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Über den Wolken

von Sakihana
KurzgeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16
Akihiko Usami Misaki Takahashi
05.02.2016
18.06.2017
11
28.592
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07.06.2017 3.660
 
Letzte Stunde


Ren stand fassungslos in der Tür. Der Anblick der sich vor ihm ausbreitete war untragbar.
Es war als reiße man einen Teil seines Herzens aus seinem Brustkorb.
Bestialisch.
Sie stand mitten ihm Raum, hinter etwas was er kaum beschreiben konnte, so grausam war es. Misaki war an einem Stuhl gefesselt worden. Schien bewusstlos zu sein.
Überall an ihm war es. Blut.
Es lief an seinem Armen und Beinen hinunter. Er versuchte den Blick abzuwenden, konnte es aber nicht.
Als Arzt hätte ein solcher Anblick ihn nicht dermaßen aus der Fassung bringen sollen.
"Na ich wusste doch das du mich finden würdest. Ich habe schon auf dich gewartet." Sie lächelte kalt.
"Gut gemacht. Ich habe dich gut erzogen. Du bist wirklich der ideale Diener."
Sein Verstand weigerte sich die Situation zu erfassen, noch immer stand er da wie angewurzelt. Und starrte die ihm so bekannte Person an.
"Hach Ren. Die Aufgabe eines Dieners ist es, seine Herrin zufrieden zu stellen. Das hast du bisher immer getan.
Und wenn Akihiko und ich erstmal vereint sind, wirst du als unser treuer Diener an unserer Seite stehen." ihre Augen strahlten wenn auch nur kurz, etwas lebendiges aus, ein Funken ihres eigen paradoxen Glücks.
Bis dieser jedoch, tiefem Hass Platz machte, als sie Misaki anguckte."Aber es gibt noch jemanden der dieses Glück, unser aller Glück verhinde-" Sie wurde mitten im Satz von einem Ruf unterbrochen, der aus der Ferne kam.
"REN??" Obwohl sein Geist so weit weg von diesen Geschehnissen war, wusste er wessen Stimme das war.
Und auch Misaki den er für Bewusstlos gehalten hatte, hob den Kopf, ganz leicht.
" U-Usagi....-san!" der Klang seiner Stimme war so zerbrechlich wie Glas.
Yumika war alle Farbe aus dem Gesicht gewichen.
"Schließ die Tür Ren! SCHLIEß DIE TÜR!" schrie sie hysterisch.
Sein Geist war immer noch benebelt. Er bekam gar nicht mit wie rasch sich sein Körper bewegte.
Rein aus Gewohnheit, möglichst schnell. So wie es immer von ihm erwarte wurde. Ein kräftiger Stoß gegen die Tür, die Metallriegel schnell vorgeschoben. Ein kaltes und zufriedenes Lächeln von seinem Gegenüber.
"Es scheint als würdest du mich zu gut kennen, ein Glück das ich dich gut dressiert habe." lachte sie.
Ren stand da, sagte nichts, starrte sie an.
"Wie ich sehe hast du eine Waffe dabei, Ren. He he das trifft sich gut. Du wirst schon gleich dafür Verwendung finden." sie schien so vergnügt bei dem was sie sagte.
Das es ihn verwunderte. Er schaute auf sein Handgelenk, der Revolver lag darin. Die Zeit schien still zu stehen. Schwarz, Weiß schien die Welt. Er hörte nur sie. Er nahm nur sie war. Was hatte er außer ihr?
"Töte Misaki! Ren. Das ist ein Befehl!" sein Blick hing an ihren Lippen. Die Worte spielten für ihn keine Rolle.
Er begriff sie nicht. Wusste nur, dass er sie ausführen musste. Wie in Trance richtete er die Waffe aus das Ziel.
Und ging ein paar Schritte näher an dieses. Er hatte noch nie geschossen, aber das war egal.
Genauso wie sein Ziel, es bewegte sich, schüttelte flehend mit dem Kopf, sprach ihn verzweifelt an.
Aber das war egal. Er musste seine Herrin zufrieden stellen. Das war der einzige Sinn in seinem Leben.
Sein Finger lag auf dem Abzug.


