Dragons in the Snow

von Vilandel
GeschichteHumor, Freundschaft / P12
Cobra Gajeel Redfox Kinana / Cubellios Levy McGarden Rogue Cheney Yukino Aguria
13.02.2016
18.03.2016
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Dies ist mein Beitrag zum Projekt Schneespass von - Leela -.



Schneeflocken




„Es schneit!“

Chelias Schrei war durch das ganze Haus zu hören, alle anderen momentanen Bewohner wachten dadurch auf. Die Godslayerin hatte so laut und schrill gerufen, dass Natsu vor lauter Schreck aus dem Bett gefallen war, besser gesagt Lucys Bett, und Cobra sich wirklich glücklich schätzen konnte, dass sein Zimmer eher weit entfernt von jenem Chelia lag.

Minerva setzte sich in ihrem Bett auf, nahm ihre weinrote Schlafmaske von ihrem Gesicht und massierte sich müde an den Schläfen. Wieso hatte sie eigentlich schon wieder eingewilligt in diesen Winterurlaub zu fahren, als Sting sie gebeten hatte mitzukommen?



Sie fragte sich wirklich, was Master Makarov vorgehabt hatte, als er allen sieben Dragonslayer spontan diese Winterferien geschenkt hatte. Für die ganze Jahreszeit. Auch Cobra, irgendwie hatte der alte Master von Fairy Tail es geschafft, Erzas Liebhaber in Spe, dieser Jellal, dazu zu überreden, dem Giftdragonslayer diese Ferien zu gönnen.

Jeder Dragonslayer hatte sogar je eine Person mitnehmen dürfen. Minerva wusste nicht, was Makarov sich dabei gedacht hatte, doch sie hatte das Gefühl, dass Mirajane etwas damit zu tun hatte. Ihre unschuldige Miene war viel zu süss gewesen um unschuldig zu sein. Allerdings hatte sie ein klein wenig enttäuscht ausgesehen, als Wendy ihre beste Freundin Chelia eingeladen hatte. Die Exceeds waren diesmal nicht mitgekommen, sie wollten mal die anderen Exceeds besuchen.

Seit drei Tagen war die vierzehnköpfige Gruppe nun in Rosalba angekommen, einem idyllischen Dorf in den nördlichen Bergen Fiores, das an einem kleinen, runden See lag. Am Fusse des Berges lag die Stadt Lys, einer Grossstadt, die bekannt war für ihre ultramodernen Ski- und Snowboardpisten (die zum Teil bis nach Rosalba reichten), heisse Quellenbäder, luxuriösen Hotels mit fünf Sterne und – zu Lucys grosser Freude – die modischsten Kleiderläden. Allerdings hatte Makarov (oder doch vielleicht Mirajane, so sicher konnte Minerva nie mit den Feen sein) für die Dragonslayer und deren Begleitung stattdessen ein elegantes Ferienhaus in Rosalba gemietet.

Die Besitzerinnen, zwei alte Damen namens Hana und Yuna, übernahmen nur den Haushalt, Küche und alles andere überliessen sie ihren Gästen. Sie hätten gerne alles übernommen, damit die “lieben Kindern“ nicht überfordert werden während ihren Ferien. Hana und Yuna glaubten, dass der Beruf als Magier viel zu stressig und anstrengend sei. Doch seit sie von Minervas atemberaubenden Kochkünsten gekostet hatten, kamen sie gerne ab und zu zum Abendessen vorbei.

Als sie vor drei Tagen angekommen waren, hatte es noch keinen Schnee gegeben. Minerva hatte nichts dagegen, schliesslich hielt sie nichts viel vom Winter. Allerdings waren sie alle in Rosalba wegen Winterferien, also hätte es ja soweit kommen sollen.



Die Schwarzhaarige Tigerin stand brummend auf, zog sich ihren rotgoldenen Kimono an, den sie als Schlaf- und Bademantel benutzte, vergass die passenden Pantoffeln nicht und ging langsam ins Wohnzimmer. Alle anderen waren schon da.

