Eine neue Menschheit

GeschichteDrama, Romanze / P18 Slash
Nyu/Lucy OC (Own Character)
07.02.2016
18.03.2016
5
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Es waren nun bereits zwei Wochen vergangen, seit Lucy sich den Soldaten stellte. Seitdem hatte man nichts von ihr gehört. Koutha, Yuka, Mayu und Nana machten sich große Sorgen über ihre verschollene Mitbewohnerin. „Wo kann sie bloß stecken?“, fragte sich Koutha, als er zusammen mit den Anderen am Mittagstisch saß. Die vergangene Zeit dachte sie alle oft an Nyu, nur Koutha und Nana wussten in etwa, was passiert war, aber auch deren Wissen endete mit dem letzten Kampf Lucys mit den Soldaten.

Schlagartig wachte sie auf. Es war keine vertraute Umgebung auch, wenn sie der Forschungsinsel ungemein ähnlich sah. Ihres Erachtens nach, war sie höchstwahrscheinlich wieder gefangen worden, nachdem sie ihr Bewusstsein verlor, als ihr ihr letztes Horn abgeschossen wurde. Ihr war kalt und sie fühlte sich einsam in dem großen fast leeren weißen Raum in dem sie sich befand. Sie lag auf einem großen Stahltisch und ihre Hand-, wie Fußgelenke waren mit Schellen am Tisch fixiert. Ihre nackte Haut begann wegen der langen Berührung mit dem kalten Stahl zu zittern. Sie wollte sich befreien, doch musste sie feststellen, dass ihre Vektoren blockiert waren.
Sie wusste bereits, wie sich das anfühlt von ihrem ersten Kampf mit Nana. Der Raum war nur spärlich beleuchtet und sie konnte nicht einmal sein Ende sehen. Sie blickte zu ihrer linken und sah einen zweiten Stahltisch nahe dem ihren, beladen mit verschiedenen medizinischen Gerätschaften, mehreren Spritzen und Glasbehältern, einem Laptop und einer Kamera, welche auf dem Laptop befestigt war und sie filmte.
Doch sie hatte wichtigeres zu beachten, denn sie fühlte sich sehr eigenartig, als ob etwas in ihr selbst fehlen würde.
Nach mehreren Minuten schalteten sich die Lichter im Raum an und Schritte waren außerhalb des Raums zu hören.
Lucy sah sich nun erneut um und sah an dem anderen Ende des Raumes...sich selbst. Aber wie konnte das möglich sein. Geschockt sah sie an sich selbst hinunter, nur um sicherzugehen, dass sie noch in ihrem Körper war. Aber abgesehen von ihrer Gänsehaut und dem immer stärker werdenden Zittern war alles normal. Wie konnte sie also am Ende des Raumes liegen?
Ihr Gedankengang wurde von zwei Doktoren unterbrochen, welche die Tür öffnete und sich neben sie stellten. „Du bist also endlich wach. Gut! Dann können wir die Untersuchung beginnen.“, sprach einer der Doktoren. Lucy war sich nun relativ sicher, dass sie sich nicht auf der Forschungsinsel befand, da die Doktoren ein fremdes silberfarbenes Abzeichen trugen. Ein Ring mit der Schrift NHP darin und an dem Ring ist eine kleine Plakette mit der Aufschrift: NHP Shinka no kigen: Dr. Johny Heartwill – Sicherheitsstufe: 5.
Den Namen des anderen Doktors konnte sie nicht erkennen, da er sich zu viel bewegte. „Wo bin ich?“, fragte Lucy mit zittriger Stimme, doch der Doktor ignorierte ihre Frage und wandte sich an seinen Kollegen.
„Schließe die Kabel an.“ Der andere kleine Doktor entnahm einem der Geräte auf dem Tisch mehrere Kabel, die er mit Pads an Lucys Kopf anlegte. „Was tut ihr da? Was sind das für Kabel?“ „Ganz ruhig, wir untersuchen nur deine Gehirnströme.“, antwortete der braunhaarige Dr. Heartwill, während er zu dem Laptop ging. Dort sah er sich den Bildschirm genau an, auf dem Lucy ein farbliches Bild eines, wahrscheinlich ihres Gehirns und mehrere Balkenstatistiken erkennen konnte. Der kleine Doktor öffnete eine Schachtel und holte eine Tablette heraus. Damit ging er zu Lucys Kopf. „Öffne deinen Mund.“ Lucy schüttelte den Kopf. Sofort griff der Doktor nach ihrer Nase und hielt sie zu, bis sie den Mund öffnen musste um nicht zu ersticken. Er legte ihr die Pille schnell in den Mund und hielt diesen danach auch zu, bis sie schluckte.
„Was war das?“ „Ein Beruhigungsmittel, du wirst gleich müde werden und danach...danach werden wir dir ein paar Erklärungen geben...vielleicht.“, beruhigte sie Dr. Heartwill. Lucy sah erneut zu dem anderen Ich, welches dort auf dem Stahltisch lag. Ihre Augenlider wurden auf einmal schwer, sie schloss die Augen und schlief ein.

