Reue und Vergebung

GeschichteHumor, Schmerz/Trost / P16
der Schlüsselmeister Dr. Marcel Edna Konrad Harvey OC (Own Character)
01.02.2016
10.05.2018
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Joar, hier ist mein erster Versuch einer Edna bricht aus Fanfiction. Es spielt ein paar Jahre nach den Geschehnissen von Harvey neue Augen. Ich hab' eigentlich schon vor über einem Jahr mit dem Schreiben angefangen und es auch auf fanfiction.net schon auf Englisch hochgeladen. Nun dann, hier ist der Prolog

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Stille. Nichts war zu hören außer vollkommener Stille. Nichts war zu sehen außer schwarz. Es war, als ob alles in der Welt nichtexistent wäre. Als ob er nicht in der Lage wäre auch nur irgendetwas zu hören oder zu fühlen. Als ob er sich nicht bewegen könnte. War er tot? Langsam, als ob er überprüfen wollte, ob seine Gliedmaßen überhaupt funktionierten, bewegte er seinen Arm. Er spürte genau in dem Moment, als er das tat, einen stechenden Schmerz in seinem Arm. Er stöhnte vor Schmerz auf. Also war er doch nicht tot. Aber warum konnte er sich an nichts erinnern? Langsam aber sicher öffnete er seine Augen und sah, dass der Steinboden nur wenige Zentimeter von seinem Gesicht entfernt war. Blut tropfte auf dem Boden. War das sein Blut? Er hatte das Gefühl, dass er aufstehen sollte und sich gründlich umsehen sollte um sich zu erinnern. Also stand er auf, wobei sein Körper mit jeder Bewegung schmerzte. Der Verlauf war langsam und schmerzhaft, aber er schaffte es eventuell auf seinen zwei Beinen zu stehen. Als er sich umsah, bemerkte er, dass er sich in einer Kirche befand. In einer Ecke auf der anderen Seite des Raumes befanden sich eine E-Gitarre sowie ein Verstärker. Ein kleines rotes Licht zeigte an, dass Letzteres an war. Sonst sah er nur Dinge, die man normalerweise in einer Kirche finden würde, wobei das Kreuz am auffälligsten war. Andere Objekte waren ein Altar und eine Kanzel. Er drehte sich um und bemerkte eine riesige Tür, die ein spaltbreit offen war. Zu seiner rechten sah er eine Treppe, die nach oben führte, und, als er aufsah, erblickte er die Pfeifen einer Orgel. Aus irgendeinem Grund baumelten Kopfhörer aus einer Pfeife. Als er noch weiter nach oben schaute, sah er wie eine Leiche von irgendwo herunterhing. In diesem Moment wusste er wieder, was passiert ist.
Er hat an der Orgel gesessen und ein paar Noten gespielt als der Pastor aus einem Raum kam. Der Pastor ging direkt auf ihm zu, aber er floh hoch zum Glockenturm mit seinem Verfolger dicht auf den Fersen. Sie beide rangen miteinander hoch auf dem Turm bis er es irgendwie geschafft hat den Pastor mit dem Seil, das er im Laster im Irrenhaus gefunden hatte, aufzuhängen. Dann kletterte er eine Leiter runter und saß wer weiß wie lange auf dem hölzernen Geländer. Er erinnerte sich wie Edna auf einmal erschien und wie er sie dafür tadelte, dass sie ihn frei ließ. Dann machte sie so viel Krach, dass er die Kopfhörer, die auf einmal von einer Orgelpfeife hochschossen, aufsetzte. Das nächste, das geschah, war, dass von seinem Sitz gestoßen wurde und er das Bewusstsein verlor.
Ja, das geschah und er kam, als er weiterhin die Kirche und sich selber inspizierte, zu mehreren Schlussfolgerungen. Er war voller blauer Flecken und Blut und ein Arm fühlte sich an, als ob er gebrochen wäre. Der Schlüssel zur Kirche war fort und die Tür zur Kirche war offen. Edna muss das alles getan haben damit zum Haus ihres Vaters gelangen konnte. Ein Teil von ihm war voller Wut dafür, dass sie versucht hatte, ihn umzubringen, jedoch konnte es ein anderer Teil von ihm es ihr nicht übel nehmen. Sie hatte ja immerhin erwähnt, dass sie herausfinden wollte, was damals vor all den Jahren passiert war. Vielleicht sollte er sie zunächst in Ruhe lassen. Außerdem gab es sowieso nicht viel, das er mit einem gebrochenen Arm tun konnte. Dennoch sollte er von hier verschwinden, bevor noch die Polizei und die Typen von der Irrenanstalt ihn fanden. Er würde nicht zurückkehren bis er das Mädchen mit dem blauen Hasen fand...

