Die Zukunft liegt in der Vergangenheit

GeschichteAbenteuer, Sci-Fi / P16
18.02.2016
06.11.2016
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Noch was vorweg… scheut euch nicht auch zu einer bereits abgeschlossenen Story einen Kommentar zu schreiben, vielleicht eine Zusammenfassung, wie sie euch gefallen hat. Auch darüber würden wir uns sehr freuen!!

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Die letzten vertrauten Klänge der Tardis waren verstummt und die blaue Silhouette verblasst. Nun stand John zusammen mit Rose und Jackie irgendwo in Norwegen eines Paralleluniversums.  Jackie rief Pete an und der versprach in kürze einen Zeppelin vorbei zu schicken um die Drei abzuholen. Die Wellen rollten sanft ans Ufer, die Sonnenstrahlen zersprangen auf dem Wasser in unzählige kleine Funken und sie hätten nur warten müssen. Aber er konnte nicht einfach so da stehen und warten. Diese Anomalie in den Felsen, sie fiel ihm eben auf und seine Neugier sagte, 'geh doch hin und sieh nach...'

Wenn dieser menschliche Time Lord nur gewartet hätte, doch seine Neugier war stärker. Er war sich sicher, sie würde ihn noch irgendwann umbringen. Diese Anomalie, woher sie immer auch kam, war ein pulsierendes Loch im Raum-Zeitgefüge. Spätestens als er dieses Raum-Zeit-Phänomen erkannte, hätte er auf und davon laufen müssen. Aber es hatte etwas magisch anziehendes und der Drang immer näher ran zugehen, wurde stärker und stärker, bis, ja bis er nicht mehr davon los kam. Rose, die John gefolgt war, konnte ihm nicht mehr helfen und er verschwand durch Raum und Zeit in die Dunkelheit...
Die Verzerrung im temporalen Gefüge entließ den jungen Mann in einer scheinbar endlosen Schwärze einer Höhle, oder einer anderen unterirdischen Hohlkammer.

Die Luft war schwer und feucht. Eine undurchdringliche Dunkelheit lag wie Blei in diesem Raum und es war definitiv keine Höhle. Der Boden, auf dem John landete wurde von Menschen gemacht. Blitzschnell richtete er sich auf, denn am Boden war die Luft nicht nur schwer, sie war lebensfeindlich.
'Verdammt noch mal, Kohlendioxid, und das nicht zu knapp! Ich muss hier schleunigst raus!'
Hastig griff er nach seinem Sonic Screwdriver. Das kräftige blaue Licht erhellte einen Raum, der einem die Nackenhaare zu Berge stehen ließ.

An der ehemals weißen Wand waren schmutzig braune Rinnen vom Kondenswasser zu erkennen. Die Einrichtung war schon lange dem Verfall preisgegeben und nur zögerlich gab das Gewölbe ein Geheimnis nach dem anderen preis. Was einerseits der Tatsache geschultert war, dass der äußerst junge Mann sich nur sehr langsam fortbewegen konnte, um das am Boden befindliche Gas nicht aufzuwirbeln. Andererseits aber war diese Finsternis, die das Licht nur so aufzusaugen schien.
„Wenn ich nur wüsste, wo ich hier bin...“
Zumindest war es ein Raum ohne Frischluftzufuhr soviel stand fest, auch musste er tief in einem Berg oder in der Erde stecken, denn es herrschte eine Temperatur um die acht bis zehn Grad. Es fröstelte ihn schon, war er ja nur mit einem leichten, nicht sehr wärmenden, blauen Anzug bekleidet.

Wie froh John nun war, den Screwdriver eingesteckt zu haben, er konnte den jetzt gut gebrauchen und die Tardis des Time Lords war jeder Zeit in der Lage einen neuen herzustellen. Mittlerweile fiel ihm das Atmen schwerer. Bis jetzt zeigte auch sein zuverlässiges Allzweckwerkzeug keine brauchbaren Daten an, kein Ausgang , kein weiterer Hohlraum, es bot sich keine Möglichkeit diesen unheimlichen Raum zu verlassen. Ein hässliches knirschendes Geräusch lies ihn nach unten blicken. Zuerst vermutete er einen alten morschen Ast, auf den er getreten war, aber es bot sich der Anblick eines mumifizierten menschlichen Arms. Erschrockenen sprang John zurück, was eine erhebliche Menge an Kohlendioxid aufwirbelte. Für einen kurzen Moment musste er sich an einem verrosteten Gestänge festhalte, denn es drohten ihm die Beine zu versagen. Als er den Boden genauer absuchte, erblickte der junge Mann einen, nur noch mit braun gegerbter Haut überzogenen, menschlichen Schädel.
„Es tut mir leid mein Freund, ich komme wohl ein bisschen zu spät.“

