Ein Geschenk für eine Prinzessin

von DragonDi
KurzgeschichteRomanze, Freundschaft / P16
Link Malon Zelda
04.02.2016
04.02.2016
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Hallo, meine Lieben!
Mit diesem OS kann ich ich doch hoffentlich diejenigen wieder gnädig stimmen, die ich mit dem Ende von OoG verärgert habe ;P
Wie in der Beschreibung schon erwähnt ist das ein "kleines" Projekt, das von der großartigen Caana Canay ins Leben gerufen wurde.
Sie gab mir gewisse Vorgaben, die ich in meinen Text einbauen musste.
Diese waren folgende:
Zelink-OS
Lemon
und diese 3 Sätze
1. "Navi, falls es dir noch nicht aufgefallen ist, Zelda ist eine Prinzessin, da ist dieses Geschenk ja wohl äußerst unangebracht!"
2. "Und Impa ist die Trauzeugin, oder wie stellst du dir das vor?"
3. "Letzte Nacht habe ich von dir geträumt. Nur hatte ich das Gefühl, du hast mich überhaupt nicht wahrgenommen."

Also habt Spaß dabei!!
Über Reviews freue ich mich natürlich immer!! *sabber*

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Ein Geschenk für eine Prinzessin


In den frühen Morgenstunden verließen die letzten Leute die Feier und Link sank erschöpft auf einen gepolsterten Sessel, nachdem er die Tür geschlossen hatte. Er rieb sich schläfrig die Stirn und überlegte, wie es dazu gekommen war.
Er wollte nie seinen Geburtstag feiern und trotzdem kamen immer wieder viel zu viele Leute zum Gratulieren. Dieses Jahr hatten seine Freunde aber den Bogen überspannt. Sie hatten sich einfach in sein Haus geschlichen und eine Überraschungsfeier vorbereitet.
Entsprechend überrumpelt war er, als er heim kam und von großem Lärm, zu lautem Geschrei und viel zu intensiven Berührungen begrüßt wurde. Sie hatten ihn förmlich in ihre Mitte gerissen und ihn mehr oder minder gut animiert, mit ihnen zu feiern. Ihnen zuliebe beugte er sich schließlich ihren Erwartungen, aber wohl fühlte er sich bei der Sache ganz und gar nicht. Er hasste zu viel Trubel. Und das erst recht, wenn er im Mittelpunkt stehen sollte.
Allmählich nickte er auf dem Polstermöbel weg, als er plötzlich durch ein leises Klopfen an der Tür aufschreckte. Er schüttelte den Kopf. Wer will denn jetzt noch etwas? Können die mich nicht mal in Ruhe lassen?, dachte er verärgert. Wieder klopfte es und er stieß einen Seufzer aus. „Komm ja schon“, brummte er in sich hinein.
Also öffnete er schließlich die Tür und plötzlich umströmte ihn ein lieblicher, süßer Duft, der der Frau angehörte, die er schon so lang anhimmelte. Ihr goldenes Haar schimmerte im Licht der bereits aufgehenden Sonne und um ihre sanft geschwungenen Lippen zuckte ein schüchternes Lächeln. Link war wie betört von ihrer Schönheit und er konnte nicht anders, als sie reglos anzustarren; sein Gesicht zeigte aber keine Emotion.
Offensichtlich verstand Zelda das falsch, denn sie murmelte verlegen: „Tut mir leid, ich wollte dich nicht stören... Ich.. ehm.. ach, vergiss es.“
Sie wollte sich schon umdrehen und gehen, da erwachte Link aus seiner Lähmung. „Nein, warte.. ehm, was gibt es denn?“
Mit vor Freude glänzenden Augen wandte sie ihm wieder den Kopf zu. „Ach, ich wollte nur...“ Sie unterbrach sich selbst und verzog den Mund. Link war hin und weg von diesem Anblick. Zelda konnte tun, was sie wollte, er liebte einfach alles an ihr!
Dennoch schaute er sie schief und erwartungsvoll an. „Ja?“
„Naja, ich habe doch in zwei Wochen auch Geburtstag...“, druckste sie herum. „Ehm... ich weiß, du magst keine Feiern, aber... ich möchte, dass du auf meine kommst.“
Link war sprachlos. Er sollte auf ihre Geburtstagsfeier kommen? Wenigstens wusste sie, dass er nicht gerade angetan von solchen Ereignissen war, das musste er ihr zugute halten. Er überlegte, was er antworten sollte, aber eine Abfuhr wollte er ihr auf keinen Fall geben!
„Es werden nur meine engsten Freunde da sein, keine Sorge. Es wird nichts Großes!“, versprach sie mir mit Engelsaugen. Jetzt war er ihr völlig erlegen und konnte nicht anders, als mechanisch zu nicken, den Blick tief in ihre Augen versenkt. „Du kannst auf mich zählen.“
Nun leuchteten Zeldas Augen noch mehr und ein breites Lächeln zierte ihr Gesicht. Sie fiel Link um den Hals und drückte ihn fest an sich. „Danke! Oh und es war eine tolle Feier, hat wirklich Spaß gemacht! Noch einmal persönlich alles Gute zum achtzehnten Geburtstag!“ Sie drückte ihm einen unschuldigen Kuss auf die Wange und Link schoss sofort die Röte ins Gesicht. Zelda löste sich von ihm und lief, ohne sich noch einmal umzudrehen, den Weg entlang, der zurück zum Schloss von Hyrule führte.
Er schaute ihr noch einen Moment nach, dann ließ er die Tür erneut hinter sich zufallen und lehnte sich mit dem Rücken gegen das massive Holz. Er stierte mit verklärtem Blick an die Decke und fasste sich an die Wange. Noch immer spürte er den sanften Druck ihrer weichen Lippen auf seiner Haut und er konnte nicht anders, als dümmlich vor sich hin zu grinsen. Er malte sich aus, wie er selbst sie auf ihre samtigen Lippen küsste und den Duft ihres Haares einsog, während er zärtlich ihren Hals liebkoste.
Er schüttelte resigniert den Kopf. Das würde niemals passieren. Die Prinzessin von Hyrule würde sich nicht auf einen einfachen Bürger einlassen. Es reichte lediglich für eine gute Freundschaft und damit fand sich Link nur schweren Herzens ab.
Seine Beine fühlten sich an wie Blei, aber dennoch schaffte er es in sein Bett. Dankbar ließ er sich auf der weichen Matratze nieder und schlief fast augenblicklich ein, mit den Gedanken noch immer bei Zelda.


„Oh, das ist ja toll! Was wirst du ihr schenken?“ Malon war ganz aufgeregt, als Link ihr von der Einladung erzählte. Sie wusste, dass er hoffnungslos in Zelda verliebt war und sah es als gutes Zeichen, dass sie ihn dabei haben wollte.
„Wie bitte, was? Schenken?“ Link schaute seine Freundin entsetzt an. Zwar hatte er selbst auch einen ganzen Stapel Geschenke bekommen, von denen er noch kein einziges geöffnet hatte, aber daran hatte er noch gar nicht gedacht.
„Dir ist schon klar, dass du ihr auch etwas schenken musst, wenn du zu ihrem Geburtstag kommst?“ Malon schaute ihren Freund skeptisch an.
„Ehm, ja, doch. Natürlich weiß ich das.“ Link versuchte zu überspielen, dass er das Offensichtliche nicht bedacht hatte. Ohne Erfolg.
„Du bist mir ein Held! Du kannst doch nicht an Zeldas achtzehntem Geburtstag mit leeren Händen vor sie treten! Und schon gar nicht, weil du sie liebst!“ Navi mischte sich einfach ungebeten, wie sie es viel zu oft tat, in sein Gespräch mit Malon ein.
„Danke, Navi, ich hab es verstanden.“ Link rollte genervt mit den Augen.
„Oh, Link. Du hast tatsächlich nicht daran gedacht! Wie taktlos bist du eigentlich?“, Malon schüttelte ungläubig den Kopf. Aber im nächsten Moment lächelte sie ihn breit an. „Also, was wirst du ihr schenken? Dir fällt doch bestimmt etwas ein!“
„Uhm...“ Link war total geplättet. Ja, was sollte er ihr nur schenken? Er hatte keine Ahnung, was einer Frau, noch dazu einer Prinzessin gefallen könnte. Er wollte auf keinen Fall etwas falsch machen, im Gegenteil, er wollte sie begeistern. Vielleicht konnte sie irgendwann doch einmal etwas mehr in ihm sehen, als nur einen Freund.
Link überlegte angestrengt, aber er kam zu keinem vernünftigen Schluss, zumindest nicht auf die Schnelle. Er runzelte seine Stirn; er hatte einfach keine Ahnung von Frauen! Malon beobachtete ihn dabei nachdenklich.