Minerva lächelte, als sie Yukino ans Fenster gepresst sah. Ihre beste Freundin hatte schon immer eine grosse Schwäche für den Winter gehabt. Überhaupt klebten bis auf Cana, die sich wieder mal betrank, alle Mädchen an den Fenstern. Die Jungs hingegen hatten sich nicht an der allgemeinen Euphorie beteiligt. Rogue, Laxus und Cobra sassen mit neutralem Gesichtsausdruck auf den Sesseln, doch sahen den Mädchen ein klein wenig amüsiert zu. Sting und Gajeel hingegen lagen sichtlich gelangweilt auf dem Sofa, während Natsu genervt auf dem Boden sass.

Minerva grinste leicht beim Anblick ihrer Gefährten bevor sie sich neben Cana setzte. Das Haus selber war bequem, warm gehalten und elegant möbliert und dekoriert. Als sie von Hana und Yuna empfangen wurden, hatte die Schwarzhaarige Angst gehabt, dass die Dekoration vor lauter, altem Kitsch nur so triefen würde. Doch diese Sorge hatte sich schlussendlich als unnötig erwiesen.

„Winter ist so wunderschön. Die Schneeflocken sehen aus wie Sterne aus Kristall oder Diamant, die langsam und königlich wie Engel auf die Erde zufliegen“, seufzte Lucy, während sie die langsam herunterschwebenden Schneeflocken bewunderte. Man hörte schon, wie hier eigentlich die Autorin sprach. Klang vielleicht ein bisschen zu hochgestochen, Minerva gab sich Mühe nicht in sich hineinzukichern. Wahrscheinlich würde eine ähnliche Wortwahl demnächst im Roman der blonden Stellarmagierin stehen. Schliesslich passierte diese Geschichte gerade im Winter...

Gestern Abend, während Lucy ein langes Schaumbad genommen hatte, war Minerva heimlich in deren Zimmer geschlichen. Die schwarzhaarige Tigerin war neugierig auf Lucys Roman gewesen und sie musste zugeben, dass die Blonde einen wirklich schönen Stil hatte. Vielleicht ein wenig zu hochgestochen und einige Stellen waren etwas zu kitschig gewesen. Kein Wunder, dass Lucy nicht wollte, dass jeder es las. Schlecht war sie nicht, im Gegenteil, doch Minervas Geschmack nach war Lucy vielleicht ein wenig zu romantisch. Die Schwarzhaarige spürte plötzlich einen Blick auf sich und als sie den Blick zur Seite wand, entdeckte sie Cobra, der sie zynisch lächelnd anstarrte.

Ups. Sie hatte seine Fähigkeit Gedanken anderer zu hören komplett vergessen. Sie kannte ihn schliesslich auch noch zu wenig dafür. Doch er nickte der Tigerin beruhigend zu und wandte sich wieder dem Fenster zu, wo die anderen Mädchen weiterhin klebten. Minerva seufzte innerlich erleichtert auf, dankbar dass Cobra sie nicht verraten würde. Ausser vielleicht an Kinana. Die Schwarzhaarige wusste nicht, was genau die beiden verband. Doch weder Cobra noch Kinana würden sie an Lucy verraten. Minerva fürchtete sich nicht vor der Wutanfälle der blonden Stellarmagierin, doch sie hätte mindestens drei Personen gegen sich – Lucy, Levy und Natsu – wenn andere erfahren würden, dass Lucys Roman zum Teil gelesen hatte.

„Was is’n los, Natsu? Du hast seit einer halben Stunde nix gesagt von wegen, du wärst der Stärkste“, lallte Cana schliesslich in die Stille hinein. Alle drehten sich zu Natsu um, der immer noch schmollend auf dem Teppich sass.

„Ich hasse Schnee und ich hasse es wenn es schneit, man kann nicht rausgehen“, war seine einzige Antwort. Das überraschte niemand, er hatte schon fast losgeheult, als er erfahren hatte, dass er Winterferien bekommen hatte. Nicht jeder liebte der Winter, doch Minerva hatte das Gefühl, dass Natsu wirklich etwas gegen diese Jahreszeit hatte.

