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No Bloody Hero

KurzgeschichteFantasy / P6 / Gen
Matrim Cauthon Moiraine Damodred
03.02.2016
03.02.2016
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Zufrieden mit sich kehrte Mat zu den anderen zurück. Das tote Kaninchen baumelte in einer Hand, während er mit der anderen den Griff des gefundenen Kochtopfs umfasst hielt. Jetzt würde Moiraine ihren Tee bekommen und Thom brauchte sich nicht mehr so um sie zu sorgen. Licht, warum hatte er nicht bemerkt, was da zwischen den beiden war? Jetzt wo er wusste, dass sie sich liebten, war es so offensichtlich wie ein Ogier, der sich zwischen Cairhienern versteckte.
Es hatte sich nicht viel bei Thom und Moiraine geändert. Noch immer war sie in seinen Mantel gehüllt und er umsorgte sie. Als sie Mat erblickten, hielt er triumphierend den Topf hoch, den er gefunden hatte. „Sieht so aus, als hättest du heute Glück, Moiraine. Es wird doch Tee geben.“

Nachdem Thom den Tee zubereitet hatte, saßen sie ums Feuer herum und Moiraine hielt einen dampfenden Becher umfasst. „Wie planst du von hier weg zu kommen?“, fragte sie Matt. „Wann gehen wir los?“
„In einer Stunden oder so“, antworte er mit einem Schulterzucken. „Wir werden abgeholt. Bis dahin, nun…“ Er starrte wieder ins Feuer.
„Bis dahin wird unser Freund betrübt ins Feuer starren und an seine weit entfernte Liebe denken“, amüsierte Thom sich über ihn.
„Ich bin kein… Vergesst es. Lasst uns über etwas anderes reden“, versuchte Mat abzulenken. „Moiraine, hast du schon von den Wegetoren gehört? Egwene hat rausgefunden, wie es für die Frauen geht und Rand…“ Diese verdammten Farben, warum kamen sie immer, wenn er an Rand dachte? Blut und blutige Ache, schon wieder!
„Ja?“, hakte Moiraine nach. „Und Rand…?“
„Er hat es noch vor ihr rausgefunden, nicht nur dieses mit der Plattform, sondern so richtig, mit einem Schritt und man ist da. Damit kann er wunderbar Leute umherschicken… Jedenfalls werden wir durch so ein Wegetor von hier verschwinden und das kommt heute Mittag. Was wir bis dahin tun ist egal.“
„Da fällt uns sicher etwas ein“, antwortete Moiraine. „Wie wäre es damit: Es hat einen Deckel, wie ein Topf auf dem Herd. Es hat einen Rücken, wie im Stall das Pferd. Es hat Blätter, wie im Garten der Baum. Man kann es öffnen, wie die Tür in den Raum. Du hast es noch nicht erkannt? Du hältst es auch nur selten in der Hand. Nun Mat, was ist das?“
Mat konnte sie nur entgeistert anstarren. Er hatte nicht vor, seine Zeit mit Rätseln zu verbringen. Es reichte schon, dass sie sich immer so rätselhaft ausdrückte. „Was spricht gegen eine einfache Unterhaltung?“, fragte er stattdessen.
„Nichts“, antwortete sie auch sofort. „Du könntest mir von deinen Heldentaten erzählen.“
„Ich bin kein verdammter Held!“, brauste er sofort auf.
Amüsiert gluckste Thom leise und machte es sich bequem, um der Unterhaltung in Ruhe folgen zu können.
„Rand und Perrin können gerne Helden spielen, aber ich bringe mich doch nicht in Gefahr, um andere zu retten, die nicht mal eine Minute auf sich aufpassen können! Besser ein wenig in einem guten Gasthaus trinken und würfeln.“
„Und dennoch bist du hier“, bemerkte Moiraine leise.
„Thom hat so traurig geschaut… Da konnte ich ihn nicht alleine ins Verderben ziehen lassen.“
„Wie ehrenhaft von dir.“
„Ehre ist für tote Helden. Ich tue nur, was getan werden muss.“
„Also mutig und nicht ehrenhaft?“
„Verrückt wohl noch am ehesten. Ich musste total besoffen sein, als Thom mich gefragt hatte.“
„Nein“, warf nun Thom ein. „Du warst tatsächlich mal nüchtern.“
„Das ist ja furchtbar mit euch beiden“, rief Mat aus. „Könnt ihr einen ehrlichen Mann nicht mit euren Sticheleien in Ruhe lassen?“
„Du bist so ehrlich wie ein Händler…“
„Ich finde, diese Unterhaltung kann jetzt auch enden. Ich schau besser mal, ob wir schon abgeholt werden.“ Mit diesen Worten erhob sich Mat und ging wieder zu der Lichtung.

