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Mein herrlich verrücktes Leben

GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P12
16.02.2016
03.01.2017
4
6.733
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03.01.2017 2.470
 
Ich konnte an dem Abend nicht schlafen. Es war mitten in der Nacht. Ich konnte nicht aufhören daran zu denken was passiert wäre, wenn Hannes von diesem Dach gestürzt wäre? Hätten die anderen ihn trotzdem aufgenommen? Oder hätten sie ihn ausgeschlossen so wie Frank es gesagt hat? Wäre er überhaupt noch am leben?
Ich seufzte und stand langsam auf. Vorsichtig verließ ich unser Zimmer und passte dabei darauf auf Hannes nicht zu wecken.
Im Wohnzimmer stellte ich fest dass es gar nicht Nacht war sondern einfach sehr früh am Morgen, nämlich halb neun. Also für mich und Hannes eigentlich noch Nacht. Da die Krokodile sich erst später treffen würden sah ich es nicht als nötig an mich umzuziehen. Ich blieb in meiner beigen Trainerhose und meinem schwarzen Tank Top im Wohnzimmer sitzen und sah auf mein Handy.
4 Nachrichten:
Ich ging auf den Chat von mir und Maria:

Maria☺:       Hey, es tut mir leid wie das alles eskaliert ist, ich bin mir  sicher dass wir die anderen überzeugen können. Bitte komm morgen. Hab dich lieb...

Ich:      Guten Morgen, es muss dir nicht leid tun, danke dafür dass du uns helfen wolltest. Sicher komm ich, ich kann dich doch nicht mit denen alleine lassen☺ HDL

Dann war da noch eine Nachricht von Peter:

Petiiii:      Hey Joe, ich wollte nur sagen, dass ich nicht wollte, dass du traurig bist, es tut mir leid.
     Wir treffen uns übrigens Morgen um zehn in der Stadt☺

Ich:      Wieso entschuldigen sich nur alle! Ich bin nicht traurig und schon gar nicht auf dich Petiilein☺

Die letzten zwei Nachrichten waren von Olli und ich zog überrascht  meine rechte Augenbraue hoch.

Olli:      Hey Joe, können wir reden, morgen? Also nicht vor den andern, unter vier Augen?

          
          Ich komm morgen früh vorbei.

Das war typisch Olli, den Anführer raushängen lassen und einen nicht einmal fragen ob es okay ist. Es war mir egal dass ich im Pyjama war weil Olli einer meiner engsten Freunde iss und  da Maria meine beste Freundin und seine Schwester ist hatte ich schon bei ihnen übernachtet.
Ich legte mich auf unsere Couch und meine Gedanken drifteten wieder zu Hannes. Es tat mir leid wie ich mich den anderen gegenüber verhalten hatte, ich war ja eigentlich nicht wütend auf sie, ich war wütend auf mich. Hannes war mein Bruder, wäre ihm etwas passiert wäre es meine Schuld. Die Krokodile konnten nichts dafür. Außer Maria und mir hatte jeder diese Mutprobe gemacht und nie war etwas passiert.
Es klingelte an der Tür und ich machte sie für Olli auf.
„Guten Morgen“ flüsterte ich da ich Hannes nicht wecken wollte.
„Guten Morgen Joe“ flüsterte er zurück und ich schloss die Tür wieder. Wir gingen in die Küche und setzten uns an den Esstisch.
„Du wolltest mit mir reden?“ fragte ich und lächelte ihn dabei an. Da war schon wieder so ein seltsames Gefühl.
„Ja, ich wollte dir sagen dass es mir... Ähm... Also...“ er begann nervös zu werden und ich zog meine Augenbrauen hoch.
„Ich hätte Hannes da nicht rauf schicken sollen“ er sah mir in die Augen und ich fühlte wie meine Wangen warm wurden.
„Willst du dich etwa entschuldigen, Herr Anführer?“ ich wollte ihn etwas aufziehen.
„Ja“ war seine schlichte Antwort und er lächelte mich an.
„Darf ich raten, das bleibt unter uns, oder?“ fragte ich und grinste ihn an während ich das seltsame Gefühl in meinem Magen zu verdrängen versuchte.
„Muss es nicht“ meinte er und ich war überrascht. Das war eigentlich überhaupt nicht seine Art, aber mir gefiel dieser Olli irgendwie echt gut.
„Joe? Seit wann stehst du so früh...“, Hannes stockte kurz als er in die Küche kam fuhr dann aber fort, „Morgen Olli“
Hannes war nicht überrascht ihn zu sehen, da mich Olli oder Maria schon oft morgens abgeholt hatten.
„Hunger?“ Hannes sah uns fragend an und wir nickten beide.

