Die schwarze Wölfin und der goldene Löwe

GeschichteAbenteuer, Romanze / P18
07.02.2016
26.10.2016
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Hi Leute, ich hoffe euch gefällt das neue Kapitel :)
Danke für die super Reviews fürs erste Kapitel ;)) würde mich über weiter freuen!!
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„Was soll das?“ Jaime schritt mit einem breiten Grinsen auf Cersei zu, die ein wenig abseits stand.
„Was soll was, liebste Schwester?“
Cerseis Augen zogen sich zu wütenden Schlitzen zusammen und Jaimes Grinsen wurde noch breiter.
„Warum machst du das Starkmädchen an? Und das vor meinen Augen??“ Jaime stieß ein ungläubiges Lachen aus. Sie war tatsächlich eifersüchtig.
„Aber Schwester, du wirst doch nicht glauben, dass ich mich an Ned Starks Tochter heranmache. Ich wollte mich nur vergewissern ob sie wirklich so ein wildes Temperament hat, wie alle sagen.“
Cersei schien noch nicht ganz überzeugt davon und zog skeptisch eine ihrer perfekten Brauen hoch. Jaime kam noch dichter an sie heran und ließ seinen Blick lustvoll an ihr hinabgleiten.
„Meine Königin, du weißt doch, dass ich nur dich will und begehre.“ Seine Schwester zuckt erschrocken zurück.
„Jaime, doch nicht hier vor all den Leuten!“
Er verzog missmutig sein Gesicht, setzte dann aber gleich wieder sein Lächeln auf und verbeugte sich spöttisch vor Cersei.
„Wie Ihr wünscht Mylady.“

Jaime machte auf dem Absatz kehrt und wollte seinen Bruder Tyrion, der von vielen nur Gnom genannt wird, aufsuchen. In seiner Familie verachteten ihn alle, er war ein Krüppel. Nur Jaime konnte ihn gut leiden, denn er mochte seine ehrliche und listige Art.
Schließlich fand er seinen Bruder, doch er war schon so betrunken, dass er auf einem Tisch lag und schlief, während alle anderen ihn auslachten, aber Jaime wandte sich ab, denn Tyrion war, wie immer, selbst schuld wenn er sich so volllaufen ließ. Tja schade. Er hätte gerne einen Gesprächspartner gehabt.

Auf seinem Weg nach draußen, traf er Lord Stark, der ihn nicht gerade begeistert musterte.
„Lord Stark, wie ich gehört habe, werden wir bald Nachbarn werden. Ist den Gerüchten zu trauen?“
„Ja Ser Jaime, ich fürchte sie erweisen sich als wahr.“ Jaimes Grinsen wurde breiter und er streckte Stark die Hand hin.
„Na dann, auf eine gute Zusammenarbeit.“
Etwas widerwillig ergriff Lord Stark seine Hand und schüttelte sie, aber Jaime sah in seinen Augen eine Spur der Verachtung liegen.
Also dachte er immer noch daran was vor so vielen Jahren geschehen ist.

Am nächsten Morgen fand Jaime eine Nachricht neben seinem Bett.
„Komm zum verlassenen Turm hinter der Burg C.“
Cersei wollte ihn also sehen. Ein dreckiges Grinsen breitete sich auf seinem Mund aus und gleich nachdem Frühstück machte er sich auf den Weg.

Seine schöne Schwester stand am Fenster des Turms und blickte hinaus. Jaime legte von hinten seine Arme auf ihre Taille und begann zärtlich ihren Hals zu küssen. Die Königin seufzte.
„Schön, dass du meiner Bitte so schnell nachgekommen bist Bruder. Ich hielt es nicht mehr aus ohne dich!“
Cersei drehte sich um und lächelte ihn lüstern an. Ihre Finger kreisten auf seiner starken Brust und eine Hand wanderte langsam zu seinem Schritt hinab. Jaime stöhnte auf. Diese Frau hatte ihn in der Hand, ganz gleich was er versuchen würde, er würde nicht von ihr loskommen.

