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Ein falscher Mord

von Luischen
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / Gen
18.02.2016
08.03.2016
11
13.404
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08.03.2016 1.343
 
Ich stand in dem Hotel in Hamburg und betrachtete mich im Spiegel. So schlecht sah ich gar nicht aus. Sogar ein Lächeln zierte meine Lippen. Nils und ich hatten uns ausgesprochen. Es war wohl von uns Beiden ein wenig überstürzt gewesen. Ja da waren starke Gefühle füreinander vorhanden, aber doch eben eher auf der freundschaftlichen Ebene. Ich hatte Julia kennengelernt und sie war wundervoll, sie passte hervorragend zu Nils und ich war froh, dass er eine so nette Freundin gefunden hatte. Ich freute mich nun wirklich auf die Hochzeit und vor allem auf die Party danach. Nils wollte mich einem seiner Freunde vorstellen. Er hatte versprochen, dass er sogar aus München kam. Vielleicht würde ich nun ja doch mein eigenes Glück finden.

Meine Haare hatte ich zu einem geflochtenen Zopf über meine Schulter gebunden, dezentes Make-up aufgetragen, nur meine Lippen hatte ich betont. Ich trug ein hellrosanes Kleid und gefiel mir wirklich gut. Ich hatte mich lange nicht mehr so herausgeputzt.
Die Trauung war wunderschön gewesen, ich hatte eine Menge geweint. Nils war so unglaublich glücklich. Ich hatte zwischen Fo und Ole gesessen, die in einer Tour Witze darüber gerissen hatten, dass ich geweint hatte, hatten aber am Ende selbst ein Tränchen vergießen müssen. Jetzt jedoch stand ich an der Theke und beobachtete, wie sie mit ihren Frauen über die Tanzfläche schwebten. Ich lächelte während ich an meinem Sektglas nippte. Es war eine so schöne Feier. Alle waren gut gelaunt und ich hatte das Gefühl seit einer ewig langen Zeit auch wieder glücklich zu sein.
Nils und Julia standen neben mir und wir lachten. Mittlerweile war schon eine gute Menge Alkohol geflossen. Ole und Fo hatten ihre Frauen am Tisch geparkt und tanzten nun miteinander. Allerdings konnten sie sich nicht entscheiden wer den männlichen und wer den weiblichen Part tanzen sollte, so dass ein heilloses Chaos entstand. Ich konnte mich vor Lachen kaum noch halten. „Es tut gut dich so glücklich zu sehen.“, sagte Nils und lächelte mich an „Oh Gott wer könnte bei dem Anblick nicht lachen?“, fragte ich und krümmte mich vor Lachen, während Fo und Ole so ziemlich alle anderen Tänzer anrempelten. „Stimmt schon.“, lachte Nils und drückte mir den nächsten Cocktail in die Hand. „Willst du mich abfüllen?“, fragte ich und nahm einen tiefen Schluck. „Ich glaube das schaffst du ganz gut alleine.“, lachte er.

