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Über den Wolken

von Sakihana
KurzgeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16
Akihiko Usami Misaki Takahashi
05.02.2016
18.06.2017
11
28.592
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18.06.2017 4.243
 
Misaki ließ sich das warme Wasser über seine verletze Haut laufen.
Die klare Flüssigkeit färbte sich auf Anhieb hellrot. Seine Gedanken waren voller leere und Unglauben über das geschehene. Yumika war tot, Ren hatte sie getötet.… Nur um ihn zu retten.
Er war noch nicht in der Lage das alles zu verarbeiten. Dem jungen Arzt musste es furchtbar gehen, zwar hatte er versichert er wäre okay, aber das würde ihm nichtmal ein kleines Kind glauben.Er tat Misaki so Leid.
Usagi war zu ihm gekommen und hatte ihn in den Arm genommen.
Doch die Welt um ihn herum war schwarz geworden.Er war schon nach kurzer Zeit wieder zu sich gekommen.
Die Sanitäter wollten ihn weiter im Krankenhaus behalten, doch Misaki hatte sich geweigert und da er nur oberflächliche Verletzungen hatte, versicherte er, dass er unter Rens Aufsicht in kein Krankenhaus musste.
In Wahrheit hatte er den Gedanken nicht ertragen können heute Nacht nicht in Usagis Armen zu schlafen.
Er drehte am Wasserhahn, er hatte genug. Die meisten Wunden hatten schon leichte Krusten gebildet.
Dennoch würden einige Narben zurückbleiben. Er ging mit dem Finger den langen Schnitt von seinem Schlüsselbein bis zur Mitte seines Brustkorbes nach
und guckte in den Spiegel.
Er konnte seinen eigenen Anblick kaum ertragen.

Würde Usagi ihn so überhaupt noch lieben können?

Schnell zog der Braunhaarige seinen Pullover über den Kopf und streifte eine Schlafhose über.
Er öffnete die Tür des Badezimmers und blickte in den Raum, in dem er und Usagi heute schlafen würden.
Es war eines der Gästezimmer im Anwesen.
Ja er war hier geblieben. Usagi wollte in ein Hotel fahren, hauptsache weg. Im ersten Moment war dies auch Misakis Gedanke gewesen, aber es fühlte sich nicht richtig an.
Um jemals damit abschließen zu können, musste er hier bleiben und nicht davor wegrennen.
Wie verlockend es auch war, den Gewissensbissen zu entkommen die ihn plagten, wahrscheinlich niemals verlassen würden.
//Meinetwegen ist Ren zum Mörder geworden ...//
Gedanken wie diese schossen ihm ununterbrochen durch den Kopf. Er ging nun komplett aus dem Badezimmer raus und machte dort das Licht aus.
Sein Blick schweifte durch das Schlafzimmer. Usagi saß auf dem großen Himmelbett mit einer Zigarette in der Hand und schaute ihn an. Voller Sorge, Mitgefühl, aber auch Glück.
Glück das Misaki am Leben war. Als der Braunhaarige das erkannte, war er gerührt wie sehr, wie unglaublich stark er geliebt wurde. Schweigen stand im Raum.
Doch Misaki wusste das diese nicht lange andauern würde.
Er ging ein paar Schritte in die Richtung seines Geliebten, während dieser seine Zigarette im Aschenbecher neben sich auf dem Nachttisch ausdrückte.
"Misaki ich -" sein Gegenüber setzte an, doch er unterbrach ihn indem er seinen Zeigefinger behutsam auf die Lippen des anderen legte.
Misaki wollte nicht reden, noch nicht. Zwar hatte er beschlossen nicht wegzurennen, aber für heute wollte er die jüngsten Ereignisse aus seinem Kopf bannen.
Deshalb tat er etwas, das ihm überhaupt nicht ähnlich sah.
Er kniete sich zu seinem Partner, nahm das Gesicht von Usagi in beide Hände und küsste ihn sanft, von sich aus. Ohne Scham. Mit allen Emotionen.
Usagi erwiderte genauso gefühlvoll den Kuss. Nicht fordernd wie sonst, beide spürten die Nähe des anderen, waren glücklich da zu sein. Zusammen.
Der Braunhaarige beendete den Kuss, hielt das Gesicht seines Gegenübers immer noch in den Händen. Und blickte ihn an.