Sie fielen übereinander her und Jaime wusste, dass es falsch war. Es war falscher als falsch und doch konnte er sich nicht beherrschen. Seit ihrer Kindheit waren die Zwillinge unzertrennlich gewesen und das hatte dann schlussendlich zu ihrem Verhältnis geführt. Würde es jemand erfahren, wären sie tot. Beide.
„Ja! Jaime!“ Cersei stöhnte, aber auch Jaime konnte sich nicht zurückhalten und fiel in ihr stöhnen mit ein. Plötzlich verkrampfte sie sich und schrie auf. War sie schon gekommen? Jaime ließ sich davon aber nicht beirren und stieß weiter in sie.
„Nein Jaime! STOP!“ Er ließ enttäuscht von ihr ab und wollte gerade zu einer wütenden Antwort ansetzen, als sie mit ihrem Finger zum Fenster des Turms deutete.
Dort stand ein Junge, kaum zehn Jahre alt und beobachtete sie bei ihrem Treiben.

Jaime sprang auf und durchquerte den Raum. Der Junge schreckte auf und wollte wieder hinausklettern, doch Jaime war schneller. Er packte ihn am Kragen und zog ihn wieder herein.
„Er hat uns gesehen. Verdammt er hat uns gesehen!“ rief Cersei verzweifelt und raufte sich die Haare. Sie sah sich und ihren Bruder schon vor dem Henker.
„Ich weiß, aber beruhig dich!“ Jaime musterte den Jungen genau, er war einer der Starks. Verdammt. Was nun?
Der Junge sah ihm flehend in die Augen. „Bitte Ser Jaime, lasst mich gehen. Ich werde nichts verraten!“
„Jaime, nein! Wir dürfen ihm nicht vertrauen. Mach dem ein Ende!“ Immer noch unentschlossen starrte er den Jungen weiterhin an. Plötzlich vernahm er im Hintergrund eine Bewegung und Cersei stürzte an ihm vorbei und schubste den Jungen aus dem Fenster.
Sie schaute Jaime tief in die Augen. „Was man nicht alles für die Liebe tut!“

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„Bogenarm ausdrehen, Julyne und ganz ruhig. Konzentriere dich auf das Ziel.“
Jon Schnee stand neben seiner Halbschwester und beobachtete sie ganz genau. Die gespannte Sehne des Bogens streifte Julynes Wange und ihre Haare tanzten um ihre zarten Schultern. Sie holte tief Luft, bevor sie den Pfeil fliegen ließ.
Jon verkniff sich sein Grinsen. „Sonst magst du ja begabt sein, aber mit dem Bogen musst du noch umgehen lernen, Schwester.“

Julyne wusste, dass er es nicht böse meinte. Trotzdem streckte sie ihm gespielt beleidigt die Zunge heraus und setzte ihren Bogen erneut an.
Der Pfeil vorhin hatte das Ziel, eine Stoffpuppe, knapp am Kopf verfehlt und sie war wütend deswegen.
Noch bevor sie den nächsten Pfeil fliegen lassen konnte wurde sie gestört.

„Julyne, hast du Bran gesehen?“
Ihre Mutter, Lady Catelyn, kam herbeigelaufen und ignorierte Jon, den sie verabscheute, gekonnt. Julyne schüttelte verwirrt ihren      Kopf.
Catelyn schien verzweifelt. „Ich kann ihn nicht finden! Seit dem Morgen ist er verschwunden!“
Just in dem Moment kam Ser Rodrick zu ihnen.
„Mylady, wir haben Bran gefunden.“ Catelyn seufzte erleichtert auf, doch Ser Rodrick hatte noch etwas auf dem Herzen.
„Es tut mir leid, Mylady, aber wir haben Bran vor dem alten Turm hinter der Burg gefunden. Er…er muss geklettert sein und dann gefallen sein…es steht nicht gut um ihn.“
Ihre Mutter wurde bleich. „Wo ist er? Wo ist mein Sohn?“ rief sie schon fast hysterisch.
„Lady Catelyn er ist in seine Gemächer gebracht worden.“
Sie stürmte mit Tränen in den Augen sofort Richtung Burg und Ser Rodrick folgte ihr während Jon und Julyne zurückblieben und nicht wussten was sie als nächstes tun sollten.