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Sie atmete schwer auf mit dem Poloschläger in ihrer Hand. Ihre Augen waren auf dem bewusstlosen Mann unten an der Treppe fixiert. Zum zweiten Mal in ihrem Leben hat sie ein Mitglied der Familie Marcel runtergeschubst. Doch im Gegensatz zum letzten Mal hat dieser überlebt. Sein Atem war flach, aber sie rechnete damit, dass er nicht sterben würde. Ja, es war so einfach ihn umzubringen für all das, was er ihr angetan hat, aber eine Sache hinderte sie daran. Sie hatte genug Blut an ihren Händen. Niemand sonst sollte wegen ihr sterben, egal wie sehr sie es verdient hätten. Trotzdem sollte sie so schnell wie möglich abhauen...
Ohne zu zögern rannte sie die Treppe runter, mit dem Poloschläger in einer Hand und Harvey in der anderen. Sie sprang über Doktor Marcels bewusstlosen Körper, runter zur Küche und in den Keller, von wo aus sie aus dem Fenster kletterte. Die Polizei war bereits da. Das Blaulicht erhellte alles, das Edna vorne auf ihrem Grundstück erkennen konnte. Sie schlich in Richtung der Lichter, wobei sie darauf achtete, dass sie keinen Mucks machte, und lugte um die Ecke. Mehrere Polizisten betraten das Haus durch die Vordertür. Sie vermutete, dass sie jetzt auf war, denn Doktor Marcel musste ja irgendwie reinkommen sein. Er passte ja nicht durch das Kellerfenster. Als sie sah, dass die Polizisten zu beschäftigt waren, entschied sie sich, dass es sicher war leise an ihnen vorbei zu schleichen. Allerdings war das Glück nicht auf ihrer Seite. Nachdem sie auch nur ein paar Schritte gegangen war, hörte sie jemanden aus der Meute rufen:
"Das ist sie!"
"Oh, oh...", murmelte Edna als sie anfing so schnell zu rennen wie sie nur konnte. Hinter ihr konnte sie hören wie einige sie verfolgten, doch sie machte keine Anstalten nachzuschauen. Sie musste fort. Sie musste sie irgendwie loswerden. Aber sie hörte wie sie immer näher und näher kamen. Sie war es einfach nicht gewohnt zu rennen. Sie brauchte ein Versteck, aber wo?
Ihr Gerenne führte sie in den Wald, wo sie und Alfred immer gespielt hatten. Erinnerungen wie sie sich irgendwo versteckte, wenn sie ihn loswerden wollte, kehrten zurück. Wenn sie sich doch nur erinnern könnte, wo genau es war, dann könnte sie die Polizei los werden. Für das nächste ließ sie ihre Füße sie leiten. Das war immerhin besser als geschnappt zu werden.
"Edna! Renn' zur Klosterschule!", riet Harvey ihr. Edna hätte gerne nach dem Grund gefragt, hatte aber dafür nicht die nötige Puste. "Einer deiner Verstecke war in der Nähe der Klosterschule."
Edna wusste wo dieser Ort war – wenn sie durch die Bäume zum Horizont schaute, konnte sie es sehen. Hoffentlich hatte sie Glück und die Polizei würde sie dort nicht finden. Trotzdem würde sie nicht darauf zählen. Früher oder später musste sie ein besseres Versteck finden, aber heute Nacht zumindest war das in der Nähe der Klosterschule gut genug. Sie war so sehr auf die Klosterschule konzentriert, dass sie den Fluss nicht bemerkte bis es zu spät war. Plötzlich verlor sie den festen Boden unter ihren Füßen und landete in den Fluss. Für einen Moment konnte Edna nicht atmen bis sie zur Oberfläche schwamm und sie tief Luft holte. Sie musste schnell hier raus! Ihren Instinkten und Erinnerungen von Schwimmkursen vertrauend schwamm sie zum Ufer und kam aus dem Wasser raus. Sie rannte weiter vom Fluss weg bis sie ein Baum ungefähr einen Kilometer vom Fluss entfernt erreichte und setzte sich darunter um zu verschnaufen. Erst dann bemerkte sie, dass etwas, oder besser jemand, fehlte.
"Harvey? Harvey! Wo steckst du?"
Edna schaute sich um, konnte aber nirgendwo ihren blauen, lagomorphen Freund finden.
"Ich muss ihn wohl verloren haben als ich in den Fluss gefallen bin... Aber ich kann jetzt nicht zurück... Ich muss ihn suchen wenn es sicher ist..."
Nachdem sie sich eine kleine Weile ausgeruht hatte, ging Edna weiter bis sie aus dem Wald kam und sich an einer Vierwegegabelung auf der Straße befand. Ein Weg führte zu Klosterschule, ein anderer zum Dorf wie sie sehen konnte, der dritte zu einem Sumpf und vom letzten kam sie gerade. Sie entschied sich zum Moor zu gehen. Inzwischen konnte sie ihre Verfolger nicht mehr hören. Vielleicht hatten sie aufgegeben... Trotzdem konnte sie sich nicht ganz sicher sein, aber immerhin war der Weg, den sie entlang ging, gefährlich. Also hatte die Polizei vielleicht zu viel Angst, hier nach ihr zu suchen und würde nicht vermuten, dass sie sich hier verstecken würde. Edna grinste gerade bei dem Gedanken, dass die Polizei zu feige wäre als sie eine Höhle erblickte. Als sie reinschaute, bemerkte sie, dass sie leer war. Es war ein gutes Versteck bis sie einen besseren Plan hatte...

