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The Inexhaustible Horrors Of WICKED

GeschichteAngst, Liebesgeschichte / P16
Minho Newt OC (Own Character) Sonya
01.02.2016
24.04.2017
31
31.825
13
Alle Kapitel
56 Reviews
Dieses Kapitel
7 Reviews
 
 
01.02.2016 997
 
Da ist es tatsächlich schon, das erste Kapitel vom letzten Teil. Ich habe eine Menge Ideen für Valentina und Minho und hoffe, dass sie euch gefallen und ihr mir ein paar Reviews da lasst. Ach, und ein neues Cover gibt es auch. Ihr findet es als mein Profilbild.


Kapitel 1

But never have I been a calm blue sea, I have always been a storm.

Fleetwood Mac  


Valentina erwachte in einem Bett.

Sie hatte wochenlang nicht mehr in einem Bett gelegen, seit der Lichtung nicht mehr, und auch diese Betten waren nicht besonders bequem gewesen, weswegen sie einen Moment lang nur so da lag, sich tief in die weichen Kissen unter ihr kuschelte und einfach genoss, am Leben zu sein. Doch dann kamen die Erinnerungen schlagartig zurück – die Brandwüste, der Kampf, Dr. Wright – und sie riss die Augen auf.

Sie befand sich in einem Krankenzimmer, so hatte es zumindest den Anschein. Alles war weiß, Boden, Decke, Wände, selbst das Bett, auf dem sie lag, und neben sich hörte sie ein stetiges, gleichmäßiges Piepen. Sie spürte einen dumpfen, drückenden Schmerz in ihrem Bauch, aber der Schmerz war merkwürdig weit weg, und sie hatte schon schlimmeres erlebt. In ihrer linken Armbeuge steckte eine Nadel, an der ein Schlauch hing, der zu einem mit einer durchsichtigen Flüssigkeit gefüllten Beutel führte.

Langsam schob sich Valentina in eine halb sitzende Position und blinzelte den dabei aufkommenden Schwindel weg. Der Raum hatte keine Fenster sondern wurde allein von grellen Neonleuchten erhellt, und es war auch keine Uhr zu sehen, sodass sie nicht einschätzen konnte, wie lange das Propofol sie ausgeknockt hatte. Stunden? Tage? Und, viel wichtiger, wo zur Hölle waren Minho und die anderen?

Die ebenfalls weiße Tür an der Wand rechts von ihr öffnete sich und riss Valentina aus ihren Gedanken. Im Türrahmen stand Dr. Wright, auf deren Lippen sich ein schmales Lächeln ausbreitete, als sie sie sah. „Gut.“, sagte sie. „Du bist wach.“ Valentina fixierte die Ärztin mit Zorn funkelnden Augen, als sie langsam auf sie zukam, eine graue Akte mit ihren Namen – Valentina Torres, A14, Die Variable – darauf.

„Was haben sie mir gegeben?“, zischte Valentina. Ihre Stimme klang heiser und rau, vermutlich vom langen Nichtbenutzen, und sie musste ein Husten unterdrücken. „Nur ein wenig Propofol, um dich ruhig zu stellen.“, erwiderte Dr. Wright beschwichtigend. „Wir mussten deine Verletzungen behandeln, und dich von den anderen Probanden isolieren. Das da…“, sie deutete auf den halb leeren Infusionsbeutel, „sind nur Antibiotika und ein Haufen verschiedener Vitamine. Ihr hattet im Labyrinth nicht gerade eine ausgewogene Ernährung.“

Valentina reagierte nicht auf die Äußerung der Ärztin. Stattdessen setzte sie sich komplett auf und riss den Zugang mit einem Ruck aus ihrer Armbeuge, den stechenden Schmerz ignorierend. Sie konnte nicht wissen, ob Dr. Wright ihr die Wahrheit sagte. Vermutlich nicht. In diesem Zeug, was ihr da in die Venen geleitet wurde, konnte sonst was drin sein. „Wo sind die anderen? Wo ist Minho?“, fragte sie wütend. Neben ihr wurde das Piepen schneller und hektischer.

