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Ein falscher Mord

von Luischen
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / Gen
18.02.2016
08.03.2016
11
13.404
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23.02.2016 1.362
 
Ich spürte eine Hand an meinem Hals. „Sie hat einen Puls.“, sagte eine fremde männliche Stimme. Langsam öffnete ich die Augen. Ich sah hoch. Über mir standen zwei Männer und sahen mich besorgt an. „Wir haben gesehen, wie dich Jemand erwürgen wollte, wir haben schon die Polizei und den Krankenwagen gerufen.“, informierte mich einer der Männer, während der andere mir half mich aufzusetzen.
„Das ist Max und ich bin Frederick.“, stellte sich derjenige vor, gegen den ich nun lehnte. Er hatte sich neben mich gesetzt und stützte mich, während der andere Ausschau nach Krankenwagen und Polizei hielt. „Luisa.“, versuchte ich hervor zu pressen, doch ich bekam kaum mehr als ein Krächzen heraus. „Ich weiß. Dein Gesicht ist ja fast täglich in der Zeitung.“, sagte er und ich nickte traurig. „Ich glaube auch, dass er es nicht war, warum sollte er seine eigenen Angestellte töten, in seiner Küche liegen lassen? Das der Verdacht da gleich auf ihn fällt, ist doch wohl klar. Ich sah ihn dankbar an. Es tat gut so etwas zu hören.
Die Sirenen kamen an und die beiden Männer wurden befragt, während man mich in den Krankenwagen brachte. Die Sanitäter begannen gleich mich zu untersuchen. Sie maßen die Gaswerte in meinem Blut, machten einen Ultraschall von meinem Kehlkopf, maßen meinen Blutdruck, und und und. Ich ließ alles über mich ergehen, bis die Polizisten in den Krankenwagen kamen. „Frau Kleine?“, fragte einer der Polizisten. Er setze sich mir gegenüber hin. „Dürfen wir ihnen ein paar Fragen stellen?“, ich nickte langsam. „Konnten sie ihren Angreifer erkennen?“, ich schüttelte den Kopf „Er trug eine Skimaske.“, drückte ich hervor. „Wie groß war er denn ungefähr?“ „Um die 1,80 würde ich schätzen.“ „Konnten sie sonst noch etwas erkennen? Hat er geredet?“, ich schüttelte den Kopf. „Ihr Auto ist vor Kurzem explodiert und sie haben auf dem Revier einen Brief vorgezeigt, nicht wahr?“, ich nickte „Haben sie seitdem weitere Briefe erhalten?“, wieder nickte ich „Nach dem heutigen Vorfall, werden wir der Sache noch einmal nachgehen. Bringen sie doch bitte bis morgen die Briefe auf der Wache vorbei.“, ich nickte. „Das wäre es erst einmal. Sollten sie sich doch noch an etwas erinnern, rufen sie einfach an.“, er gab mir eine Karte in die zitternde Hand. Wenigstens glaubten sie mir jetzt.

Nils kam völlig entsetzt auf dem Parkplatz des Gefängnisses an. Ich hatte keine schlimmeren Verletzungen und musste nicht mit ins Krankenhaus, doch selber fahren traute ich mir nicht mehr zu. Frederick und Max hatten mit mir gewartet, bis Nils mit einem Taxi vorgefahren kam. „Gott Luisa!“, sagte er völlig aufgelöst und zog mich in seine Arme „Danke Jungs! Danke. Ihr habt ihr vermutlich das Leben gerettet und danke fürs hier warten.“, sagte er, während er mich nur festhielt. Ich war so froh, dass er jetzt hier war. Bei Nils fühlte ich mich wenigstens ein bisschen sicherer. „Kein Problem. Wir hoffen nur, dass der Alptraum für dich bald aufhört.“, sagte Frederick und strich mir kurz über den Rücken. „Aber die Polizei wird wen auch immer das war, sicher bekommen.“, sagte Max und lächelte mich an.
Wir fuhren zurück zur Wohnung. Ich war einfach nur fertig. Müde schloss ich die Augen, als ich plötzlich einen Knall an meiner Seite spürte. Es ging alles so schnell. Nils schrie, ich riss die Augen auf. Wir flogen durch die Luft und blieben auf dem Dach liegen. Das andere Auto fuhr mit quietschenden Reifen davon. Sofort waren Helfer am Auto und zogen uns heraus. Ich begann zu weinen. Ich war mir fast sicher, dass ich nicht verletzt war, doch ich war am Ende. Jemand wollte mich tot sehen und zwar unbedingt.
Man setzte mich auf und sah mich besorgt an, doch ich ließ mich nicht unten halten. Ich drückte mich hoch. „Nils!“, rief ich mit kläglicher Stimme und hörte gleich seine Antwort. Es war ein ziemliches Chaos auf der Kreuzung. „Geht es dir gut Kleines?“, fragte er besorgt, nahm mein Gesicht in seine Hände. Ich sah ihn an. Seine Stirn blutete ein wenig. „Ja, aber du blutest.“, antwortete ich. Er zog mich an seine Brust „Es tut mir so leid. Du solltest nicht mehr hier sein Nils. Ich bringe dich nur in Gefahr.“, begann ich zu schluchzen. „Hör auf.“, sagte er ruhig „Ich habe dir versprochen bei dir zu bleiben, das war meine eigene Wahl und ich lasse dich jetzt sicher nicht im Stich. Aber du hast Recht, wir sind hier beide in Gefahr. Wir verschwinden hier. Heute noch. Wir fahren nach Hamburg. Du kannst den Laden auch von dort schmeißen. Du hast hier noch ein paar Leute auf die du dich verlassen kannst, spann sie mit ein, schick ihnen Mails, Whatsapp-Nachrichten. Aber wir müssen hier weg. Ich will dich nicht in der Leichenhalle identifizieren müssen.“.

