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Märchen sind eine Lüge

Kurzbeschreibung
GeschichteHumor, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Aoi Hyōdō Kanade Maki OC (Own Character) Satsuki Takumi Usui Tora Igarashi
31.01.2016
13.09.2020
15
40.239
31
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Dieses Kapitel
1 Review
 
 
31.01.2016 1.485
 
Hallo da draußen!
Diese FF ist irgendwie eine FF zu einer FF. Als ich das erste Kapitel von StarrySkye's Geschichte "Cinderellas Enemy" gelesen habe, kam mir die Idee. Mir hat sehr gefallen, was sie geschrieben hat. Gleichzeigtig ist es eine FF zum Film "Cinderella Story" mit Hilary Duff. Nennt man es Crossover, wenn eine FF zu zwei Kategorien geschrieben wird?

Viel Spaß beim Lesen!
Liebe Grüße
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Die wohl bekannteste Lüge ist: „Ich wünsche dir einen guten Morgen!“
Ich kann also sagen, dass ich allein wegen diesem Satz täglich lüge. Mindestens vier mal spreche ich ihn aus, ohne ihn ernst zu meinen.
Das erste Mal ist, wenn Raphael, mein Stiefvater,  um viertel vor sechs mich durch die Sprechanlage in der Küche anmotzt, warum ich irgendetwas nicht getan habe.
Das zweite Mal ist nur fünfzehn Minuten später, wenn Mariko, meine Adoptivmutter, da sie die neue Frau meines Stiefvaters ist, in die Küche kommt, um ihren Soja-Mandel-Limette-Berry-Honey-Shake zu holen. Es hört sich vielleicht ganz lecker an, schmeckt meiner Meinung nach aber einfach nur nach Zucker und seltsamerweise auch nach Reis, da sie ein Make-Me-Fit-Pulver darin haben möchte. Ich verschweige Mariko, dass dieses Pulver nur hilft, wenn man denn auch tatsächlich Sport macht.
Nun kommt es das erste Mal am Tag vor, dass ich diesen Satz ernst meine, sobald Miju, die offzielle Haushilfe- aber eigentlich ist sie wie ich eine Sklavin-, in die Küche kommt. Dann beginnen wir mit den restlichen Frühstücksvorbereitungen.
Um halb sieben begrüße ich dann die erste meiner Stiefzwillingschwestern, Kiyo. Sie ist die größere der beiden, aber auch die Dümmere. Und das ist wirklich erstaunlich, da die Intelligenz ihrer Schwester Kiyoe mitte der Grundschule aufgehört hat, sich weiter zu entwickeln. Diese Überzeugung teilen zumindest Miju und ich.
Und dann folgt das vierte Mal, weil Kiyoe meist nur wenige Minuten nach Kiyo den Raum betritt. Danach erleide ich für über eine halbe Stunde die Launen der Zwillingschwestern, dann für weitere zehn Minuten Raphaels und bin dann endlich in der Lage für wenige Minuten durchzuatmen, da ich die Bewässerungsgeräte für den Garten anstellen muss und den Wagen vorfahre.
Raphael, der leider die Vollmacht über das Geld meiner verstorbenen Mutter und mich hat, hat tatsächlich meinen Führerschein finanziert. Mit dem Gedanken, dass er sich dann den Chaffeur für seine entzückenden Töchter sparen kann. Und dann darf ich auch schon, die Schulsachen meiner Stiefschwestern und persönlichen Monstern einladen, sowie den beiden die Tür aufhalten und schließen.
Aber jetzt habe ich eine Sorge weniger - wenn auch ein paar mehr, die diese eine irgendwie nicht wert waren.
Bis letztes Jahr habe ich eine andere Schule besucht, habe aber wegen meiner hervorragenden Noten ein Stipendium an der reichen Schule Miyabigaoka erhalten, die die beiden Monster ebenfalls besuchen.
Ich parke auf dem Schülerparkplatz, nachdem ich die beiden schon mal am Eingang rausgelassen haben. Das Gelände der Schule ist wahrscheinlich größer als alle 16 Filialen des Dekorationsgeschäft meiner Mutter. Nun ja, jetzt gehören sie Raphael, zumindest bis ich volljährig bin, dann gehören sie wieder mir, aber ich traue Raphael zu, dass er das Unternehmen bis dahin noch weiter in die Hölle hinunterziehen wird.
Aber glücklicherweise gibt es noch Hanako, die Geschäftspartnerin meiner Mutter, die das Unternehmen noch am Leben hält. Sie gehört zu den wenigen, die über mein Geheimnis Bescheid wissen.
Ich schaue mich auf dem Parkplatz um. Eigentlich fahren nur die Abschlussjahrgangschüler selbst. Der Rest wird mit Limousinen gebracht.
Ich sitze in der schwarze Limousine von Mercedes, die ich gerade eingeparkt habe, ziehe die Jacke meiner neuen Schuluniform über und binde mir die kurze Kravatte um. Allerdings mag ich meine alte Schuluniform mehr. Klar, diese ist super weich und aus bestem Material, aber ich empfinde sie als erdrückend.
Ein letztes tiefes Durchatmen.
Ein letztes Glattstreichen des langen dunklen Rockes, dann steige ich mit der Tasche in der Hand aus. Ich schaue kurz auf meine Uhr.
Noch zwanzig Minuten, dann beginnt mein Unterricht. Ich schaue zum Schulgebäude- wohl eher ein Parlast. Ein kurzes Seufzen verlässt meine Lippen. Ich werde mindestens die Hälfte der Zeit brauchen, um das Gebäude einmal zu umrunden und um dann den Eingang zu finden.


