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A Silent Cry

GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P18 Slash
Akihiko Usami Misaki Takahashi
21.02.2016
02.08.2016
16
38.492
14
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21.02.2016 1.836
 
Er war einmal sitzen geblieben als er 15 war, weil er zu oft in der Schule fehlte. Er hatte deswegen nur ein Ziel, die Schule abzuschließen, Geld verdienen um dann endlich von Zuhause ausziehen zu können. Sein Ziel war nahe, er müsste nur sein letztes Schuljahr und die Prüfungen schaffen...
Heute war der erste Schultag nach den Ferien und der zierliche, schmale Junge freute sich darauf, nach einer endlosen Woche sein Ziel nun etwas näher zu kommen.

Alle Schüler seiner Klasse waren miteinander beschäftigt, doch niemand mit ihm, aber das kannte er nicht anders. Viele hatten sich in den Ferien nicht gesehen und so hörte man überall die gleichen belanglosen Gespräche.
„Hey Ryou, na was hast du die Ferien über getrieben?“
„Ha, ich war mit meinen Eltern und meinen kleinen Bruder in Disneyworld, Tokyo“ antwortete er mit Stolz und alle, nicht nur Seita, der die Frage gestellt hatte, waren schwer begeistert.

Misaki jedoch fühlte sich nur beim Zuhören getroffen, denn solch ein Familienleben hatte er nicht. Er lebte nur mit seinem Vater alleine und er würde niemals auf die Idee kommen, mit Misaki irgendwo hinzufahren, davon mal abgesehen hatten sie auch kein Geld dafür. Er saß alleine an seinem Tisch und sah deprimiert aus dem Fenster.

Plötzlich wurde jedoch die amüsante Atmosphäre in der Klasse abrupt abgebrochen, als der Direktor mit einem unbekannten Mann ins Klassenzimmer lief.
Alle standen sofort neben ihre Tische, um höflich, wie es eben üblich war, den Schuldirektor zu begrüßen.

„Guten Morgen Herr Schuldirektor“ kam es von der Klasse, wie in einem Chor.
„Guten Morgen liebe Schüler der Oberstufe“, sagte er höflich, „leider habe ich eine traurige Nachricht. Herr Takashima hat kurzfristig und aus privaten Gründen die Schule verlassen“, fuhr der Direktor fort.
Sofort fing das leise Geflüster von der geschockten Schüler an…
„Das kann doch nicht sein?! Er war doch so Stolz auf uns.“
„Ja, er versprach uns immer wieder, dass er uns durch das Abschlussjahr bringt.“
„Wieso geht er denn einfach fort?“

Aus Entsetzen wurde langsam Enttäuschung, aber auch Wut stieg in manchen hervor. Herr Takashima war ein sehr beliebter Lehrer, auch, wenn er immer etwas streng war, so sorgte er sich sehr um die Noten seiner Schülern und das wusste die Klasse auch zu schätzen, denn es gab wirklich niemanden der ein „ausreichend“ in seinem Fach hatte. Und wenn die Noten in Ordnung waren, konnte man auch Späße mit ihm machen. Auch Misaki fühlte sich von der Nachricht schwer betroffen, denn er hatte so sehr auf die Unterstützung während der Prüfungsphase durch Herr Takashima gehofft, und nun?

Der Direktor machte ein merkliches Räuspern, das dafür sorgte das niemand mehr flüsterte. 

„Ich kann gut nachvollziehen, dass es schwer ist, sich mit einen neuen Lehrer anzufreunden in eurem Abschlussjahr. Doch darf ich euch freudig vorstellen? Einige von euch kennen ihn sich sicher schon, Herr Akihiko Usami! Er hat Japanisch, Geschichte und Physik auf Lehramt studiert bevor er Autor wurde und war sofort bereit wieder als Lehrer anzufangen.“

Akihiko...Usami? Was? Der Akihiko? Misaki spürte, dass er leicht rot im Gesicht wurde. Natürlich kannte er seine Geschichten, alle seine Romane, sie waren so herrlich und mit viel Liebe geschrieben. Misaki konnte sich immer ganz in seine Erzählungen hineinversetzen und alles andere um sich vergessen, denn nur dort fühlte er sich verstanden. Jedoch besaß er keinen seiner Romane mehr. Als sein Vater sie fand, warf er die Bücher, eins nach dem anderen, in den Kamin. Misaki fehlte daraufhin eine ganze Woche in der Schule, weil er es für Schund hielt.