„Du musst ihr auf jeden Fall etwas persönliches schenken!“, meinte sie schließlich.
„Ah, ja, und was schwebt dir da so vor?“, meinte Link skeptisch.
Malon schaute ihren Freund verärgert an. „Link, sag mal, kannst du nicht allein denken, oder wie? DU musst dir etwas einfallen lassen!“
„Aber...“
„Aber, aber... Komm, sei ein Mann und mach ihr ein romantisches Geschenk! Vielleicht kannst du sie einmal zum Essen ausführen oder kauf ihr ein tolles Schmuckstück, irgend so etwas...“ Malon plapperte ununterbrochen weiter, was es für romantische Aufmerksamkeiten gab. Dabei strahlten ihre Augen und sie wirkte, als würde sie sich vorstellen, selbst eines dieser Dinge geschenkt zu bekommen.
Link starrte sie gedankenverloren an und hörte gar nicht mehr richtig hin. Vielleicht hatte sie recht. Sie war schließlich auch eine Frau, also musste sie ja genau wissen, was ein gutes Geschenk war. Andererseits war Zelda eine Prinzessin. Würde sie sich auch darüber freuen? Konnte man jede Frau mit den gleichen Dingen beeindrucken? Für ihn war das nur schwer vorstellbar. Männer waren doch auch nicht alle gleich.
„... aber Fakt ist, dein Geschenk muss von Herzen kommen, dann wird sie sich auch darüber freuen“, beendete Malon ihren Redeschwall.
„Uhm... na wenn du das sagst...“, druckste Link herum.
„Und dann gestehst du ihr endlich deine Liebe!“
„Wie bitte!? Nein, niemals! Malon, bist du verrückt geworden?“, fragte Link entsetzt.
„Ach komm, du wirst sehen, auch sie hat Gefühle für dich!“ Seine Freundin grinste ihn überheblich an. „Komm, wir spielen das mal durch! Ich werde Zelda sein und du bist eben du selbst.“
„Bitte, lass den Blödsinn...“
„Aber Link, welchen Blödsinn meinst du denn?“, fragte Malon unschuldig mit verstellter Stimme.
„Malon!“ Er funkelte sie bösartig an.
„Malon? Aber Link, ich bin es doch, Zelda!“ quiekte sie. „Oh Link, ich habe mich so über dein Geschenk gefreut! Es bedeutet mir so unendlich viel!“
„Vergiss es, ich mache bei dem Quatsch nicht mit. Das wird doch eh nicht so passieren, wie du es dir ausmalst!“ Jetzt war er richtig sauer. Er hatte sich eigentlich einige gute Ratschläge erhofft, aber nun zog es Malon, wenn auch ungewollt, ins Lächerliche. „Navi, hast du irgendeine Idee? Du bist doch sonst immer so schlau.“
„Hey, hör mal! Jetzt werd nicht frech, nur weil die Pferdefrau dich zu irgendeinem dummen Schauspiel zwingen will! Aber ja, natürlich bin ich schlau, da behältst du recht. Ich schlage trotzdessen vor, dass du Zelda tatsächlich ein persönliches Geschenk machst. Vielleicht kannst du ihr ja eine Trophäe aus der Sammlung deiner bezwungenen Gegner darbringen. Persönlicher geht es kaum.“
„Ehm... Ist das dein Ernst? Du schlägst vor, dass ich Zelda ein Monsterherz schenke?“ Link blickte die Fee fassungslos an.
Malon mischte sich missbilligend ein. "Navi, falls es dir noch nicht aufgefallen ist, Zelda ist eine Prinzessin, da ist dieses Geschenk ja wohl äußerst unangebracht!"
„Warum denn nicht? Die Dinger sehen doch gut aus und er hat es sich selbst erkämpft!“, verteidigte Navi voller Überzeugung ihren Vorschlag. Link schüttelte nur den Kopf, der ihm wegen der ganzen Überlegungen schon schwirrte.
Niemand reagierte auf Navis Aussage, stattdessen sagte Malon: „Du musst einfach auf dein Herz hören, dann findest du das Richtige für sie!“
Link nickte nur und rieb sich die Stirn. Er beschloss, erst einmal nach Haus zu gehen und in Ruhe darüber zu schlafen. Die Sonne neigte sich auch bereits dem Horizont entgegen, also wurde es langsam Zeit für den Heimweg.


Zelda stand mitten in der großen Empfangshalle des Schlosses und unterhielt sich mit ihren wenigen Geburtstagsgästen. Sie hatte tatsächlich Wort gehalten und nur ihre engsten Freunde eingeladen. Link war darüber erleichtert, als er den Saal betrat.
Das Geschenk hatte er in einem Beutel an seinem Gürtel verstaut, die Schatulle wog schwer an seiner Hüfte. Aber er kannte nur ein Ziel: Zelda. Endlich war es soweit, der große Tag; ihr großer Tag.
Mit Eintritt in das Erwachsenenalters würde sie auch zur Königin gekrönt werden. Dass sie es in so engem Kreis feierte, war daher erstaunlich, aber Link war selig darüber, dass er einer der wenigen Auserwählten war, die diesem Ereignis beiwohnen würden.
Er war fest entschlossen, seiner Angebeteten doch endlich seine Gefühle zu gestehen. Nicht weil er die Krone wollte, nein, das wollte er ganz und gar nicht. Er wollte einfach nur Klarheit zwischen ihnen schaffen. Vielleicht hatte er ja doch Glück und sie würde ihn eines Tages als ihren Ehemann auswählen. Vielleicht...
Er steuerte auf die künftige Königin zu, aber sie war zu vertieft in ihr Gespräch mit einem Mann, den er noch nie zuvor gesehen hatte. Link bemerkte, wie dieser Kerl Zelda sanft am Arm berührte; kaum sichtbar, aber er tat es. Link spürte ein Brennen in seiner Brust, als ihm diese Geste bewusst wurde.
Schmerzhaft wurde ihm klar, dass er zu spät kam. Offensichtlich hatte Zelda ihren Mann schon gewählt, sonst würde sie sich gegen diese Art der Intimität doch wehren! Link trat einen Schritt zurück und überlegte schon, ob er nicht doch lieber wieder gehen sollte. Er würde es nicht verkraften, wenn das tatsächlich Zeldas Partner war oder noch wurde.
Doch dann schweifte Zeldas Blick umher und traf auch auf Link. Einen kurzen Moment ruhte er auf ihm, dann wanderte er aber weiter, ohne dass auch nur eine Spur Freude, geschweige denn Erkennen, darin zu lesen war.
Link fühlte sich, als würde er in einen schwarzen Strudel gezogen. Er sackte zusammen und er sah Bilder, die er nie hätte sehen wollen. Zelda mit diesem Mann. Glücklich. Küssend. Beim Liebesspiel. Hand in Hand mit Kindern.
So viele Bilder sah er im Bruchteil einer Sekunde und ein Schrei löste sich von seinen Lippen ehe er im Schwarz versank. Und dann sah er nur noch Zeldas kühlen Blick.
Schweißgebadet erwachte Link von seinem eigenen Schrei und sein Herz schlug ihm bis zum Hals. Nein, so durfte es auf keinen Fall enden! Er musste diesem Mann zuvor kommen. Und das bedeutete, dass er Zelda so schnell wie möglich erzählen musste, was er für sie empfand. Sein Magen krampfte sich zusammen bei der Vorstellung, aber diese Frau mit einem anderen Mann an ihrer Seite zu sehen, würde ihn umbringen.
Er liebte diese Frau mehr als alles andere, das gestand er sich nach diesem Alptraum endgültig ein. Er würde nicht zulassen, dass ein anderer Mann sie zur Frau nahm, nicht, solang er lebte. Er brauchte nur noch ein geeignetes Geschenk, sonst brauchte er sich gar nicht bei ihr blicken lassen. Dann kam ihm ein Gedanke und er machte sich gleich an die Arbeit.


Link war spät dran, aber er war voll motiviert. Er konnte sich nicht vorstellen, dass Zelda sich bereits einen Mann ausgesucht hatte. Wenn es so gewesen wäre, hätte es sich schon wie ein Lauffeuer im Königreich verbreitet und wäre sogar an ihm nicht vorbei gegangen. Also betrat er den Weg zum Schloss mit schwungvollen Schritten und bester Laune.
Zelda hatte außerdem ihr Wort gegeben, dass nicht viele Leute da sein würden. Um ehrlich zu sein wusste Link nicht einmal, ob Zelda außer ihm und Impa noch andere Freunde hatte. Er stellte es sich nicht leicht vor, als Prinzessin Freunde zu finden, die nicht nur hinter Ruhm und Reichtum her waren. Er schob den Gedanken beiseite und begrüßte die Wachen mit einem freundlichen Lächeln. Diese öffneten ihm schweigend die Türen und ließen ihn herein.