Beim genaueren Betrachten erkannte er, dass sein `Freund´ in einer Uniform steckte und eine Waffe bei sich trug, was John gedanklich dazu veranlasste das Wort Freund zurückzunehmen. Mit Vorsicht stieg er über ihn hinweg.
Endlich ein Hoffnungsschimmer, eine, wenn auch sehr schwache, Energiequelle. Sie äußerte sich in Form einem vor sich hin blinkendem Lämpchen, das am Rand einer langen Konsole angebracht war. Das war das Kontrolllämpchen eines internen Stromgenerators, der aus irgend einem Grund nicht mehr hochgefahren wurde. Ohne nachzudenken drückte der menschliche Timelord den Knopf.
Ein paar der Leuchtmittel waren noch in Takt und erhellten den Raum. Die anfängliche Freude darüber hielt nur kurz an, denn noch vier weitere Menschen mussten in diesem unterirdischem Gefängnis ihr Leben lassen. Jetzt beschlich ihm ein bisschen Panik, aber noch blieb er ruhig. Eines der menschlichen Wesen saß vor einem Funkgerät und hatte vor langer Zeit versucht, irgendwen von Außerhalb zu erreichen. Die letzte Nachricht wurde aufgezeichnet und war noch zu lesen:

Vergesst endlich die Vorschriften und holt uns hier raus.
Wir werden alle drauf gehen!
Verdammt noch mal, seid ihr noch da?
Da steigt etwas Lebendiges aus den unteren Stollen hoch.
Der Schacht ist vollkommen blockiert.
Captain Anderson ist schon tot.
                                                                                                                                                          BITTE KOMMT!


Auf diese Nachricht gab es niemals eine Rückmeldung, man hat diese fünf Personen krepieren lassen. „`Etwas Lebendiges´. Wie schön, dann bin ich wenigstens nicht allein. Darauf könnt ich aber verzichten.“ Unzählige Stimmen drangen plötzlich an sein Ohr und wiederholten stetig fünf Namen. Die Namen der toten Soldaten. Es war also nicht das Gas, das diese Menschen hier auf dem Gewissen hatte. Es war Mord. Das Crescendo der Stimmen wurde unerträglich und endeten schließlich mit einem einzigen Namen: "John Smith"  Wie ein Paukenschlag hallte er nach und verfehlte seine Wirkung nicht.
„Oh nein! Mich bekommt ihr nicht!“ Eben dieser John Smith versuchte selbstbewusst zu wirken, aber ein leichtes Zittern schwang in seiner Stimme mit. Er wusste nicht, mit welchem Gegner er es zu tun hatte.
Es blieb jedoch keine Zeit darüber zu grübeln, denn ein immer stärker werdendes Beben ließ den Boden erzittern. Turbinen! Lüftungsturbinen!  „Das soll wohl ein schlechter Witz sein!“ In Windeseile huschten seine dürren Finger über die Konsole und drückten die richtigen Schalter. Gestoppt! Aber die Luft war bereits in Bewegung und ein leichter Hauch war schon zu spüren.
„Das ist kein Witz.“
Das Kohlendioxid zeigte bereits Wirkungen. Johns Reaktionsfähigkeit verlangsamte sich, ebenso war seine Wahrnehmung beeinträchtigt.
„Jetzt wird es aber eng!“
Immer noch beeindruckend schnell suchte er mit seinen Augen das gesamte Gewölbe ab, um irgendetwas, das seine Situation verbessern könnte, zu finden. Der eine Gedanke durchzuckte seinen Kopf. In der Falle! Genau, wie diese armen Teufel hier.
„Don´t fear the reaper*, John Smith!“ Wiederholten die Stimmen immer wieder und die Turbinen starteten erneut.
Wie zum Spott blinkte eine digitale Uhr vor sich hin, wollte sie ihm die Zeit, die er noch hatte, vor Augen halten? Die Luft mischte sich weiter und wurde dünner und dünner. Die Uhr!  Um dorthin zu gelangen musste er den toten Funker zu Boden werfen, unter anderen Umständen hätte er „Sorry!“ gesagt. Aber jetzt musste jeder Tropfen Sauerstoff gespart werden.
Allein schaffe ich das nicht, ich muss... Es schwanden die Kräfte. Die Augen versagten den Dienst. ...ich muss die exakte Zeit speich...
Mit den Sonic in der Hand nahm er die notwendigen Daten auf. Dass er sich an der rechten Hand verletzte störte ihn nicht weiter. Alles so schnell... Mein Leben... Ich bin doch noch nicht ... lange...
John Smith war menschlich, keine Anzeichen einer Regeneration, kein Licht, kein Funke. In seiner Erinnerung hatte er doch schon öfters den Tod erlebt und ihn immer wieder überlistet. Diesmal jedoch nicht, ein so kurzes Leben nur um des Sterbens Willen. Fest umklammerte er den Sonic Screwdriver, der letzte Strohhalm. Mit beiden Beinen stemmte er sich gegen das unvermeidliche zu Boden Gleiten. Sein Gehirn spielte ihm einen Streich nach dem anderen. Illusionen, die einem das Sterben leichter gestalten. Vertraute Gesichter huschten vorbei. Jack und Martha, Mickey und Sarah-Jane und nicht zu Letzt Rose.
'Es tut mir leid, Rose! Ich hätte bei euch bleiben sollen...ich hätte...Rose...'

Sie stand dort am Strand in Norwegen und lächelte nur. Er hingegen streckte ihr seine rechte Hand hin. Der Sonic fiel ihm aus der verletzten Hand und dieser einsame Mensch begann zu lachen. Er lachte auch noch, als er noch eine Gestalt sah und dabei unvermittelt an eine Katze denken musste. Schrödingers Katze?
Und es wurde dunkel...
                                                     
                                                                                                                                                                                                                                                                                           *Don´t fear the reaper by Blue Öyster Cult
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