Gefangen in der Dunkelheit

GeschichteDrama, Romanze / P16
21.02.2016
24.04.2016
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Dunkelheit…. Und das letzte was ich sah, waren seine glänzenden Augen, bevor ich in die unendliche Dunkelheit abdriftete…

Alles begann wie so oft an einem wunderschönen sorgenfreien Morgen. Der Himmel war klar und die Vögel sangen ihr Lied an diesem warmen Sommertag. Wie jeden Tag wanderte ich umher um einmal mehr die Welt von dem tödlichen Miasma, welches seine Spur in Richtung Norden legte, zu befreien.  Ich folgte dieser Spur um eines Tages den Übeltäter für das ganze Chaos in diesem Land zu finden.
Durch meine göttliche Kraft, welche mir geschenkt wurde, besaß ich die Fähigkeit das verunreinigte Miasma zu beseitigen und somit einen Ort wieder heilig zu sprechen. Bereits in jungen Jahren wurde mir die göttliche Fähigkeit des Segnens übertragen und seit dem Tod meines Meisters übernahm ich die Aufgabe den Frieden in dieser Welt wieder herzustellen und sie von den bösen Dämonen zu befreien. Alles natürlich auf eigene Faust.

Mein Name ist Mira Sanira und ich bin 20 Jahre alt.
An diesem Tag folgte ich wie so oft der Miasmaspur in Richtung eines Schreines, wie ich im vorherigen Dorf erfahren hatte. Am Ende eines dunklen Waldweges, welchen ich nun schon seit über 3 Stunden gefolgt bin, erreichte ich eine Schlucht. „Eine Schlucht mal wieder… Na toll, war ja klar!“ Nicht nur das ich panische Höhenangst hatte, nein es gab zu allem Überfluss auch keinen ersichtlichen Alternativweg! „Na wenn das mal gut geht“. Vorsichtig setzte ich den ersten Schritt auf den ersten Felsvorsprung um mich im nächsten Moment mit meinen Händen an der oberen Kante festzuhalten und einen weiteren Schritt zu wagen. Nach zwei weiteren Schritten jedoch geschah es! Ich rutschte ab und schaffte es nicht mehr mich an irgendeinem Felsen festzuhalten! Noch im Fall sah ich, dass sich einige Gesteinsbrocken gelöst haben und mir auf meinen Weg nach unten folgten. „Oh man, das wird weh tun“ war mein letzter Gedanke, bevor ich hart aufschlug und bewusstlos wurde…
Als ich erneut die Augen öffnete begann es bereits dunkel zu werden. „ Wie lange ich hier wohl schon liege?“ Als ich versuchte mich aufzurichten, durchzogen starke Schmerzen mein linkes Bein. „Verdammt!“ Als ich hinsah wusste ich auch sogleich warum: Mein Bein war unter drei Felsen, welche sich bei meinem Absturz gelöst hatten, begraben und ein weiterer spitzer Stecken bohrte sich durch meine Wade.
Es blutete stark und im nächsten Moment meldete sich auch ein stechender Schmerz in meinem Kopf. Als ich mir an eben diesen hinlangte und auf meine Hand sah bemerkte ich das Blut, welches sich seinen Weg auf meinem Gesicht in Richtung Erde bahnte.
„ Auch noch eine Kopfverletzung… wenn ich hier nicht schnell weg komme sterbe ich entweder an Blutverlust oder an einer heftigen Infektion! Der einfache Hungertot ist jedoch auch nicht zu unterschätzen… VERDAMMT! Ich muss mich schleunigst befreien und wieder einen Weg nach unten oder oben finden!“
Gesagt, getan! Ich versuchte den ersten Felsen beiseite zu schieben, jedoch waren diese wirklich schwerer als das sie aussahen! Nach einigen Minuten des Schiebens und Drückens begann ich an meinem Bein zu ziehen, was sich jedoch als schwerer Fehler herausstellte! Sofort floss weiteres Blut aus der Wunde und ein weiterer Schmerz durchzog mein Bein bis hoch zu meinem Oberschenkel. Ich schluchzte kurz auf. Im nächsten Moment  biss ich jedoch die Zähne zusammen und fing an mit meinem rechten Bein gegen den kleinsten Felsen zu treten. Nach einigen heftigen Tritten rumorte es kurz. Ich holte ein weiteres mal mit aller Kraft aus und trat zu, so fest ich konnte. Der kleine Fels löste sich und auch der zweite begann zu rollen um schließlich die Schlucht hinunter zu fallen.
„Yes!“ nun konnte ich mein Bein unter dem dritten Felsen hervorziehen und es etwas näher begutachten.
„ Nur noch der blöde Stecken im Weg“ Mit einem Ruck und einem kleinen Schmerzensschrei zog ich den Stecken aus meiner Wade hinaus. Ich begann im nächsten Moment in meinem kleinen Rucksack zu wühlen und holte eine Wasserflasche und ein Tuch hinaus.
„Erst einmal säubern und verbinden, sonst komme ich keinen Schritt weiter“
Die Wunde schmerzte als ich hinlangte und das säubern und verbinden kostete mich mehr Kraft, als ich gedacht habe. Am Ende war ich völlig erschöpft und beschloss es für das erste gut sein zu lassen. Nachdem ich mich auf dem kleinen Felsvorsprung zurückgelehnt hatte und die Augen schloss driftete ich sofort in einen tiefen Schlaf…

