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An Almost Perfect Friendship

von holly11
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P12 / Gen
OC (Own Character) THW Kiel
20.02.2016
23.02.2021
42
90.024
2
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Dieses Kapitel
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23.02.2021 2.820
 
Am nächsten Morgen war Morten der letzte, der zum Frühstückstisch dazustieß. Tessa war augenscheinlich bereits fertig. Lustlos schob sie die Reste eines Rühreis hin und her. Seine Eltern waren gerade zum Buffet verschwunden, als er sich neben Tessa setzte.
„Gut geschlafen?“, erkundigte Morten sich und griff munter nach der Kaffee Tasse seines Vaters. „Na klar.“, entgegnete Tessa und strahlte Morten an. Dabei wirkte ihre Mimik so grotesk, die Augen weitaufgerissen, die Lippenwinkel überspitzt zum Lächeln verzerrt. Aufgesetzt schoss Morten durch den Kopf und betrachtete sie Sorgenvoll.
„Sag mal Tessa. Hast du eigentlich überhaupt geschlafen?“, hakte er zaghaft nach und lehnte sich zu ihr herüber. „Was sollte ich sonst die ganze Zeit getrieben haben.“, lachte sie und schlug ihm freundschaftlich auf den Arm, als hätte er ihr soeben einen Witz erzählt. Bevor er etwas erwidern konnten kehrten seine Eltern zum Tisch zurück.
„Da ist ja die Schlafmütze.“, begrüßte sein Vater ihn. „Hatte ich mir nicht schon einen Kaffee geholt?“, fragte er irritiert und blickte sich suchend auf seinen Platz um.
„Den wirst du wohl vergessen haben.“, lächelte Doro und zwinkerte ihren Jüngsten zu.
„Na sowas.“, murrte Frank und lief los sich einen neuen Kaffee zu beschaffen.
„Hast du gut geschlafen?“, erkundigte sich Doro bei Morten, während sie ihr Brötchen aufschnitt.
„Fast wie zuhause.“, erwiderte Morten und nippte hastig an der Tasse.
„Wie lange habt ihr gestern denn noch gemacht?“
„Ach, es war gar nicht so lange.“, kam Tessa ihm zuvor. „Er ist es nur nicht mehr so gewohnt.“
„Ich bin es nicht gewohnt?“, fragte er amüsiert nach. „Ich bin 19 an was sollte ich sonst gewohnt sein, wenn nicht mir die Nächte in bezaubernde Gesellschaft um die Ohren zu schlagen.“ Seine Mutter lachte zwar, aber den erwünschten Effekt hatten seine Worte doch nicht ausgelöst. Tessa hatte nicht einmal reagiert, apathisch starrte sie ihr Handy an. Es vibrierte und der Name seines Bruders leuchtete quer über den Bildschirm.
„Da hat wohl jemand Sehnsucht.“, neckte Doro liebevoll, während Tessa aufsprang und den Anruf entgegennahm.
Morten hörte noch wie sie seinen Bruder mit einem warmen freundlichen Hey begrüßte, bevor sie sich zügig von ihrem Tisch entfernte.
„Ach die beiden.“, murmelte Doro und sah ihr kopfschüttelnd hinterher. Keine Sekunde später kam Frank zurück. „Huch Tessa schon weg?“, fragte er und setzte sich endlich auf seinen Platz.
„Telefoniert mit Rune.“, erklärte Morten und schielte hungrig auf den Teller seines Vaters. Frank entging diesen Blick nicht und rutschte etwas von Morten ab. Doro lachte.
„Ich denke ich werde mir auch mal was zu essen holen.“, bemerkte Morten und ging zum Buffet. Wenig später kehrte er mit einem beladenen Teller zurück. Kaum hatte er sich den ersten Bissen seines Wurstbrötchen genehmig, kehrte auch Tessa wieder zu ihnen zurück. Sie wirkte aufgeregt und ein wenig außer Atem.
„Ich werde nicht mit euch nach Hause fahren.“, verkündete sie und ließ sich auf den freien Stuhl fallen. „Ich habe beschlossen, dass ich hier bleibe.“ Morten begann zu husten. Prompt hatte er sich an einen Krümel verschluckt. Während er nach Luft rang und sich leicht vor die Brust schlug, waren es seine Eltern die ebenfalls überrascht wirkten, dennoch eine Antwort fanden.
„Ja das ist doch wunderbar!“, kam es von Frank begeistert.
