Dieses Leben ohne dich...

KurzgeschichteDrama, Schmerz/Trost / P16
16.02.2016
16.02.2016
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Dieses Kapitel
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Heute war wieder einmal so ein Tag, ein Tag wie jeder andere eigentlich auch, seitdem du von uns gegangen bist. Ich sitze hier nun gerade in deinem Appartment, im Schlafzimmer in deinem Bett. Es ist inzwischen dunkel geworden. Die Chefin hat mir erlaubt, dass ich für kurze Zeit in deinem Appartment wohnen darf, solange bis sie keinen Ersatz für Dich gefunden haben. Jeden Tag komme ich in dieses kleine Appartment und sehe Dich vor mir wie du für uns beide in deiner kleinen Küche etwas Feines kochst. Jeden Tag sehe ich dich an deinen Spielautomaten spielen, wie du dich ärgerst weil du ein Spiel verloren hast und dennoch nie aufgibst. Jeden Tag sehe ich dich auf deiner modernen Couch sitzen, mit einem betrunkenen dennoch gemütlichen Ausdruck in deinem Gesicht, der von Genuss nur so sprüht. Dieser Geruch der von deiner Person und deinem Alkohol ausgeht, wird hier wohl nie ganz raus gehen, egal welcher neuer Kollege sich hier nieder lassen wird.

Ich schreibe diesen Brief gerade von deinem Bett aus (...)
Ich musste grad lächeln, denn selbst nach den vielen Wäschen die dein knarzendes Bett aushalten musste, geht dein Geruch immer noch nicht raus. Noch nicht einmal aus deiner Bettwäsche. Und ich benutze schon ein ganz starkes Mittel von meiner Wohnung aus (...)

Vielleicht ist das aber auch nur eine meiner Wahnvorstellungen, denn ich vermisse Dich sehr.
Ich vermisse es, wie du mich jeden Tag angelächelt hast mit diesem strahlenden Blick. Wie du mich oft geärgert hast und dein Lachen wenn ich mich immer aufgeregt habe. Selbst mein altes Ich vermisse ich, denn mit dir zusammen fühlte ich mich gut und geborgen. Ich habe in der Zeit sogar ein paar Kilo zugenommen, denn ich habe es nicht ertragen können wie deine Lieblings Süßigkeit „Jelly Beans“, nicht von ihrem rechtmäßigen Besitzer verzehrt wurden..Also habe ich es mir angewöhnt. Ich hoffe das macht dir nichts aus.

Wahrscheinlich wärst du sauer auf mich, wenn ich dir jetzt erzähle, das ich über deinen Tod nie ganz hinwegkommen werde. Du würdest es nicht wollen, dass ich wegen dir trauere. Und doch kann ich nicht anders, bitte verzeih mir, doch es zerfrisst mich (...)

Ich muss dir noch etwas erzählen (...)
Leider hat mir von deinem Tod niemand etwas erzählt, er wurde mir verschwiegen..Sie wussten, was es mit mir tun würde. Doch nun ist es zu spät. Mein Kriminallkoeffizient hat sich enorm gesteigert nachdem ich von deinem Tod erfahren habe. Ich habe zwar mit dem Gedanken gespielt, meinen Posten als Inspektor freiwillig zu kündigen, doch etwas hat mir gesagt..Das ich dir das nicht antun darf (...) Jedoch ist es zu spät (...) Ich habe meinen Posten verloren und arbeite nun als Vollstrecker.

Es tut mir Leid, das ich dir nie von meinem Gefühlen erzählt habe. Ich dachte du würdest nur Freundschaft mit uns verbinden, doch Akane erzählte mir etwas anderes. Nun ist es aber zu spät. Ich werde mit diesen Gefühlen klar kommen müssen. Du wirst nicht mehr wieder kommen.
Ich konnte dich nicht einmal mehr retten, ich wusste nichts von all dem (...)
Diese Schuldgefühle zerfressen mich. Ich weiß nicht, was ich ohne dich tun soll.
Ich fühle mich leer ohne dich. Es gibt nichts mehr, was mich noch aufheitern konnte.
Dieses Leben ist es ohne Dich nicht wert, war es vorher zwar nie, doch jetzt (...) ist es noch nutzloser und trostloser geworden. Bald werden wir wieder vereint sein..

In Liebe
Deine Hina
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