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Auch Enderman haben Gefühle

von Lerenya
Kurzbeschreibung
GeschichteLiebesgeschichte / P12 / MaleSlash
Enderman OC (Own Character)
31.01.2016
01.04.2016
2
2.465
 
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31.01.2016 1.240
 
Hier saß ich also, in meiner neuen, persönlichen Folteranstalt, auch genannt Schule in einem heruntergekommenen, viel zu vollen Klassenzimmer zusammen mit 25 anderen Gefangenen. Ich versuchte die neugierigen und auch angewiderten Blicke meiner neuen Klassenkameraden zu ignorieren. Nur weil ich ‚etwas‘ anders aussehe. Na ja, schwarze Haare, die linke Seite komplett abrasiert, strahlend lila Augen mit schlitzartigen Pupillen und tätowierten Unterarmen. Ich bin eben nicht gern Durchschnitt.
„Mann, sieht der gut aus! So gefährlich!“, flüsterten Mädchen hinter mir, sahen aber sofort weg, als ich wütend zu ihnen hinüberstarrte, und begannen zu kichern.
„Was ist das denn für einer? Möchtegern-Gangster?“, murmelte ein Junge zu einem Kumpel, der nickte. Sie hielten mich wahrscheinlich für blöd und dachten ich könnte sie nicht hören, aber ich verstand jedes einzelne Wort, das sie so geheimnisvoll flüsterten. Nach gefühlten Stunden kam dann auch mal der Lehrer.
„Guten Morgen meine Lieben. Wie ihr sicherlich schon bemerkt habt, haben wir einen neuen Schüler in der Klasse. End willst du nicht uns etwas über dich erzählen?“
Wieder willig nickte ich.
„Ich bin End, 17 Jahre, lebe alleine mit meinem Bruder zusammen und um eins klar zu stellen, wenn ihr mich in Ruhe lasst, seid ihr mich ebenfalls los. Wenn ihr mich irgendwie dumm anmacht, wird mir sicherlich was einfallen um es euch gleich zu tun.“, erklärte ich ruhig und grinste als ich die Reaktion der Anderen sah. Die meisten wandten sich von mir ab, andere sahen wirklich verängstig aus und andere grinsten abfällig. Die Kandidaten sollte ich mir merken. Ich äußere prinzipiell keine leeren Drohungen. Aber einmal ein Exempel zu statuieren, sollte mir die anderen Plagegeister vom Hals halten. Der Lehrer sah mich leicht verunsichert an. Ja, das Lehrpersonal kam eigentlich nie mit meiner Einstellung klar, deswegen ließen sie mich meistens in Ruhe, nur mein Klassenlehrer war einer von der Sorte Lehrer gewesen, die dachten, dass Schüler freiwillig zur Schule gingen um etwas zu lernen. Ich hatte seine eingeschränkte Sichtweise auf die Dinge zu sehr ausgeweitet und jetzt war ich hier.
„Okay… Lasst uns nun mit dem Unterricht beginnen.“, sagte der Lehrer.
Sechs Stunden später saß ich im vollen Bus. Warum musste ich unbedingt HEUTE meine Kopfhörer vergessen? Seufzend schloss ich meine Augen und versuchte mich zu entspannen. Das war gar nicht so einfach bei geballter Dummheit um mich herum. Hinter mir Mädchen, die über die neuesten Modetrends und über ihre Klassenkameraden lästerten. Vor mir zwei Jungs, die von neuen Computerspielen und dem neuesten Minecraft-Update redeten. Wenigstens war neben mir frei und ich musste mir solche Gespräche nicht auf die Nähe geben.
„Ähm... Tschuldigung… kann ich mich neben dich setzten?“, fragte eine schüchterne, tiefe Stimme. Ich öffnete die Augen und sah in Blauviolette Augen. Ich zuckte nur mit den Schultern und der Junge ließ sich neben mich fallen. Also auch neben mir besetzt. Wenigstens hatte er nicht den Drang mit mir über das Wetter herzuziehen und ich konnte mich an die Fensterscheibe lehnen. Rausgucken machte keinen Sinn, ich kannte die Stadt, hier sahen alle Häuser gleich aus.
Erst als mehrere Leute ausgestiegen waren, bemerkte ich die Musik aus den Kopfhörern des Jungen neben mir. Es war ein deutsches Cover von The Hanging Tree aus Die Tribute von Panem – Mockingjay.
„Sorry, aber darf ich mal hören?“, fragte ich und stupste den Jungen neben mir an. Dieser schaute mich kurz perplex an, er war es anscheinend nicht gewöhnt einfach von Fremden angesprochen zu werden, nickte dann aber und gab mir die Kopfhörer. Es war ein trauriges Cover, liebliche, weibliche Stimme, Geigen im Hintergrund. Beim zweiten Refrain begann ich leise mitzusummen, es war einfach zu verführerisch.