„Alleine?“, erkundigte Doro sich.
„Rune hat es quasi vorgeschlagen.“, gab sich Tessa einer Erklärung hin. „Hat er?“, kam es leicht röchelnd von Morten. Er konnte sich weder vorstellen, dass Rune etwas in die Richtung gesagt hatte, noch wollte er darüber nachdenken, was es genau bedeuten konnte, wenn Tessa in Breslau bleiben würde.
„Nicht direkt. Aber er klang so niedergeschlagen. Chris und Steffen fallen wohl aus und schon heute Mittag werden wohl zwei Spieler ankommen. Er hat dann gar keinen mehr hier. Also dachte ich, es wäre eine gute Idee, wenn ich bleibe. Ich habe ja eh gerade nichts zu tun.“
Bekräftigend nickte Frank, hingegen Doro nachdenklich dreinsah und Morten sich fühlte als hätte ihn jemanden tief in den Magen geschlagen. Es war eine furchtbare Idee, dachte er für sich und erinnerte sich an die mahnenden Worte seines Freundes. Wenn er wirklich recht hatte, dann würde irgendwann die manische Phase enden. Und wenn es dann soweit war, sollte Tessa nicht alleine sein. Schon gar nicht so weit weg von Familie und der Heimat.
Wie aus weiter Ferne hörte er die Worte aus seinem eigenen Mund sprechen.
„Ich bleibe auch.“ Überrascht sah Frank seinen Sohn an.
„Du hast aber Verpflichtungen.“, begann er, wurde aber von seiner Ehefrau unterbrochen, die beruhigend eine Hand auf seinen Arm legte.
„Ich denke, dass ist eine wunderbare Idee. Dann ist Tessa nicht alleine. Seine Ausbilder werden es schon genehmigen, wenn er sich ein paar Tage Urlaub nimmt. Vor allem, wenn du ein gutes Wort einlegst. Schließlich lernt er in deinem Betrieb.“
„Und wer bezahlt den ganzen Spaß? Ich war bereit ihn für eine Nacht ein Hotelzimmer zu bezahlen, aber für ne Woche?“
„Wir werden einfach in eine Jugendherberge umziehen.“, schlug Tessa vor. „Wenn wir zwei Betten im Dorm nehmen, sollten wir es uns durchaus leisten können.“
Frank schürzte die Lippen. Nachdenklich blickte er zu seiner Frau. „Sie brauchen unser Einverständnis nicht.“, merkte diese lächelnd an.
„Aber ihr habt doch gar keine Klamotten für ne ganze Woche.“, entgegnete Frank.
„Sie sind keine Kinder mehr.“, wiederholte Doro.
„Können wir hier kaufen.“, konterte Tessa aufgeregt und saß hibbelig auf ihren Stuhl. Sie schien dem Gedanken sehr zugeneigt zu sein mit Morten in Breslau die kommende Woche zu verbringen. Er hingegen konnte es nicht von sich behaupten. Er hatte letzten Sommer eine Ausbildung zu Immobilien Kaufmann bei seinem Vater angefangen. Zwar war sein Vater im weitesten Sinne sein Vorgesetzter, aber auch er konnte ihn nicht von dem Unterricht befreien, der am Mittwoch wieder beginnen würde. Außerdem war da noch die Sache mit Tessas Krankenbild. Konnte er dieses Risiko wirklich mitverantworten? Ihm graute es schon vor Felix Reaktion, sobald dieser von der Schappseide seiner Schwester Windbekommen sollten. Auch die Aussicht die nächsten Nächte in einem Dorm mit Wildfremden zu übernachten grauste ihn ein wenig. Das allerbeste wäre es, Tessa von dieser Idee abzubringen. Doch ein Blick in ihrer vor Begeisterung strahlenden Augen machte ihn klar, dass er da auf taube Ohren stießen würde.
„Das ist ja alles schön und gut, aber was ist mit den Spielen? Werdet ihr die auch in der Halle verfolgen?“
„Na ja, zum Wochenende wolltet ihr doch eh wiederkommen.“, murmelte Tessa kleinlaut.
„Wenn sie ins Halbfinale kommen, bist du doch sicherlich auch dabei.“, gab Morten zu bedenken.
„Ich lade dich nicht zu jedem verdammten Spiel ein! Wenn du Urlaub machst trägst du die Kosten ganz alleine, völlig egal was du in deiner Freizeit anschaust. Das zahlst du alles aus deiner eigenen Kasse.“, entgegnete Frank wirsch mit erhobenem Zeigefinger.