„Es freut mich auch dich kennen zu lernen.“, der zweite Satz. Ein Lüge genauso wie die andere. Immerhin hat der - definitiv genervt aussehende - Lehrer noch den Anstand mir ein Lächeln vorzugauckeln. Schade, dass er kein so guter Schauspieler ist wie ich.
Den Unterricht habe ich mir schwieriger vorgestellt, als er ist. Es fällt mir ziemlich leicht den Lehrer zu verstehen, obwohl sein Englisch einen amerikanischen Akzent hat.
Aber Englisch liegt mir auch einfach.  Die Gene meines weggerannten Vaters, noch bevor meine Mutter wusste, dass sie mit mir schwanger war. Bis auf dass er meine Mutter im Stich gelassen hat, kann ich ihm aber auch leider nichts negativ anmerken.
Er hat mit meiner Mutter das Unternehmen aufgebaut und ihr sechs Millionen Pfund hinterlassen. Dieses Geld hat sie dann teils in das Unternehmen investiert und siehe da, sie wurde noch reicher. Zudem sagte sie immer, dass ich so intelligent sei und so aussehe wie er.
Ich habe nichts gegen meine rotbraunen Locken und meine fast türkisfarbenden Augen. Und mich halten viele für hübsch. Das wurde diesen Morgen schon wieder von meinen neuen Klassenkameraden bestätigt.
Sie sind alle ziemlich nett. Höflich erzogen.
Nur bei wenigen glaube ich, dass diese Höflichkeit ehrlich gemeint ist. Eine von diesen ist Ayame, Tochter eines großen Bankbesitzers. Kurze schwarze Haare und braune Augen hinter einer Brille. Sie ist etwas schüchtern, aber das finde ich angenehm, weil es überhaupt nicht mit meinen privaten Monster zu vergleichen ist. Wir sitzten nebeneinander in den ersten vier Stunden. Auch die erste Pause habe ich mit ihr verbracht. Die vierte Stunde endet und wir verlassen das Klassenzimmer.
Ayame möchte mir schon mal einen Teil des Gebäudes zeigen. Bevor wir den Raum aber verlassen können, kommt ein schwarzhaariger Schüler in die Klasse und Ayame versteckt sich plötzlich hinter mir.
Sein Gesicht ist freundlich. Fast perfekt gespielt. Fast.
„Hoshigawa Mei“, begrüßt er mich und kommt auf mich zu. „Mein Name ist Maki Kanade, ich bin der Vize-Präsident dieser Schule. Es freut mich sehr, dich kennen zulernen!“, sagt er in einer freundlich Stimme. Wow, er ist gut, denke ich. Ich kann nicht mal sagen, ob der zweite Satz gelogen ist.
„Ich bin ebenfalls erfreut“, antworte ich im selben höflich Ton.
„Ich würde dich gerne zu unserem Schulsprecher bringen. Er möchte dich persönliche kennenlernen.“, berichtet er und Ayame stößt hinter mir ein Wimmeln aus. Ich schaue kurz über die Schulter. Ihr Blick schreit: Mach’s nicht!