Ein ständig, genau in MEIN GESICHT, wehender Windstoß weckte am nächsten Morgen wieder die Lebensgeister in mir. Bevor ich jedoch die Augen öffnete, versuchte ich noch ein wenig zu entspannen und durch wegdrehen meines Kopfes dem lästigen Wind zu entkommen.
Die Aktion erfüllte seinen Zweck, erzeugte jedoch, dass neue nervige Phänomen  eines picksenden Gefühls an meiner Wange.
„Was zum Teufel?!“ als ich die Augen öffnete und in Richtung der Störensquelle blickte, sah ich in zwei bernsteinfarbene Augen…
Ich stutze, nur um mich im nächsten Moment derart zu erschrecken, sodass ich mir meinen Kopf am Felsen hinter mir erneut anschlug. „ Au!“
Das Wesen gegenüber von mir gluckste erfreut auf und öffnete seinen Mund „Was wird das, wenn es fertig ist?“
„Das gleiche könnte ich dich Fragen! Warum pickst du mich? Und vor allem: WIE KOMMST DU HIER RUNTER??!“
Er gluckste erneut auf und als er zu lächeln begann traf mich die Erkenntnis wie ein Schlag! Mir wurde warm und kalt zu gleich! Seine Zähne waren Spitz und blitzen gefährlich hervor. Seine Lippen waren dunkel gefärbt und sein Gesicht wurde durch seine langen roten Haare umspielt, welche ihm bis zur Taille reichten. An seinem Kopf prangten Spitze Ohren an den Seiten hervor und kurze darüber je an jeder Seite noch ein spitzes Horn. Um den Hals trug er zwei Rosenkränze, bestückt mit Reiszähnen und Perlen. Sein Oberkörper wurde dabei durch ein Netzoberteil bedeckt, wodurch man jedoch immer noch sein gut durchtrainierter Oberkörper zu erkennen war. Darüber kleidete er sich mit einem knielangen Mantel, welcher am Hals mit Federn bestückt war. Neben der schlichten schwarzen Hose und Stiefeln zierte ihn noch ein metallener Gürtel mit einem Totenkopf.
Ich musterte ihn von oben bis unten und mit jedem Detail, welches ich mir einprägte, wurden meine Augen größer! Vor mir Stand tatsächlich ein Dämon, und zu allem Übel auch noch allen Anschein nach ein ziemlich starker, wenn er sich so nah und sorgenfrei in die Nähe einer Göttin wagt!
Derweilen grinste er mich immer noch an und ich kroch so nah es ging an die Wand, welche in meinem Rücken lag.
„ Ganz einfach ich bin gesprungen! Es roch in dieser Gegend ziemlich nach Blut und als ich den Abgrund hinuntersah erblickte ich ein zusammengekauertes etwas! Als ich näher kam entpuppte sich dieses etwas als ein kleines hilfloses Mädchen, welches allen Anschein nach etwas zu neugierig war“ Er gluckste erneut auf.
„Und nun stellt sich mir die Frage was deine Aufmerksamkeit so sehr gebannt hat, dass du hier hinunter gestürzt bist?“ Er lehnte sich in der Luft zurück, überschlug seine Beine und stütze seinen Kopf an seiner Hand ab.
Derweilen blickte ich ihn mit Vorsicht in den Augen an und bewegte meine rechte Hand langsam in Richtung meines Gürtels, an welcher Rückseite sich ein kurzer Dolch befand.  
„Wenn ich du wäre, würde ich das mal lieber schön bleiben lassen! Nicht das du auch nur die geringste Chance hättest, jedoch in deiner Verfassung unterschreibst du damit dein Todesurteil!“
Ich stutze und hielt in der Bewegung inne ~ verdammt er hat es durchschaut~ so langsam trieb mir die Nervosität die Angstperlen auf die Stirn, den er hatte Recht! Ich konnte in meinem jetzigen Zustand nichts erreichen! Meine einzige Möglichkeit bestand darin cool zu bleiben und zu hoffen, dass er bald wieder abhaut.
„ Was willst du von mir?“ sein grinsen wurde breiter „Die Frage ist doch eher, was du von mir willst. Mich trieb nur die Langeweile und Neugierde her, du jedoch bist wie es scheint in einer ziemlich verzwickten Lage! Und ich bezweifle mal stark, dass du mit diesen Verletzungen noch irgendwo hinkommst, schwaches Menschenkind“
„Tzzee! Ich komme sehr wohl klar! Und unabhängig davon, selbst wenn ich Hilfe brauchen würde, wäre ein DÄMON der letzte den ich um solche Bitten würde! Geschweige den, dass ich diese annehmen würde!!“  Trotzig drehte ich bei dieser Aussage meinen Kopf weg , um den Blickkontakt zu unterbrechen und ihm meinen Standpunkt zu verdeutlichen. Er blickte derweilen etwas erstaunt drein, um jedoch im nächsten Moment wieder zu grinsen.
„Wenn du meinst… du hättest eigentlich Glück gehabt! Ich habe heute nämlich besonders gute Laune und hätte einem niederen Wesen wie dir ausnahmsweise geholfen, aber wenn du nicht willst… Dann viel Spaß noch beim Sterben.“  Nachdem er den Satz beendet hatte verschwand er genauso schnell wieder, wie er gekommen war.
Ich bemerkte wie sich die Anspannung in meinem Körper löste und Atmete erleichtert aus nur um im nächsten Moment die Luft erneut scharf einzuziehen, da sich der Schmerz in meinem Bein und Kopf zurück meldete. Ich blickte zu meinem Bein welches knall rot war und wie verrückt pochte.“ Es ist schlimmer geworden! Ich muss zusehen, dass ich hier schleunigst runter komme und einige Heilkräuter oder ein Dorf finde!“




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Hallo liebe Leute, dass ist meine erste Geschichte und ich hoffe sie gefällt euch :)
Über Lob, Kritik oder sonstigen Feedback würde ich mich natürlich sehr freuen.
Bis bald