„Wir wissen es, Natsu. Aber jeder hat einen anderen Geschmack“, sagte Lucy tröstend. „Ausserdem wirst es sicher bald aufhören zu schneien, dann können wir nach draussen gehen.“

„Um was zu tun? Im Winter gibt es draussen sowieso nichts zu tun“, empörte sich Natsu, was bei allen eine vage Amüsiertheit bis zu einer genervten Resignation bildeten.

„Hast du denn nie etwas von Wintersportarten gehört?“, fragte Chelia überrascht. Der Feuerdragonslayer sah sie an, als ob sie den Verstand verloren hätte. Doch Antwort gab er nicht. Stattdessen enthüllte Cobra ein wenig schadenfroh seine Gedanken: „Wintersportarten haben mit Schnee und auch mit Eis zu tun. Und da Eis die Magie seines Rivalen ist und er in ihrer Kindheit immer dabei gewonnen hatte, möchte Salamander nichts mehr davon wissen.“

„Gar nicht wahr, du blödes Schlitzauge!“, rief Natsu mit flammenden Fäusten auf, bereit dem Giftdragonslayer zu verprügeln, doch Laxus war ihm zuvor gekommen. Ungnädig packte dieser den Pinkhaarigen am Nacken und sagte gefährlicher Neutralität: „Erstens, alle Dragonslayer ausser Wendy haben Schlitzaugen. Zweitens, du hast Opa versprochen, dass du das Ferienhaus nicht in Schutt und Asche legen wirst, nicht das Hana und Yuna Fairy Tail eine weitere Rechnung schicken, unsere Gilde hat schon genug davon. Drittens, es wird nur draussen gekämpft.“

„Ausserdem sind Wintersportarten gar nicht so schlimm, Natsu “, lächelte Yukino, während Laxus den Feuerdragonslayer wieder losliess. „Du kannst sie ja während den Ferien lernen. Wir alle werden diese lernen oder es den anderen beibringen.“

„Muss ich unbedingt mit diesen Idioten mitlernen?“, fragte Natsu beleidigt und zeigte abwechselnd auf Laxus, Cobra, Rogue, Gajeel und Sting. Dieser sprang beleidigt auf und fauchte: „He, es sind auch UNSERE Ferien. Und sicher nicht wirst du alleine mit einem Harem sein!“

„Was ist ein Harem?“, fragte Natsu, der auf einem Schlag vergessen hatte, dass er wütend war. Minerva hielt sich eine Hand vor dem Mund, um nicht loszuprusten. Natsus Naivität war wirklich ein Fall für sich. Bevor der Pinkhaarige sich jedoch aufregte, weil niemand ihm erklären wollte was ein Harem war (würde auch viel zu lange dauern), sprang sie jedoch auf und sagte: „Gut, Zeit zu frühstücken, wenn wir schon alle hier sind. Soll ich die Orangenmarmelade rausholen?“



Xxx



Nach dem Frühstück ging Kinana noch hinaus um zu spazieren. Zwar mochte sie den Herbst lieber, doch sie genoss das Gefühl der Schneeflocken, die um sie herum flogen. Langsam streckte sie ihre Hand aus und betrachte den zarten weissen Stern, der darauf fiel und gleich wieder schmolz. Eine so zerbrechliche Schönheit, die nicht lange währte...

Kinana war glücklich hier zu sein. Sie verstand zwar nicht, warum genau der Master und Mirajane diese Ferien für die Dragonslayer organisiert hatte, doch die Lilahaarige war überglücklich gewesen, als Cobra sie gebeten hatte mitzukommen.

Cobra... Erik... Eigentlich nannte nur sie, Meldy und Jellal den Giftdragonslayer bei seinem wahren Namen. Alle anderen, selbst die ehemaligen Mitglieder von Oracion Seis nannten ihn weiterhin Cobra. Vielleicht hatten sie sich zu fest dran gewohnt.