"Morgen. Bitte." sagte er leise.

Der Ältere nickte nur und lächelte leicht, bevor er Misaki zu sich hoch aufs Bett zog. Der Jüngere lag nun fest umfangen von den Armen des anderen auf ihm. Misaki klammerte sich schon fast verzweifelt an ihn. Ihre Körper rieben aneinander. Es war beruhigend den anderen zu spüren.
Usagi zog Misaki in einen vorsichtigen Kuss. Währenddessen drehte er ihn, sodass der Jüngere nun unter ihm lag.
Der Ältere löste den Kuss und fuhr mit seinen Lippen sanft das Schlüsselbein des anderen ab. Misakis Hände lagen in den silbernen Haaren seines Geliebten.
Nur in seinen Armen fühlte Misaki sich geborgen, der Geruch des Aftershaves und der Zigaretten war zu vertraut, dass ihm Tränen in die Augen stiegen.
Er war so froh noch hier zu sein. So unglaublich glücklich am Leben zu sein. Zusammen mit diesem Menschen, von dem er so geliebt wurde. Tränen des Glücks rannen ihm über die Wange. Doch das konnte sein Partner der besorgt in sein Gesicht blickte, nicht wissen.

"Hey... Soll ich aufhören?" fragte Usagi leise während er mit seinen Fingern ihm die Tränen aus dem Gesicht wischte.
Nein, das war mit Abstand das letzte was Misaki wollte.
Doch er wusste, dass sein Geliebter nun mal auch keine Gedanken lesen konnte.
Er wusste was zu tun war. Heute würde er alle seine Hemmungen ablegen.
Den Scham vergessen und spüren, dass er lebendig war. Deshalb schüttelte er lächelnd den Kopf und sagte mit hochroten Wangen
"Usagi, verführ mich!"
Der Angesprochene schaute ihn mehr als überrascht an.
So welche Worte aus dem Mund seines Angebeteten zu hören war mehr als ungewöhnlich. Usagi lachte kurz bis er sich wieder komplett Misaki zuwandte.
"Sag aber Bescheid, wenn ich dir wehtue." mahnte der Ältere mit Blick auf seine Verletzungen.
Doch Misaki antwortete gar nicht darauf, da auch Schmerzen bedeuteten, dass man am Leben war.
Während der Braunhaarige in einen Zungenkuss der Emotionen gezogen wurde, merkte er wie eine Hand langsam seinen Pullover nach oben schob.
Ohne sich aus dem Kuss zu lösen lag er nun fast oberkörperfrei unter dem anderen.
Nun kurz mussten sich die Lippenpaare trennen um den Pullover vollends zu entfernen. Bei der Gelegenheit, macht auch Usagi sein Hemd auf und warf es achtlos zur Seite. Dies alles geschah so hektisch, dass das Kissen auf das Misaki sich gestützt hatte aus dem Bett fiel. Doch das spielte für beide keine Rolle.
Für sie zählten in diesem Augenblick nur einander. Haut traf Haut als beide wieder eng umschlungen waren. Dem Jüngeren entwich ein leichtes Stöhnen.
Sein Atem beschleunigte sich. Usagi begann daraufhin seine Brustwarzen mit der Zunge zu umkreisen. Leicht reinzubeißen. Wie oft waren beide schon in dieser Situation gewesen?
Misaki konnte sich noch an jedes Mal erinnern, wie oft er sich gewehrt hatte, doch immer wieder hatten Usagis Charme in Verführt.
Was würde er nur ohne tun? Nur bei ihm konnte er sich fallen lassen.
Komplett genießen, wer er war. Der Mond warf sachtes Licht auf das Bett, indem sie beide sich liebten. Im Raum lag all ihre Kleidung unordentlich verteilt.
Die ganze Zeit ließ er den Älteren nicht los. Ihm wurde klar, um mit diesem Menschen weiterhin zusammen sein zu können, würde er alles tun.
Mit ihm Höhen und Tiefen zu erleben. Doch empfand Usagi auch so?
Die Hände des Älteren wanderten in die exotischeren Ebenen. Die Geräusche die Misaki am Anfang noch zu unterdrücken versuchte, hallten durch das ganze Zimmer. Der Ältere war so sanft wie nie zuvor, doch diesmal war es Misaki dem dies alles zu langsam ging, der sich stürmisch unter dem Älteren wand.
"Misaki...So kenne ich dich ja gar nicht." flüsterte Usagi ihm stöhnend mit einem Hauch Belustigung ins Ohr. Dem Jüngeren wurde ganz heiß, sein Gesicht wurde rot. Wie recht Usagi doch hatte. Aber der Braunhaarige konnte sich selbst nicht helfen wollte seinem Geliebten nahe sein.
Beide kamen ihrem Höhepunkt näher, so heiß wie noch nie.
"Misaki…Misaki ich liebe dich" stöhnte der Ältere.
Obwohl er diese Worte schon so oft von dem Silberhaarigen gehört hatte, jagten sie ihm jedes Mal eine Gänsehaut ein.
Dieser wunderschöne Mann überraschte ihn immer wieder.
Nun lag es auch mal, an Misaki ihn zu überraschen.