Er wollte schießen.



"MISAKI!!!" Eine Stimme. Ein lautes Hämmern an der Tür, welches Ren zurück in die Realität brachte. Machten ihn wieder zu dem, der er eigentlich war.
Auf einmal nahm er alles um sich herum war. Die Waffe in seiner Hand. Und Misaki, auf den der Revolver zeigte, mit zusammengekniffenen Augen saß er dort gefesselt. Auf der Seite neben ihm Stand Yumika mit verschränkten Armen. Was, hatte er das tun wollen?
"MISAKI?!" Es war die Stimme die ihn wachgerüttelt hatte. Die eben noch in der Ferne war. Akihikos Stimme.
"Nun mach schon!" Yumika war ungeduldig, ihr gefiel es überhaupt nicht das Akihiko schon da war.
"MISAKI!" schallte es wieder hinter der Tür.
"Warte kurz Liebling , nicht mehr lange und wir können endlich ohne dieses Problem vereint sein!" antwortete Yumika fröhlich.
Bevor sie sich Ren wieder zuwendete.
"Worauf wartest du?! Du machst alles kaputt!" fuhr sie ihn an. Doch der junge Arzt war wieder klar.
Er senkte die Waffe. "Nein Yumika. Das ist nicht richtig , du brauchst Hilfe." sprach er bestimmt zu ihr.
Dabei sah er ihr eindringlich in die Augen. Sie begann zu lächeln. Hoffnung keimte in ihm auf.
Und wurde in nächsten Moment wieder zerschlagen.
"He he he ha ha ha!" ein furchterregendes Lachen durchzog den ganzen Raum. Es jagte einem eine Gänsehaut ein. "Du widersetzt dich mir?! He he he ..." Dieser Wahnsinn in ihren Augen, war nicht zu beschreiben.

Genauso wenig wie ihr Hass.

"WIE KANNST DU ES WAGEN?! Nach allem....!" Sie hielt sich beide Hände über die Ohren, zitterte stark.
"Nein.... Ren..… Ren würde mich nie verraten! Jemand hat dich manipuliert! Ja genauso so ist es!" Sie wandte sich dem noch immer gefesselten Misaki zu.
"Du ...Du bist am allem Schuld! Dafür wirst du büßen!" Mit diesen Worten griff sie eins der auf dem Tisch liegenden Skalpelle und stürzte sich auf Misaki. Diesem entfuhr lediglich ein kleiner Schrei.
"Ha ha wenn du weg bist kann ich endlich glücklich sein. Dann habe ich Akihiko für mich und Ren gehorcht mir wieder!"
"Yumika! Lass das! Hör auf!" schrie Ren entsetzt.
"Keine Sorge, gleich stehst du nicht mehr unter seinem Bann." sie sprach mit einer so verzehrten Stimme, die konnte doch nicht von ihr stammen! Wo war die junge Frau um die er sich täglich gekümmert hatte.
Wer war das von Hass zerfressende Monster vor ihm? Alles passierte so schnell.
Er sah Misakis kraftloses Gesicht, flehend.
An seinem Hals die Klinge von Yumika. Er wusste nicht wie es um ihn geschah. Das durfte nicht geschehen.


"NEIN!! YUMIKA NICHT!"


Er schoss.

Das Blut. Überall war es. Zu seinen Füßen. Und nun haftete es auch an seinen Händen.
Er sah wie vor ihm, der Körper einer einst so hübschen Frau zusammensackte.
Blut floss aus der tödlichen Wunde, bedeckte nun auch den Rest des Bodens. Ren hatte sie ihr zugefügt.

Er war ein Mörder.