Nach einer beinahe schlaflosen Nacht machte sich Julyne auf, um etwas mit Leah spazieren zu gehen. Zuvor war sie noch bei Bran gewesen. Maester Luwin glaubte, dass er durchkommen würde, denn er sei ein Kämpfer. Doch er würde seine Beine ziemlich sicher nie wieder bewegen können.

Auf dem Hof begegnete sie Jaime Lennister. Sie seufzte auf. Nicht der auch noch - ein Lennister war das letzte was sie gerade brauchte. In Königsmund würde sie sich noch genug mit ihnen herumschlagen müssen.

Als er vor ihr zum stehen kam, war sie überrascht. Statt seinem selbstgefälligen Lächeln hatte er immerhin so viel Anstand, einmal eine ernste Miene an den Tag zu legen. Trotzdem blieb sie ihm gegenüber kühl.
Er verbeugte sich vor ihr.
„Lady Julyne, es tut mir unendlich leid, was Eurem Bruder widerfahren ist. Ich hoffe, dass er bald wieder gesund wird.“
Julyne sah ihm in die grünen Augen und las seine ernste Miene. Er hatte wirklich Mitleid, was sie überraschte, denn was schert den ehrenwerten Jaime Lennister schon ein kleiner Junge, zudem er keinerlei Verbindung hat.
Die junge Frau neigte ihr Haupt.
„Danke für Ihr Mitgefühl, Ser Jaime.“ meinte sie kalt und ging an ihm vorbei ohne ihn auch nur einmal anzusehen

Nach dem Spaziergang traf sie auf Robb, der wütend mit seinem Schwert auf eine Strohpuppe einschlug. Sein Temperament kochte, wie so oft, über.
„Ist er schon tot?“
Sie konnte es sich nicht verkneifen diese Frage zu stellen. Klar, er macht sich Sorgen um Bran, aber man kann auch übertreiben.
Robb würdigte sie keines Blickes. July schritt auf ihn zu und packte ihn an der Schulter.
„Robb, was ist mit dir los?“
„Ich bin wütend!“ Seine Schwester verdrehte die Augen – auf das wäre sie jetzt nie gekommen!
„Warum? Und sieh mich gefälligst an wenn ich mit dir rede!“ Endlich ließ er sein Schwert sinken und blickte ihr in die Augen. July sah Wut, Verzweiflung und Angst.
„Ich…ich kann das nicht. Vater wird morgen aufbrechen und dann bin ich Lord von Winterfell. Das schaffe ich nicht…“
Julyne trat an ihn heran und umarmte ihn.
„Ach Robb, vertrau mir, du wirst ein großartiger Lord werden! Außerdem bist du nicht alleine, Mutter wird hierbleiben, Ser Rodrick Cassel und auch Maester Luwin. Sie wissen alle, was zu tun ist, glaub mir!“
Ihr großer Bruder löste sich von ihr und lächelte sie schwach an.
„Danke July!“

Nun war der Tag des Abschieds gekommen. Von ihren Geschwistern hatte Julyne sich schon verabschiedet. Mutter war wie schon seit Tagen, in Brans Zimmer anzutreffen.
„Mutter wir gehen jetzt.“
Catelyn blickte auf und ihr traten Tränen in die Augen. Sie stand auf und umarmte ihr älteste Tochter.
„Ach mein Kind! Du wirst mir so unendlich fehlen!“
Mutter und Tochter lösten sich voneinander. Eine Träne rann über Julys schönes Gesicht. Plötzlich wurde Catelyn wieder ernst.
„Julyne, pass auf, ich gebe dir jetzt einen guten Rat. Königsmund mag zwar eine schöne Stadt sein, doch sie steckt voller Lügen und Intrigen. Vertraue niemanden und lass dich auf keinen ein – schon gar nicht auf einen von den Lennisters. Sie sind gefährlich und ich habe das ungute Gefühl, dass sie etwas mit Jon Arryns Tod zu tun haben. Und nun geh – wir werden uns wieder sehen, das weiß ich!“

Cat gab Julyne noch einen Kuss auf die Stirn und letztere verschwand dann aus dem Raum. Vor der Tür wischte sie sich ihrer Tränen aus dem Gesicht. Sie würde jetzt stark sein müssen, denn in Königsmund kann man es sich nicht leisten zerbrechlich zu sein.