Untergang in die Unsterblichkeit

GeschichteAllgemein / P12
OC (Own Character)
29.01.2016
01.08.2020
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01.08.2020 841
 
Emmis Sicht

Die Wochen vergingen immer schneller, manchmal kam es mir vor als hätte ich jegliches Zeitgefühl verloren, jetzt wo ich weder schlafen noch ruhen konnte. Ich wusste nicht mal, welcher Tag heute war. Immer wieder schweiften unsere Gedanken zu den Volturi. Mich störte diese unglaubliche Ungewissheit, doch wagte ich es nicht, mich meiner Angst zu stellen. Derek erzählte mir von verschiedensten Plänen. Der simpelste war natürlich, weiterhin zu fliehen, in der Hoffnung, dass sie uns nicht finden würden. Doch was wäre das für ein Leben, ewig auf der Flucht zu sein. Und mit ewig meinte ich wirklich die Unendlichkeit, denn Vampire können bekanntlich nicht sterben. Jedenfalls nicht durch Altersschwäche. Es gab verschiedene Möglichkeiten, doch nur eine erschein wirklich sicher- ein Leben unter Wasser. Sollte das wirklich mein Schicksal sein? War ich verdammt dazu, ein Leben mit dem Wasser einzugehen, wo es mich doch beinahe getötet hatte? Und doch war nicht klar, ob Demetri uns nicht auch unter Wasser aufspüren konnte. Aber da er den Gedankentenor einer Person aufnimmt, konnte ich mir nur schwer vorstellen, dass er einen unter Wasser nicht fand.

Die zweite Möglichkeit gefiel mir noch weniger als die erste. Sie bestand darin, die Volturi direkt zu konfrontieren, also nach Volterra zu reisen. Obwohl ich mir immer noch nicht sicher war, was das bringen sollte. Entweder würden sie uns töten oder zwingen dort zu bleiben. Derek hoffte wohl darauf, dass wir sie um Gnade bitten konnten. Aber insgesamt waren diese Aussichten nicht befriedigend. Wenn wir nur irgendeinen Weg finden, friedlich leben zu können. Doch prinzipiell haben wir den Volturi ja nichts getan. Vor allem ich nicht. Doch würden sie bestimmt andere Gründe suchen. In ihren Augen musste Derek so etwas wie ein Vorbestrafter sein, nur weil sein Vater auffällig handelte. Und dass er eine ihrer Wachen getötet hatte, machte die Lage auch nicht besser.

Ich genoss die Stille des Waldes, doch waren meine Gedanken viel zu laut, um zu entspannen. Derek saß mir gegenüber auf einem Ast und genoss die Stille, wobei er die Augen geschlossen hatte. Doch plötzlich mischte sich der dunkle Geruch des Waldes mit einem mir bekannten, viel zu süßlichen Geruchs. Zu verlockend, um von etwas natürlichen zu stammen. Nein, dies war der Geruch eines Vampirs. Auch Derek schien den Geruch wahrzunehmen, denn sofort sprang er runter und begab sich in Angriffshaltung. Unsicher folgte ich ihm. Wir hörten den leisen Windzug, der deutlich machte, dass dieser Vampir wusste, wie er sich tonlos fortbewegen konnte. Ein Zeichen jahrelanger Erfahrung. Und dann trat eine Gestalt aus den Schatten des Waldes hervor und blieb ein paar Meter von uns entfernt stehen. Das erste, was ich wahrnahm, war, wie er die Hände nach oben nahm, um uns zu signalisieren, dass von ihm keine Gefahr ausginge. Derek, der leicht vor mir stand, war noch immer sehr angespannt, doch beruhigte er sich ein wenig, als ich meine Hand auf seinen Rücken legte. Der Vampir hatte helle, blonde Haare und so ein freundliches, ehrliches Lächeln wie ich es einem Vampir nicht zugetraut hätte. Doch noch mehr verwunderten mich seine bernsteinfarbenen Augen. War das eine Mutation? Vampire hatten doch rote Augen. Doch auch sein Gesicht war von einer unmenschlichen Blässe gekennzeichnet, wie es für Vampire üblich war. Eigentlich konnte ich keinen Unterschied zwischen uns erkennen, bis auf seine Augenfarbe. Nun ja und er wirkte weit aus zivilisierter, als wir es waren.

„Guten Tag, es freut mich mal wieder Gleichgesinnte zu treffen. Ich reise schon sehr lange allein umher.“ Die Freude, die eben noch auf seinem Gesicht lag, schien allmählich zu verblassen. War es wirklich so schwierig, alleine als Vampir umherzuziehen? Ich kam eigentlich immer gut alleine zu recht. Doch erinnerte ich mich auch daran, wie froh Derek war, mich – seine Gefährtin – zu treffen.  Derek zeigte sich freundlich, ich vermutete, dass er seine Gabe anwendete, um herauszufinden, ob der fremde Vampir die Wahrheit sagte. „Ich bin Derek, das ist meine Gefährtin Emmina.“ Freundlich, aber zurückhaltend stellte Derek uns vor. „Mein Name ist Carlisle Cullen. Ich wohne hier in der Nähe und arbeite als Arzt in einem Krankenhaus. Es ist nicht weit von hier, wenn ihr wollt, könnt ihr mitkommen und wir können uns ein wenig unterhalten.“ Erzählte der blonde Mann. Derek blickte mich fragend an. Ich wusste nicht, ob er Carlisle traute trotz seiner Gabe. Wahrscheinlich war er einfach sehr vorsichtig wegen der Angst vor den Volturi. Aber Carlisle begegnete uns mit einer solchen Freundlichkeit, wie ich sie lange nicht mehr erlebt hatte. Und meine Neugier war viel zu groß, als dass ich nicht hätte mitgehen wollen. „Wir kommen gerne mit. Es freut mich mal andere Vampire kennen zu lernen. Ich bin noch nicht lange so.“ gestand ich. Carlisle nickte und deutete an, dass wir ihm folgen sollten. Wieder einmal war ich überrascht von dem bernsteinfarbenen Farbton seiner mitfühlenden Augen. Ob Derek wusste, was dahinter steckt? Wir folgten Carlisle durch den Wald, da es anfing zu regnen hatten wir es besonders eilig, auch wenn einem Vampir die Kälte ja nichts ausmacht. Wenige Minuten später blieben wir vor einem kleinen, aber gepflegtem Anwesen stehen.
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