Der große braunhaarige Doktor stand in einem großen Büro, ganz offensichtlich nicht sein eigenes. Ihm gegenüber saß ein mittelgroßer schwarzhaariger Mann mit Brille. Dieser laß in verschiedenen Dokumenten und schenkte dem jungen Doktor nur wenig Beachtung. Er selbst schien auch ein Doktor zu sein, jedoch ein hohes Tier, zumindest würde es zu seinem edlen schwarzen Anzug passen, den er unter dem offenen Laborkittel trug.
Nachdem er mit dem Dokumenten fertig war legte er sie in einen Ordner und verstaute ihn unter seinem Schreibtisch. Nun schaute er zu Dr. Heartwill, welcher dies als Aufforderung empfand zu sprechen, „Sie hat keinen Widerstand geleistet, das Serum hat funktioniert, wie sie es vorhergesagt haben.“ „Gut, ihr Bericht ist sehr zufriedenstellend Doktor Heartwill.“ "Vielen Dank, Professor Doktor Schneider.“ „Wo befindet sich die Königin jetzt?“ „In Testhalle 4 und sie ist unter ständiger medizinischer Aufsicht, außerdem bekam sie erneut VBS gespritzt. Ist es nicht Zeit sie mit dem König zu vereinen?“ „Nein, noch nicht. Der König und die Königin sind noch nicht bereit.“ „Jawohl, ich gehe zu Testhalle 4 und folge dem Plan.“, sprach Dr. Heartwill und verließ das Büro.
Dr. Schneider wartete bis der kleine Braunhaarige die Tür hinter sich schloss, ehe er zum großen schräg nach außen gerichteten Panoramafenster ging und die stählerne Abdeckung hochfuhr. Die leicht orange Nachmittagssonne schien auf den großen Garten unter dem Fenster. Der Garten ist ummauert und mit einer riesigen Glaskuppel überdacht.
Dort unten ist ein Mann zu sehen. Dr. Schneider schaut hinunter auf das lange dunkelblonde Haar des großen jungen Mannes unter ihm.

Dr. Heartwill geht einen langen Gang mit vielen Stahltüren und ohne Fenster entlang. Der Gang ist recht breit, ansonsten würden die ihm entgegenkommenden Soldaten ihn um rempeln. Seit Lucy auf die Station gebracht wurde herrscht höchste Alarmbereitschaft. Kommandant Tanaka, der Security Leiter der NHP Stelle Shinka no kigen ordnete Patrouillen von fünf Mann im Viertelstundentakt an, außerdem wurden aus Sicherheitsmaßnahmen alle Mitarbeiter ab Sicherheitsstufe 3 und das gesamte Sicherheitspersonal verpflichtet eine Waffe mit Panzerbrechender Munition mit sich zu führen. Er selbst trug auch eine, auch wenn er seit der Grundausbildung nicht mehr geschossen hat. Ein wirkliches Gefühl von Sicherheit bereitete ihm das Tragen der Waffe ebenfalls nicht aber Vorschrift bleibt Vorschrift.
Nach einem recht langen Weg kam er bei Testhalle 4 an und trat sogleich ein. Dort saß Lucy, mittlerweile in ein weißes T-Shirt und weiße lange Hose gekleidet auf einem großen am Boden festgeschraubten Stuhl. Ihre Gelenke waren wie zuvor mittels Schellen fixiert und sie war an der Grenze zwischen Bewusstsein und Ohnmacht.
Um sie herum standen seine Kollegen in der Abteilung 4, zur Erforschung der Königin bzw. der reinen Diclonii. Der kleine schwarzhaarige Doktor Sommer, der Lucy schon sah und der leicht buckelnde Dr. Owland, welcher Lucy zum ersten mal sah und sie aufgeregt beäugte.