"Ich… Ich liebe dich auch ....Akihiko!"





Die Sonnenstrahlen weckten ihn.
Als er die Augen langsam aufschlug war Usagi nicht mehr da. Panik durchzog ihn, doch er beruhigte sich selbst wieder. Es war nicht unüblich von dem Älteren, dass er schonmal rausging um den Kopf freizubekommen und um Misaki nicht zu wecken. Diese Panik die er gerade hatte, sie zauberte ihm ein Lächeln auf sein Gesicht.
Er konnte nicht mehr auch nur eine Sekunde getrennt von Usagi sein ohne sich direkt einsam zu fühlen.
Auch, dass er nach einem solch furchtbaren Erlebnis wieder lächeln konnte, lag nur an dem Älteren.
Misaki beschloss duschen zu gehen, denn auf seinem Körper befanden sich noch Spuren der gestrigen Nacht.
Von dem angenehmen Teil der Nacht, aber auch Wunden die wieder angefangen hatten zu bluten.
Und das obwohl Usagi letzte Nacht so unglaublich sanft zu ihm war.
Er selbst war letzte Nacht so wild gewesen, besessen davon den furchtbaren Tag zu einem guten zu machen.
Es hatte, wenn auch nur begrenzt funktioniert, die schlimmen Erinnerungen waren da, aber sie würden verblassen mit der Zeit. Wie die Wunden an seinem Körper. Es hatte geholfen hier im Haus zu bleiben, nicht wegzurennen. Misaki beschloss duschen zu gehen um Usagi anschließend zu suchen.
Er hoffte, dass der Ältere sich nicht immer noch große Vorwürfe machte. Der Jüngere betrat das luxuriöse Badezimmer und sprang schnell unter die Dusche, ausziehen musste der Braunhaarige sich ja nicht mehr, das hatte Usagi schon gestern für ihn erledigt. Heute würden sie beide abreisen. Zurück nach Hause, in die vertraute gemeinsame Wohnung. Vorfreude packte Misaki, obwohl er schon jetzt keine Lust auf den Rückflug hatte.
Nach allem was auf dem Hinflug passiert war, war dies kein Wunder.
Dennoch gab es eine Sache die ihn immer noch verwunderte. Weshalb war Usagi mit ihm hier hergekommen?
Was hatte er hier gewollt? Mit dem Kopf voller Fragen beendete er seine Dusche und trocknete sich ab.
Er hatte genug Zeit Usagi zu fragen und immerhin hatte er hier so grausam es auch war, unglaublich viel über seinen Geliebten erfahren. Er verstand endlich, wieso dieser so war wie er nunmal war.
Die Unsicherheit die Usagi bei dem Bruder des Jüngeren hatte.
Die ständige Eifersucht wenn Misaki Zeit mit anderen verbrachte. Sein Geliebter hatte schon so vieles im Leben verloren, er konnte es nicht ertragen noch jemanden den er mochte zu verlieren.
Dieses Wissen war kostbar und würde ihre Beziehung weiter entwickeln, dessen war sich der Braunhaarige sicher. Misaki errötete leicht bei dem Gedanken

