Weihnachtsvampire

von Elfirin
GeschichteMystery / P12
Dana Scully Fox Mulder OC (Own Character) Walter Skinner
04.02.2016
15.03.2016
7
17.118
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Stokewood Washington
20.12.2000, 16:43 Uhr

Die Sonne begann langsam unter zu gehen, doch noch während sich die letzten blutroten Streifen der Abenddämmerung am Himmel abzeichneten spazierten noch viele Menschen durch den Stokewood Wald.
Jakob und Miranda Clarksley taten es den vielen anderen Pärchen gleich und gingen im Gleichschritt über den steinigen Weg. Die beiden waren seit gut drei Monaten verheiratet und hielten sich, wie jedes verliebte Paar, für das glücklichste auf der ganzen Welt. Freunde, vor allem aber Verwandte bestätigten dies gerne breitwillig, was die beiden in ihrem Glück nur noch bestärkte.
Hand in Hand gingen sie neben einander her und genossen die letzten Strahlen der wärmenden Sonne. Der Schnee, den man am Rande des Weges geschoben hatte, damit die Leute auf dem Weg besser spazieren konnten, störte die beiden nicht, im Gegenteil. Es animierte sie dazu eine Schneeballschlacht zu machen. Miranda formte ohne dass ihr Mann davon etwas merkte einen kreisrunden Schneeball und warf ihn ihrem Mann gegen den Rücken. Sie hatte den Hinterkopf treffen wollen, aber sie war eben kein Profi. Jakob drehte sich empört um und Miranda kicherte wie ein kleines Kind und hielt sich die mit Handschuhen versehenen Hände vors Gesicht.
„Na warte,“ rief er ihr zu, während sie vor ihm mit gespielter Angst davon lief.
Jakob formte einen deutlich größeren Schneeball und warf ihn nach seiner Frau. Er traf nicht.
„Nicht getroffen,“ rief Miranda ihm triumphierend zu und blieb stehen. Er kam auf sie zu gelaufen und ließ sich gegen sie fallen. Da Miranda sein Gewicht nicht halten konnte fielen sie beide in den Schnee. Dort blieben sie atemlos liegen und sahen sich tief in die Augen. Jakob bleckte spielerisch die Zähne und knurrte dabei. Miranda kicherte und küsste ihren Mann auf den Mund. Er erwiderte ihren Kuss leidenschaftlich und lächelte sie aus seinen großen grauen Augen an. Er strich ihr ein paar Haare aus dem Gesicht, die sich unter ihrer Mütze hervor gestohlen hatten
„Ich liebe dich,“ flüsterte er und küsste sie abermals.
„Ich dich auch. Auf ewig,“ erwiderte sie und seufzte, „würdest du jetzt bitte von mir herunter gehen? Du bist schwer!“
„Sicher,“ antwortete ihr Mann, rollte sich von ihr herunter und stand auf. Schnell klopfte er sich noch etwas den Schnee von den Kleidern, dann half er Miranda auf. Sie wollte ihn schon loslassen, doch Jakob hielt sie fest und umschlang sie mit den Armen.
„Ich kriege einfach nicht genug von dir,“ wisperte er ihr ins Ohr und küsste es.
„Ich will mit dir alt werden, mit dir einen Haufen Kinder haben und ein Haus bauen.“
„Ich weiß!“ Sie lächelte ihn an und erwiderte einen weiteren Kuss.
„Wir sollten schleunigst nach Hause,“ kicherte sie und ließ ihren Mann los. „Mir ist ziemlich kalt.“ Sie rieb sich die Hände, wie um ihr gesagtes noch zu unterstreichen. Jakob nickte zustimmend und nahm sie wieder bei der Hand.
Mittlerweile war es ziemlich dunkel geworden und in ihrer unmittelbaren Nähe befand sich niemand mehr. Deshalb holte Jakob eine Taschenlampe aus seiner Tasche und schaltete sie ein. Die Lampe warf Schatten in den Wald rechts und links neben ihnen und Miranda fröstelte.
„Das ist unheimlich,“ sagte sie und klammerte sich an ihren Mann.