Auf dem Weg hierher hatte er schon einmal sein Gespräch mit Zelda durchgespielt. Mehrmals. Und das, obwohl er es bei Malon als den größten Unsinn abgetan hatte, was es ja auch war. Da kamen ihm Szenen in den Sinn, wie „Ich trage diese Last nun schon so lang mit mir herum, jetzt muss ich es endlich loswerden – Zelda, Prinzessin von Hyrule, ich bin unsterblich in dich verliebt. Oh, und alles Gute zum Geburtstag.“ oder „Letzte Nacht habe ich von dir geträumt. Nur hatte ich das Gefühl, du hast mich überhaupt nicht wahrgenommen. Empfindest du wirklich nichts für mich, obwohl ich mich Hals über Kopf in dich verliebt habe?“ Wobei das mit letzter Nacht natürlich glatt gelogen wäre; diesen schlimmen Traum hatte er vor über einer Woche gehabt, ließ ihn aber dennoch nicht los. Aber nun, wo er endlich das Schloss betrat, schob er jeden Gedanken beiseite. Es würde ohnehin alles anders kommen. Und er musste feststellen, dass mit alles wirklich alles gemeint war.
Was ihn in der Eingangshalle erwartete, schockierte ihn zutiefst. Nicht nur das laute Gerede, das von allen Seiten auf ihn einzudringen schien, auch die Menschenmassen, die sich allein hier tummelten, überforderten ihn maßlos. Das sollte also Zeldas engster Freundeskreis sein? Das glaubte sie doch selbst nicht.
Vielleicht träumte er ja schon wieder und würde bald aufwachen. Zumindest hoffte er das so lang, bis ihn jemand unsanft mit dem Ellbogen in die Rippen stieß. Solche Schmerzen, das ihm die Tränen in die Augen schossen, konnten kein Traum sein.
Irgend etwas war schief gegangen, davon war Link überzeugt. Zelda hätte das so bestimmt nicht gewollt. Er musste sie finden und mit ihr sprechen, ehe sie wirklich noch diesem schmierigen Traumprinzen begegnete. Aber wie sollte er sie in diesem Getümmel finden? Er konnte sich ja kaum bewegen, so voll war der Saal.
Trotz allem versuchte er, sich durch die Leute zu quetschen und arbeitete sich langsam voran. Bisher war er niemandem begegnet, den er kannte oder auch jemals gesehen hatte. Wo kamen nur all diese Leute her? Link war es suspekt. In dem Gedränge und dem Lärm ging völlig unter, dass von irgendwoher Musik kam. Anscheinend spielte hier eine Kapelle auf Geige, Cello und Harfe oder ähnlichem.
Aber das war ihm völlig egal. Endlich hatte er sich auf die andere Seite der Halle durch gekämpft und er schaute sich um. Wieder sah er niemanden, der ihm bekannt vorkam. Er suchte die Menge nach Zelda ab, aber konnte nirgends ihren goldenen Schopf erkennen. Vielleicht war sie noch gar nicht hier und bereitete sich noch auf die Feier vor? Das käme Link gelegen. Er wusste, wo sich ihr Gemach befand und so konnte er tatsächlich ungestört mit ihr sprechen.
Wieder kämpfte er sich schwerfällig durch die Massen, bis er die Tür erreichte, die zu den privaten Räumlichkeiten führte. Er versuchte, sie zu öffnen und musste mit großer Enttäuschung feststellen, dass sie fest verschlossen war. Er rieb sich die Schläfen, um nachzudenken. Dann kam ihm eine Idee. Er würde sie einfach von außen aufsuchen.
Also bahnte er sich wieder seinen Weg durch die Gäste hindurch zu einer weiteren Tür, die zu seinem Glück nicht verschlossen war. Er schlüpfte unauffällig hindurch und gelangte auf einen Gang, der zur Ritterschule führte. Mitten im Korridor ging noch eine Tür ab, die in den Schlossgarten führte; Links Ziel.
Er atmete die frische Luft ein, die ihm richtig gut tat, nach der verhältnismäßig verbrauchten Luft in der Halle. Aber lang genoss er das nicht. Er rannte durch den Garten und suchte das Fenster von Zeldas Gemach, dessen Lage sie sich selbst ausgesucht hatte. Damals war es Ihr Wunsch, auf den Garten blicken und ihn auch direkt betreten zu können. Das kam Link nun zugute.
Ihr Zimmer war erleuchtet und er sah ihre zierliche Gestalt im Kerzenschein. Doch zu seinem Entsetzen war auch ein Mann bei ihr, wie er erkannte. Auch wenn es ihm einen Stich in der Brust versetzte und er am liebsten wieder gegangen wäre, schlich er sich näher heran. Das Fenster stand offen und er konnte hören, was die beiden erzählten. Er wusste nicht, ob er es überhaupt wissen wollte. Natürlich willst du das, sonst wärst du gleich wieder umgekehrt!, schalt er sich sofort.
„... hinter meinem Rücken zu organisieren!“ Er hörte nur den letzten Fetzen der unglaublich wütenden Zelda. Er hatte ihre Stimme fast nicht erkannt, so schrill war sie vor Zorn.
„Kind, beruhige dich doch! Du wirst achtzehn Jahre alt und du bekommst das Recht zu herrschen verliehen! Das ganze Land soll mit dir feiern!“ Nun erkannte Link, dass er keineswegs eifersüchtig sein brauchte. Es war nur ihr Vater bei ihr und ihm fiel ein schwerer Stein vom Herzen. Doch das währte nur kurz. Er respektierte nicht Zeldas Wunsch auf eine intime Feier und das machte Link wahnsinnig traurig und wütend zugleich. Das hatte Zelda nicht verdient. Es war doch schließlich ihr Tag.
„Das will ich aber nicht! Ich wollte den Tag mit meinen engsten Freunden verbringen. Mit denen, denen wirklich etwas an meiner Person liegt! Und du zerstörst alles!“ Zelda klang nun richtig hysterisch und auch wenn Link sie nicht sah, konnte er hören, wie sich eine Träne den Weg über ihre Wange bahnte.
„Liebes, ich will nur das Beste für dich, das weißt du doch. Aber du hast auch gewisse Pflichten! Dort draußen warten so viele Leute auf dich! Sie alle wollen dich sehen und vor allem Kennenlernen!“, versuchte es der König erneut, doch er stieß auf Granit.
„Ich will aber diese Leute nicht kennenlernen! Nicht heute! Und vor allem nicht diese Hänflinge, die du hier her bestellt hast!“
„Zelda, am Tag deiner Krönung musst du einen Mann an deiner Seite haben, so verlangt es das Gesetz! Einen dieser Männer wird dein Gemahl!“ Nun wurde ihr Vater auch langsam wütend und seine Stimme wurde eine Spur schärfer.
Die Stimme der Prinzessin wurde eisig. „Und Impa ist die Trauzeugin, oder wie stellst du dir das vor? Ich werde niemals einen von diesen Möchtegern-Prinzen heiraten!“
„Ich erwarte, dass du dir einen Mann aussuchst, ansonsten werde ich ihn für dich wählen!“ Aus der Stimme des Königs war jede Spur von Verständnis und Gefühl gewichen und Link jagte es einen kalten Schauer über den Rücken. Er wollte seine eigene Tochter in eine Ehe zwingen, in der sie niemals glücklich werden würde. Wie konnte er nur so grausam sein? Er hatte ihn bisher immer als vernünftigen, besonnenen und vor allem freundlichen Mann gesehen. Und mit einem Mal war er ein gefühlskaltes Monster geworden, zu dem Link niemals mehr aufsehen konnte.
Er hörte die schweren Schritte des Königs und deutete, dass er den Raum verließ. Wie erwartet knarrte die Tür, dann ertönte noch einmal seine Stimme. „Ich erwarte dich um Mitternacht im Thronsaal, das ist mein letztes Wort.“ Damit verschloss er die Tür und eine Totenstille legte sich über den Raum.
Link kauerte noch immer im Gras und wollte sich gerade erheben, da hörte er es. Unkontrolliertes, ungehemmtes Schluchzen, das aus dem offenen Fenster drang. Blitzschnell war er auf den Füßen und spähte ins Zimmer hinein. Dort lag sie, auf ihrem Bett. Auf dem Bauch und das Gesicht ins Kopfkissen gepresst. Sie versuchte nicht einmal, ihr Schluchzen und Wimmern zu unterdrücken, sondern ließ ihren Gefühlen freien Lauf. Lang lag sie so da und ihr Kissen wurde nach und nach mit ihren Tränen durchtränkt.
