Was, wenn ich einen anderen liebe?

GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P16
Alison DiLaurentis Aria Montgomery Jason DiLaurentis OC (Own Character)
17.02.2016
11.09.2016
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Aria klingelte bereits zum dritten Mal an Alisons Haustür. Sie musste unbedingt mit ihrer Freundin reden, denn sie war die Einzige, die über die Sache mit ihrem Vater Bescheid wusste. Er hatte wieder heimlich etwas mit Meredith angefangen, obwohl er und Ella wieder zusammen wohnten und alles bisher vergessen zu haben schienen. Allerdings wusste Byron Montgomery  diesmal nicht, dass seine Tochter ihn wieder erwischt hatte. Aria fuhr zusammen, als die Haustür plötzlich aufschwang und Jason DiLaurentis sie ansah. "Hi.", grüßte Aria ihn. Er nickte nur kurz und ließ sie dann eintreten. "Willst du zu Ali?", fragte er nachdem Aria die Tür hinter sich geschlossen hatte. "Ja, ist sie da?", fragte Aria.
"Nein, sie ist vor einer halben Stunde gegangen. Sie wollte sich mit irgendeinem Freund von ihr treffen. Keine Ahnung wann sie wiederkommt." Jason stemmte die Hände in die Hüfte und musterte Aria nachdenklich. Sie hatte keine Ahnung, wieso sie in seiner Gegenwart fast nie ein Wort rausbekam und ihn immer anstarrte wie ein Hund, dem das Essen vor die Nase gehalten wird. "Du kannst hier auf sie warten, ich fahre noch zum Basketball.", meinte Jason schließlich und lief die Treppe nach oben zu den Schlafzimmern, ohne eine Antwort von Aria abzuwarten. Diese setzte sich auf das Sofa im Wohnzimmer und zog ihr Handy aus der Tasche, um Alison anzurufen. Sie hatte gerade ihre Nummer gewählt, als die Tür erneut aufflog und Ali hereingestürmt kam. "Hi!", rief sie lautstark durch das ganze Haus und schwang vergnügt ihre Einkaufsbeutel durch die Luft. Mit einem gezielten Tritt nach hinten ließ Alison die Tür wieder ins Schloss knallen. Als sie Aria bemerkte, rannte sie, so gut es auf ihren Highheels ging, durch das Zimmer zu ihr. "Entschuldige, ich war gerade in Shoppinglaune. Grüß dich, Schätzchen.", rief sie und zog ihre Freundin in eine stürmige Umarmung. "Soll ich dir zeigen, was ich alles gekauft habe?"
Aria wollte Ali nur ungern unterbrechen, aber sie musste dringend mit ihr sprechen:
"Eigentlich wollte ich -"
"Ich bin dann mal weg, Ali. Warte nicht auf mich mit dem Essen. Mach's gut, Aria.", unterbrach sie Jason, der gerade die Treppe mitsamt seiner Sporttasche herunter gestürzt kam. Aria lächelte kurz zum Abschied und Jason verließ das Haus.
"Das heißt dann wohl sturmfrei!", sagte Ali und ließ sich schwungvoll neben Aria auf das Sofa fallen. "Also was gibt's?", wollte sie wissen.
Aria war sich nicht sicher, wo sie anfangen sollte. Es war alles so kompliziert und ihre Gefühle spielten verrückt. Wut vermischte sich mit Trauer und ihr war jeden Moment zum Heulen zumute.
"Es fällt mir so schwer zu Hause zu sein. Jeden Morgen mit meinem Vater an einem Tisch zu setzen, der heile Welt mit meiner Mom spielt. Und wie glücklich sie mit ihm ist, obwohl er sie wieder mit Meredith betrügt...", erzählte Aria, als ihr die Tränen über die Wangen rollten. Alison rückte ein wenig näher an sie heran und tätschelte ihr liebevoll den Rücken.
"Sag es ihr. Deine Mutter hat die Wahrheit verdient. Sie sollte nicht mit einem Mann wie deinem Vater zusammen sein, wenn er sie schon wieder hintergeht. Das hat sie nicht verdient. Und dein Vater hat die heile Welt nicht verdient.", meinte sie eisern.
"Aber dann würde ich meine Familie schon wieder zerstören...Und das will ich nicht."
"Süße, diese Familie hat dein Vater schon vor langer Zeit zerstört. Nicht du."