Der Vize lehnt sich ein wenig zur Seite, um Ayame zu sehen, und sie zuckt noch weiter zurück.
„Honoto Ayame“, wendet er sich an sie. „Wir vermissen dich als Protokollfüherin des Schülerrates.“
Sie versteckt sich tiefer in meinem Rücken.
Interessant, denke ich. Er schickt ihr eine Drohung und macht mir gleichzeitig klar, dass er Ayame kontrollieren kann.
Er schaut mich wieder an. „Sollte es etwas länger dauern, wirst du natürlich bei den Lehrern entschuldigt.“, sagt er. Also gibt es eine ganze Menge zu besprechen. Ich nicke.
„Vielen Dank“, antworte ich. Er ist so gut, dass er das triumphierend Lächeln unterdrücken kann und es stattdessen nur höflich aussehen lässt. Er macht mit der Hand eine wohlerzogene Bewegung zur Tür damit ich vorgehe.  
Ich drehe mich kurz zu Ayame um, die mich mit flehenden Augen ansieht.
„Wir sehen uns später, Ayame!“, verabschiede ich mich und lächle ihr aufmunternd zu. Ich bin schon durch die Tür und sehe es nicht, aber ich kann mir vorstellen, dass der Vize ihr noch einen stummen Befehl erteilt, bevor er mir folgt und mich zu einem Teil des Schulgebäudes führt abseits der Klassenzimmer.
Auf dem Weg dahin tuscheln alle und blicken zu uns.
„Darf ich fragen, wie der Schulsprecher heißt?“, frage ich ihn. „Da ich neu bin, wurde ich darüber noch nicht informiert.“
Er behält die perfekte Maske an, als er antwortet: „Selbstverständlich. Sein Name ist Igarashi Tora und er ist im dritten Jahrgang.“ Etwas verwundert schaue ich kurz zu ihm auf. „Der Sohn von dem Igarashi- Konzern?“, frage ich. Dieser Konzern ist Japan weit und wahrscheinlich auch international bekannt und - wer hätte es gedacht – der Inbegriff von steinreich. Mein Begleiter nickt.
„Verstehe“, sage ich. Ich tippe mal darauf, dass seine Familie die Schule zum großen Teil sponsert. Also kann ich mich auf einen arroganten Kerl einstellen.
Die Einrichtung des Flures schafft es wahrhaftig noch pompöser zu werden. Wir stoppen vor einer großen Holztür.  Maki klopft zweimal an. Er wartet einen kurzen Moment, dann öffnet er die Tür, ohne eine Antwort erhalten zu haben. Er tritt vor mir ein und ich folge ihm.
„Tora. Hoshigawa Mei, wie du befohlen hattest.“, sagt er ruhig und verbeugt sich leicht.
Er macht einen Schritt zur Seite und dann sehe ich ihn.



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Tadaaa! Hier ist das erste Kapitel!
Hoffe, es hat euch gefallen! Das nächste kommt vielleicht sogar noch heute.
Liebe Grüße
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