Link zwang sich, nicht hinzusehen. Es war ihrer nicht würdig, sie so am Boden zerstört zu sehen. Auch für seine Augen war es nicht bestimmt. Dieser Moment musste einzig und allein ihr gehören. Darum kauerte er sich wieder unter das Fenster, bis ihr stummes Wehklagen nachließ.
Er hörte, wie sie sich vom Bett erhob, also richtete auch er sich wieder auf. Sie war mit dem Rücken zu ihm gewandt, doch er sah ihr Gesicht im Spiegel ihrer Kommode, an der sie nun stand und den Nachlass der Tränen zu entfernen versuchte. Trotz der geschwollenen, roten Augen war sie noch immer unbeschreiblich schön und er bewunderte alles an ihrem Gesicht.
Plötzlich traf ihr Blick den seinen und ihre Augen wurden groß vor Schreck. Link lief sofort rot an vor Verlegenheit und ärgerte sich über sich selbst, weil er nicht gehandelt hatte, bevor sie ihn entdeckte - sei es Ansprechen oder Flucht gewesen. Noch während er mit seinem eigenen Schrecken zu kämpfen hatte, hatte sich Zelda wieder gefasst.
„Ach, Link, du bist es nur...“ Sie war sichtbar erleichtert, ihn zu sehen und keinen heimlichen Verehrer, der ihr nachstellte. Wobei das ja eigentlich auch auf ihn zutraf, wie er einräumen musste. „Wie... wie lang bist du schon da? Oh, komm doch herein“, fügte sie nach kurzem Zögern hinzu.
Link freute sich über die Einladung in ihr Zimmer und ließ es sich natürlich nicht zweimal sagen. Also stieg er ungeschickt durch das Fenster hinein, während er dabei ächzte, er wäre gerade erst gekommen. Zelda musterte ihn während der Prozedur nachdenklich und der Anflug eines Lächelns huschte über ihr Gesicht.
Als der Hylianer endlich drinnen angelangt war, setzte er sich auf ihre Anweisung hin neben sie auf das Bett. „Nun, Link, was führt dich hier her?“
Er schaute sie belustigt an und versuchte zu vergessen, was er eben mitbekommen hatte, was natürlich gar nicht so leicht war. „Na ich komme auf deine Geburtstagsfeier. Du hast mich doch eingeladen. Nur war ich geschockt, dass dein engster Freundeskreis so... gewaltig ist.“ Für diese letzte Bemerkung hätte er sich schon in dem Moment ohrfeigen können, als sie seine Lippen verließ, aber leider war es ihm einfach herausgerutscht.
Zelda wandte schnell den Blick ab und setzte eine undurchdringliche Maske auf. „Die Feier, die ich geplant hatte, wird nicht stattfinden. Tut mir leid, dass ich vergessen hatte, dir Bescheid zu sagen“, presste sie zwischen ihren Zähnen hervor.
Link senkte den Blick. Schon mit dem ersten Satz hatte er alles falsch gemacht. Wie sollte er es jemals schaffen, die richtigen Worte für sein Geständnis zu finden, wenn er jetzt schon alles versaute? Mit aller Unschuld, das er aufbringen konnte, fragte er: „Was ist denn passiert?“
Zelda starrte einfach aus dem Fenster, ohne ihm zu antworten. Fast glaubte er, es wäre besser das Thema zu wechseln oder einfach zu gehen, da sagte sie doch noch etwas, allerdings nur mit monotoner Stimme, als wäre sie gedanklich ganz woanders. „Mein Vater denkt, der ganze Trubel ist genau das richtige für mich – einer Prinzessin würdig eben. Er versteht mich einfach nicht, er hat mich noch nie verstanden.“ Nun schaute sie Link in die Augen und ihre Stimme bekam wieder mehr Klang. „Sogar für deine Feier musste ich mich unbemerkt aus dem Schloss schleichen. Wenn ich Impa hier nicht hätte, würde ich untergehen. Ich komme mir vor, wie im Gefängnis! Ich wünschte, ich wäre so frei wie du oder Malon oder... wie jeder andere auf der Welt!“
Sie verbarg ihr Gesicht in den Händen und verharrte lang so. Link kam sich total unbeholfen vor, wusste überhaupt nicht, was er tun sollte. Also legte er erst einmal nur eine Hand auf ihren Rücken, während er überlegte, wie er seine Angebetete aus dieser Situation retten konnte. Plötzlich fiel ihm etwas ein. Wenn er ihr nicht helfen konnte, dann wollte er ihr wenigstens einen unvergesslichen Geburtstag bereiten. Er stand einfach auf und trat wieder ans Fenster. Er wandte sich halb zu Zelda um, die ihm irritiert hinterher schaute. Link schaute sie erwartungsvoll an und sagte: „Komm mit mir.“
„Wie bitte?“, fragte Zelda mit zitternder Stimme.
„Komm mit mir“, wiederholte er. „Vertrau mir.“
Wie mechanisch erhob sich Zelda und kam langsam auf den Hylianer zu. „Was hast du vor?“ Aber Link schüttelte nur den Kopf und deutete mit ebendiesem aus dem Fenster. „Was, ich soll durchs Fenster steigen?“ Daraufhin grinste Link breit. So etwas bekam man bestimmt selten von einer Prinzessin zu sehen.
Unbeholfen kletterte sie auf die Fensterbank und ließ anschließend ihre Beine hinaus baumeln. Sie wandte sich noch einmal um und fragte: „Bist du sicher?“
Link verdrehte gespielt die Augen und sagte: „Es ist doch nicht hoch.“ Dabei gab ihr einen Schubs und sie landete äußerst undamenhaft auf ihren Füßen. Danach sprang Link aus dem Fenster, nahm sie am Arm und führte sie über die Wiese. „Wie kommt man unbemerkt aus dem Schloss?“, fragte er in die Stille hinein.
„Wir kommen heute nicht heraus.“ Zelda schüttelte niedergeschlagen den Kopf.
Link schaute sie missmutig an. „Es gibt immer einen Weg. Komm.“ Er setzte sich in Bewegung und fand schnell eine geeignete Stelle, an der Mauer empor zu klettern. Als er merkte, dass Zelda ihm nur hinterher schaute, während er schon halb die Rosenhecke hinauf war, rief er: „Worauf wartest du denn?“ Link verstand es nicht. Warum verharrte sie immer noch dort, wenn sich nun eine Möglichkeit zur Flucht bot?
Aber jetzt kam Zelda doch heran, aber schaute skeptisch zu ihm hinauf. „Ich kann das nicht“, sagte sie einfach nur.
„Natürlich kannst du das. Du hast doch eben selbst gesagt, du willst sein wie ich. Dann mach wahr, was du dir erträumst. Sei frei!“ Links Augen blitzten schelmisch auf und zu seiner großen Freude zeigte sich auf Zeldas Gesicht tiefe Entschlossenheit. Sie berührte zwar noch unbedarft das Pflanzengeflecht, aber suchte sich schnell die Stellen heraus, die ihr genug Halt boten. Schneller als Link schauen konnte, war sie nun doch an ihn heran und er selbst setzte nun auch seinen Weg nach oben fort. Zelda hatte wirklich Talent, sie musste nur an sich selbst glauben.
Endlich waren sie auf der Mauer angekommen, weit und breit war keine Wache zu sehen, nur das abendliche Panorama der hylianischen Steppe. Link war leicht ergriffen von dem Anblick und der Prinzessin schien es genauso zu gehen. „Halte dich an mir fest“, gab er ihr erneut Anweisung.
„Was hast du vor?“, fragte Zelda noch einmal, aber gehorchte. Für Link war es ein tolles Gefühl, wie Zelda auf ihn hörte, aber erst recht ihre Berührung. Es fühlte sich unglaublich gut an, wie nah sie ihm nun war und er hoffte insgeheim, dass es ihr genauso ging.
Aber dann ließ er von diesem Gedanken ab und holte seine Okarina hervor. Er spielte ein paar sanfte Töne und die Magie, die ihnen inne wohnte umhüllte ihn und Zelda und es fühlte sich an, als würde es nur noch sie beide auf dieser Welt geben. Als er den letzten Ton gespielt hatte, schaute er Zelda an und sah, dass ihre Augen zu leuchten schienen. Voller Bewunderung schaute sie ihn an, jetzt schon lag in ihrem Blick ein stummes Danke. Und das machte Link unglaublich glücklich.