„Du scheinst das Lied ja zu mögen!“, lachte der blauviolett-Äugige.
„Stimmt doch gar nicht!“, meinte ich trotzig und verschränkte die Arme vor der Brust. Es war mir irgendwie peinlich vor einem Fremden zuzugeben, dass ich seinen Musikgeschmack mochte.
„Doch tust du! Also gut, hier ist meine Haltestelle. Bis dann!“  Er nahm sein Zeug und wollte gerade aussteigen als er sich noch einmal umdrehte. „Ach ja, hätte es fast vergessen. Ich heiße Steve!“ Damit stieg er wirklich aus und ich blieb in einem sehr leisen Bus sitzen, ihm nachstarrend, zusammen mit den wenigen, die noch immer saßen.
Zuhause angekommen, warf ich mich aufs Bett und dachte über den schon etwas seltsamen Jungen nach. Steve… Was für ein komischer Name! Damit war man echt gestraft.
„MIAU!“ Ups, ich hatte mich auf Creeps Schwanz gelegt. Der grüne Kater war schon wieder in meinem Bett! Ich kraulte seinen Kopf und lächelte. Skeleton leckte an meinem nackten Zeh und wollte Aufmerksamkeit. Ich nahm sie hoch und legte sie mir auf die Brust.
„Ich hatte heute einen echt unnötigen ersten Schultag. Aber eigentlich sind ja alle Schultage unnötig. Schule generell braucht doch kein Mensch. Ihr könnt froh sein, dass ihr Katzen seid. Keine Schule, Menschen, die euch zu fressen geben und an deren Zehen ihr rumlutschen könnt. Eine Katze müsste man sein…“ Ach du Schande. Jetzt redete ich schon mit meinen Katzen! Creep sah mich ebenfalls ungläubig an und hörte auf zu Schnurren, Skeleton stand empört auf und trat mit ihren Krallen nach mir. Gedankliches Memo an mich selbst: Die verflixten Katzen verstehen mehr, als man annehmen sollte, also nicht beleidigen! Und Katzenkrallen tun weh. Wenn sie mit genug Schwung geführt werden, können sie sogar ein T-Shirt ruinieren! Ich sah mir die Kratzspuren noch mal genauer an. Mein schwarzes Shirt sah damit sogar noch cooler aus, als zuvor. Creep hatte sich anscheinend von seinem Schock über meinen Gefühlsausbruch erholt und schmiegte sich wieder an meine Seite, er schrie förmlich nach Streicheleinheiten. Eigentlich maunzte er sogar und ich erfüllte ihm ergeben seinen Wunsch.
„End komm, das Essen ist da!“, rief mein Bruder und klopfte gegen die Tür. Seufzend stand ich auf und bekam ein Fauchen als  Antwort der Katzen. Scheint, als wäre Creep der Meinung, dass ich noch nicht fertig gewesen wäre. Skeleton schien immer noch beleidigt zu sein, sie marschierte nur mit hoch erhobenem Kopf an mir vorbei aus der Tür.
„Is‘ ok, Dragon ich komme.“ Vor der Tür stand mein Bruder und grinste.
„Na? Lieben dich die Katzen wieder?“
„Fick dich.“
„Die liegen dir ja förmlich zu Füßen. Kann es sein das du Katzenminze in der Hosentasche hast?“ Dragon lachte.
„Nein habe ich nicht! Und jetzt komm, sonst wird das Essen kalt.“ Ich mochte meinen Bruder wirklich, aber manchmal nervte er einfach nur! Mit seinem Aussehen brachte er regelmäßig neue Weiber mit nach Hause, die er auf der Arbeit kennen gelernt hatte. Na ja, gut sah er schon aus. Dragon hatte nachtschwarze Haare, oben auf dem Scheitel hatten sie wirklich was von einem Drachenkamm, leuchtend lila Augen, bei denen man denken könnte, dass sie im Dunkeln leuchten. Meistens trug der schwarzes Leder. Fast sein kompletter Körper war voller Tattoos. Auf dem Rücken war mit schwarz-violetter Tinte ein Paar Drachenflügel in die Haut gestochen, über die Oberarme verliefen Reihen von schwarz-violetten Schuppen und auf der Brust trug er stolz einen großen Drachenkopf zur Schau. Ich hatte selbst schon einmal eine Freundin gehabt, aber während unserer Beziehung war mir aufgegangen, dass ich eher an Jungen interessiert war. Die waren nicht so kompliziert und leichter zu verstehen als Mädchen, zickten nicht rum und sahen auch gut aus. Ich bevorzugte ja blaue Augen. Oder solche mit Tiefe, wie die von Steve. Der Name machte mir immer noch zu schaffen…



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So, das ist das überarbeitete Kapitel
Hoffe es gefällt euch und vielen Dank an Moonraider, die so toll Beta ließt
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