Nachdem wir alle unser Nutellabrötchen aufgegessen hatten, gingen Hannes und ich hoch um uns umzuziehen.
Ich nahm mir schwarze Jeans und einen Crop-Pulli mit Camouflagemuster. Im Badezimmer duschte ich schnell und zog mir anschließend meine Kleider an. Ich putzte mir noch die Zähne, stülpte mir meine Kette über den Kopf, nahm mein schwarzes Beanie und rannte runter. Erstaunlicherweise war Hannes heute sogar schneller als ich.
Da die Jungs ihre Fahrräder nahmen und ich keines hatte durfte ich mich während dem Skaten an ihnen Festhalten. Wir fuhren zu den anderen in die Stadt. Als wir bei ihnen ankamen rollte ich bis zu Maria und sprang ihr fast schon in die Arme. Mit dem Skateboard in der Hand lief ich mit Maria den anderen hinterher durch die Stadt. Irgendwann waren wir in der Nähe von Kais Haus und lasen das Schild welches an einem Ladenfenster hing.
„Alter“, begann Jorgo, „Tausend Euro Belohnung! Damit kannst du dir ein Haus auf Kreta kaufen, mit Breitbildfernseher und Garten“, er zeigte mit dem Finger auf Maria, „Und du, du könntest dir einen riesigen Schrank kaufen mit Schuhen Kleidern und halt allem was Mädchen so brauchen!“
„Maria ist da anders, die braucht sowas nicht“ sagte Olli. Maria und ich sahen uns an, drehten uns wieder zu den Jungs und verschränkten synchron unsere Arme.
„Hä, wie meinst du denn das jetzt?“ fragte Maria.
„Na du bist halt wie wir, wie ein Junge. Mit deinen Klamotten und so bist du halt das Gegenteil von Joe“
Ich spürte wie ich vor Wut zu kochen begann.
„Soll das heißen dass ich eine Tussi bin?“ fragte ich gereizt.
„Nein, du siehst halt einfach echt gut aus“ wiedersprach mir Olli und ich grinste.
„Moment, du findest meine Schwester toll?“ mischte sich Hannes ein.
"Und denkst ich sei ein Junge?" fragte Maria.
"Ach, ich find das steht dir" meinte Hannes und Maria wurde rot.
"Schleimer" sie lächelte.
"Der ist halt verknallt der Vogel" Frank lachte und ich haute ihm auf den Hinterkopf um meinen Bruder zu verteidigen.
Olli wollte gerade etwas sagen als Peter stotterte: „A..Achtung R..Rollialarm!“
Ich drehte mich um und sah Kai wie er gerade um die Ecke kam.
„Hey“ begrüßte er uns und ich lächelte ihn an.
„Tschüss“ Olli und der Rest der Krokodile drehte sich um und gingen zu ihren Fahrrädern.
Gerade als Hannes auch gehen wollte hielt Kai ihn auf: „Hey Hannes, warte mal!“
Hannes drehte sich um und Kai sagte: „Ich hab es gesehen, den Einbruch“
„Echt jetzt?“ fragten mein Bruderherz und ich gleichzeitig.
Kai nickte und Hannes fragte ihn ob er die Polizei gerufen hatte.
„Nee, meine Eltern sollen nicht wissen dass ich nicht schlafen kann. Sonst schleppt Mama mich wieder zu irgendeinem Arzt“¨
„Ich kann dich verstehen“ sagte ich und lächelte ihn an.
„Konntest du irgendjemanden erkennen?“ fragte Hannes.
„Ja, einer von ihnen hatte so eine Tarnfarbenjacke an, so wie dein Oberteil“, dabei sah er mich an, „Und ich weiß wo sie hin sind. Ich sag’s euch wenn ihr mich mit zu eurem Treffpunkt nehmt“
„Hannes! Joe! Kommt ihr?“ brüllte Olli und ich rollte mit meinen Augen.
„Sorry, aber wir müssen los“ Hannes fuhr langsam los aber ich blieb noch bei Kai.
„Auf welche Schule kommst du eigentlich?“ ich sah ihn neugierig an um herauszufinden ob er an unsere kam.
„Meine Mutter will unbedingt dass ich auf ne Schule für Behinderte gehe, aber wir haben abgemacht dass ich wenn ich bis zum Ende der Ferien Freunde gefunden habe auf eine normale gehen kann“ erklärte er und ich lächelte. Er tat mir leid, seine Mutter schien ihm nicht zuzutrauen alleine klarzukommen also entschied ich mich dazu ihm zu helfen.
„Kann ich mal dein Handy  haben?“ fragte ich grinsend und er sah mich überrascht an.
„Ja klar, hier“ er reichte es mir und ich ging auf Kontakthinzufügen. Ich tippte meinen Namen und meine Nummer ein und gab ihm sein Handy wieder.
„Einen Freund hast du jetzt“ ich lächelte.
„Danke“
„Joe, kommst du?“ jemand legte mir seine Hand auf die Schulter. Ich erschreckte mich leicht und drehte mich zu Olli um.
„Ja warte schnell“ ich wollte mich wieder zu Kai umdrehen, als mich Olli am Handgelenk zu den anderen mitzog. Ich winkte Kai zu und rief ihm zu, dass es mir Leid tat. Bei den anderen angekommen stieg ich schnell auf mein Board und fuhr voraus, da sich meine Wangen wieder in Tomaten verwandelt hatten.