Dr. Wright wirkte nicht im Mindesten überrascht, als hätte sie erwartet, dass Valentina so heftig reagieren würde. Vollkommen ruhig legte sie die Akte in ihren Händen auf einem weißen Schrank an einer Wand ab und sagte: „Ich bin nicht hier, um deine Fragen zu beantworten, Valentina. Das wird jemand anderes übernehmen. Ich bin hier, um dich abzuholen.“

Wie auf Kommando öffnete sich die Tür erneut und zwei Männer in schwarzen ANGST-Uniformen traten ein. Beide waren groß, bestimmt an die eins neunzig, mit breiten Schultern, muskulösen Armen und bewaffnet mit Pistolen, und Valentina wusste sofort, Widerstand wäre zwecklos. „Bitte kommen sie mit uns, Miss.“, sagte der Dunkelhaarige der beiden mit einer tiefen Stimme.

„Wir haben deinen Knöchel gerichtet.“, fügte Dr. Wright hinzu. „Du wirst ohne Probleme laufen können.“ Valentina spannte sich an. „Was, wenn ich mich weigere?“, fragte sie trotzig, und fürchtete sofort die Antwort. Nach außen hin gab sie sich zwar als die starke Widerstandskämpferin, die sich von ANGST nicht unterkriegen ließ, doch in Wirklichkeit hatte sie furchtbare Angst davor, was sie als nächstes mit ihr vorhatten.

„Dann werden wir sie zwingen müssen, Miss.“, erwiderte der andere der beiden Männer, mit einem kahl rasierten Kopf, ohne jede Gefühlsregung. Für einen Moment zögerte Valentina. Sie wollte ANGST nicht gehorchen, aber sie wusste auch, dass diese beiden Männer sie mühelos überwältigen würden. „In Ordnung.“, murmelte sie resigniert und schwang die Beine über die Bettkante.

Dr. Wright hatte Recht. Ihr Knöchel schmerzte kaum, als sie aufstand. Eine neue Welle von Schwindel überwältigte sie, doch der schwand ebenso schnell. „Hier.“, sagte Dr. Wright, bevor sie zu den beiden Männern hinüber gehen konnte, und hielt ihr eine unbeschriftete weiße Dose hin. „Das ist ein Schmerzmittel, Vicodin, für die Wunde an deinem Bauch. Nimm zwei davon täglich.“ Valentina nahm die Dose wortlos entgegen. Im Moment war der Schmerz erträglich, aber vielleicht würde sie das Vicodin später brauchen.

Die beiden Männer packten sie unsanft an den Oberarmen, als sie zu ihnen trat, und plötzlich fühlte sich Valentina an Carl erinnert. „Ich komme freiwillig mit.“, sagte sie mit unterdrückt zitternder Stimme. „Sie können mich loslassen.“ Die Männer ließen nicht einmal erkennen, dass sie sie gehört hatten. Stattdessen zerrten sie sie hinter sich her durch die Tür und ließen Dr. Wright und das Krankenzimmer hinter sich.

Die beiden führten sie durch mehrere endlos lange Korridore, die zu beiden Seiten von nummerierten Türen gesäumten wurden, von denen manche beschriftet waren – Archiv, Bibliothek, Labor – bis sie schließlich vor einer metallenen Tür stehen blieben. Diese Tür trug keine Beschriftung, an der weißen Wand neben ihr stand nur in dicken schwarzen Buchstaben: Raum 327. Der Dunkelhaarige drückte seinen Daumen auf ein verstecktes Feld neben der Tür, die lautlos aufschwang.

Was Valentina sah, ließ ihr das Blut in den Adern gefrieren. An einem metallenen Tisch, das Gesicht zu ihr gewandt, saß eine Frau. Sie trug ihren üblichen weißen Kittel, hatte die roten Haare zu einem straffen Knoten zusammengebunden und sah Valentina mit einem breiten, abgrundtief bösen Grinsen an.

„Hallo, Rosario.“, sagte Dr. Masterson.
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