~





Der Polizeikommissar, atmete auf. Sie hatte es unbeschadet bis zum Grundstück der Familie Aishis geschafft.
Er hielt mitten auf dem großen Innenhof. Er ermahnte sich selbst. Um erleichtert zu sein war es zu früh.
Er wusste nicht was sein Kollege und ihn dort erwarten würde. Beide stiegen aus.
"Seltsam wieso ist hier den niemand?" wunderte sich sein Partner.
"Ich ahne nichts Gutes ....Komm lass uns gucken wie wir hereinkommen." antwortete er.
Sein Kollege war noch nicht sonderlich erfahren, seine Ausbildung hatte er gerade erst hinter sich und war noch voll motiviert.
// Wie schnell sich das Angesichts der Grausamkeit die wir so oft sehen ändern würde.// dachte der Kommissar wissend. Seine Ehe war durch diesen Job in die Brüche gegangen. Er hatte irgendwann nicht mehr damit zurechtkommen können was er sah. Zuhause hatte er sich kaum noch blicken lassen. Es war ein Teufelskreis gewesen. Nur eine Frage der Zeit bis seine Frau ihn für jemand anderen verließ.
Er hatte es ihr nichtmal wirklich übel genommen. Jemand wie sie brauchte einen Mann, der ihr und den beiden Kindern Aufmerksamkeit schenkte und nicht jemanden der nicht mit sich selbst klar kam.
Dennoch war dies ein Weckruf gewesen , das Leben wieder mehr in die Hand zu nehmen. Nun verbrachte er an den Wochenenden Zeit mit seinen Kindern und konnte sich sonst in vollen Zügen der Arbeit widmen.
Er drückte die Türklinke zur Tür des Anwesens runter. Wie zu erwarten verschlossen.
"Sollen wir klingeln? "fragte der Jüngere. "Nein, damit würden wir den Täter nur vorwarnen.
Das Haus ist nicht umstellt, er hätte es leicht zu fliehen." antwortete er bestimmt.
"Falls er noch da ist." fügte sein Partner hinzu. Eine Tür aufzubrechen war für die beiden Polizeibeamten, keine große Schwierigkeit. Nachdem sein jüngerer Kollege das Brecheisen aus dem Dienstwagen geholt hatte, konnten sie sich binnen weniger Minuten schon Zugang zum Anwesen verschaffen. Schnell waren beide Taschenlampen angeschaltet.
"Soll ich das Eisen mitnehmen?"
"Ja verstau es an deinem Funktionsgürtel" flüsterte der Kommissar zurück.
Langsam drangen sie in den ersten Raum vor. Ihre Schritte halten durch den großen Raum, der schwache Schein des Lichts verriet, dass es sich um den Empfangssaal handeln musste. Prunkvoll eingerichtet, wie zu erwarten.
Der Kommissar hielt sich im Gegensatz zu seinem jüngeren Kollegen daran nicht lange auf.
"Komm! Schauen kannst du immer noch später!" sagte er ernst. Der Polizist zuckte zusammen.
"Ah tut mir leid ich habe mich hinreißen lassen..." murmelte der Angesprochene peinlich berührt.
Beide wussten nicht, mit was sie es hier zu tun hatten. Gab es hier überhaupt ein Verbrechen. War hier jemand der Hilfe brauchte? Der Polizeikommissar spürte jedoch, dass hier etwas nicht stimmte. Vielleicht war er auch nur von der Vorgeschichte der hier lebenden Familie beeinflusst worden, aber er vertraute seinem Instinkt.
Behutsam bewegten sie sich weiter vor, sicherten die Räume.