Draußen an der kalten Luft wurde mir erst bewusst wie viel ich getrunken hatte. Immer noch kicherte ich über den Tanzauftritt von Fo und Ole. Ich fröstelte ein Wenig, war ich doch nur in meinem Kleid rausgegangen, doch die kalte Luft auf meiner Haut tat mir gut. Ich genoss einfach nur den Ausblick, als plötzlich eine Jacke über meine Schultern gelegt wurde. Sofort erkannte ich Andis Geruch. Ich blickte ihn an. „Was machst du hier draußen? Solltest du nicht bei Lana sein?“, er schüttelte nur langsam den Kopf und trat einen Schritt näher an mich heran.
„Du fehlst mir.“, sagte er, ich sah traurig zurück „Du mir auch.“ „Ich will nicht, dass wir uns noch weiter aus dem Weg gehen.“, sagte er und sah mich an, während er sanft meine Hand in Seine nahm. „Du siehst wirklich hübsch aus.“, lächelte er. „Dir steht das Hemd aber auch gut.“, lachte ich. Andi war eigentlich nicht der Hemden-Typ. Er trug viel lieber Pullis und Shirts, aber das Hemd stand ihm wirklich gut. „Ich gefalle dir ihm Pulli doch viel besser.“, lachte er „Naja eigentlich gefällst du mir ganz ohne Klamotten am Besten.“, antwortete ich kess und streckte ihm die Zunge raus. „Oh man, das hat mir gefehlt.“, sagte er „Mir auch.“, gab ich zu. Andi zog mich ein wenig näher. „Möchtest du tanzen?“ „Na wenn es nicht so aussieht wie bei Fo und Ole.“, Andi begann zu lachen, während er mich in seine Arme, an seine Brust zog.
Langsam wogen wir uns zu der Musik die gedämpft durch die Scheiben nach draußen drang. Er schob mich sanft über die kleine Terrasse. Es war ein gutes Gefühl, fast wieder wie früher. Ich lehnte meinen Kopf gegen seine Brust, als die Terrassentür aufflog. „ANDI! Was soll das?“, ich wurde von Andi weggerissen. „Wie kannst du es wagen meinen Freund anzufassen?“, fauchte sie mich an. Sie packte meine Haare und begann daran zu ziehen. „Lana hör auf damit!“ „Stellst du dich etwa auf ihre Seite?“ „Ich würde immer auf ihrer Seite stehen.“, sagte Andi und sah Lana an, die nun völlig durch die Decke ging. Andi zog mich hinter sich. „Wie kannst du mir das antun? Ich dachte du liebst mich und hast mit ihr abgeschlossen!“, Andi war einen Moment lang still, dann drehte er sich zu mir um.
„Ich habe nie mit dir abgeschlossen.“, sagte er und wurde ernst, bevor er sich wieder umdrehte „Es tut mir leid Lana, aber ich werde mit Luisa nie abschließen können. Sie ist schon so lange ein wichtiger Teil meines Lebens, dass ich sie einfach nicht gehen lassen kann. Luisa gehört zu mir, wie mein Laden, wie München. Es tut mir leid Lana, aber ich glaube wir sollten uns trennen.“ „Das wirst du bereuen.“, schrie sie „Nein, nicht schon wieder.“, sagte ich und Andi begann erleichtert zu lachen, während Lana davon lief. „Kann ich heute Nacht bei dir pennen?“, fragte er und drehte sich wieder zu mir um. „Du kriegst die Couch.“, lachte ich, bevor ich wieder in seine Arme gezogen wurde. „Und neben dir im Bett ist wirklich kein Platz?“, schmollte er gespielt „Gib dich mit der Couch zufrieden, ich hätte dir auch den Boden anbieten können.“.
Nils konnte sich das überbreite Grinsen nicht verkneifen, als er auf die Terrasse trat. „Und ich wollte dich doch meinem Kumpel aus München vorstellen.“, sagte er und zog mich kurz in seine Arme. „Aber das können wir ja noch nachholen.“, er grinste mich an und zog mich mit nach drinnen. Er zog mich einmal über die Tanzfläche und dann wieder nach draußen. „Hey Andi, ich will dir eine Freundin von mir vorstellen. Sie ist eine wunderbare Frau. Andi, das ist Luisa. Luisa Andi.“, lachte Nils und ich schlug ihm sanft auf den Oberarm „Du wolltest mich nicht wirklich Andi vorstellen?“ „Doch. Ich wollte dass ihr wenigstens wieder Freunde sein könnt. Aber das habt ihr ja doch ganz gut selbst hinbekommen.“.
Andi lächelte als wir aus dem Taxi ausstiegen. Er hielt meine Hand fest in Seiner. „Du musst mir was versprechen.“, bat er und sah mich an „Was denn?“ „Uns darf Nichts wieder trennen ok? Ich will dich nicht nochmal verlieren. Versprich es mir.“ „Ich verspreche es dir. Ich weiß zwar nicht ob es wieder so wird wie früher, aber nichts wird uns wieder trennen.“, er lächelte, bevor er mich mit ins Hotel zog. Wir machten einen kurzen Abstecher an seinem Zimmer vorbei. Seine Sachen lagen vor der Tür. Er konnte immerhin von Glück reden, dass sie ihm seine Sachen draußen hingelegt hatte. Wir nahmen alles mit in mein Zimmer. „Das Sofa kann man glaube ich ausklappen.“, sagte ich mit einem frechen Grinsen. „Meinst du das ernst?“, fragte er und zog mich zu sich.

Er beugte sich zu mir herunter um mich zu küssen, doch ich hielt eine Hand vor seine Lippen. „Darf ich dich nicht küssen?“ „Noch nicht.“ „Aber ich werde dich wieder küssen dürfen?“ „Vielleicht.“, ich lächelte und gab ihm einen Kuss auf die Wange. „Du bist so gemein.“, lachte er und legte sich auf das Sofa „Aber was tut man nicht alles für schöne Frauen?“, ich kicherte.
Nach einer Weile war es still im Zimmer, schlafen konnte ich aber nicht. Andis Geruch lag so deutlich in der Luft, aber seine Wärme fehlte mir. „Andi?“ „Hm?“, brummte er aus dem Halbschlaf „Kommst du zu mir ins Bett?“, ich konnte kaum so schnell gucken, wie er sich neben mir in das Bett warf. „Bilde dir nichts darauf ein. Mir ist kalt, deshalb darfst du neben mir schlafen.“ „Das hätte ich jetzt auch gesagt.“, lachte er und zog mich in seine Arme. Ich legte meinen Kopf gegen seine Brust „Ehrlich.“, schmollte ich und er lachte „Schon gut. Soll mir nur Recht sein.“
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