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The maze is just the beginning - Minewt 1

von rumo3371
GeschichteFantasy, Sci-Fi / P16 Slash
Alby Ben Minho Newt Vizedirektor Jahnson
10.02.2016
29.05.2017
50
60.233
10
Alle Kapitel
24 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
27.06.2016 1.949
 
Moin Moin,

Heute wieder etwas kürzer, es wäre sonst entweder zu chaotisch oder zu belanglos geworden. Schade, dass ich zum letzten Kapitel kein Review erhalten habe *traurig schluchz*. Ich bin an eurer Meinung interessiert, verdammt nochmal. Von den 20 Favos wird mir doch mal einer schreiben können.
Heute ein neuer Charakter, der erste von einem von euch gewünschte (Danke, Hermium!).
Ich hoffe ihr werdet ihn (mögen ist nicht das richtige Wort) ähm, lernen zu hassen. So ist es besser. Nun, viel Spaß und bis nächste Woche.

Rumo
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"Guten Morgen", rief Newt Minho entgegen, als dieser zum Westtor lief. Neben ihm ging Ben, der aus einem merkwürdigen Grund grinste. Ohne ihn zu beachten winkte Minho zurück.
"Morgen!", rief er. "Du kommst heute mit, ja?" Newt nickte.
"Warum sollte ich sonst so früh aufgestanden sein?", erwiderte er.
"Dann komm", sagte Minho. "Auf geht's."
"Also", erklärte er wenig später, "damit uns nicht jedes Mal das gleiche wie gestern passiert, schneiden wir an jedem Gangende, an dem wir die Richtung wechseln, ein Stück Efeu ab und legen es in die Mitte zwischen den Mauern." Zur selben Zeit bog er rechts ab und schnitt ein Stück Efeu ab, das ungefähr in der Mitte landete.
"Und jetzt du!", rief er Newt zu und tat so, als würde er das Messer auf ihn werfen. Aus einem Reflex heraus warf Newt sich auf den Boden und hielt die Arme schützend über seinen Kopf. Minho und Ben blieben stehen und warteten, während Ersterer sich vor Lachen nicht mehr einkriegte.

"Sehr witzig", knurrte Newt und riss ihm das Messer aus der Hand. Dann hielt er die Klinge an Minhos Kehle und ritzte so tief, dass sich ein kleiner Tropfen Blut bildete.
"Muss das sein?", fragte Ben. "Ich kann kein Blut sehen."
An Newt gewandt sagte Minho: "Da hat aber einer Temperament. So einen wie dich können wir immer brauchen." Nun war es an Newt zu lachen. Minho spürte erleichtert, dass das Messer von seinem Hals verschwunden war. Er wischte sich das Blut ab und stand auf.
"Nun kommt weiter", rief er, "wir wollen heute noch zurück!"
Sie rafften sich auf und liefen ein Stück schweigend, bis Ben fragte:
"Wie bist du darauf gekommen, Newt mitzunehmen?" Newt tat empört.
"Ist das nicht offensichtlich?", fragte er zurück. "Minho hat mich doch gerade meines Temperaments wegen ausgewählt!" Minho lächelte unsicher und nickte. Wie sollte er darauf antworten?
"Er denkt an das Wesentliche", sagte er. "Und er ist mir sympathisch." Ben grinste.
"Daher weht also der Wind", sagte er.
"Wie meinst du das?", fragte Minho.
"Ähm ... Na ja ...", stammelte Ben.
"Was denn nun?", fragte jetzt Newt.
"Nichts, nichts", sagte er und verstummte. Im Vorbeilaufen schnitt Newt den Efeu ab.
"Gut", sagte Minho.
"Danke!" Rechts, rechts, links, rechts, links und immer weiter liefen sie in die Tiefen des Labyrinthes hinein.
"Sagt mal", fragte Ben nach einer Weile, "seid ihr euch sicher, dass da nur Freundschaft zwischen euch ist? Nicht mehr?" Newt wurde rot, während Minho aufgrund der Äußerung fragte:
"Wie meinst du das jetzt?" Ben stöhnte.
"Da ist heute ja jemand schwer von Begriff." Newt Gesichtsfarbe hatte sich mittlerweile normalisiert und er lief schweigend und gefasst weiter. Minho schüttelte den Kopf und sagte auch nichts mehr.