Dann setzte die Magie der Melodie ein und von weitem hörte Link schon das erwartete Geräusch. Über die Ebene kam eine kleine Gestalt angerannt und ihr Hufgeklapper tönte bis auf die Mauer hinauf. Wiehernd kam Epona vor dem Wassergraben zum stehen und schaute treuselig zu Link empor. Wieder schaute er Zelda an. „Bereit?“
„Bereit? Wofür?“ Doch als Antwort erhielt sie nur einen kräftigen Ruck, der sie in die Tiefe beförderte, als Link, sie immer noch im Arm haltend, von der Mauer sprang. Ein Schrei löste sich von Zeldas Lippen, doch dann tauchten sie schon ins kühle Wasser ein. Während dem kurzen Moment unter Wasser sah Link nur Zeldas vor Schreck weit aufgerissene Augen. Dann tauchten sie gemeinsam wieder auf und die Prinzessin kämpfte sich von ihm frei und allein ans Ufer.
Link stieg ebenfalls aus dem Graben und schüttete das Wasser aus seinen Stiefeln. Er war froh, dass die Schatulle, in der Zeldas Geschenk steckte, wasserdicht war, sonst wäre alle Mühe umsonst gewesen. Die Prinzessin drehte sich wütend zu ihm um. „Bist du wahnsinnig? Hättest du mich nicht vorwarnen können? Wir hätten sterben können!“
Link grinste sie nur frech an. „Sind wir aber nicht. Und was das Beste ist, wir sind draußen! Jetzt steht uns die ganze Welt offen!“
Immer noch sichtlich wütend funkelte sie ihn an, aber dann erkannte sie, dass er recht hatte und ihre Miene hellte sich deutlich auf. „Und wohin werden wir gehen?“
Link fiel ein Stein vom Herzen. Zelda fand seine Idee offensichtlich gut und war ihm auch nicht mehr böse. Es würde ihre Nacht werden! Nur er und sie. Und Epona. Aber die konnte er bei Bedarf auch einfach weg schicken. Link machte sich keine großen Hoffnungen, aber er wollte Zelda einfach nur glücklich sehen. Und er war auf dem besten Weg dahin, davon war er überzeugt. „Das sei ganz dir überlassen. Epona bringt uns, wohin du magst.“
„Weißt du, du hast gute Ideen. Überrasche mich einfach.“
Das brachte Link wieder zum Grinsen und er half ihr aufs Pferd, bevor auch er sich in den Sattel schwang. Er beugte sich an Zelda vorbei an Eponas Ohr und hauchte ihr etwas zu, worauf sich das Pferd sofort in Bewegung setzte. Von Schritt ging sie sofort in Trab über und gleich darauf in einen sanften Galopp, sodass sie förmlich über die Steppe flogen.
Der Wind verfing sich in ihren Haaren und Link fühlte sich so frei, wie schon lang nicht mehr. Er war überzeugt, es lag einzig daran, dass Zelda bei ihm war und diesen Moment mit ihm genießen konnte. Sie beide hatten sich tief über den Pferdehals gebeugt und genossen, wie die Bäume nur an ihnen vorbei rauschten. Link warf einen Blick zu Zelda und sah ihre Augen strahlen und das vergnügte Grinsen auf ihren Lippen. Ihm ging bei diesem Anblick förmlich das Herz auf.
Während des Ritts über die Steppe, verblasste das Tageslicht mehr und mehr und ein Stern nach dem anderen erschien am Himmel. Als sie am anderen Ende der Steppe ankamen, war bereits das letzte Licht der Sonne verblasst, doch der Mond spendete in seiner vollen Pracht genügend Licht, um gut sehen zu können. Silbern glitzernd lag der riesige Hylia-See vor ihnen und schnaubend kam Epona an dessen Ufer zum Stehen.
Link machte noch keinerlei Anstalten, von Eponas Rücken zu steigen und auch Zelda saß regungslos da. Wieder schaute Link unauffällig von der Seite in das Gesicht der Prinzessin. Ihre Augen waren weit aufgerissen und ihre Mundwinkel zuckten auffällig. Doch sofort schüttelte sie diese Anflug von Gefühl ab und legte eine neutrale Maske auf. „Er ist wunderschön“, wisperte sie dennoch und Link grinste breit hinter ihrem Rücken. Er hörte so viel Gefühl aus ihrer Stimme heraus, er spürte regelrecht, dass es ihr viel bedeutete, heute an diesem Ort und nicht im Schloss zu sein.
„Ich weiß, darum sind wir hier“, erwiderte Link genauso leise und stieg dabei sachte von Epona hab. Er streckte Zelda die Hand entgegen und blickte sie schelmisch an. „Darf ich um einen Spaziergang entlang des Ufers bitten, holde Prinzessin?“
Kurz sah er ein sanftes Lächeln in ihrem Gesicht aufblitzen, mehr in ihren Augen, als auf ihrem Mund und es raubte ihm kurz den Atem. „Liebend gern, edler Ritter.“ Sie ergriff seine Hand und ließ sich ebenfalls von Eponas Rücken sinken. Link streichelte der Stute über den Hals und flüsterte ihr zu, sie dürfe tun, wonach ihr beliebt. Damit trabte sie davon uns suchte sich eine Stelle zum Grasen.
Zelda schaute dem mit großen Augen zu. „Versteht sie, was du ihr sagst?“, fragte sie entgeistert.
„Natürlich. Du verstehst mich doch auch.“ Link linste aus den Augenwinkel zu der Prinzessin und versuchte, ernst zu bleiben.
„A... Aber sie ist doch nur ein Pferd!“ Link musste sich zusammenreißen, nicht laut los zu lachen, so verwirrt, wie Zelda offenbar war.
„Ehm, sagen wir mal so... Epona ist kein normales Pferd. Sie ist unheimlich intelligent und unendlich treu, wenn sie sich jemanden zum Freund auserkoren hat. Und sie hört aufs Wort, sogar besser als ein Hund.“
„Aber...“, setzte die Prinzessin noch einmal an, worauf Link sie gleich wieder unterbrach. „Nein, ich weiß nicht, warum. Malon und ihr Vater wissen es auch nicht, aber sie sind unheimlich stolz auf das beste Pferd ihrer Zucht. Aber genug davon. Sonst verschwenden wir diese wertvolle Zeit an Gespräche, die auch zu jeder anderen Zeit stattfinden könnten.“ Link machte eine ausholende Geste, die den ganzen Hylia-See umfassen sollte. „Komm.“
Zelda ließ sich das nicht zweimal sagen und lief neben ihm her, stillschweigend das Gewässer und die Sterne bewundernd. Link beobachtete sie dabei pausenlos und bewunderte ihre makellose Schönheit im sanften Licht des Nachthimmels. Nur gelegentlich schaute Zelda auch zu ihm hinüber und er wünschte sich, sie würde wieder ein paar Emotionen zeigen. Doch nichts dergleichen spiegelte sich auf ihrem Gesicht wider.
„Was hast du?“, fragte Link schließlich. Mit ihrer undurchdringlichen Maske starrte sie ihn zunächst an, ohne etwas zu sagen. Dann antwortete sie schließlich zaghaft: „Nichts. Ich bin es nur nicht gewohnt, nachts an einem fremden Ort zu sein.“
Sie starrte wieder über die glatte Fläche des Sees und Link war enttäuscht. Er hatte gehofft, sie würde sich ihm anvertrauen, ihm erzählen, was ihr Vater diese Nacht vor hatte, warum er ihren Geburtstag und ihre Wünsche so missachtete. Doch nichts dergleichen verließ ihre Lippen. Er hatte so gehofft, sie hätte alles erzählt, dass er sie trösten und dabei vielleicht die Gefühle in ihr wecken konnte, die er schon so lang empfand. Er hätte am liebsten auf etwas eingeschlagen, doch er riss sich zusammen. Die Nacht war noch jung und vielleicht ergab sich noch eine Chance.
Weil Zelda einfach stehen geblieben war, setzte er sich neben sie ins Gras. Sie schien es gar nicht zu registrieren, doch dann ließ sie sich auch fast automatisch nieder. Lang starrten die beiden wie gebannt auf das Wasser, auf dem nichts geschah. Link fragte sich, wie man so lang etwas anschauen konnte, wenn rein gar nichts passierte, doch er konnte seine Augen kaum von dem herrlichen Anblick lösen.
Neben sich spürte er die unsichtbare, aber kaum zu durchdringende Barriere, die die Prinzessin umgab. Er musste einen Weg finden, zu ihr durch zu dringen. Aber er empfand, er befand sich auf einem guten Weg dahin. Schließlich hatte er sie schon dazu gebracht, mit ihm zu kommen. Aber das alles war zweitrangig. Sie sollte einfach nur glücklich sein, das war sein Ziel.