"Wie kitschig." schoss es durch seinen Kopf. Aber wahr, so wahr.

Und schon stand er vor der nächsten Frage, eher gesagt vor dem Kleiderschrank. Was sollte er anziehen.
Ein kurzer Blick auf seine Arme und Beine, genügend um zu entscheiden, dass es etwas Langes sein musste.
Die Wunden sollte Usagi nicht wieder sehen müssen. Schnell hatte er sich für einen Hoodie mit Jeans entschieden leger, wie Misaki.



//Tss, wo ist dieser Baka schon wieder? // Misaki seufzte. Das war mal wieder so typisch für Usagi.
Jetzt hatte er ihn schon im Speisesaal und im Empfangssaal gesucht.
Dabei war er auch Masami-san und ein paar anderen Angestellten begegnet.
Der Schock über das was vergangene Nacht passiert war, stand ihnen im Gesicht. Ihre Herrin war tot.
Sie wussten das meiste darüber, aber nicht alles. Yumikas Vergangenheit wurde nicht an sie weitergetragen.
Für viele wäre es schlimm zu wissen, dass Yumika ihre eigene Schwester umgebracht hatte, gerade weil das Personal das hier arbeitete Yuriko noch gekannt hatte.
Dazu kam auch noch, dass Bereiche des Anwesens abgesperrt wurden, auf Grund der Ermittlungen, wie zum Beispiel die Kellerräume und Yumikas Gemächer. Dennoch erfüllten sie weiterhin ihre Aufgaben, obwohl es um ihre Zukunft noch ungewiss stand.
Wer würde das Anwesen erben? Hatte Yumika überhaupt ein Testament verfasst? Dies würde sich früher oder später klären.
Auch wie Ren-san das ganze überstehen würde, war bedenklich. Zwar hatte er sich eben noch um Misakis Wunden und um sein mittlerweile wieder recht gut geheiltes, Bein gekümmert, aber man hatte ihm ansehen können, dass er in der Nacht kein Auge zugemacht hatte.
Und gesprochen hatte er auch kaum. Er brauchte Zeit, er hatte niemanden der ihm so Nahe stand, wie es bei Misaki der Fall war. Der Braunhaarige versuchte die Sorgen abzuschütteln und sich darauf zu konzentrieren, wo Usagi stecken konnte.
// Denk nach Misaki...Was wäre typisch für ....// noch bevor er den Gedanken zu Ende fasste, wollte er sich die Hand vor den Kopf schlagen. Er hatte eine starke Vermutung, es war offensichtlich wo sein Geliebter steckte wenn er Auszeit brauchte.