Nils hatte Recht. Wir packten in meiner Wohnung nur das Nötigste und ich rief ein paar Leute an. Wir brachten die Drohbriefe noch zur Polizei, bevor wir uns mit einem gemieteten Auto auf den Weg nach Hamburg machten. Ich war völlig am Ende und auch Nils steckte die Sache mit dem Autounfall in den Knochen. „Wir sollten die Nacht in einem Hotel verbringen.“, sagte Nils nach einer Weile auf der Autobahn. „Ich bin ziemlich am Ende und du brauchst auch ein bisschen Schlaf.“, sagte er. Ich nahm kurz seine Hand „Danke dass du bei mir bist.“, sagte ich und sah ihn an. Er war seit Andis Verurteilung an meiner Seite gewesen und hatte so sehr auf mich aufgepasst. Ohne Nils wäre ich längst zusammen gebrochen. Ich hätte diesem Druck nicht stand gehalten. Er aber schaffte es  mich aufrecht zu halten.
„Luisa, dafür musst du mir nicht danken. Ich bin gerne für dich da.“ „Das weiß ich, doch ich verstehe nicht warum.“, meine Stimme war leise, denn ich hatte in letzter Zeit ziemlich viel darüber nachgedacht. Er hatte sein Privatleben in Hamburg schleifen lassen um mir beizustehen. „Weil du mir nicht egal bist und Andi auch nicht. Er ist einer meiner besten Freunde und du, du bist was Besonderes. Ich will nicht, dass das Jemand kaputt macht.“, antwortete er. Manchmal war ich von Nils einfach nur fasziniert. Er hatte eine Art mich zu sehen, wie es sonst Niemand tat und er schaffte es, dass ich mich selbst jetzt gut fühlte.
Wir fuhren am nächsten Raststättenhotel ran und nahmen uns ein Zimmer. Ich war einfach nur erleichtert, als wir endlich das Zimmer erreicht hatten. Ich war schrecklich müde. Im Bad zog ich mich um und ging zurück zu Nils, der sich schon in das Bett gelegt hatte. Er hob die Decke an und lächelte. Müde ließ ich mich neben ihn fallen. Sofort schlang er seine Arme um mich und zog mich an seine Brust. Ich sah zu ihm auf. „Danke Nils. Danke für alles was du für mich tust.“, flüsterte ich und streckte mich ein wenig um ihm einen Kuss auf die Wange zu geben. Er lächelte „Ich würde für dich fast alles tun.“, antwortete er.
Er war mir so nah. Vermutlich waren wir einander in letzter Zeit öfter so nah gewesen, doch es war mir bisher nie so aufgefallen. Jetzt jedoch machte sich mein Herz durch schnelleres Schlagen bemerkbar. Ich sah für einen Moment auf Nils Lippen. Wie weich und anziehen sie aussahen. „Ich weiß das zu schätzen und ich würde für dich auch durchs Feuer gehen.“, murmelte ich, während er mich noch ein Stück an sich heran zog. Zwischen uns war nicht einmal mehr Platz für ein Stück Papier. Er löste seine linke Hand von meiner Hüfte und griff damit in meine Haare. „Andi kann sich glücklich schätzen, Jemanden wie dich hinter sich zu wissen.“ „Und ich habe dich hinter mir.“, flüsterte ich.
Nils zog mein Gesicht näher zu Seinem. Zwischen unseren Lippen waren nur noch Zentimeter. Mein Herz raste, vermutlich spürte er es auch. Ich nahm nur noch ihn und seinen warmen Atem auf meinem Gesicht wahr und dieses wahnsinnige Knistern zwischen uns. „Darf ich dich küssen?“, fragte er schon beinahe unsicher. Ich nickte langsam. Seine Lippen senkten sich auf Meine. Erst war es nur ein vorsichtiger Kuss, doch kaum dass er merkte, dass ich auf ihn einging, begann er mich leidenschaftlicher zu küssen und ich wollte mich nicht dagegen wehren.
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