Doch finden taten sie nichts. Die Dunkelheit wollte ihr Geheimnis nicht preisgeben.
Gerade als der Ältere beschlossen hatte , sich im Haus bemerkbar zu machen, spürte er wie sein Partner erstarrte.
"Ist irgendetwas?" fragte er stirnrunzelnd.
"Haben sie das gerade auch gehört?" flüsterte der Jüngere ernst.
"Was ?" gab er nur fragend zurück.
"Da...da schreit doch jemand? Oder bilde ich mir das nur ein...?" antwortete sein Partner unsicher.
Der Polizeikommissar hielt den Atem an und horchte. Nichts. Stille, gespenstige Stille.
Gerade als er sich seinem Kollegen zuwenden wollte um ihn über seine Halluzinationen zu piesacken, hörte er auf einmal etwas. Eine Stimme. Ein Schrei. Zu weit weg war er um ihn zu verstehen, aber er war da.
Schnell nickte er seinem Partner zu. Beide griffen zur Dienstwaffe und liefen in die Richtung aus der sie den Schrei wahrnahmen.
Rasch, aber überlegt gingen sie, bis sie in einen Gang abbogen an dessen Ende ein Raum war, indem offensichtlich Licht war.
Sie wagten sich einige Schritte weiter vor.
Beide suchten an der Wand neben der Tür zu diesem Raum Deckung, leider beachtete der Jüngere dabei das Gemälde nicht das dort hing und es viel mit einem lauten Knall auf den Boden.
Der junge Polizist wurde bleich. Nun war keine Zeit mehr zur verlieren, wenn jemand in diesem Raum war wüsste er jetzt, dass sie da waren. Der Ältere reagierte schnell, mit erhobener Waffe drang er in den Raum ein
"Polizei! " rief er dabei.
Sein Partner folgte ihm nun wieder entschlossen.
Doch was sie ihm Raum sahen, erfüllte nicht ihre Erwartung.
Nur ein paar edle Möbel. Und ein riesiger Esstisch, offensichtlich ein Speiseraum.
Der Polizeikommissar seufzte "Hah ...Wirklich sei das nächste Mal vorsichtiger, man hat nicht immer Glück.
" Sein Kollege schaute beschämt zu Boden "Es tut mir leid... , wird nicht wieder vorkommen."
Beide schauten sich den Raum genauer an.
"Wie seltsam, der Telefonhörer hier ist gar nicht aufgelegt ....?!" mit Verwunderung betrachtete der Jüngere das antike Telefon. Der Ältere hatte schon eine Vermutung.
"Wahrscheinlich wurden wir von hier aus kontaktiert und dieser jemand hat anschließend in Eile den Raum verlassen, was auch erklären würde, weshalb hier das Licht an ist." äußerte er sich.
Um sie herum herrschte Totenstille, die Schreie waren verklungen.
"Woher kam nun der Schrei?" fragte sein Partner unsicher.
"Gute Frage, kein gutes Zeichen auf jeden Fall.… Ich hoffe wir kommen nicht zu spät." Genau in diesem Moment war ein Knall zu vernehmen. Nicht sonderlich laut, aber vertraut. Selbst der junge Polizist wusste was das gewesen war. "Ein Schuss!" rief er erschrocken.
"Komm, er kam aus der Richtung hier." wies der Ältere auf eine Tür, die Gegenüber von dem Raum in dem die beiden sich befanden, lag. Eine Steintreppe führte nach unten. Die Waffen wieder in der Hand rannten sie, hinunter, folgten nun wieder dem Schreien einer Person, das unmittelbar nach dem Schuss eingesetzt hatte.
Wollten nicht zu spät kommen, diesmal keine Leiche finden.