Es dauerte auch nicht mehr lange und der rotierende Lichtstrahl erschien, der sich schnell zu einem Wegetor ausdehnte. Mat blickte auf die schimmernde Rückseite, erhob sich spazierte gemütlich darum herum. Auf der anderen Seite konnte er Grady erkennen, der ihn erst überrascht und dann besorgt betrachtete. Er hatte wohl nicht erwartet, ihn noch lebend anzutreffen und dann war da die Geschichte mit seinem Auge. Bevor er aber etwas sagen konnte, sprach Mat schon: „Ich hole mal die anderen. Bin gleich wieder da.“ Und schon verschwand er wieder aus Gradys Sichtfeld.
Schnellen Schrittes ging er wieder zu Thom und Moiraine.
Zu dritt kamen sie zurück und Grady zog bei Moiraines Erscheinen fragend eine Augenbraue hoch.
„Noal ist zurückgeblieben, damit wir es herausschaffen. Moiraine zu finden war das Ziel unser Reise.“, antworte Mat auf seine stumme Frage.
Grady nickte nur verstehend. Mit einer einladenden Geste bat er sie, durch das Wegetor zu gehen.

Mit einem Schritt kamen sie in Perrins Lager. Ein paar der Leute schienen sich noch an sie zu erinnern, hauptsächlich Soldaten aus den Zwei Flüssen, und nickten Thom und Mat freundlich zu. Moiraine erkannte offensichtlich keiner, die meisten wandten höflich ihren Blick ab, als sie erkannten, dass sie nur mit einem Umhang bekleidet war. Eine junge Frau, Grady nannte sie Aravine, kam ihnen entgegen. Sie grüßte sie freundlich und fragte, ob sie vielleicht etwas bräuchten, mit einem bedeutungsschweren Blick zu Moiraine hin.
„Ich würde es begrüßen, wenn ich mich etwas frisch machen könnte“, antwortete Moiraine ihr, lächelnd fügte sie noch hinzu: „Und gegen angemessene Kleidung hätte ich nichts einzuwenden.“
„Ich brauche nur Pips. Ihr habt ihn doch hier?“, fragte Mat.
„Natürlich, wir werden ihn satteln lassen“, antwortete Aravine ihm und bat Moiraine ihr zu folgen. „Wenn Sie mir folgen möchten.“ Mit Thom im Schlepptau verließen sie das Reisegelände.
„Und Mat", rief Moiraine noch einmal, als sie sich kurz umdrehte. „Es gilt nicht nur für den Drachen, dass er gegen den Wind fliegen muss, um steigen zu können." Wissend lächelte sie ihn an und ging gefolgt von Thom fort.
Mat grinste sie nur an. Sie mochte sich vielleicht ein wenig geändert haben, jetzt wo sie mehr lächelte, aber sie war noch immer die alte Moiraine. Was sie ihm mit ihrer letzten Aussage sagen wollte, wusste er auch. Falkenflügel hatte so etwas einst auch einem seiner Vertrauten gesagt. Was er damit sagen wollte, war dass er nicht mit dem Strom schwimmen konnte und sollte. Worauf Moraine ihre Aussage bezog, würde er noch rausfinden müssen.
Jetzt wurde ihm Pips gebracht und fröhlich pfeifend schwang er sich auf ihn und verließ das Lager. Alles zu seiner Zeit. Jetzt musste er erst einmal seiner Frau einen Besuch abstatten.



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Dieser OS ist ein weiterer Beitrag zum Fantasyturnier von baronesse.
Korrekturgelesen hat freundlicherweise Kerstin.
Ihr dürft natürlich immer ein Review dalassen,
Black
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