„Das Spiel gegen Dänemark zahl ich selbst.“, stimmte Morten zu. Zufrieden lehnte sich Frank zurück. „Und was wollt ihr die restliche Zeit hier machen?“, erkundigte er sich mit verschränkten Armen.
„Was junge Leute auf Reisen ebenso machen.“, beantwortete Tessa seine Frage geheimnisvoll. Gespannt blickten alle drei Sie an.

Was Tessa unter, was junge Leute auf Reisen ebenso machen, verstand, deckte sich so ziemlich mit den Vorstellungen, die auch Morten hatte. Sobald sie sich von seinen Eltern verabschiedet hatten, hatten Tessa und er sich nach einen günstigen Hostel erkundigt. Wenig später hatten sie in einem kleinen Hostel dicht bei der Innenstadt mit dem einladenden Namen Absynt Hostel. Nach dem sie zwei Betten in einem 8er Dorm gemietet hatten, waren sie auch schon losgezogen.
Sie waren am Großen Ring, einen gepflasterten Platz mitten in der Innenstadt, beim alten Rathaus gestartet. Tessa hatte in einen der Nebengassen eine kleine witzige Bronzestatur gesehen hatte, einen kleinen Zwerg der auf einen Löwen ritt, die eine Hand zum Gruß erhoben. Beide hatten sie sich hinreißen lassen und machten sich einen Spaß neben den Kleinen zu posieren und so diverse Schnappfotos festzuhalten. Eine vorbeigehende Passantin erzählte ihnen belustigt, dass überall in der Stadt solche kleinen Zwerge aufgestellt worden waren. Sie waren ein Teil der Stadt und waren als politisches Statement errichtet worden. Anscheinend glaubte man, dass Zwerge listen reich seien und sollten so Kritik an den kommunistischen Führungsstil üben. Kaum hatten die beiden die Geschichte gehört, war der Beschluss schnell gefasst, die Stadt nach den Zwergen abzusuchen.

Am späten Nachmittag waren sie ins Hostel zurückgekehrt. Sie hatten 12 weitere Zwerge gefunden und waren während ihrer Suche an diversen Museen und Theater vorbeigekommen, ohne eins von Innen gesehen zu haben.  Unermüdlich hatte Tessa Morten vorangetrieben und wäre vermutlich noch weitere Stunden herumgeirrt, wenn Morten sich nicht entschieden geweigert hätte. Seine Füße schmerzten und sein Magen knurrte bedenklich. In der Küche ihres Hostels hatten sie zwei junge Männer angetroffen. Beide waren aus Spanien und waren wegen der Handball EM in der Stadt. Kurzerhand hatten die Spanier die beiden zum Essen eingeladen. Es gab Paella. Während die Spanier kochten, Tessa sich mit ihnen unterhielt, räumte Morten ihre Nahrungsmittel, die sie auf dem Rückweg gekauft hatten, in den Kühlschrank. Nur mit halbem Ohr verfolgte er das Gespräch, da sein Englisch nicht so gut war verstand er auch nicht sonderlich viel. Aber er meinte herauszuhören, dass die beiden Studenten waren. Pau kam aus einer kleinen Stadt bei Barcelona und studierte Sprachwissenschaften, im März würde er ein Auslandssemester in Leipzig antreten und befand sich in einem zwischen Urlaub. Marco, sein alter Schulfreund, studierte in Spanien irgendwas mit Musik und Tanz, ganz genau hatte Morten es nicht verstanden. Beide waren leidenschaftliche Handballfans, selbstredend brannten ihre Herzen für die FC Barcelona. Das Tessa und Morten Kieler waren fanden sie überraschender Weise sehr amüsant. Sie sprachen mit großem Respekt vom THW Kiel, ließen aber nichts über den FC kommen. Pau hatte gerade Morten gefragt, was er beruflich machte, als sein Handy klingelte. Morton stöhnte auf, als er den Namen des Anrufers laß. Er entschuldigte sich bei den dreien und verließ das Zimmer.
„Hey Felix.“, begrüßte Morten den Anrufer.
„Hast du mir überhaupt zugehört?“, fuhr dieser ohne ein Wort der Begrüßung ihn an. „Bist du denn völlig verrückt?“
„Natürlich habe ich dir zugehört. Aber was hätte ich denn machen sollen?“
„Es ihr ausreden?“, fragte Felix ungläubig nach.