Wenn sie nur gewusst hätten, dass es schon zu spät war. Wenn sie sich nicht so lange im Speisesaal aufgehalten hätten, wäre vielleicht alles anders ausgegangen.

Entlang von wirren Gängen die alle gleich aussahen, weiße Wände, verblasste weiß-gelbliche Fliesen, war es ein Wunder, dass sie den Tatort fanden.

Aber die Stimme, tief, eindeutig männlich, sollte die Angelegenheit erleichtern. Dennoch mussten sie vorsichtig sein, sie wussten noch immer noch nicht was hier passiert war, wie viele Personen betroffen waren. Das sterile Licht in das sie gehüllt waren, wirkte bedrohlich. Bevor sie in den Gang einbogen indem sie die Person vermuteten, sicherten sie die Lage, liefen dann mit erhobener Waffe in diesen.




~






Lautes Hämmern. Er versuchte die Tür einzutreten, auszubrechen, zu öffnen.… irgendwie.
Das Messer was er bei sich getragen hatte, war verbogen. Akihiko schrie immer wieder den Namen seines Geliebten, in der Hoffnung eine Antwort zu bekommen. Sein Verstand setzte aus, er war blind vor Sorge.
Solche Angst, solche Verzweiflung hatte er in seinem ganzen Leben noch nie gehabt.
Der Gedanke Misaki zu verlieren war untragbar für ihn, das Leben würde keinen Sinn mehr machen.
Er würde komplett durchdrehen, wenn er nichts machen würde. Deshalb schlug er weiter, schrie noch immer.
Bis seine Stimme schon ganz rau war, seine Kehle schmerzte, sowie seine Hände, doch dies war egal.
Die Welt um ihn herum war schwarz, bedeutungslos ohne Misaki, genau wie er selbst.

"Polizei!" ein lauter Ruf schallte durch den Gang. Erschrocken wandte Akihiko sich nach hinten. Zwei Männer mit erhobenen Waffen kamen auf ihn zu gerannt. Instinktiv riss er die Hände nach oben.
Er brauchte ein paar Sekunden um zu verstehen, dass dies die Polizisten sein mussten die Ren informiert hatte.
Er senkte seine Arme wieder und ging ein paar Schritte auf sie zu. Die Polizisten ließen ihr Waffen erhoben, schauten ihn misstrauisch an.
"Sie müssen mir helfen! Brechen sie die Tür auf… Irgendwie!" sagte der Silberhaarige energisch zu ihnen.
Das Misstrauen wich nicht gänzlich aus den Augen der beiden, insbesondere als sie das verborgene Messer auf dem Boden erblickten.
"Sir, können sie uns die Situation hier erklären, haben sie den Schuss hier eben abgegeben?" fragte der ältere Polizist sachlich, allerdings mit einem Hauch Argwohn.
"Nein! Er kam aus diesem Raum!" er zeigte auf die verschlossene Tür hinter sich.
"Deshalb müssen sie die Tür aufbrechen,sofort!"

Jede Sekunde die hier verschwendet wurde konnte den Tod seines Geliebten bedeuten.
Akihiko verstand nicht weshalb die Polizeibeamten überhaupt kamen, wenn sie eh nichts taten.
Er sah wie die Polizisten sich per Blickkontakt erneut verständigten.
"Es befinden sich also gefährdete Personen in diesem Raum, Sir?" fragte der Ältere abschließend ruhig.
"Ja! Verdammt! Nun machen sie schon!" Der Silberhaarige ahnte, dass die Polizisten ein wenig an seinem Verstand zweifelten.
Doch er war nicht in der Lage sich klar auszudrücken, richtig zu denken, sein Gehirn war benebelt vor Sorge um Misaki. Doch zu seiner Überraschung handelten beide nun sehr schnell, der jüngere Beamte zog ein Brecheisen aus seinem Funktionsgürtel und schneller als erwartet waren die beiden schon dabei die Tür aufzubrechen.
Die Hebelwirkung der Eisenstange schien zu funktionieren, doch es ging dem jungen Autor nicht schnell genug.
Das verschlossene Schloss knarrte schon und kurzerhand entschied sich Akihiko, die Wirkung zu verstärken, indem er sich gegen die Tür warf. Einmal. Seine Schulter schmerzte bedrohlich. Die Tür weiter verschlossen.
Ein zweites Mal. Der Schmerz breitete sich auf seinem ganzen Oberkörper aus.
Und dennoch auch als er dachte der Schmerz würde ihn in den Wahnsinn treiben, bei dem Gedanken an Misaki war er bedeutungslos. Ein drittes Mal. Die Tür gab nach. Endlich.