Eine leichte Brise fuhr ihm durch sein braunes Haar.
Der sonst so stürmische April, brachte dieses mal mildes Wetter mit sich. Die Sonne schien am leicht bewölktem Himmel. Der Duft von feuchten Gras lag in der Luft, am frühen Morgen hatte es wohl Regen gegeben.
Misaki ging den Weg entlang der ihm zu jenem Baum führen sollten.
Vorbei an wunderschönen Blumen und Sträuchern.
Der Frühling war da, erwärmte sein Herz. Und dann als er die Trauerweide sah, musste er instinktiv lächeln. Eine Person stand vor jenem grünen Baum, die eine Hand auf den Stamm gelegt.
Das bezaubernde silberne Haar wehte leicht im Wind, zusammen mit den Blättern der Weide. Es war ein wunderschöner Anblick, wie ein Gemälde.
Der Jüngere machte nach längerer Betrachtung, ein paar Schritte nach vorne. Die Person vor ihm bemerkte diese und drehte sich sofort um. Lächelte als er Misaki erblickte.
"Misaki, ich wusste, dass du mich hier finden würdest." Sein Lächeln ließ Misaki erröten.
"B-Baka...Deinetwegen habe ich das halbe Anwesen durchsucht." erwiderte der Braunhaarige nur.
"Was tust du hier, Usagi-san?" fügte er noch hinzu.
"Ich nehme Abschied." kam als sanfte Antwort.
Schweigen.
"Ich verstehe, lass mich mitmachen." Noch ein paar Schritte vor, dann stand auch Misaki vor der großen Trauerweide. Behutsam legte er wie Usagi die Hand auf den Stamm. Er schloss die Augen. Spürte den Wind in seinen Haaren, genoss die Stille, das Schweigen der Welt in diesem Moment. Dachte an das, was hier passiert war.
// Yumika-san, zwar habe ich dich nur kurz gekannt, dennoch bin ich der Überzeugung, dass ich mehr von dir gesehen habe als viele andere, aber ich möchte dir trotz allem die letzte Ehre erweisen.
Du hast schlimme Dinge getan, trotzdem hattest du es nicht verdient zu sterben.
Es tut mir leid, dass ich dich nicht retten konnte. Ich weiß, dass du und auch Yuriko-san die ich leider nie kennenlernte, Usagi geliebt habt. Ich weiß wie egoistisch es von mir ist ihn alleine für mich zu beanspruchen, aber ich werde versuchen ihn glücklich zu machen. So gut es geht.
Bitte, ruht in Frieden.//
Ein kurzes Gebet. Der Jüngere schlug seine Augen wieder auf. Sah den Größeren an dessen Augen noch geschlossen waren.
// Was denkst du Usagi? Gibst du dir die Schuld an der Tragödie? Bereust du alles? //
Fragen der Sorge kamen in ihm auf, doch als der Silberhaarige seine Augen öffnete und mit diesen direkt in die seines Gegenüber schaute, wusste Misaki es war in Ordnung. Blicke sagen manchmal wirklich mehr als Worte.


"Der Polizeikommissar hat heute Morgen mit mir gesprochen, Misaki." sprach der Ältere auf einmal zu ihm.

"Huh? Gibt es irgendwas neues?"


"Allerdings die Akten zu Yurikos Todesfall wurden nochmal neu aufgerollt, dabei ist aufgefallen, dass Yuriko sich unmöglich hätte in dieser Position selbst aufhängen können, ein peinlicher Fehler für die zuständige Stelle. Auf der anderen Seite gab es so viel Druck von der Familie Aishi, die alles vertuschen wollte...."

Misaki seufzte bedrückt.

"Also hat sie wirklich ihre eigene Schwester umgebracht..."

"Davon geht man mittlerweile aus, aber dies jemals, eindeutig nachzuweisen wird schwierig." antwortete Usagi. "Außerdem wäre da noch eine Sache bei der sie allerdings noch genauer nachforschen müssen..." setze der Silberhaarige zögernd an.

"Und die wäre?"

"Man sucht momentan nach dem Motiv von Yumika. Eifersucht kommt natürlich in Frage, aber das alleine passte nicht zu ihrem widersprüchlichen Verhalten. Auf der einen Seite beschuldigt sie mich als Mörder ihrer Schwester und auf der anderen liebt sie mich angeblich so stark, dass sie...solche Dinge getan hat." Ihm war es sichtlich nicht behaglich die Dinge so offen auszusprechen.