Doch nun stand der Autor vor ihm, es fühlte sich so an, als hätte es ihm die Sprache verschlagen...sein Lieblingsautor sollte nun sein Lehrer sein? Er war sich ziemlich sicher, dass nicht viele aus seiner Klasse die Romane von Herr Usami kannten, denn die gingen immer in eine ganz bestimmte Richtung, es handelte sich immer um die gleiche Thematik. Für Misaki war es eine Welt, in der er sich immer wieder gerne versetzte. Herr Usami trat vor „Guten Tag, mein Name ist Akihiko Usami und ich freue mich auf gute Zusammenarbeit!“, sagte er und verbeugte sich. Die Schüler dieser Oberstufe daraufhin ebenfalls und begrüßten ihn höflich. 

Nach einem langen Tag mit neuem Lehrplan und Prüfungsterminen machte sich Misaki auf den Weg nach Hause, er hasste diesen Weg, denn immer, wenn er in diese Richtung lief überkam ihn ein mulmiges Gefühl, manchmal hatte er schon richtige Bauchkrämpfe, wenn er daran dachte, dass er bald Daheim sein würde. Im Gegensatz zu seinen anderen Klassenkameraden, die es nicht abwarten konnten nach Hause zu gehen, weil sie sich dort etwas entspannen konnten. doch es gab für den jungen Braunhaarigen nichts, vorauf er sich freuen könnte, außer auf die Hoffnung das er mal in Ruhe seine Hausaufgaben machen und lernen könnte.

Wenn sich der junge Mann auf eins verlassen konnte, dann war es die Tatsache, dass sein Vater immer zu Hause war. Arbeiten ging er schon lange nicht mehr, nicht nachdem man ihm kündigte, als er zum zweiten Mal sturzbetrunken ins Geschäft kam.
Misakis Mutter und auch sein älterer Bruder starben als Misaki gerade mal 7 Jahre alt war, sie kamen in einem schrecklichen Verkehrsunfall ums Leben und nur ein Jahr darauf, begann sein Vater mit dem Trinken. 

Aber die Tatsache, dass sein Vater nun allein erziehend war und nun auch arbeitslos wurde sorgte immerhin dafür, dass die Familie Takahashi Unterstützung vom Staat bekam. Es reichte für die Miete und es war nicht viel, aber man hatte damit gut zu zweit auskommen können.
Der Braunhaarige atmete tief ein, bevor er den Schlüssel in das Schloss herumdrehte und die Wohnung betrat, es war als ob er eine leise Vorahnung hatte, doch er konnte sich nicht erklären warum. Leise zog er seine Schuhe aus und hoffte so, dass er unbemerkt in sein Zimmer gelangen konnte, aber ehe er sich versah stand sein Vater vor ihm und versperrte den Weg. 

„Du feiges Stück! Wolltest du dich wiedermal in dein Zimmer schleichen?!“ fragte er seinen Sohn und Misaki wusste in diesen Moment bereits, dass es wiedermal eskalieren würde. Es war eindeutig, dass sein Vater auf ihn wartete und das machte er nur, wenn er sein Sohn wieder für irgendwas belangen wollte. „Nein, ich wollte nur schnell in mein Zimmer und lernen, bevor es noch später wird“, stammelte der zierliche Junge und hoffte darauf, dass er aus dem Weg ging.

„Du mieser Lügner!“ beschimpfte er sein Kind und schlug ihn mit der flachen Hand ins Gesicht...
Misaki stöhnte auf vor dem unerwarteten Schmerz, sah seinen Vater mit großen Augen an.
„A-aber was?“ fragte er leise.

„Du dachtest wohl Du könntest davonkommen und ich würde es nicht merken was? Mitkommen!“ herrschte er seinen Sohn an und packte ihn am Arm und zerrte ihn die Treppe rauf. Misaki wusste ganz genau was ihn gleich erwarten würde, dabei war es völlig gleichgültig was er in diesen Moment tat. Er ließ sich nur widerwillig mitziehen, sein Vater nahm ihn nach oben in Misakis Zimmer. 

