glaube nur, dass es schon zu dunkel ist, um noch allein in den Straßen von London herum zuwandern, vor allem für  eine junge Dame.“ „Das lasst mal meine Sorge sein.“ Ich öffnete die Haustür und verschwand nach Draußen bevor er noch etwas sagen konnte.
Die Straßen waren ziemlich leer, da es gegen Abend auch begonnen hatte leicht zu regnen, wie es in England sehr oft passierte. Ich suchte die umliegenden Straßen ab und fand nur einen Bettler, welcher mit aber leider nicht weiterhelfen konnte. Er tat mir leid, wie er da hockte, komplett durchnässt und in zerschlissener Kleidung saß er da in der düsteren Gasse. Ich gab ihm ein paar Pfund, die ich noch in meiner Tasche hatte.
Etwa eine halbe Stunde später gab ich meine Suche auf. Es war niemand zu finden, der mir vielleicht helfen konnte.  Auch die Bettlerin, welche sonst immer in der Nähe des Hauses des Richters herum lief und vielleicht etwas über Johannas Mutter wusste, denn sie war schon dort, vor dem Haus, soweit ich mich zurück erinnern konnte, war nicht aufzufinden.
Völlig nass bis auf die Knochen ging ich zurück zum Haus und als ich die Eingangshalle betrat standen auch sofort der Richter und Bamford vor mir. „Wo warst du?“ Turpin war sichtlich wütend über meinen Spaziergang bei Nacht. „Ich habe einen Spaziergang gemacht. Der Braten lag mir so schwer im Magen und da dachte ich ein wenig frische Luft könnte helfen.“ Ich wusste das war gelogen und das Turpin so etwas missbilligte, aber ich hatte nicht das Gefühl, dass ich ihm die Sache mit der Suchte nach Johannas Mutter anvertrauen konnte. „Aber warum gehst du dann bei der Dunkelheit noch vor die Tür, vor allem allein? Dir hätten schlimme Dinge zustoßen können.“
Das Verhalten des Richters war mir wirklich ein Rätsel. Warum war er auf einmal so fürsorglich zu mir?
Aber ich machte mir vorerst keine Gedanken mehr darum, ich entschuldigte mich bei Turpin für diesen „ach so nachlässig durchdachten Einfall“ und ging dann in mein Zimmer.
Dort setzte ich mich wieder an den Tisch und zeichnete das zweite Bild fertig. Ich legte beide Zeichnungen in ein Buch und legte dieses auf meinen Nachttisch, sodass niemand merken konnte was sich in dem Buch verbarg.
Ich legte mich schlafen und auch wenn es ein Weilchen gedauert hatte, schlief ich bald tief und fest.
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