Die Entführung des Thomas M.

von Taita
GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P12
Apollo & Zeus Jonathan Quayle Higgins III. Orville "Rick" Wilbur Wright III. Theodore "T.C." Calvin Thomas Sullivan Magnum IV
31.01.2016
06.07.2016
4
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31.01.2016 725
 
Ich hatte es mir mit Rick und T.C. an der Bar bequem gemacht. Um diese Zeit des Tages war hier nicht viel los. Ein guttemperiertes Bier in der Hand und in der Tasche die großzügige Belohnung meines letzten Jobs, schien der Tag perfekt zu sein. Nur etwas machte mir Kopfzerbrechen. Heute Abend sollte ein bedeutendes Spiel im Fernsehen übertragen werden, doch Higgins hatte mir, basierend auf einem klitzekleinen Missverständnis, Fernsehverbot erteilt. Nicht, dass ich mich darum gekümmert hätte, aber um seinem Verbot Nachdruck zu verleihen, hatte er meinen Fernsehapparat beschlagnahmt. Obwohl ich genau wusste, wo er das Gerät versteckt hatte, war es mir bisher nicht gelungen, den Fernseher wieder zu bekommen. Dank Higgins Jungs, Apollo und Zeus, war er vermutlich besser bewacht als die Kronjuwelen.
Aber ich hatte einen Plan. “Was haltet ihr davon, wenn wir uns heute Abend gemeinsam das Spiel ansehen?”, eröffnete ich das Thema beiläufig.
“Aber klar. Solange Higgins uns nicht wieder einen Aufstand wegen dem Lärm macht.”
“Warum treffen wir uns nicht bei dir? Gönnen wir dem kleinen Mann mal eine Pause.”
“Eine Pause? Was ist denn mit dir los?”
Rick prustete los. “Netter Versuch, Thomas. Aber ich habe gehört, dass Higgins dir den Fernseher weggenommen hat. Wegen Ruhestörung!”
T.C. grinste nun ebenfalls.
“Das ist gar nicht witzig!”, eigentlich hatte ich vorgehabt, dieses kleine Detail geheim zu halten. Wie Rick davon erfahren hatte, war mir ein Rätsel.
“Mach dir nichts draus. Mir hat auch schonmal jemand Fernsehverbot erteilt. Meine Mutter, als ich 10 war!”
T.C. und Rick bogen sich vor lachen.
“Haha. Also was ist nun, sehen wir uns das Spiel zusammen an?”
Bevor die beiden die Frage beantworten konnten, erschien eine schlanke junge Frau an der Bar.
“Was kann ich für Sie tun?”, fragte Rick geschäftsmäßig.
“Ich suche jemanden. Einen Thomas Magnum.”
Ich grinste meine Freunde an ehe ich mich ganz zu der Frau umdrehte.
“Das bin ich.”
“Könnte ich Sie wohl kurz unter vier Augen sprechen?”, fragte die Blondine ohne sich vorzustellen.
Ich nickte und wollte sie etwas abseits an einen Tisch führen, aber die Frau ging zielstrebig auf den Ausgang zu. Also folgte ich ihr.
Wortlos verließen wir den Klub, folgten dem roten Teppich auf den Parkplatz. Ein hellblauer Sportwagen parkte direkt am Eingang.
“Ich würde Ihnen gern etwas zeigen.”, die Frau bedeutete mir in den Wagen zu steigen und ich folgte ihrer stummen Aufforderung.
Es dauerte nicht lange, da waren wir direkt im Herzen Honululus. Sie schwenkte in die Tiefgarage eines Wohnhauses.
“Was haben Sie mit mir vor?”, fragte ich nun doch.
“Warten Sie’s ab.”, sie lächelte und als ich noch darüber nachdachte, was dieses Lächeln zu bedeuten hatte und warum ich ihr so bereitwillig, ohne jede Erklärung gefolgt war, öffnete sich der Fahrstuhl bereits zu einem luxeriösen Penthouse.
“Wohnen Sie hier?”, ich war sprachlos. Während ich staunend die atemberaubende Aussicht über die Stadt betrachtete, mixte sie uns einen Drink.
“Hier.”, sie hielt mir ein Cocktailglas hin.“Setzen wir uns lieber.”
Als wir nebeneinander auf der riesigen Couch Platz genommen hatten, begann sie zu erzählen.
“Als ich 12 war, schickten meine Eltern mich auf ein Internat. Sie meinten es sicher gut, aber…”, sie hielt inne. “Schmeckt Ihnen der Cocktail nicht? Vielleicht möchten Sie lieber einen Whisky? Wie dumm von mir!”
Sie sprang auf und machte einen verletzten Eindruck.
Schnell erwiderte ich: “Nein, nein, er ist köstlich.” Und nahm zwei große Schlucke von dem widerlich süßen Zeug, das einen merkwürdigen Nachgeschmack hinterließ.
“Bitte, fahren Sie fort.”
Sie setzte sich wieder, lies mich aber nicht aus den Augen.
“Wie sagt, ich war 12, als meine Eltern mich in ein Internat steckten.” Sie hielt inne uns sah mich aufmerksam an.
“Das sagten Sie bereits.”
Plötzlich fiel mir auf wie heiß es in dem Raum war und ich fing an zu schwitzen.
“Bitte, fahren Sie fort.”
Ich rutsche unruhig auf der Couch hin und her.
“Fühlen Sie sich nicht wohl? Kommen Sie, legen Sie sich einen Moment hin.”
Ich wollte protestieren, aber mir war plötzlich sehr schwindelig und das Zimmer begann sich um mich herum zu drehen. Mein Kopf berührte etwas weiches, als ich zur Seite auf das Polster kippte. Das letzte was mir durch den Kopf ging, bevor alles um mich herum schwarz wurde, war, wie dumm ich gewesen war, mich von einer schönen Frau so einlullen zu lassen und ihr ohne Fragen zu folgen.