Wir fuhren zum Baumhaus, wobei ich die Hälfte durch den Wald hinter den anderen herlief da ich im Wald nicht Skateboard fahre konnte. Vor dem Hügel stiegen alle ab und schoben ihre Fahrräder.
„Wartet doch mal, Kai hat den Einbruch gesehen!“ rief Hannes.
„Der lügt doch!“  wiedersprach Frank.
„Ich glaub ihm“ sagte ich.
Wir waren fast am Baumhaus als wir Motorgeräusche hörten. Keine Minute später kamen drei Personen auf Motorrädern vor uns zu stehen.
Die anderen schmissen ihre Räder hin und ich ließ mein Board in die Richtung der Fahrräder rollen. Ich konnte Franks Bruder und seine Freunde noch nie leiden. Dennis, Kevin und Achmet schafften es immer meine Laune komplett in den Keller zu ziehen.
Die drei nahmen ihre Helme ab und Olli fragte etwas verärgert: „Was macht ihr an unserem Baumhaus?“
„Schnauze du Kind!“ Ich sah Dennis wütend an.
„Ja, du Kind“  Kevin wiederholte wie immer das was Dennis gesagt hatte, als er über sein Motorrad stolperte. Ich grinste.
„Hey Junior, wieso hast du dein Handy aus?“ fragte Denis und sah zu Frank.
„Sorry, ist kaputt“
„Sach doch was, kriegst mein altes. Hab ein bisschen auf den Putz gehauen, weißt bescheid ne?“ Dennis legte Frank die Hand auf die Schulter.  Ich stellte mich zwischen ihn und Olli nur um Frank verblüfft anzuschauen als er sagte: „Ok, ich räum auf bevor Papa kommt“
Ist Frank irgendwie über Nacht zur Putzfrau mutiert?
„Hast du sie noch alle? Das ist dein Bruder und nicht deine Putze! Mach deinen Scheiß selber weg!“ ich ging ein Paar schritte nach vorne wurde aber von Olli wieder zurückgeschoben.
„Du hast ne ganz schön große Klappe für so ne kleine Göre“ er versuchte mich mit seinem Blick einzuschüchtern. Gerade als ich Anstalten machte irgendwas zu erwidern legte mir Olli warnend eine Hand auf die Schulter.
Dennis wendete sich wieder Frank zu und sagte: „Und zur Belohnung darfst du auch die neue Maschine putzen. Brand neu!“
Frank nickte und sah aus als hätte er gerade im Lotto gewonnen.
Dennis sah zu Olli und grinste: „Na Pisser, so eine hättest du auch gerne, oder?“
Ich drehte meinen Kopf zu Olli und betete innerlich  dass er nichts Dummes sagte oder machte. Es brachte nichts.
„Nee, ich brauch keine Schwanzverlängerung!“ Ich grinste wegen Ollis Antwort.
Dennis und sein Gefolge fingen an zu lachen doch wurden dann wieder ernst. Dennis drehte sich zu Olli um und verpasste ihm eine so dass er zu Boden viel. Das war definitiv zu viel.
„Hast du sie noch alle?!“ brüllte ich während Maria Dennis wegschubste und ich ihm anschließend einen Schlag in den Magen verpasst. Er krümmte sich und ich holte gerade für einen zweiten Schlag aus als Olli meine Hand packte und mich hinter sich zog. Er ließ meine Hand nicht los und drückte sie kurz.
„Meinst du jetzt immer noch dass ich ne Schwanzverlängerung brauche?“ Dennis drehte sich zu uns um und ich drückte seine Hand um ihm irgendwie mitzuteilen, dass er nichts Falsches sagen sollte. Wieso hörte er nie zu?
„Ja“
Ich zog ihn schnell zurück als Dennis anfing zu brüllen: „Bist du lebensmüde du...“
Frank stellte sich vor seinen Bruder: „Das hat der Olli nicht so gemeint“
„Halt die Fresse!“ Dennis schubste Frank zur Seite und legte Olli eine Hand auf die Schulter.
„Olli, Hör mal, in deinem Alter hatte  ich genau so ne große Fresse wie du aber irgendwann musste ich lernen dass man vor älteren Respekt haben muss. Die sind stärker und können dir wehtun. Vor allem wenn man es nicht erwartet, wenn du alleine bist“ Olli drückte meine Hand etwas fester als Hannes sich plötzlich vor Olli stellte und Dennis Hand von Ollis Schulter schlug.
„Krokodile sind nicht alleine. Nie!“
Jetzt kamen alle etwas näher und wir sahen alle wütend zu Dennis.
„Süß“, meinte Dennis, „die Kleinen, richtig wild“ Dennis schnipste mir gegen den Kopf und ich kniff wütend meine Augen zusammen.
„Kommt Jungs, wir verpissen uns bevor die noch anfangen zu heulen“ Er drehte sich um und ging zu seinem Motorrad aber Achmet konnte es nicht lassen und bewarf uns noch mit Blättern während Kevin die ganze Zeit das Wort „Wild“ wiederholte.
Als die drei weg waren atmete ich erst einmal laut aus.
„Arschlöcher“ flüsterte ich und Olli nickte. Ich sah auf unsere Hände und wurde wieder rot ließ seine Hand aber nicht los und er auch nicht.
„Ich muss nachhause, aufräumen“ Frank hob sein Fahrrad hoch.
„G...Gleich k..k..kommt CSI“ Olli nickte und ließ meine Hand los um sie in die Mitte zu halten.
„Okay dann treffen wir uns Morgen wieder hier. See you later, alligator!“
Wir streckten unsere Hände ebenfalls in die Mitte und riefen: „After a while, crocodile!“
Ich schnappte mir mein Skateboard und fuhr mit Hannes nachhause wobei ich mich an seiner Schulter festhielt.