Plötzlich ertönte ein Geräusch, dass Link die Sinne benebelte. Er konnte es zuerst gar nicht zuordnen und schaute sich irritiert um, bis er begriff, dass es nur Zelda war, die begonnen hatte, zu sprechen, noch immer auf den glatten Spiegel aus Wasser starrend. „Weißt du, ich habe mir so oft gewünscht, einfach mal auszubrechen aus den ganzen Regeln, Gesetzen und Pflichten. Nun ist es soweit und ich kann nicht anderes, als diese Situation nur zu bestaunen. Ich dachte immer, ich würde singen und tanzen vor Freude, doch dem ist nicht so.“ Sie wandte ihren Kopf Link zu, in ihren Augen sah er es glitzern. „Warum?“
Link verschlug es die Sprache. Was sollte er denn darauf sagen? Er wusste doch nicht, warum sie nicht so reagierte. Dann kam ihm ein Gedanke. „Vielleicht musst du einfach versuchen, loszulassen.“
„Loslassen?“
„Ja, schüttle alles von dir ab, was dich hindert, was dich festhält, was dir Sorgen macht. Denke einfach für diesen Moment nicht an diese Dinge und tue, wonach dir der Sinn steht!“
„Wie soll ich das machen? Ich kann es nicht einfach ausblenden.“ Zelda schaute ihn eine Spur verzweifelt an.
Link verzog den Mund. „Wenn du so redest, wird das auch nichts. Glaub einfach daran, dann klappt es auch. Du willst singen? Tu es! Du willst tanzen? Tu es! Du wirst sehen, es ist nicht schwer, wenn du einmal angefangen hast.“
„Wie bitte? Hier?“ Zelda war sichtlich schockiert. Wenigstens etwas Gefühlsregung.
„Natürlich. Du hast doch selbst gesagt, du wolltest das immer.“ Link grinste sie wieder schelmisch an, stand auf und reichte ihr wieder einmal die Hand. „Darf ich bitten?“ Zelda starrte ihn mit offenem Mund an. „Was ist los? Hat dich noch nie jemand zum Tanzen aufgefordert?“ Insgeheim hoffte er jedoch, sie würde sein Angebot ausschlagen – er konnte ja nicht einmal tanzen.
Doch dann hatte sich die Prinzessin wieder gefasst und packte entschlossen seine Hand. „Natürlich dürft Ihr bitten, edler Ritter.“ Dabei leuchteten ihre Augen kurz auf und Link wurde warm ums Herz. Ihre Hände umschlossen sich und wie in Trance legte er die andere Hand auf ihre Hüfte. Langsam begannen sie, sich hin und her zu wiegen und Link achtete vorerst nur darauf, Zelda nicht auf die Füße zu treten. Doch nach und nach gewöhnte er sich daran und konnte ihr endlich ins Gesicht sehen. Sie hatte die Augen geschlossen und genoss es offensichtlich, wie sie sich bewegten und ihr der kühle Nachtwind durchs Haar strich. Tanzschritt für Tanzschritt bewegten sie sich am Ufer entlang und Link fühlte sich, als hätte er nie etwas anderes getan. Auch er schloss irgendwann die Augen und ließ sich von ihrem eigenen Rhythmus leiten, hörte nur noch auf seine inneren Musik, die offenbar mit der Zeldas übereinstimmte und genoss diese Vertrautheit zu seiner Liebsten, die er so noch nie gespürt hatte.
Irgendwann hielten die beiden inne und wiegten nur noch auf der Stelle hin und her, ohne es recht zu bemerken, bis sie schließlich ganz innehielten in ihrer Bewegung. Link war völlig versunken diesen Moment der Zweisamkeit, dass er auch das nicht wahrnahm. Als er die Augen nun dennoch öffnete, stellte er entsetzt fest, dass Zelda verschwunden war. Wie konnte sie sich so völlig unbemerkt aus seinen Armen lösen? Er war verwirrt. Aber noch in der selben Sekunde, in der er das dachte, stieß ihn etwas so hart in die Seite, dass er strauchelte und rücklings ins Wasser fiel.
Als er wieder auftauchte, stellte er erleichtert fest, dass er stehen konnte. Tatsächlich reichte ihm das Wasser gerade einmal bis zu den Knien. Am Ufer stand Zelda in ihrer ganzen Schönheit und lachte. Dieser Anblick war so wunderschön, ihre Stimme so betörend für ihn, dass er nicht an sich halten konnte. Er stürzte auf dem Wasser und versuchte sie zu fassen. Doch sie war schneller und entwand sich seinem Griff. Sie hastete lachend über das Gras und Link spurtete hinter ihr her. Dabei entledigte er sich seiner Tunika, weil sie ihn, voll gesaugt mit Wasser, nur behinderte.
„Na, warte, Prinzessin! Ich kriege dich!“
Sie schaute über ihre Schulter zu ihm zurück und grinste ihn frech an. „Versuch es doch, Ritter!“
Normalerweise hätte Link sie längst eingeholt, doch so fröhlich, wie sie im Moment war, wollte er sie noch länger sehen, also gab er vor, tatsächlich nicht schnell genug zu sein. Aber als sie wieder in Richtung See rannte, beschleunigte er und kurz vor dem Ufer bekam er sie dann doch in seine Finger. Sie schrie in gespieltem Entsetzen und durch Links Wucht landeten sie beide erneut im Wasser. Wieder lachte Zelda aus tiefstem Herzen und Link war unglaublich glücklich, dass er es geschafft hatte, ihre Mauer zu durchbrechen.
Als sie sich nahezu wieder beruhigt hatten, legte Link sich einfach hin und ließ sich von den Wellen umspülen. Ohne Aufforderung tat Zelda genau das gleiche. Sie schauten gemeinsam in die Sterne und ab und zu kicherte sie vor sich hin. Endlich hatte sie sich von ihren Sorgen gelöst, wenigstens für den Moment. Ein silberner Streif schoss über den Himmel.
„Du darfst dir etwas wünschen“, flüsterte Link der Prinzessin zu.
Sie schaute ihm in die Augen. „Du dir auch.“
„Im Moment bin ich wunschlos glücklich“, erwiderte er mit einem Lächeln.
Er meinte, in Zeldas Augen einen leichten Schimmer wahrzunehmen, aber er konnte sich auch täuschen. Sie rückte näher an ihn heran und berührte mit den Fingerspitzen seine Wange. „Mir geht es genauso“, hauchte sie ihm zu, während ihr Mund sich immer weiter dem seinen näherte.
Sein ganzer Körper spannte sich voller Vorfreude an und endlich spürte er die weiche Berührung ihrer Lippen auf seinen. Der Moment, von dem er so lang geträumt hatte, war endlich da. Ohne zu Zögern erwiderte er den Kuss, erst sanft, dann voller Verlangen. Er öffnete seinen Mund leicht und ließ seine Zunge über ihre zarten Lippen gleiten und sie tat es ihm gleich, bis sich ihre Zungen schließlich berührten. Sanft kitzelte die Berührung, doch er genoss es in vollen Zügen. Auch Zelda schien mit Geist und Seele in ihre gemeinsame Innigkeit vertieft und ließ sich von ihrem Gefühl leiten.
Ihre Münder waren wie miteinander verschmolzen, ihre Zungen umspielten sich in einem endlosen Tanz und Link fühlte sich, als würde er vor Verlangen verbrennen. Er überlegte, ob Zelda bereit für den nächsten Schritt war, doch da nestelte sie schon an seinem Leinenhemd herum und versuchte, es ihm beiläufig auszuziehen. Link genoss es zutiefst, wenn sie dabei seine nackte Haut darunter berührte und mit jeder Berührung wollte er sie umso mehr.
Um das Hemd über den Kopf zu ziehen, mussten sie sich kurz voneinander lösen. Er warf es achtlos auf die Wiese hinter sich. Zelda musterte seinen Oberkörper begierig und neigte ihren Kopf hinunter, um ihn zu küssen. Ihr Haar und ihr Mund kitzelten seine Bauchmuskel, doch Link streckte ihr seinen Bauch entgegen, dass ihm ja nichts entging; den Kopf hatte er genüsslich zurückgelegt und die Augen geschlossen. Alles in seinem Körper schrie danach, auch Zelda so zu liebkosen, doch er spielte heute nur nach ihren Regeln.
Kurz ließ sie von ihm ab, nur um im nächsten Moment an seiner Hose herum zu fummeln und sie vorsichtig, aber unaufhaltsam von seinen Beinen zu ziehen. Die Langsamkeit, mit der sie das tat, steigerte sein Bedürfnis, sie endlich zu lieben, wie er es sich immer vorgestellt hatte, doch er verharrte dort, wo er war, auch wenn es ihm schwer fiel. Als sie nun endlich die Hose zur Seite warf, betrachtete sie ihn, wie er vor ihr lag, vollkommen ausgeliefert. Ihre Blicke trafen sich und er sah das wilde Verlangen in ihren Augen aufflackern, fast raubtiergleich. Er hielt den Atem an, als sie sich wieder auf seinen nackten Körper stürzte und ihn zu küssen begann. Ab und zu nagte sie auch an seiner nassen Haut, seinen Ohrläppchen oder an seiner Lippe.