Lucy war noch benommen von den Betäubungsmitteln und dem VBS, welches ihre Vektoren blockierte. Sie bekam nur Randweise mit, wie Dr. Heartwill den Raum betrat. Als Owland die Brüche ihrer Hörner abtastete, bekam Lucy einen kleinen Schmerzschock, als wenn man sie an einer offenen Wunde berührt hätte.
„Wo bin ich hier? Was wollt ihr?“, fragte die nun wachere Lucy die drei Wissenschaftler. „Ähnliche Fragen hast du uns schon mal gestellt, erinnerst du dich,“ gab Dr. Sommer zurück. „Nein, ich erinnere mich nicht, wo bin ich?“ „Sie leidet wohl unter dem Verlust ihrer jüngsten Einträge in ihrem Kurzzeitgedächtnis, hervorgerufen durch das Beruhigungsmittel, wir sollten andere verwenden.“, erklärte Dr. Heartwill.
„Wer seid ihr?“, fragte Lucy mit kalter Stimme und versuchte damit ihre Unsicherheit, wegen dem Verlust ihrer Vektoren in Gefangenschaft nicht zu zeigen. „Ich bin Doktor Heartwill.“, stellte er sich vor, „der Mann neben mir ist Doktor Sommer und der, der neben dir steht ist Doktor Owland.“ „Wir sind hier um dich zu untersuchen.“, ergänzte Dr. Owland mit seiner sehr kratzigen alten Stimme. „Wie habt ihr meine Vektoren blockiert?“ „Mit einem Serum, dass wir entwickelten. Wir nennen es Vecteur blocage sérique, kurz VBS.“, erklärte Dr. Sommer. Lucy blickte ihn leicht verwirrt an. „Das ist französisch, weil ein Franzose es erfunden hat.“, fuhr Dr. Sommer fort.
Lucy, welche nicht verstand, warum so viele Ausländer auf einmal in der Dicloniiforschung beschäftigt waren, sah ich um, soweit es ihr möglich war. Sie sah nichts weiter, als medizinische Geräte und ähnliches. „Sperrt ihr mich jetzt wieder in den Käfig ein?“, wollte Lucy wissen. „Den Käfig? Nein du wirst auch nicht lange bleiben.“, sagte Dr. Heartwill. Lucy wurde Augenblicklich unruhig und schaute Dr. Heartwill nervös an, als ihr erneut das Abzeichen auffiel. Schlagartig kam ihr wieder der Laptop, die Kabel und die Schrift  NHP Shinka no kigen in den Sinn. „Ihr gehört nicht zu der Forschungsinsel, oder?“ „Nein wir gehören nicht zu Kakuzwas Leuten.“, antwortete Dr. Sommer. „Kakuzawa, Generaldirektor Kakuzawa.“, korrigierte ihn Dr. Heartwill. Dr. Owland indessen, beobachtet jeden von Lucys Atemzügen mit Adleraugen und ignorierte die nun ausbrechende Diskussion über japanische Namen.
„Komm schon Kakuzwa, Kakuzawa, Kuzawa, das ist viel zu schwer auszusprechen und zu merken!“, meinte Dr. Sommer. Dr. Heartwill entgegnete: „Es heißt einfach Kakuzawa das ist nicht so schwer, mit Tanaka hast du doch auch keine Probleme.“ „Gott sei dank, ansonsten würde der mir die Hölle heiß machen.“
Lucy befand sich in einem Zustand zwischen Erleichterung, dass sie nicht erneut von Kakuzawa gefangen wurde und Verwirrung darüber, wer diese Leute sind. Sie wandte sich zu Dr. Owland: „Wenn ihr nicht zu Kakuzawas Leuten gehört, zu wem dann? Was bedeutet NHP?“ „Du bist in der Forschungseinrichtung Shinka no kigen, also der Heimat der Evolution.“, antwortete Dr. Owland. Die anderen beiden Doktoren schienen ihre Diskussion nun beendet zu haben und schlossen sich dem Gespräch an. „Tut uns leid aber mehr Fragen dürfen wir dir fürs Erste nicht beantwortet.“, sagte Dr. Heartwill und nahm eine Tablette von einem nahestehenden Tisch. „Du wirst uns nun verlassen müssen.“, ergänzte Dr. Sommer. Lucy öffnete bereitwilligen ihren Mund, da ihr klar war, dass wenn die Wissenschaftler sie töten wollten, sie bereits tot wäre. Dr. Heartwill legt Lucy die Tablette in ihren Mund und sie schluckt sie hinunter. Danach wird sie schnell müde und schläft ein.