Den Rest des Nachmittages verbrachten Aria und Alison vor dem Fernseher mit zwei großen Schüsseln Eiscreme. Es fielen immer wieder ein paar Worte darüber, dass Aria Angst hatte, ihren Vater und ihre Mutter zur Rede zu stellen. Ali nahm sie daraufhin in den Arm und sprach ihr Mut zu. Trotzdem blieb sie bei ihrer Meinung. Die Sonne war draußen bereits untergegangen, als Aria auf ihr Handy sah. "Ich sollte nach Hause gehen, meine Mom macht sich bestimmt schon Sorgen.", sagte sie und packte ihren Kram zusammen.
"Aria, ich weiß, wie schwer das ist, okay? Aber auch wenn du deine Familie liebst, solltest du nicht vergessen, wie es für dich ist mit dieser Lüge zu leben.", mit diesen Worten umarmte Ali ihre Freundin und küsste sie kurz auf die Wange. "Bis dann."

Es war kühl geworden und Aria trug auf dem Heimweg nur ein Top und keine Jacke. Sie fröstelte und rieb sich mit den Händen die kalten Arme. Als sie hinter sich Motorgeräusche vernahm, drehte sie sich um und sah, wie ein Auto neben ihr am Straßenrand hielt. Erst als der Fahrer ausstieg, konnte sie erkennen, um wen es sich handelte. "Soll ich dich nach Hause fahren?", fragte Jason freundlich und lehnte sich gegen seinen Wagen. Aria musste lachen, denn er sah aus wie einer dieser typischen Frauenhelden aus den Filmen.
"Du wohnst doch in einer ganz anderen Richtung.", stellte sie fest. Jason zuckte unbeeindruckt mit den Schultern und kam auf die Beifahrerseite herüber. "Ist dir kalt?", fragte er als er sah, wie Aria sich die Arme rieb. Ohne eine Antwort abzuwarten, zog er seinen Pullover aus und reichte ihn Aria. Jason trug nun nur noch sein verschwitztes Sportshirt.
Dankbar nahm Aria den Pulli entgegen und streifte ihn über. Er roch gut. Nach Jason halt. Nach einem guten Parfum und ein wenig nach dem Haus seiner Familie.
"Jetzt steig schon ein.", sagte er lächelnd und hielt Aria die Tür auf. Nach kurzem Zögern stieg sie in den Wagen. Jason ließ sich einen Moment später neben ihr auf dem Fahrersitz nieder und startete den Motor. Es war nicht weit bis zu Aria nach Hause, was diese ein wenig bedauerte. Sie hätte noch ewig mit Jason durch die Gegend fahren können, hätte noch ewig an seinem Pullover riechen können.
"Geht es dir gut?", fragte er plötzlich, als er sie dabei ertappte wie sie ihn ansah. Aria wurde rot und stammelte einen Moment vor sich hin, bevor sie eine ordentliche Antwort parat hatte.
"Es ging mir schon einmal besser.", sagte sie betrübt.
"Was ist los? Familie?" Aria nickte. Es überraschte sie, dass Jason das auf Anhieb erraten hatte. Wahrscheinlich hatte er eine sehr gute Menschenkenntnis. So wie seine Schwester. So wie Ali. "Hey das wird schon wieder.", sagte Jason und schenkte ihr ein aufmunterntes Lächeln.
Der Wagen hielt und Jason und Aria stiegen gemeinsam vor dem Haus der Montgomerys aus.
"Danke. Für's Fahren... und Aufmuntern.", sagte Aria. Jason lehnte wieder am Auto und winkte nur ab. "Das ist doch kein Ding. Wenn du reden willst... Nicht nur Alison kann gut zuhören.", sagte er. Aria grinste breit. Er war so nett zu ihr und sah nebenbei wirklich unheimlich gut aus. Das löste etwas in ihr aus, auch wenn sie sich nicht sicher war, was genau. Aria winkte Jason noch zum Abschied, bevor dieser in sein Auto stieg und davon fuhr und sie ihr Haus betrat. Aria lehnte sich einen Moment gegen die Haustür. Da war etwas. Tief in ihr drinnen, das wusste, dass sie schon immer etwas für den Bruder ihrer besten Freundin übrig hatte. Gleichzeitig war Aria aber auch vollkommen bewusst, dass Jason vier Jahre älter war und das schlimmste von allem: er war Alison DiLaurentis' Bruder.
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