„Schau dir diese Sauerei an!“ sagte er wütend während er im gleichen Moment die Bettdecke von Misakis Bett wegholte. Man sah nun sein weißes Laken mit einem nassen Fleck darauf. Misakis Augen wurden noch größer...erstarrt vor Angst, aber vor allem auch vor Scham traute er sich nicht, dazu auch nur irgendwie zu äußern. Wie konnte das passieren?! Es geschah öfters, dass er in der Nacht sein Urin nicht halten konnte und er es nicht mal merkte...aber wieso hatte er das heute Morgen nicht bemerkt? War er so sehr damit beschäftigt leise und rechtzeitig aufzustehen, dass er nicht mal merkte, dass sein Bett nass war? Warum hatte er nicht mal nachgeschaut?

Als kein Ton von dem geschockten Jungen kam, wurde sein Vater noch wütender.

„Na warte Junge!“, rief er und griff nach Misakis Haaren.

„Das werde ich dir austreiben!“, und somit drücke er den Kopf seines Sohnes ins nasse Laken.

„Siehst du diese Schweinerei?!“ schrie er sein Kind an und nach einer Weile ließ er los und trat ihn. Misaki löste sich endlich mit seinem Kopf vom Bett, er ekelte sich vor dem Geruch und fiel nun zur Seite, er sah seinem Vater in die Augen „Bitte Vater nicht, es tut mir so unendlich leid“, weinte er, während die nächste Tritte auf seinem Körper trafen, immer und immer wieder... „Und WIE es dir leid tun wird!“, schrie er ihn an und trat dabei immer härter zu.

„Ich glaube es nicht! Du Stück Scheiße pinkelst in Bett als ob du drei wärst!“ schimpfte er und es dauerte eine gefühlte Ewigkeit bevor er von seinem Sohn abließ. Keuchend und stöhnend vor Schmerzen lag der Junge auf dem Boden und hoffte darauf, dass sein Erzeuger ihn endlich verlassen würde doch er blieb vor ihm stehen. „Steh auf, Misaki!“, herrschte er den Jungen erneut an…und Misaki nahm seine letzten Kräfte zusammen um auf die Beine zu kommen. Sein Vater hielt nun sein Gesicht mit einer Hand fest damit er in seine Augen sah. „Hör mir gut zu, Misaki! Mein 17-jähriger Sohn ist KEIN Bettnässer! Sollte das hier noch einmal vorkommen, dann werde ich ganz andere Saiten aufziehen, und du weißt GANZ genau was das heißt, haben wir uns verstanden?!“, seine Stimme war leise und bedrohlich, Misaki wusste nur zu genau, dass er seine Drohungen wahr machen würde.

Doch als er nicht schnell genug antwortete schlug die nächste Ohrfeige auf seine Wange ein. „Ob wir uns verstanden haben?!“ wiederholte er laut.
„Ja, Vater – wir haben uns verstanden“, antwortete der Braunhaarige klar und deutlich, dass es seinem Vater genügte und ihn los lies. „Und mach verdammt nochmal diese stinkende Sauerei weg!“ fügte er hinzu, bevor er laut aus dem Zimmer lief.

Einige Stunden später lag der Junge in seinem Bett, sein Körper schmerzte, doch das tat nicht annähernd so weh, als dieses Gefühl von Scham und Demut. Tränen liefen ihm übers Gesicht.

Es war sein kleines Geheimnis, das nun sein Vater das erste Mal sah. Es geschah öfters nachts, doch er hatte es immer rechtzeitig bemerkt, so dass er es beseitigen konnte. Der 17-jährige hatte dieses Problem nun seit einem Jahr, es fing plötzlich an und er konnte sich nicht erklären warum. Warum nur, traf es ihn?

Der gestrige Abend lag noch tief in den Knochen des 17-Jährigen. Als der Wecker klingelte war er froh darum endlich aufstehen zu können, denn seine Gedanken hielten ihn vom Schlafen ab. Aber nicht nur die Gedanken, sondern auch dieses unerträgliche Gefühl. Jedes Mal, wenn er daran zurückdachte, was in den letzten Stunden passierte, überkam ihn ein Schauer. Schließlich war er auch selber schuld daran. Der Junge schämte sich so sehr, dass er die Strafe dafür nur gerecht empfand. Langsam zog er seinen Schlafanzug aus und begab sich in die Dusche. Duschen nach so einen Abend war irgendwie angenehm. Das heiße Wasser auf seinen geschundenen Körper tat gut, fast so als ob man heißen Tee zu einer schweren Erkältung trinken würde. Nach dem Duschen zog er seine Schuluniform an, packte seine Tasche und kontrollierte dieses Mal genau sein Bett, bevor er letztendlich das Haus verließ.
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