Ein Rascheln ging durch die Sträucher und Bäume die am Rande des Weges wuchsen.
„Was war das?“ fragte Miranda ängstlich. Aber Jakob lachte nur.
„Das war doch nur der Wind, Schatz! Lass dir doch von ein paar Windgeistern keine Angst einjagen.“ Er lachte bei seinen Worten und zog seine Frau mit sich.
Miranda war jedoch nicht mehr zum Lachen zumute und bereute es mittlerweile solange im Wald geblieben zu sein. Sie stupste Jakob in die Seite.
„Hör auf damit, das ist nicht lustig.“
Jakob machte ein Geräusch, das einen spukenden Geist darstellen sollte, doch es hörte sich noch viel gespenstischer an. Dann zischte er wie eine Schlange und kribbelte seiner Frau mit der Hand am Nacken entlang, das ihr ein leises quieken entrang. Das Geräusch wiederholte sich.
„Jakob, hör auf damit, du machst mir Angst.“
„Womit soll ich aufhören?“ fragte er.
„Hör auf diese Geräusche zu machen!“
„Aber ich mache doch gar nichts,“ sagte er und Miranda hörte das auch Jakobs Stimme nicht nach einem Witz klang. Miranda drückte sich so fest an ihn wie sie konnte, während sie sich umsahen, doch es war niemand außer ihnen in der Nähe zu sehen, trotzdem hielten die Geräusche an. Da erlaubte sich jemand einen ganz üblen Scherz mit ihnen.
„Jakob....? Lass uns bitte von hier verschwinden!“ Aber auch diesmal lachte er nur.
„Nun lass dir doch von mir keine Angst einjagen, das ist irgend so ein Verrückter dem es Spaß macht anderen Menschen Angst einzujagen.“ Er betonte jedes Wort extra laut, doch niemand kam kichernd aus dem Wald gerannt oder gab sich in anderer Art und Weise zu erkennen.
Miranda sah ihn an und versuchte sich zu beruhigen. Sie fasste noch fester nach seiner Hand und richtete den Blick starr nach vorne. Da... da war es wieder! Und dieses Mal näher. Miranda sah nach rechts, aber da war nichts. Links auch nicht, sowie hinter und vor ihr.
„Du bildest dir das alles nur ein,“ sagte sie zu sich selbst und atmete einmal tief durch.
Plötzlich waren Schritte zu hören. Jemand bewegte sich nicht weit von ihnen im Unterholz. Miranda fuhr zusammen und blieb erneut stehen.
„Schatz?“ Miranda schüttelte den Kopf.
„ Jakob! Da ist jemand.“
„Wo?“ Miranda zeigte auf die Büsche und Bäume, die auf der linken Seite standen und von wo sie die Geräusche vermutete.
„Warte hier ich sehe nach!“ sagte er.
„Lass mich nicht allein hier stehen! Das nimmt in diesen blöden Teenie Filmen auch nie ein gutes Ende.“
„Wir sind aber in keinem Teenie Film. Ich komme sofort wieder, mein Schatz. Ich will dir doch nur zeigen dass da nichts ist! Hier nimm solange die Taschenlampe, wenn dich das beruhigt.“
Miranda nahm die Lampe fest in beide Hände und leuchtete ihrem Mann nach. Er ging langsam auf das Gebüsch zu und schon nach wenigen Metern wurde er davon verschluckt. Miranda konnte ihn nicht mehr sehen, egal wie sehr sie mit der Lampe hin und her schwenkte.
„Jakob?“ rief Miranda leise, doch es kam keine Antwort.
Als er auch nach zwei weiteren Minuten nicht kam und auch nicht auf ihr Rufen reagierte, machte sie einige zaghafte Schritte auf die Büsche zu, hinter denen ihr Mann verschwunden war. Die Geräusche verstummten im selben Moment in dem sie das Gebüsch betrat. Sie horchte, doch jetzt war es die Stille die ihr Angst machte und sie wünschte sich die Geräusche wieder zurück.
Langsam tastete sie sich durch das verschneite Unterholz und folgte den Spuren die Jakob darin hinterlassen hatte.