"Was meinst du damit , Usagi?" fragte der Jüngere verwirrt nach.

"Es ist erst ein vorläufiges Gutachten , aber sie war wahrscheinlich krank , sehr krank. Man vermutet , dass sie an einer multiplen Persönlichkeitsstörung litt. Das heißt sie hatte eine gespaltene Persönlichkeit , entstehen können die durch Trauma in der Kindheit und noch viele andere Dinge.
Bei so einer Familie ist es wohl kaum verwunderlich , sie hatte als Kind immer nur sich selbst , vielleicht kommt es daher... Man ist sich darüber noch nicht ganz im klaren." antwortete der Silberhaarige ausführlich.

"Ja , Yumika hatte sowas erzählt , wie sie so war als sie noch ein Kind war. Aber wie kamen die Ermittler überhaupt darauf?"

"Sie haben wohl Zettel gefunden in Yumikas Raum, auf denen Wohl Konversationen von ihr zu finden sind. Die Handschriften sind unterschiedliche, was auch Sinn macht, da Yumikas zweites Ich, ja nicht sie selbst ist… Das ist alles ziemlich verwirrend, meinst du nicht? Ich hoffe genauere Ermittlungen, bringen die Wahrheit ans Licht." beendete Usagi seine Erklärung.

"Ich glaube, ich habe diese Zettel gelesen als ich einmal in Yumikas Zimmer nach euch gesucht habe, ich hatte mich schon gewundert, aber durch die anderen Ereignisse dies verdrängt. Und ja, Usagi ich hoffe das auch so sehr." Sein Geliebter griff nach der Hand des Braunhaarigen.

Misaki Wange schimmerten leicht rötlich. Aber er genoss den Moment, es war so friedvoll, ruhig. Nur die Natur war zu hören. Es war als gäbe es nur sie auf dieser Welt. Für einige Sekunden ließ er sich in diesen Gedanken fallen.
Doch nicht von ihnen beirren.

"Usagi...Ich habe trotzdem noch eine Frage ...eher zwei. Weshalb sind wir hierher gekommen? Das kann doch unmöglich Zufall gewesen sein. Und wieso hast du ein Bild von Yuriko in deinem Jet hängen." Misakis Fragen waren nicht harsch, nicht anklagend, aber bestimmt.

"Hah..Ich habe mir schon gedacht, dass du das fragen würdest." Er lächelte.

"Um schonmal deine zweite Frage zu beantworten: Ich fühlte mich verantwortlich für ihren Tod. Und wollte es auf irgendeine Art und Weise, als eine Art kleine Gedenkstätte, für sie haben. Sie hat es nicht verdient von mir vergessen zu werden und ich wollte es mir auch nicht erlauben zu vergessen. Das denke ich selbst jetzt noch, aber wenn es dich so stark stört finden wir bestimmt eine andere Lösung."

" Nein, Nein...Vielleicht sollten wir ein Bild von Yumika daneben hängen. Ich wollte nur wissen weshalb." antwortete er beipflichtend.

"Ja, das ist eine schöne Idee..... He he, kam da etwa deine Eifersucht durch Misaki?" versuchte Akihiko ihn zu necken.

"Als ob! Antworte mir einfach auf die erste Frage und weich nicht aus." Misakis Gesicht war komplett rot angelaufen, aber er wollte seinem Gegenüber nicht noch mehr Zustimmung auf das was er gerade gesagt hatte geben.