Drei Personen. Waren in dem Raum. Zu erwarten. Jedoch nicht dieses Bild, diese Abscheulichkeit. Diese Abartigkeit. Den ersten den er erblickte war Ren, er kniete in mitten des roten Meeres das sich unter ihm erstreckte. Starr, am hyperventilieren. Als wäre er in sich zusammengefallen, am ertrinken.
Woher kam all dieses Blut, das ihn belastete?


//Misaki!// rief sein Bewusstsein. Akihiko schaute sich panisch um. Wo war er?
Wo war er?!
Dort.
Dort saß er. Voller Blut. Regungslos, die Augen geschlossen.
Ein Bild der Hölle.
Das Tropfen der roten Seuche, war alles was er hörte. War alles was er sah.
Bevor seine Füße ihn zu Misaki trugen, durch das Blut. Es war egal, sollte es ihn doch besudeln.
Wenn Misaki nicht mehr lebte, war dies eh nicht von Belangen. Dann würde auch sein eigenes diesen Boden zieren. Trance umnebelte seinen Geist, er strich seiner Liebe über die Wangen sanft, wischte das Blut dahin.
Auch wenn es Akihiko verderben konnte, so galt das nicht für Misaki er war rein, durfte nicht verdorben werden. Keine Regung des Jüngeren. Der Silberhaarige strich ihm durch die Haare, wie er es schon so oft getan hatte. Keine Regung. Die großen Hände begannen zu zittern. Mit dem Daumen fuhr Akihiko, dem Braunhaarigen über die Lippe.
Keine Regung. Nichts, kein Lächeln. Keine Verärgerung, darüber das der Ältere ihn anfasste, keine großen unschuldigen Augen die ihn anblicken.
Nichts. Dunkelheit.
Kein Licht.

Zitternd, wandte er sich ab. Schreien wollte er.
Dieser Schmerz war nicht tragbar. Nicht auszuhalten. Sein Kopf schien zu explodieren.
Dennoch weigerte es sich es zu akzeptieren. Wagte es nicht zu weinen.
Misaki konnte nicht weg sein, er würde ihn niemals verlassen. Er hatte es versprochen!
Wer...Wer hatte ihm das angetan! Sah sich um. Etwas was er bisher übersehen hatte, lag hinter dem Stuhl auf dem Misaki gefesselt war.

