Die Wellen des Lebens

GeschichteAllgemein / P12
OC (Own Character) Saskia Berg Thure Sander
06.02.2016
25.06.2018
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06.02.2016 745
 
Kapitel 1:

Es war ein verregneter Herbsttag als Thure den letzten Karton ins Auto stellte. Saskia kam mit dem kleinen Dominik aus dem Haus. Endlich fuhren sie wieder nach Neustadt. Nach sieben Jahren in Angst und Schrecken. Einmal noch gingen Thure und Saskia Hand in Hand um und durch das Haus. Als sie ins Auto stiegen, hatte Saskia das deutliche Gefühl, dass sie nun ihre Vergangenheit hinter sich lassen und wieder einmal, wie so oft schon, von neuem anfangen. Doch dieses Mal sollte es anders werden, als sonst. Ohne Albträume, ohne Angst um sich oder das Leben der anderen beiden Menschen. Ohne Schrecken, dass gleich etwas unerwartetes passiert.

Nach langer Autofahrt, die mit einem Einjährigen doppelt so anstrengend war, kamen sie an der Ostseeküste an. Alles kam ihnen vertraut vor. Auch nach sieben Jahren hatte sich nicht viel verändert. Vor Saskias innerem Auge spielten sich die Erinnerungen ab. Die Fahrten auf der Albatross II, die zweideutigen Sprüche von den Kollegen. Alles kam wieder hoch. Ungewollt entwich ihr ein leiser Seufzer, der Thure sofort in Alarmbereitschaft versetzte: "Alles okay, Schatz?" "Mhm." "Du bist wieder in Erinnerungen?" Sie schaute ihn von der Seite an. "Du kennst mich einfach zu gut." "Saskia, ich bin seit zwölf Jahren dein Freund und seit vier Jahren dein Ehemann. Da werde ich wohl wissen was dich bedrückt." Saskia schaute ihm nur in die Augen und wechselte das Thema: "Was ist wohl aus Ben geworden? Aus Marten, Pia und all den anderen? Gibt es die Küstenwache mit diesem Team überhaupt noch? Oder sind sie alle ausgemustert worden?" Nun war es Thure, der sie schräg anschaute. "Ich kann dir diese Fragen nicht beantworten, doch du könntest dich selbst davon überzeugen." Gesagt, getan. Nachdem sie ihr Auto beim Haus abgestellt hatten und die letzten Sachen hineingetragen hatten, packten sie Dominik dick ein, setzten ihn in den Kinderwagen und spazierten Hand in Hand zur Zentrale.

Als sie am Eingangstor ankamen, hatte Saskia ein ganz flaues Gefühl. Was ist, wenn ihnen das gleich passiert war? Unbewusst drückte sie Thures Hand fester und mit dem Kinderwagen gingen sie hinein. Vor dem Lift ließen sie den Buggy stehen und Thure nahm Dominik auf den Arm. In diesem Moment kam der Aufzug und Saskia drückte mit zitternder Hand den Knopf in das Obergeschoß. Thure sah dies und nahm sie fest in den Arm. Leise flüsterte er ihr ins Ohr: "Es wird ihnen sicher allen gut gehen." Saskia konnte nur stumm nicken. Schon war der Lift oben angekommen. Dominik entfernte seinen gebannten Blick von der Ziffernanzeige und sah sich erstaunt um. "Da haben deine Mama und dein Papa vor langer Zeit einmal gearbeitet", erklärte Saskia ihrem Sohn. Der begann zu lachen und klatschte in seine kleinen Patschehände. Ein letztes Mal atmeten die Beiden durch und dann klopfte Thure mit seinem freien Arm an die Tür. Sofort wurde diese geöffnet und ein bekanntes Gesicht sah sie an. Der Mensch zu dem das Gesicht gehörte, drehte sich wieder um und ging. Saskia sah Thure ängstlich an und im selben Moment hörte sie jemanden rufen: "Kommt mal alle her, da ist jemand den wir sehr vermissten." Unsicher traten die Drei ein und da kam auch schon das Empfangskomitee. Alle waren noch da: Ben, Marten, Gruber und alle anderen. Doch halt eine fehlte. Das fiel vor allem Saskia auf und sie fragte auch sofort: "Wo ist Pia?" Da meldete sich Ben: "Sie ist im Krankenhaus." Saskia schlug sich eine Hand vor dem Mund, so erschrocken war sie. Jetzt wurde auch Thure unruhig: "Was hat sie denn? Ist es sehr schlimm?" "Nein eigentlich nicht..." Ben sah hilfesuchend zu Marten. Der nickte. "Okay, also... Pia und ich sind vorgestern Eltern eines gesunden Mädchens geworden." Thure bemerkte wie Saskia leise ausatmete. "Herzlichen Glückwunsch." Man sah ihnen an, dass sie sich freuten. "Was habt ihr denn da?" Fragte Marten mit Blick auf den Kleinen. "Ach so, das ist Dominik unser größtes Glück in den letzten sieben Jahren", erklärte Thure bereitwillig und gab Marten den Kleinen. Nachdem jeder den Kleinen mit Entzücken auf dem Arm hatte, kamen Marten und Ben wieder auf die Frage zurück, die ihnen seit sieben Jahren brennend interessiert: "Warum seid ihr damals einfach gegangen und was ist in der Zeit passiert?" So begannen die beiden zu erzählen...
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