Es brachte ihn fast um den Verstand und schließlich kam auch Bewegung in ihn. Er ließ seine Hände unter ihr Kleid gleiten, zunächst oben, und streichelte sanft ihren Rücken, kratzte zart und liebevoll an ihrer Seite entlang, was sie unwillkürlich aufstöhnen ließ und tastete sich langsam zu ihren Brüsten. Er umschloss sie mit seinen Händen und massierte sie behutsam, was Zelda offenbar genoss. Jetzt war sie es, die sich neben ihm fallen und liebkosen ließ. Diese Einladung schlug Link nicht aus, er beugte sich über sie und, mit einer Hand noch immer ihre Brust massierend, mit der anderen liebevoll ihren Körper abtastend. Er glitt über ihrem Kleid an ihrem Körper hinab, streichelte ihre Hüfte und ließ seine Finger an ihrem Bein hinab wandern, um sie am anderen Bein wieder herauf gleiten zu lassen. Fast automatisch ließ er sie unter dem Saum verschwinden und spürte, wie sie sich in sinnlicher Erwartung anspannte.
Ihr Körper bebte voller Verlangen und dadurch war es um Link geschehen. Er riss wie in Trance das Kleid von ihrem Leib, ohne darauf zu achten, wie der leichte Stoff zerriss oder wie er auf dem Wasser des Sees davon trieb. Er presste seinen Mund in wildem Verlangen auf ihren und seine Zunge begann einen erneuten Tanz mit ihrer, dieses mal wilder, sinnlicher, voller Begierde. Sanft beugte er sich mit seinem ganzen Körper über Zelda und sie ließ es zu. Sie streckte sich ihm sogar entgegen und endlich machte er seinem angestauten Verlangen Luft.
Ganz sanft und vorsichtig drang er in sie ein und sie zuckte ein wenig zusammen. Zögerlich zog er sich ein wenig zurück, nur um es noch einmal zu riskieren. Dieses Mal war es schon viel leichter und auch sie kam ihm entgegen. Es war ein herrliches Gefühl, als würden sie perfekt zusammen passen, fanden sie ihren gemeinsamen Rhythmus, wie bereits beim Tanzen. Er hatte das Gefühl, sie voll auszufüllen und genoss jeden einzelnen Stoß, was er in genüsslichen Lauten von sich gab. Auch Zelda unter ihm stöhnte voller Inbrunst und steigerte sich selbst mit jedem Stoß. Allmählich spürte er selbst, wie er fast an den Höhepunkt gelangte und auch Zelda konnte nicht mehr weit entfernt sein. Sie krallte sich voller Ekstase in seinen Rücken, und trieb Link dadurch noch mehr an. Er spürte, wie bereits das Blut aus diesen Wunden floss, doch der Gedanke brachte ihn nur mehr um den Verstand.
Schließlich stieß Zelda einen erleichterten Schrei aus, während sich ihr Unterleib zusammenzog. Das nutzte Link, um seinen letzten Stoß auszuführen, um sich endlich auch von seiner Last zu befreien, während er auch ein erleichtertes Schnaufen ausstieß.
Schwer atmend und schweißgebadet, rollte er sich von ihr herunter und legte sich wieder neben sie ins Wasser. Auch Zelda keuchte neben ihm und hatte die Augen geschlossen. Noch lang lagen sie so da, ohne auch nur ein Wort miteinander zu wechseln. Nach einer gefühlten Ewigkeit schaute er zu ihr hinüber und auch sie schaute ihn an. Erneut versank er in dem Blau ihrer Augen und war überglücklich, dass sie ihre Volljährigkeit auf diese Weise mit ihm gefeiert hatte.
Dann fiel ihm plötzlich etwas ein. Er raffte sich auf und lief zu seinen abgelegten Sachen, während Zelda ihm nun misstrauisch nachblickte. Er kramte die Schatulle hervor und kehrte damit zu Zelda zurück. Er schaute sie ein wenig verlegen an, aber überreichte ihr dennoch ohne zu Zögern den Behälter.
Sie blickte ein wenig verdutzt drein, doch dann öffnete sie das Kästchen. Darin lag ein Stück eingerolltes Papier. Sie entnahm es dem Behälter und rollte es behutsam auf. Darauf blickten ihr ihre eigenen Augen entgegen, die voller Leben und Liebe erfüllt schienen. Ihr Gesicht war rosig und strahlte, wie von innen heraus. Und es stellte sie zehn Jahre zuvor dar. Sie trug ihr übliches Gewand von damals und ein elegantes Kopftuch. Der Hintergrund war nur verschwommen und schimmerte golden, als wäre sie selbst von einem Lichtschein umgeben.
Zelda hielt den Atem an. So hatte sie sich gar nicht in Erinnerung, doch sie fand es wunderschön. „Woher hast du dieses Bildnis von mir?“
Jetzt lief Link doch noch rot an. „Ehm... das.. das hab ich selbst gemacht.“
Sie musterte ihn ungläubig. „Wirklich? Es ist herausragend! Woher kannst du so gut malen?“
„Ich.. Keine Ahnung.. Aber du kannst dir nicht vorstellen, wie lange es gedauert hat... Das warst du bei unserer ersten Begegnung.“ Er schaute sie noch immer ein wenig verlegen an. Sie drückte ihm einen sanften Kuss auf die Wange. „Danke“, hauchte sie ihm ins Ohr.
„Gern geschehen, Prinzessin.“ Plötzlich fiel ihm ein, dass er ihr noch gar nicht gratuliert hatte. „Oh, alles Gute zum Geburtstag.“
Mit diesen Worten versteife sich Zelda und ihr Gesicht versteinerte augenblicklich. Sie richtete sich auf und suchte das Ufer nach etwas ab. Dann fluchte sie leise und stapfte über die Wiese. Link sah ihr ratlos nach und fragte sich, was er falsch gemacht hatte. Dennoch erhob er sich und folgte ihr schweigend. Sie hatte seine Tunika erreicht und streifte sie, ohne ihn zu fragen, einfach über und band sie mit seinem Gürtel fest. Er selbst suchte sich seine Hose und sein Hemd und zog sich auch wieder an. Sie hatte ihn dabei erwartungsvoll angesehen und sagte monoton: „Wir müssen zurück.“
Link schüttelte den Kopf, als sie sich auf Epona hievte. Wie konnte sie nur von einem Moment auf den anderen wieder ihre innersten Gefühle abschalten? Er verstand es nicht. Noch während des gesamtes Ritts quer über die Steppe grübelte er darüber nach. Zelda unternahm nichts, ihn aus seinen Gedanken zu reißen; sie hing wahrscheinlich ihren eigenen nach.
Am Schloss angekommen fragte Zelda nur einmal und kurz angebunden, wie man unbemerkt wieder hinein kam und er zeigte ihr bereitwillig einen Weg. Er begleitete Zelda noch zu ihrem Gemach und half ihr wieder durchs Fenster. In einem Winkel des Zimmers, den er von draußen nicht einsehen konnte, schälte sie sich aus seinen Sachen, schlüpfte in ein wundervolles, aber schlichtes, weißes Kleid und übergab ihm die Tunika und den Gürtel.
„Zelda...“, setzte Link an.
„Link, danke, dass du mir das Wertvollste gegeben hast, das ich mir wünschen konnte – Freiheit. Auch wenn es nicht von Dauer sein konnte.“
„Aber -“, versuchte er es wieder.
„Ich habe Pflichten zu erfüllen, Link. So will es das Gesetz und dem muss ich mich beugen.“ Noch immer war auf ihrem Gesicht keine Regung zu sehen und mehr würde er auch nicht mehr zu sehen bekommen. Ohne ein weiteres Wort zu verlieren schloss sie das Fenster und verschwand aus ihrem Gemach.
Link griff sich an den Kopf. Passierte das gerade wirklich oder war das wieder einmal nur ein verrückter Traum? Gerade schwebten sie noch im Himmel und nun stand er vor verschlossenem Fenster und sie tat, als wäre nichts geschehen. Link hatte gespürt, dass da mehr war, auch von ihrer Seite. Das konnte sie doch nicht gespielt haben! Aber nun war sie im Begriff sich mit einem dieser geladenen Männer vermählen zu lassen. Warum nur hatte sie sich ihm dann überhaupt hingegeben?