„Du hast es selbst gesagt, man kann ihr nichts ausreden!“, blaffte Morten grimmig zurück. Etwas nachsichtiger fügte er hinzu: „Ihr Entschluss stand doch schon längst fest. Das einzige und das Beste was ich hätte machen können, habe ich getan. Ich bin jetzt hier mit ihr und das wird schon alles gut gehen.“
„Das ist echt ne große Scheiße!“
„Ja, aber wir können halt nichts machen. Ich kann sie nicht einfach bewusstlos schlagen und mit mir nach Hause schleifen. Daher können wir nur die EM abwarten und hoffen, dass du dich irrst.“
„Wie ist sie denn im Moment drauf?“, erkundigte Felix sich besorgt.
„Ich glaube du könntest recht haben. Sie ist genauso drauf, wie du es beschrieben hast. Sie hat mega viel Energie und braucht wohl nicht viel Schlaf. Wir haben gestern noch bis drei Uhr zusammengesessen und haben heute morgen gegen sieben mit meinen Eltern gefrühstückt. Heute ist eigentlich ganz gut drauf. Es hat Spaß gemacht mit ihr durch die Stadt zu bummeln. Gestern war sie aber schon ganz schön durcheinander. Sehr sprunghaft mit ihren Emotionen.“
„Ok. Hast du schon was bemerkt, dass sich ihr Zustand ändern könnte?“
„Was weiß ich. Woran erkennt man sowas? Sie ist deine Schwester, Mann! Ich sollte echt nicht hier sein. So gut kenne ich sie doch überhaupt nicht.“
„Du bist jetzt aber da. Du bist im Moment der Einzige. Ich kann hier nicht weg. Nicht wo die Schule wieder angefangen hat. Meine Eltern würden ausrasten. Ich versuche am Freitag zu kommen, sofern es Rune ins Halbfinale schafft. Ansonsten würdet ihr sicherlich schon am Donnerstag hier sein. Versuche solange einfach sie zu beschäftigen und lass sie auf keinen Fall alleine!“
„Ich kann nicht rund um die Uhr bei ihr sein.“, setzte Morten an, ein wenig Panik in seiner Stimme. „Man, was mache ich denn, wenn sie zusammenbricht? Ich pack das nicht. Ich bin da der völlig Falsche!“
„Du musst das für mich tun, Morten. Für mich und deinen Bruder. Du weißt wie sehr er sie liebt.“
Morten wusste nicht, was er darauf erwidern sollte, deswegen schwieg er.
„Nur bis Freitag.“, versuchte sein Freund ihm Mut zu machen.
„Ok.“, murmelte Morten. „Ich sollte sie wohl nicht mehr so lange alleine bei den anderen lassen. Haben Spanier kennen gelernt. Die Paella sollte wohl auch fertig sein.“ Felix fragte nicht weiter nach, er bedankte sich und die beiden legten auf.
Als Morten die Küche wieder betrat, war die Paella bereits aufgetischt. Marco und Tessa unterhielten sich aufgeregt, lediglich Pau hatte ihn bemerkt. Hastig füllte er einen leeren Teller und reichte ihn Morten. Dankbar lächelnd nahm er ihn entgegen. Die Paella schmeckte wahnsinnig gut.

Noch am gleichen Abend entschieden sie ihre Jugend auszuleben. Da Pau und Marco nur wenig älter waren und sie sich gut miteinander verstanden, war es wie selbstverständlich, dass die beiden Spanier sie begleiteten. Die Spanier waren schon länger in Breslau und schienen schon etwas vertrauter mit der Stadt zu sein. Zunächst waren sie von Kneipe zu Kneipe gezogen, bis sie schließlich in einen Club gestrandet waren. Mit jeder Stunde die verstrich, desto betrunkener wurde Morten. Pau und er hatten sich angefreundet und neugierig jegliches unbekannte Getränk probiert. Zwar hatte Morten sich eigentlich zum Vorsatz gemacht nur Bier zu trinken, denn mit Bier konnte man nichts falsch machen, aber da dieses auch für Rumcola galt, war seine Entscheidung schnell gekippt. Schließlich hatte Pau ihn überredet mit ihm einen Shot zu trinken. Aus einem wurden bald mehre und Morten vergaß alle guten Vorsätze. Er fand Gefallen an dem trinkfesten Spanier und fühlte sich federleicht und einfach nur glücklich.