Edna entschied sich bis zur folgenden Nacht zu warten bis sie zum Dorf und zu ihrem Haus schlich. Sie brauchte neue Kleidung. Immerhin war es alles andere als angenehm das Nachthemd aus dem Irrenhaus zu tragen. Es war zu kalt und zu entblößend für ihren Geschmack. Außerdem hatte sie gefroren als sie in ihrem nassen Nachthemd geschlafen hatte. In der Nähe ihres Hauses befanden sich keine Polizeiautos, also war es sicher rein zu gehen. Diesmal ging sie durch die Vordertür, da niemand sie zugemacht hatte. Edna wollte sich beeilen falls die Polizei zurückkam und weil der Anblick ihres Hauses, das so heruntergekommen war, sie nur depressiv machte. Sie rannte hoch zum Zimmer ihres Vaters. Vielleicht könnte sie etwas, das ihm gehört hat, tragen bis sie etwas Besseres fand.
"Hm, wo bewahrte Mattis noch gleich seine Kleidung auf?", murmelte Edna zu sich selber während ihre Augen das Zimmer durchsuchten. Sie erblickte einen Schrank. "Vielleicht da drin..."
Ohne Umstände näherte sie sich dem Schrank und öffnete ihn. Mattis' Kleidung sah noch gut aus, aber ein Pappkarton in einer Ecke fiel Edna in das Auge. Schweigend nahm sie ihn raus und öffnete ihn um Frauenkleidung zu finden. Kleidung, die sie kaum wieder erkannte...
"Sind das... Moms?", fragte sie sich in einem Flüstern. Zögernd nahm sie einen Pullover raus und hielt es vor sich. Es schien, als könnte der ihr passen. Schnell zog sie die Kleidung ihrer Mutter an und nahm noch ein paar weitere Kleidungsstücke von ihren verstorbenen Eltern mit sich sowie ihre Gegenstände vom Ausbruch. Vielleicht brauchte sie sie irgendwann noch mal. Sie behielt das Nachthemd bei sich. Sie würde es irgendwo wegwerfen. Vielleicht im Meer...
Sobald sie alles hatte, kehrte sie zu ihrem Versteck zurück. Sie war sich bewusst, dass sie der Schuld, die sie wegen des Todes von Alfred, Mattis, dem Pastor und sogar dem Schlüsselmeister fühlte, nicht entfliehen konnte. Aber sie hoffte, dass sie damit eines Tages damit Frieden schließen konnte...

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