Kinana hingegen nannte ihn weiterhin bei seinem wahren Namen. Sie konnte sich noch nicht wirklich an ihre Zeit als Schlange erinnern und bei ihrem Wiedersehen damals im Krater hatte Cobra sich mit Erik vorgestellt. Für die Lilahaarige würde er also weiterhin Erik bleiben. Ihr engster Vertrauter... nicht mal mit Mirajane oder gelegentlich Laki hatte sich Kinana so anvertrauen können, wie sie es mit Cobra tat. Sie wusste nicht warum. War es wegen der Verbindung, die sie beide in ihrem früheren Leben geteilt hatten? War es weil sie nun seit ein paar Monaten ein Paar waren? Kinana konnte sich dieses riesengrosse Vertrauen im Giftdragonslayer nicht genau erklären.

Sie lächelte, während sie weiterhin durch die leeren, verschneiten Strässchen von Rosalba spazierte. Vor ein paar Monaten war der schönste Tag in ihrem Leben gewesen, in den ersten Herbsttagen. Seit langem hatte Kinana schon bemerkt, dass ihre Gefühle für Cobra sehr weit über Freundschaft hinausgingen. Eigentlich hatte sie dieses klitzekleine Gefühl gehabt, ihre Liebe für ihn wäre schon immer da gewesen. Sie war doch in eine Schlange verwandelt worden. Könnte es möglich sein, dass ihr Körper sich zwar verändert hatte, jedoch nicht ihr Bewusstsein und ihre Gefühle? Kinana war es möglich erschienen. Als Cobra schlussendlich in dieser Nacht in ihrer Wohnung gekommen war und mit roten Wangen stotternd seine Liebe gestanden hatte, war Kinana so überglücklich gewesen.

Ihre Beziehung blieb jedoch noch geheim. Es war so angenehm ein Paar zu sein, ohne dass Mira und auch die anderen Mädchen ihnen gnadenlos über jedes kleine Detail ausfragten. Und ohne dass Jellal ihnen davor warnte, dass diese Beziehung nur Schwierigkeiten bringen würde. Der Master von Crime Sorciere hatte immer noch Probleme mit seinen Gefühlen zu Erza klarzukommen.

„Kinana?“

Die Angesprochene drehte sich nicht um, hatte sie doch diese warme, tiefe Stimme erkannt. Lächelnd spürte sie wie der Giftdragonslayer ihr eine Mütze auf dem Kopf presste. Cobra konnte sehr fürsorglich sein und wie ein Gentleman handeln, wenn er wollte. Doch wenn er das tat, dann nur mit ihr. Zwar konnte Cobra auch mit Kinana sich zynisch und sarkastisch verhalten, doch an ihrer Seite konnte er auch liebevoll sein. Glücklich suchte sie nach seiner Hand und presste sie ganz fest.

„Ich frage mich immer noch, warum der alte Zwerg auch mir diese Winterferien geschenkt hat“, murmelte Cobra nach einer Weile mehr für sich selbst als für ein Gespräch mit Kinana. Diese fragte ihn überrascht: „Vielleicht, weil du auch ein Dragonslayer bist. Hast du etwa nicht versucht die Gedanken von Master Makarov zu hören?“

„Habe ich versucht, doch der Alte hat Erfahrung. Manchmal schafft er es seine Gedanken so zu verhüllen, dass ich sie gar nicht hören kann. Allerdings schafft er es nicht diese Technik lange aufzuhalten, doch ich hatte keine Geduld darauf zu warten.“

„Gib doch einfach zu, dass du anfängst Respekt vor ihm zu haben“, kicherte Kinana, während sie weiter durch die Schneeflocken spazierten. Cobra murrte nur als Antwort, also hatte sie ins Schwarze getroffen. Er war immer zu stolz um zuzugeben, dass er die Feen anfing zu mögen. „Hast dann nicht versucht Mirajanes Gedanken zu hören? Sie hat ja auch etwas damit zu tun.“

„Lieber nicht, ihre Gedanken sind wirklich peinlich anzuhören. Ich weiss nur, dass sie wohl wieder irgendeine bescheuerte Idee für einen Verkupplungsversucht hatte.“

„Wenn dem so ist, dann ist sie mit uns beide etwas zu spät dran“, kicherte Kinana, während sie sich an ihm schmiegte. Und während die Schneeflocken weiterhin graziös vom Himmel hinab schwebten, stahl sich auf Cobras Lippen dieses so seltene friedliche Lächeln, dass nur für seine Geliebte bestimmt war.
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