Wir waren fast zuhause als Hannes anfing zu grinsen: „Du stehst auf Olli, hab ich recht?“
Ich blieb stehen und runzelte meine Stirn
„Nein, wie kommst du drauf?“ fragte ich überrascht.
„Es ist offensichtlich! Du wirst die ganze Zeit rot, haltest seine Hand und ich bin dein Bruder, ich sehe es in deinen Augen“  Hannes blieb ebenfalls stehen. Ich sah ihn verwirrt an und begann nachzudenken. Es stimmte schon alles aber es war Olli, wir standen uns fast so nah wie Maria und ich.
„Vielleicht“ ich zuckte etwas unbeholfen mit meinen Schultern.
Hannes warf mir einen Blick zu der mir sagen sollte dass ich ihm nichts vormachen konnte.
„Ja, aber es ist Olli. Er sieht in mir wahrscheinlich eine kleine Schwester. Grins nicht so Hannes! Du stehst auf Maria“ ich sah ihn böse an.
„Was? Woher...“ er sah mich verwirrt an.
„Hannes ich bin deine Schwester, ich sehe es in deinen Augen“ zitierte ich ihn und grinste fies.
„Du sagst Maria kein Wort davon! Bitte...“ er sah mich mit großen Augen an und ich zog ihn in eine Umarmung.
„Versprochen, Bruderherz“
„Ich hab dich lieb, Josie“ er betonte meinen Namen um mich zu provozieren und ich lachte.
„Ich dich auch, kleiner“

Zuhause angekommen wollten wir Mama mit einem Essen überraschen. Hannes kochte, ich deckte den Tisch und pflückte Blumen. Anschießend räumten wir die Küche noch auf und setzten uns auf die Couch um auf sie zu warten.
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