"Habt ihr schon jemals etwas gesehen, das einem Ausgang ähneln könnte?", fragte Newt. Ben schüttelte den Kopf im selben Moment in dem Minho "Ja" sagte. Ben starrte ihn überrascht an.
"Du hast einen Ausgang gefunden?", fragte er.
"Nicht direkt einen Ausgang", antwortete Minho.
"Am ersten Tag bin ich an einer Art Klippe vorbeigekommen. Den Boden dahinter konnte man nicht mehr sehen, nur klaren, blauen Himmel." Er schüttelte den Kopf.
"Wenn wir fliegen könnten, wäre das der Weg um hinaus zu gelangen. Aber dann könnten wir auch über die Mauern fliegen und wären auch draußen. Also nein, es ist kein Ausgang."
Newt und Ben sahen beide enttäuscht aus. Doch Minho sah ein System in der Sache. Die Schöpfer wollten sie verleiten, zu springen. Und ein paar Idioten werden es auch tun, wenn jegliche Hoffnung dahin ist. Aber insgeheim wusste er, dass dieses Labyrinth keinen Ausgang hatte. Als wären sie in einem riesigen Gefängnis, wussten aber nicht mehr, warum sie hineingekommen waren oder was sie verbrochen hatten. Vielleicht diente es einem höheren Grund. Vielleicht waren sie auch nur Versuchskaninchen eines groß angelegten Experimentes. Vielleicht waren sie in einer großen TV-Show und die Zuschauer waren gespannt und saßen vor den Fernsehern. Und jeden Monat durften sie einen rauswählen, der von den Maschinen umgebracht wird.
Nein, das ist Schwachsinn, sagte Minho sich. Aber wozu waren dann die ganzen Kameras?
"Was meint ihr, warum wir hier sind?", fragte Minho und stoppte am Ende der Sackgasse.
"Pause", fügte er dann hinzu.
Ben zuckte mit den Schultern und setzte sich hin.
"Vielleicht haben wir etwas verbrochen", sagte Newt. "Sind irgendwo eingebrochen. Irgendwo müssen wir ja so fit geworden sein, dass wir ein Tag durchrennen können."
"Und das sollen wir bei der Vorbereitung auf einen Einbruch gelernt haben?", fragte Ben skeptisch. "Das erscheint mir dann doch unwahrscheinlich." Minho stimmte teilweise Newt und zum Teil Ben zu. Das mit dem Verbrechen hatte er selbst schon überlegt. Aber das mit dem Training fand er doch abwegig. So hing er eine Weile seinen Gedanken nach und rief wenig später zum Aufbruch.

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"Guten Morgen, Vizedirektor Janson", sagte er höflich.
"Guten Morgen, Kylian", sagte sein Gesprächspartner schleimig wie immer. "Wie geht es dir heute?"
"Etwas besser, schon ganz gut eigentlich, danke der Nachfrage", sagte Kylian.
"Fühlst du dich bereit, morgen auf die Lichtung zu kommen?", fragte Janson.
"Voll und ganz", sagte Kylian freudig. "Das wissen Sie doch ganz genau!"
"Ach ja, ein Gutes hat es ja noch, dass ich dich treffe", sagte Janson, "wir werden nämlich noch deinen Namen ändern. Kylian könnte bei manchen Probanden Erinnerungen lösen und das wollen wir nicht." Kylian lachte.
"Hat mein Name sich so stark in ihrem Gedächtnis festgesetzt?", fragte er.
"Nun, du warst nicht gerade freundlich zu ihnen. Und wir können zwar Erinnerungen blockieren, aber keine Gefühle. Und dieser Name hat sich mit dem Gefühl von Wut, Hass und anderen nicht gerade guten Sachen in ihr Gehirn eingebrannt. Du wirst ab morgen Corin heißen." Kylian nickte.
"In Ordnung", sagte er. "Waren Sie mit meiner Arbeit als Variable nicht zufrieden, Janson?" Dieser setzte sein Rattengesicht auf.
"Doch war ich, mehr als zufrieden. Ich bedaure, dir nichts für deinen morgigen Geburtstag besorgt zu haben, wo du doch all die Jahre grandios mit uns gearbeitet hast."
"Dass Sie mich auf die Lichtung schicken, ist das größte Geschenk, das Sie mir machen können", sagte Kylian. "Dann werde ich ja meine ganzen lieben 'Freunde' wiedersehen." Janson lachte.
"Du wirst dich aber nicht erinnern, dass sie mal deine 'Freunde' waren", sagte er. "Wir müssen dir leider auch das Gedächtnis nehmen."
"Nicht so schlimm", sagte Kylian. "Ich werde mich trotzdem prächtig amüsieren."
"Wenn du dir so sicher bist", sagte Janson. "Und jetzt entschuldige mich, ich habe zu tun."