"Du hast ja Recht, es war kein Zufall das wir hier sind. Allerdings waren diese Umstände ......" Der Ältere bedachte das Bein des Braunäugigen mit einem besorgtem Blick. ".....So auf keinen Fall gewollt. Die Wahrheit ist, dass du in den letzten paar Jahren immer wieder Menschen begegnet bist die etwas über meine Vergangenheit wussten, die du nicht wusstest.
Ich wollte nie mit dir darüber reden, hielt es nicht für wichtig, habe aber gemerkt wie verletzt du dadurch warst. Dennoch ist mir irgendwann bewusst geworden, dass wir die nächste Stufe unserer Beziehung nur dann erreichen können, wenn du weist, weshalb ich der Mensch geworden bin, der ich heute bin.
Das alles so eskaliert habe ich mir nicht im geringsten Vorstellen können.
Dass Yumika nicht erfreut sein würde und uns nicht hereinlassen würde, hätte ich im schlimmsten Fall gedacht. Deshalb muss ich mich nochmal entschuldigen, Misaki. Durch meinen egoistischen Wunsch, dir noch näher sein zu wollen, habe ich dein Leben in Gefahr gebracht. Dich gezwungen mitzukommen, indem ich dich praktisch gekidnapped habe. Auch weil ich mich nicht alleine meiner Vergangenheit stellen konnte.
Ich hätte fast das verloren, was mir am wichtigsten ist. Es wäre besser für dich, wenn du von mir fern bleibst.
Ich verdiene dich nicht."

Stille. Wiedermal realisierte Misaki wie wundervoll die Person neben ihm war.
Es gab jemanden auf dieser Welt dessen Gedanken sich nur um ihn zu kreisen schienen.
Es war andersrum, eigentlich verdiente Misaki es nicht so geliebt, so umsorgt zu werden.
Dennoch, eine Welt ohne Usagi machte für ihn keinen Sinn mehr. Es war fast als existierten sie nur füreinander.
Der Braunhaarige wünschte sich er könnte dies öfters zu seinem Geliebten sagen. Doch er traute sich nie. Immer war er gehemmt. Aber Misaki spürte, dass der Silberhaarige diese Worte nun brauchte.

"Du Dummkopf....Usagi. Du machst dir mal wieder viel zu viele Gedanken! Wenn ich das was du tust nicht wollte, wäre ich schon längst abgehauen. Ich bin froh, dass ich jetzt mehr über dich weiß und dir als dein Partner beistehen kann. Deshalb..." Eine einzelne Träne rann über die Wangen des Jüngeren.
"Deshalb sag sowas nicht! Ich will niemals von dir getrennt sein. Egal wie viele Schwierigkeiten oder Gefahren auf uns zukommen!"

"Misaki..." Der Silberhaarige starrte ihn überrascht an.

"Bitte lass uns zusammenbleiben!" Hochrot und immer noch mit Tränen in den Augen blickte Misaki dem Älteren direkt ins Gesicht.

"Ach Misaki...Was würde ich nur ohne dich tun. Glaub mir ich könnte mir nie zu viele Gedanken um dich machen, sie machen mein Leben schließlich besonders. Ich hatte nie vor mich von dir zu trennen, wollte dir aber die Chance geben selbst zu entscheiden. Ich hoffe dir ist bewusst, dass es jetzt kein zurück mehr gibt." Usagi lächelte wissend.

Während Misaki nur verwundert guckte. Was meinte der Ältere damit? Doch diese Frage sollte sich schon in den nächsten paar Sekunden klären. Denn etwas so überwältigendes geschah, etwas was Misaki niemals erwartet hätte.


"Ich möchte dir eine Frage stellen."


Die Welt um ihn herum schien in allen Farben, nie zuvor hatte er das Leben so intensiv gespürt.
Der Mann, den er liebte, ging vor ihm auf die Knie. Sein wunderschönes Silberndes Haar wehte im Wind, ebenso wie die raschelnden Blätter. Sein Geliebter war der Inbegriff von Schönheit und doch galt das Lächeln als er eine schwarze Schatulle langsam aus seiner Jackentasche zog, Misaki.
Der Braunhaarige, der sich selbst für so durchschnittlich in allem hielt, wurde in diesem Moment wieder mal von dieser einen Person zu etwas besonderem gemacht.
Der liebevolle Blick galt nur ihm niemanden sonst auf dieser Welt und als sich die Lippen des Älteren zu bewegen begannen, blieb sein Herz fast stehen.