„Noch ein Pau?“, fragte er und vergaß völlig ins Englische zu wechseln. Ohne die Antwort abzuwarten hatte Morten schon dem Kellner signalisiert, ihnen noch zwei weitere zu bringen. Als Pau ihn am Arm berührte und so seine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Morten sah wie Paus Lippen sich bewegten, aber kein Ton drang zu ihm herüber. „Ich verstehe dich nicht!“, schrie Morten über den Lärm hinweg und deutete auf sein Ohr. Pau nickte, führte zwei Finger an den Mund und deutete anschließend auf die Tür.
„Frische Luft wäre gut.“, stimmte Morten ihm zu, bezahlte den Barkeeper, nahm ihre Getränke und folgte Pau zu Tür.
Draußen angekommen zündete Pau sich eine Zigarette an und lehnte sich gegen die Hauswand. Dankend nahm er Morten die Mische ab. „Ihr seid cool.“, sagte Pau plötzlich.
Perplex blickte Morten ihn an, nicht sicher ob sein Verstand ihn einen Streich spielte. „Du sprichst Deutsch!“, bemerkte er schockiert lachend und deutete mit dem Finger auf seinen neuen Freund.
„Ich studiere Sprache. Hatte Deutsch in der Schule. In März mache ich mein zweites Erasmus Jahr in Deutschland.“, erklärte Pau ruhig.
„Spricht Marco auch Deutsch?“, fragte Morten immer noch belustigt. Pau schüttelte den Kopf.
„Nein. Aber du solltest auf dein Mädchen aufpassen. Für manche Dinge braucht man nicht gleich sprechen.“
„Sie ist nicht mein Mädchen.“, lachte Morten und nahm ein Schluck von seinem Getränk. Pau hob ungläubig die Augenbrauen. „Sie ist irgendwie das Mädchen von meinem Bruder.“, versuchte der junge Kieler zu erklären.
„Ach, von dem Handballer?“
„Irgendwie schon.“
„Dann solltest du extra aufpassen. Marco ist sehr charmant zu wunderhübschen Mädchen. Und sie ist sehr hübsch.“ Überrascht blinzelte Morten ihn an. Pau fand Tessa hübsch? Sie war vielleicht ganz niedlich mit ihren Grübchen und den dunkeln Augen. Sie hatte einen schlanken, aber auch sehr fraulichen Körper, dennoch hatte Morten Tessa nie als Hübsch bezeichnet. Vielleicht lag es daran, dass er mit ihr Groß geworden und sie für ihn eine Art Schwester war, oder aber der Gedanke, dass sie schon immer zu seinem Bruder gehört hatte, unabhängig in welche Beziehung die beiden auch immer stecken sollten.
„Dann sollte ich wohl mal nach ihr schauen.“, bemerkte Morten und ließ Pau alleine draußen zurück.

Er brauchte nicht lange um Tessa zu finden. Eng umschlungen tanzte sie mit Marco auf einen der Vorsprünge, eine kleine Erhebung am Rande der Treppen, die zur abgesenkten Tanzfläche führten. Auf den ersten Blick wirkte die beiden tanzenden, wie ein betrunkenes Pärchen, das kurz davor war sich zu verschlingen. Aber beim längeren Betrachten erkannte Morten die gezielten Bewegungen eines Tanzes. Tessas Bewegungen waren kontrolliert und sie schien sich jeder Bewegung sicher zu sein. Auch Marco schien zu wissen was er da tat. Während sie so umeinander und miteinander herumwirbelten, konnte Morten nicht umhin sie weiter anzustarren. Was auch immer die beiden da machten, es schrie förmlich nach Sex. Die Erregung war nahe zu greifbar. Hastig riss sich Morton los und drängelte sich zu den beiden durch. Kurzerhand ging er zwischen die beiden, erwischte Tessa am Arm und wirbelte sie zu sich.
„Morten?“, keuchte Tessa überrascht und riss die Augen auf. Sie hatte die ganze Zeit über mit geschlossenen Augen getanzt.
„Hey.“, lächelte er und hob sie hoch. „Wir gehen jetzt nach Hause.“
„Schon?“, fragte sie träge.
„Wir wollen morgen doch noch ein Paar Zwerge finden.“, erklärte er ihr lächelnd und trug sie auf Händen zur Garderobe.
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