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Falsch, falscher - Kims Traum?

DrabbleParodie, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Kim Crawford
09.02.2016
09.02.2016
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Falsch, falscher - Kims Traum?



Kims POV

Sie ließen den Sarg unter trauriger Musik herunter in das Grab. Um mich herum standen weinende Frauen – viele von ihnen kannte ich nicht einmal, was mich ein wenig irritierte –, Männer, die ihr Bestes gaben, es den Frauen nicht nachzumachen, und Kinder, von denen sich viele nur des Anstands halber – und vermutlich, weil ihre Eltern es ihnen gesagt haben – ruhig verhielten und die meisten doch überhaupt keine Ahnung hatten, was hier überhaupt vor sich ging.
Und ich?
Ich stand in dieser großen Menschenmasse, vollkommen verloren, ganz ohne meine Freunde, und versuchte ungeschickt und nervös die ganzen weinenden Menschen zu ignorieren.

~*~

Normalerweise hatte ich nie Probleme mit Beerdigungen gehabt. Wirklich nicht. Aber heute ging es immerhin um meinen besten Freund, der begraben wurde. Ich hatte bis heute Morgen noch nicht einmal gewusst, dass er gestorben war. Und es hatte mich sehr getroffen, dass konnte ich mit gutem – oder doch eher schlechtem? – Gewissen sagen.
Trotzdem fand ich es komisch, dass ich die meisten Personen, die hier um das Grab standen, nicht kannte. Ich hatte immer gedacht, seine Familie zumindest so weit zu kennen, um Gesichter zu erkennen. Aber es waren noch nicht einmal seine Eltern da!
Nach langer Zeit traute ich mich, die Frau neben mir anzusprechen.
„Woher kennen Sie Jack?“
„Wen?“
„Den Jungen, der heute beerdigt wird? Jack Brewer?“
„Aber meine Liebe, willst du mich etwa veräppeln? Hier wird doch nicht irgendein unbedeutender Junge beerdigt. Hier wird der Präsident beerdigt!“ Mit einem ungläubigen, enttäuschten Blick sah sie mich nochmal eindringlich an und schüttelte ihren Kopf.
„Die Jugend von heute. Denkt, sie kann alles machen mit uns Alten.“
Ich beschloss, nichts zu sagen. Und um ehrlich zu sein, konnte ich das noch nicht einmal. Ich fasste es nicht, dass ich auf der falschen Beerdigung war. Hast du mal wieder klasse hinbekommen, Kim!

~*~

Die traurige Musik wechselte zu einer etwas peppigeren Musik. Es war eins meiner Lieblingslieder. Mit zusammengebissenen Zähnen untergrub ich den Drang, loszutanzen.
Kim, beherrsch‘ dich, das ist eine Beerdigung!
„Der Präsident hatte es so gewollt. Nun wollen wir alle der hinreißenden Musik lauschen, die er tagtäglich gehört hatte“, sagte der Pfarrer und schon wurde alles still.
Ich ging ein paar Schritte nach hinten und sah nochmal extra nach, dass auch ja niemand zusah, bevor ich meinen Tanz begann. Okay, ich gab ja zu, nicht tanzen zu können, aber ich liebte es. Und man sollte seinem Herz ja nichts verweigern, richtig?

~*~

Nachdem ich mich wieder gefasst hatte, sah ich mich erneut um. Es hatte sich nichts verändert; die Frauen weinten, die Männer blieben standhaft und die Kinder langweilten sich. Und ich?
Naja, ich gehörte in diesen Punkten wohl eher zu den Kindern. Und außerdem musste ich ja eigentlich woanders sein. Bei der Beerdigung meines besten Freundes. Wie konnte ich das nur vergessen haben?
Ich schimpfte mit mir selbst und schüttelte den Kopf. Dabei liebte ich ihn doch. Jack war einfach der Beste gewesen, soviel war klar.
Mit schnellen Schritten lief ich vom Friedhof runter – direkt in ein Auto. Alles wurde schwarz.

~*~

Ich wachte auf und tastete sofort neben mich. Dort lag er tatsächlich. Jack, mein bester Freund. Ich seufze leise und begann nun, meinen Atem zu regulieren.
„Kim, was ist denn?“
„Albtraum, nichts weiter.“
„Erzähl‘ mir davon.“ Jack machte in diesem Moment das Licht an und ich erkannte sein besorgtes, verschlafenes, aber trotzdem wunderschönes Gesicht. Er zog mich zu sich, um zu kuscheln und mich zu beruhigen.
„Oh, es war eigentlich ziemlich lustig. Wenn da nicht diese eine Sache gewesen wäre.“ Also erzählte ich ihm von der Beerdigung und was ich alles getan hatte; die Tatsache, dass er auch gestorben war, ließ ich aus.
„Also hast du drei Dinge getan, die du eigentlich nicht hättest tun sollen?“, lachte Jack und ich grinste.
„Ja, ziemlich das.“
„Und was war dann der Albtraum dabei?“
„Außer, dass ich von einem Auto angefahren worden bin, oder was?“ Wir lachten beide.
„Du klangst beim Erzählen nicht so, als wäre das der Grund für den Albtraum gewesen.“ Wow, er war echt aufmerksam.
„Du hast Recht. Ich war eigentlich viel zu schnell wach. Es ist nur, dass… ich eigentlich auf einer anderen Beerdigung hätte sein müssen“, sagte ich vage und traute mich nicht, in seine Augen zu sehen. Allein der Gedanke daran, dass Jack sterben könnte, trieb mir schon Tränen in die Augen. Und ich wollte nicht, dass er die Tränen sah.
„Von wem?“, fragte er sanft und hob sanft mein Kinn mit seinen Finger an. Als er meine angestauten Tränen sah, stockte sein Atem.
„Von dir“, flüsterte ich ihm zu und drückte mich noch näher an ihn. „Das könnte ich nicht überleben.“
Seine Arme schlangen sich um meinen Körper. „Glaub mir, ich auch nicht. Aber damit meine ich bei deiner Beerdigung, nicht bei meiner. Bei meiner wäre ich ja sowieso schon tot, weißt du? Und, naja, es wäre schon komisch, wenn- Weißt du was? Ich halte jetzt meine Klappe.“
Ich hatte während seines kleinen Ausrasters meinen Kopf gehoben und grinste ihn nun schief an, während er errötete. Es war mehr als Beweis genug, dass er mich mehr mochte als nur als beste Freundin. Ich musste nur noch die richtigen Wörter finden.
„Jack?“
„Hm?“
„Du brauchst nicht nervös sein. Ich empfinde genau wie du. Und es ist süß, wie du gerade ausgerastet bist.“ Ich beobachtete, wie er zur Realisierung der Bedeutung meiner Wörter kam.
„Du bist absolut der Hammer, Kim.“
Er küsste mich, was uns beiden viel bedeutete.


A/N: Nimmt bitte nicht alles ganz so ernst… das spielt sich unter anderem auch ein bisschen zwischen den Genres Parodie und Humor ab. Also nicht ernst gemeint! xD
Ansonsten… das war mein Beitrag zu diesem Projekt. Vielleicht werde ich das nochmal machen… es ist einfach genial! xD
Außerdem sind das hier alles Drabbles... 100-200-100-100-400. Nicht schlecht, was? xD

Bis dann! ;D
LG, Kara. :)
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