"Misaki, willst du mich heiraten?"







Epilog



"Herzlich willkommen am Bord des Airbus 3002 die Fluggesellschaft XX begrüßt sie ganz herzlich und wünscht ihnen eine angenehme Reise...." Die Standardbegrüßung hallte durch die Lautsprecher des Flugzeuges.
Kurz darauf folgten die Sicherheitsvorkehrungen. Der Blondhaarige beschloss trotzdessen, dass es nicht sein erster Flug war zuzuhören, denn das letzte Mal, dass er verreist war, war doch schon eine ganze Weile her.
Doch von nun an würde sich das ändern. Er hatte vor der Vergangenheit den Rücken zuzukehren und die Welt wie sie war kennenzulernen. Lächelnd schaute er aus dem Fenster, als das Flugzeug abhob.
//Leb wohl, Heimat// Er wusste, dass er nie wieder zurückkehren würde. Es war auch nicht nötig ihn hielt dort nichts, außer Erinnerungen, welche die ihn noch immer Nachts wachhielten, andere die ihm ein Lächeln auf das Gesicht zauberten.
Es waren 2 Monate vergangen seit jener Nacht. Danach hatte er sich immer mehr zurückgezogen, wusste nicht, wohin mit sich.
Bis zu einem gewissen Punkt, als er eine Einladung erhielt. Von zwei Personen die dasselbe wie er durchgemacht hatten. Aber sich nicht verkrochen, sondern weiterlebten. Füreinander, Miteinander.
Er hatte sich über die Hochzeitseinladung, zunächst aufgeregt, nicht verstanden wie Misaki und Akihiko einfach so tun konnten als wäre nichts geschehen. Doch dann traf es ihn auf einmal, sie blendeten es nicht aus, liefen nicht davon, sondern hatten sich den Ereignissen gestellt.
Nicht wie Ren, er war in Wahrheit der Feigling gewesen.
Kurz darauf hatte er beschlossen, dass er weg von hier musste, egal wo hin, weg von hier. Ein neues Leben beginnen. Die Einladung hatte er aufbewahrt die Feier würde wohl ganz schön groß werden.
Typisch Akihiko, aber hinfliegen… Nein, das würde er nicht. Die beiden gehörten auch zu der Vergangenheit von der er sich nun abwenden wollte. Vielleicht würde er eine Glückwunschkarte schicken... , wer weiß.
Aber für eines war er dankbar, dafür dass die beiden ihn aus dem Käfig befreit hatten in dem er auch schon zur Zeit als Yumika noch lebte, gefangen war.
Ein Gefühl erfüllte ihn. Hoffnung. Neue Hoffnung.
Während er in die Ferne des unendlich blauen Himmels schaute.



//Danke für alles ...bitte werdet glücklich!///











Hey ! ^^

So dies war das letzte Kapitel dieser Fanfiktion , puuh diesen Satz zu sagen fällt mir schon schwer . Aber auf der anderen Seite bin ich froh nach monatelanger Arbeit an ihr endlich fertig zu sein und mich dem nächsten Projekt zuwenden zu können. Ich hoffe ich konnte ein gutes Ende finden. Wenn eine große Nachfrage dazu besteht ,wird es vielleicht noch ein Zusatzkapitel zu dieser Fanfiktion geben . Mal schauen , wenn ihr dafür seid schreibt es in die Reviews (Von denen es hoffentlich überhaupt welche geben wird) :D Ansonsten schreibe ich gerade an meiner nächsten FF über Yuri! On Ice , als Setting habe ich mir überlegt das die FF im Mittelalter spielt , wer also Lust hat Prinz Viktor in Action zu sehen (lesen^^;) kann gerne vorbeischauen;)

Bis zur nächsten FF

Saki


Zur Yuri!On Ice FF gehts hier :D : https://www.fanfiktion.de/s/5980bc8400055cf12eaff7c4/1/Der-einsame-Prinz
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