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"Und jetzt sagen Sie mir den wahren Grund, warum Kylian seinen Namen ändern muss. Sie wissen genauso gut wie ich, dass unsere Gedächtnisblockaden perfekt sind", sagte Ava Paige, während sie vor ihrem Schreibtisch auf und ab ging.
"Die anderen Probanden haben Erinnerungen an ihn, wie er sie gefoltert hat und wenn sie gestochen werden, ist alles für die Katz gewesen", antwortete Janson unruhig.
"Gerade das dürfte doch für interessante Variablen sorgen, meinen Sie nicht?", fragte Paige.
"Nun, natürlich, aber einer der Probanden hat eine Erinnerung, in der ... egal, jedenfalls eine, die eine Verbindung enthält, die ich nicht auf der Lichtung haben will", sagte Janson.
"Dann sagen Sie mir welcher Proband und welche Erinnerung und ich werde sie entfernen", sagte sie. "Also, worum ging es in der Erinnerung? Wann hat das Gespräch oder was Sie sonst auch immer mit Verbindung meinen, stattgefunden? Mit welchem Probanden?", fragte sie und setzte sich vor ihren Computer.
"Das kann ich Ihnen leider nicht sagen", sagte er.
"Eine persönliche Erinnerung?", fragte sie mit hochgezogenen Augenbrauen. "Ist es Ihnen peinlich?"
"Nun ja", sagte Janson, "ja, es ist mir peinlich. Nein, peinlich ist nicht das richtige Wort. Unangenehm trifft es eher. Die Erinnerung ist für mich unangenehm und ich bitte Sie, nicht danach zu suchen."
"Na gut", sagte Paige. "Dann eben nicht. Haben Sie noch etwas? Ansonsten wünsche ich Ihnen einen guten Tag." Wortlos verließ Janson das Zimmer.

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

"Ich denke, ich nehme dein Angebot an und werde Läufer", sagte Newt auf dem Rückweg.
"Es ist halt viel interessanter als die ganze Zeit im Garten zu arbeiten." Minho atmete erleichtert auf. Er hatte es geschafft. Heute konnte er vor Janson treten und seinen Hinweis erhalten.
"Super!", sagte er nur, obwohl seine Gedanken im Kopf sich stritten, wer denn nun der wichtigste war. Eine Stimme meinte, endlich habe ich es geschafft, allerdings war da eine sarkastische "Und jetzt?"-Stimme aufgetaucht und viele andere, die sich damit beschäftigen, wie die Erkundung des Labyrinthes weitergehen sollte. Wie erwartet hatten sie heute wieder nichts gefunden. Wahrscheinlich gab es gar keinen Ausgang, die Schöpfer wollten bloß testen, wie lange sie die Hoffnung behielten, einen zu finden. Vielleicht dachten die Schöpfer sich auch gar nichts. Das war aber eher unwahrscheinlich. Ab morgen hatte er dann aber einen neuen Läufer! Los! Freu dich!, rief sein Kopf, aber irgendwie war es ihm nicht möglich, sich zu freuen.

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---ANGST-Memorandum---

Von: Ava Paige
An: alle Kollegen
Betreff: Eingliederung der Probanden A-A und B-14
Datum: 30.1.1 22:41 Uhr

Werte Kollegen,

Es ist Zeit, den nächsten Schritt zu tun. Wir haben einen Bescheid erhalten, dass die Labyrinthexperimente jetzt schon nach zwei und nicht erst nach fünf Jahren beendet werden sollen. Deshalb müssen wir jetzt monatlich einen Probanden hinauf senden, um die gewünschten Informationen zu erhalten. Doch das wird laut Prognosen nicht ausreichen. Ich komme auf den Tod des kleinen Chuck und Rachel zurück. Ich erteile nun doch die Erlaubnis für diese Variable. Verdammt, wir brauchen Muster, egal wie weit wir dafür gehen müssen.
Dementsprechend wird auch Phase Zwei stattfinden müssen. Es ist sehr bedauerlich, wir werden weitere Probanden verlieren, aber am Ende wird der Auserwählte übrig bleiben. Oder die Auserwählte. Wir werden sehen.
Vielen Dank für Ihre Vorschläge. Ich werde sie mir zu gegebener Zeit zur Gemüte führen und darüber entscheiden. Eine Atombombe, so finde ich, geht zu weit, also vergessen Sie das schon mal! Derjenige mit dem Vorschlag wird wissen, dass er gemeint ist. Also bitte nur vernünftige Vorschläge.
- Gut, der Tag war anstrengend und ich will auch mal eine Nacht wieder durchschlafen können. Gute Nacht und bis morgen.

Ava Paige.

P.S.: Der Name des Probanden A-A wird nach Beratungen zu Corin geändert. Es könnte sonst Probleme bei Erinnerungen von Griewerstichen geben. Er war schließlich nicht jedermanns bester Freund.
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