Er schlug verzweifelt mit der Faust gegen die Mauer neben ihrem Fenster und verfluchte sich selbst dafür, weil die Hand nun schmerzte, als wäre sie gebrochen. Was sollte er nun tun? Sollte er einfach heim gehen und auch so tun, als wäre nie etwas zwischen ihnen gewesen? Das konnte er nicht. Doch er konnte genauso wenig in die überfüllte Halle gehen und mit ansehen, wie sie den ewigen Bund für ihr Unglück einging. Er würde es nicht überleben, wenn sie einen anderen wählen würde. Nicht, nachdem sie sich so nahe gewesen waren.
Er wusste nicht, was er tun sollte und grübelte noch lang darüber nach, während er unter einem Baum saß. Er starrte gedankenverloren in den Nachthimmel, ihm war nicht bewusst, wie der Mond sich immer weiter über das Firmament schob, doch als er schließlich hinter den Blättern des Baumes hervor schaute, erwachte er aus seiner Starre.
Schwerfällig raffte er sich nun doch auf und schleppte sich in den langen Korridor, der zur Festhalle führte. Auch, wenn es ihn fertig machen würde, wenn sie einen anderen wählte, er musste es einfach wissen, wenn ihr das alles nichts bedeutet hatte. Also schob er sich durch die Seitentür zurück in die voll gestopfte Halle und mischte sich unter die Leute.
Von Zelda selbst war nichts zu sehen, aber damit hatte er in der Menge auch nicht gerechnet. Ihr Vater hatte gesagt, er erwartete sie um Mitternacht. Es war aber bereits ein Uhr in der Nacht. Link war die Zeit mit Zelda wie eine wundervolle Ewigkeit vorgekommen und er hatte vermutet, es wäre noch viel später. Aber wenn es schon so spät war, wo war sie dann? Hatte sie ihre Entscheidung schon getroffen? Aber da wäre er vermutlich mitten in die Zeremonie geplatzt. Wo steckte sie nur?
Er blickte die Stufen zu den beiden Thronen empor, aber diese waren leer. Auch der König war nicht anwesend. Entmutigt ließ er seinen Blick erneut über die Menge schweifen und entdeckte endlich ein bekanntes Gesicht: Malon. Er schlenderte zu ihr hinüber und gab ihr beiläufig einen Klaps auf den Hinterkopf.
„Hey, pass doch auf!“, brauste sie auf, doch als sie Link erkannte, strahlte sie übers ganze Gesicht. „Huch, du bist es nur... Ich hab dich schon lang nicht mehr gesehen, was hast du die ganze Zeit getrieben?“
„Ich... habe an Zeldas Geschenk gearbeitet.“
Malons Augen glänzten freudig. „Und, was hast du ihr geschenkt? Hat es ihr gefallen? Hast du es ihr überhaupt schon gegeben? Komm, sag schon!“
Link war die Situation unangenehm. Warum hatte er Malon überhaupt angesprochen? Er hätte wissen müssen, dass er einem Verhör unterzogen werden würde. Doch einer Antwort musste er ihr schuldig bleiben, denn mit einem Schlag verstummten alle Gespräche im Saal und alle Augen richteten sich nach vorn, die Stufen hinauf.
Dort schritt nun der König entlang und aus der Seitentür, aus der er kam, folgten ihm seine Gattin und deren Tochter. Zelda trug das Kleid, dass sie in ihrem Zimmer nach ihrem Ausflug angezogen hatte, doch ihre Haare waren nun kunstvoll und aufwendig verflochten und es bestand kein Zweifel, dass sie eine wahre Prinzessin war. Sie strahlte eine königliche Würde aus, die nur wenigen Menschen zu eigen waren. Link konnte seinen Blick nicht mehr von ihr lösen, so gefesselt war er von ihrem Anblick und zu überwältigt von seinen Gefühlen, als dass er sich bewegen konnte.
Der König und die Königin ließen sich auf ihren Thronen nieder und Zelda stand nun allein vor den versammelten Gästen, die eigentlich nicht ihre waren. Sie ließ ihren Blick kühl und neutral über die Menge schweifen, Link schien sie gar nicht wahrzunehmen oder sie verbarg es sehr gut. Das versetzte Link einen noch größeren Stich als in dem Moment, als sie das Fenster vor seiner Nase geschlossen hatte.
„Willkommen im Palast von Hyrule. Ich danke euch, dass ihr der Einladung so zahlreich gefolgt seid“, begrüßte Zelda die Anwesenden. „Ich freue mich zutiefst, dass ihr alle gemeinsam mit mir meinen achtzehnten Geburtstag feiern wollt, auch wenn ihr dafür einen weiten Weg auf euch nehmen musstet, Freunde aus den benachbarten Königreichen! Doch der eigentliche Grund für euer Kommen ist meine bevorstehende Krönung, wie ihr sicher wisst. Das Gesetz sieht vor, dass ich dafür zeitnah den Bund der Ehe schließen muss. Aus diesem Anlass habe ich mit jedem der Bewerber eine gewisse Zeit verbracht, um den geeignetsten König für Hyrule ausfindig zu machen.“
Wieder musterte sie die Menge und in den vorderen Reihen kam Bewegung auf. Zahlreiche junge Männer drängten in die erste Reihe, Link vermutete, das waren die besagten Freier. Von seinem Platz aus konnte er keine Einzelheiten dieser Männer erkennen, aber es war ihm gleich. Seine Aufmerksamkeit galt ohnehin nur Zelda.
Sie holte tief Luft und als wäre das ein Zeichen, erstarrten die Männer in ihrer Bewegung und lauschten den nächsten Worten der Prinzessin. „Lang habe ich nun darüber nachgedacht, welches die richtige Entscheidung sein wird. Ist das Beste für das Reich auch das Beste für mich? Oder ist das Beste für mich auch das Beste für das Reich? Meine Eltern unterstützten mich dahingehend mit ihrer eigenen, persönlichen Meinung. Und letztendlich bin ich zu einem Schluss gekommen. Beides wird sich miteinander wahrscheinlich nicht vereinen lassen. Also wähle ich den besten Weg für mich. Denn meine Meinung ist, wenn Hyrule eine glückliche Herrscherin hat, dann hat es gleichzeitig auch eine starke Herrscherin.“
Link starrte Zelda noch immer ungerührt an. Sein Herz schlug ihm bis zum Hals und er glaubte, selbst Malon könnte es schlagen hören. Doch er war zu angespannt, um darüber nachzudenken und ihm war es auch egal. Schließlich wusste Malon, wie er empfand. Er wusste, nun war es unausweichlich. Zelda würde jeden Moment ihre Entscheidung bekannt geben und für ihn bestand kein Weg zur Flucht, nicht zuletzt wegen seiner plötzlichen Lähmung.
„Aus diesem Grund-“ Majestätisch hob die Prinzessin den Kopf. „- wähle ich Link.“ Dabei schaute sie ihn direkt an, schien bis auf seine Seele hinab zu blicken. Am Rande seines Blickfeldes sah er, wie entsetzt der König blickte und einen Hustenanfall zurück hielt. Die Königin dagegen trug ein leichtes Lächeln auf den Lippen. Link fühlte sich, als wäre sein Blut abgelassen und er taumelte. Passierte das gerade wirklich? Wieder einmal kam er sich vor, als wäre er in einem Traum gefangen.
Malon rüttelte ihn an der Schulter. „Link! Sie will dich heiraten! Los, geh nach vorn!“
Er schüttelte benommen den Kopf. Also war der Ausflug doch nicht umsonst gewesen und er hatte sie für sich gewonnen! Er schaute Zelda gebannt an und bahnte sich seinen Weg durch die Menge, als wäre er in Trance. Die Männer aus der ersten Reihe starrten ihn neidisch, missbilligend und teilweise auch feindselig an, doch das nützte ihnen nichts. Nicht zuletzt, weil Link und Zelda nur noch Augen füreinander hatten.
Er erklomm die wenigen Stufen zu ihr hinauf und ergriff ihre ausgestreckten Hände. „Link, edler Ritter von Hyrule. Bist du gewillt, als neuer König von Hyrule an meiner Seite zu herrschen, die glorreichen Zeiten des Königreiches aufrecht zu erhalten und den Frieden zwischen den Reichen zu bewahren?“ Zelda blickte ihm tief in die Augen und hauchte ihm noch zu: „Oder kurz gesagt, willst du mich heiraten?“
Link erwachte aus seinem Dämmerzustand und strahlte über das ganze Gesicht. Er schaute in Zeldas wunderbare blaue Augen und antwortete laut und deutlich, dass es auch der letzte im Saal hören konnte: „Ja, ich will!“ Nichts lieber als das, setzte er in Gedanken hinzu, während er mit Zelda in einem langen und innigen Kuss versank.


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Das war es auch "schon".
Ich hoffe, es hat euch gefallen und wie schon erwähnt, ICH LIEBE REVIEWS!!
Also schreibt euch die Finger wund, all ihr Zelink-Shipper da draußen!
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