Yumika.
Zuckend. Mit Blut überströmt. Ein Projektil steckte in ihrem Herzen.
Ihr Gesicht hässlich verzehrt. In ihrer Hand ein Messer. Dem Älteren dämmerte es.
Yumika .... sie ...sie hatte ihn umgebracht. Ihn selbst entführt und ihm dann Misaki genommen.
Seine leere Welt war mit einem Schlag wieder voll, erfüllt vom Hass und Rachsucht.
"Du...DU HAST IHN GETÖTET!" schrie er sie an.
Er wollte sie anschreien, sie verletzen, sie den Schmerz spüren lassen, den er selber fühlte. Doch sie antwortete nicht. Wie auch. Sie war tot. Dennoch auf ihrem Gesicht, der Ausdruck, es war als wäre es eine Botschaft an den Silberhaarigen.
"Sir bitte kommen sie ......" die Polizisten sagten irgendwas, doch er hörte gar nicht hin.
Es war zu irrelevant für ihn. Zu geschockt war er. Ihr Gesicht, ihr hässliches Gesicht, es war als wolle es sagen
"Hah selber Schuld, du hast ihn in Gefahr gebracht, weil du dich dem Schicksal mit mir nicht beugen wolltest. Dein Egoismus hat ihn umgebracht!"
Er taumelte einige Schritte zurück. Konnte nichts erwidern.
Er wusste es. Sie hatte Recht. Er war Schuld, er selbst hatte Misaki getötet, er wusste es immer zu glauben er hätte das Recht glücklich zu sein, war falsch.
Er hätte weiter brav die Leute aus der Ferne still, enthaltsam lieben sollen.
Wie Takahiro, Misakis Bruder. Nach Ren hätte er es besser machen müssen. Er würde sich das nie verzeihen können. Seine Beine gaben nach. Er sank zu Boden. Vergrub den Kopf in den Händen, er hatte alles falsch gemacht. Im Hintergrund hörte er die Polizisten sich um Ren kümmern, dann wie einer auf sie zulief.
Zu Misaki!? Nein es würde nicht noch jemand ihn anfassen! Akihiko sprang wieder auf.
"Finger weg von Misaki!"schrie er.
"Sir, beruhigen sie sich der Krankenwagen ist jede Sekunde da!" der jüngere Beamte versuchte dies so Selbstbewusst wie es ging, angesichts dieses Scheusals zu sagen. Als er Yumika sah, stockte sein Atem.
"Hier ist noch eine schwerverletzte Person!" rief er seinem Kollegen zu.
Schwerverletzt, dass Akihiko nicht lachte, mittlerweile ging von Yumikas Körper nicht einmal ein Zucken aus.
Er würde niemanden mehr an Misaki heranlassen, er hatte ihn schon verloren. Jetzt konnte sich nicht auch noch jemand anderes ihn aneignen. Der Kommissar rief
"Die Rettungskräfte sind da!"
Nein. Nein. Niemand durfte dorthin. "Sir sie müssen gleich Platz für die Sanitäter machen." sprach ihn der Polizist erneut an.
"Nein..." sagte Akihiko nur darauf.
"Bitte? Sir ich kann verstehen, dass sie geschockt sind. Beruhigen sie sich es kommt gleich Hilfe." redete ihm der Gegenüberstehende ein. Geschockt? Beruhigen? Das er nicht lachte.
"Haben sie eigentlich eine verdammte Ahnung.…!"Gerade als er am explodieren war, hörte er etwas. Nein das hatte er sich eingebildet, das war nicht möglich!
Und dann wieder, hinter ihm. Ganz leise. Eine Stimme.


"Usagi-san ... hilf mir..."


Er erstaarte. Keine Einbildung. Realität. In Sekundenschnelle hatte er sich umgedreht. und sah seinem Geliebten in die Augen. Es war ein Wunder, wie die Welt sich um ihn herum mit einem Schlag veränderte. Wie viel Erleichterung er fühlte. Dankbarkeit. Hoffnung, er hatte sie aufgeben. Damit hatte er Misaki aufgegeben, nur das Schicksal hatte den Jüngeren gerettet. Akihiko konnte es nicht glauben. Womit hatte er das verdient?
Diese Gnade. Gottes Gnade.

Endlich konnte er ihn in seine Arme schließen.













Hey~
Ich habe echt lange Zeit nicht von mir hören lassen.^^; Ich gebe zu das ich auch echt lange für dieses Kapitel gebraucht habe. Und dies auch nicht wie eigentlich versprochen das letzte ist. Als ich dieses Kapitel geschrieben habe hatte ich irgendwann über 7000 Wörter ...das war mir dann doch zu lang für ein Kapitel deshalb hab ich es in zwei aufgeteilt. Kapitel 11 wird also nächste Woche als letztes Kapitel dieser FF erscheinen . Wahrschienlich gleichzeitig mit dem 1 Kapitel meiner neuen Fanfiktion (diesmal über Yuri! On Ice , wer Interesse hat kann dort dann gerne vorbeischauen) ^^

Hinterlasst gerne Kritik , Wünsche , Kekse etc.. in den Reviews !:3

Bis nächste Woche

Saki

PS: Danke an meine wundervolle Beta-sama : https://www.fanfiktion.de/u/neko-kagome und alle die die FF lesen!:3
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