„Jakob?“ flüsterte sie wieder, doch es kam keine Antwort.
Etwas raschelte neben ihr und sie vermutete das es Jakob sei.
„Jakob, verdammt nochmal, hör auf damit das ist jetzt wirklich nicht mehr lustig.“
Ihr Herz schlug ihr inzwischen bis zum Hals und sie presste eine Hand dagegen, weil sie glaubte es würde ihr gleich aus der Brust springen.
„Jakob, jetzt komm endlich oder ich gehe ohne dich nach Hause“ rief sie ein letztes Mal und war wirklich kurz davor umzudrehen und ihn hier in der Kälte versauern zu lassen.  Aber wie die anderen Male zuvor, erhielt sie keine Antwort.
Plötzlich tat sich vor ihr der Wald auf und sie stand auf einer kleinen Lichtung. Der Mond schien durch die Ritzen die, die Bäume ihm ließen, doch viel Licht war es nicht. Hier lag nicht viel Schnee, da die Kronen der Bäume so dicht beieinander standen, das es der Schnee, obwohl es sehr viel geschneit hatte nicht bis unten geschafft hatte.
Durch eine Ahnung getrieben suchte Miranda den Boden ab und entdeckte sah vor sich etwas Dunkles, Flüssiges. Sie kniff die Augen zusammen um zu erkennen was es war. Berühren wollte sie es nicht. Aber jetzt erkannte sie es auch so. Blut!
„Jakob?“ Ihre Stimme war nur noch ein wispern und ihre Angst war deutlich daraus heraus zu hören. Sie ging noch einige Schritte, dann sah sie jemanden auf dem Boden liegen. Als sie noch näher ging, erkannte sie Jakob.
Sie schrie leise und wollte zu ihm rennen, doch der Schein ihrer Taschenlampe offenbarte eine weitere Gestalt, die sich über den regungslosen Körper ihres Mannes gebeugt hatte und sie nun aus unnatürlich rot leuchtenden Augen ansah.
Miranda erschrak. „Wer... wer sind sie?“ fragte sie, doch sie erwartete eigentlich gar keine Antwort. Und die Gestalt machte auch keine Anstalten ihr zu antworten. Gleichgültig, so als sei sie gar nicht da, beugte sie sich über ihren Mann und vergrub seine Zähne in dessen Hals. Entgeistert musste Miranda mit ansehen wie ihr Mann zuckte. Blut lief aus mehreren Wunden an Beinen und Händen. Alles in Miranda schrillte in sämtlichen Tönen, doch sie war unfähig auch nur einen Muskel zu rühren.
Die Gestalt gab einen schmatzenden Laut von sich und stand schließlich langsam auf. Sie legte den Kopf schief und leckte sich die blutigen Lippen. Endlich erwachte Mirandas Körper wieder zum Leben und sie wich zurück.
„Bleiben sie weg von mir!“ Die Worte hätte sie sich sparen könne, denn die Gestalt störte sich nicht daran und kam weiter auf sie zu. Die nackte Panik überkam die junge Frau. Sie wandte sich um und lief so schnell sie konnte den Weg zurück den sie gekommen war. Bedacht darauf sich nicht umzusehen rannte sie. Doch die Angst packte sie erneut sodass sie nicht anders konnte als sich nach der Gestalt umzusehen.
Aber sie hatte nicht genug aufgepasst. Sie glitt auf dem glatten Boden aus. Zwar konnte sie den Sturz mit Händen und Knien abfangen, doch ein heftiger Schmerz durchzuckte ihr rechtes Handgelenk. Die Taschenlampe verlor sie dabei, doch das sie keine große Hilfe mehr war ließ sie sie liegen. Schnell war sie wieder auf den Beinen und hielt ihr schmerzendes Handgelenk in der noch gesunden Hand.
Erneut sah sich um, aber die Gestalt war nicht zu sehen. Trotzdem rannte sie so schnell, wie sie in ihrem ganzen Leben noch nicht gelaufen war und schrie verzweifelt nach Hilfe.
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