Dead Alive -Geständnis einer Schwangeren

von Elfirin
KurzgeschichteDrama, Mystery / P6
Dana Scully Fox Mulder
27.01.2016
27.01.2016
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Ich war so unendlich müde. Ich wusste nicht wie lange ich im OP gestanden hatte um Mulders Leben, das sowieso schon am seidenen Faden hing, zu retten. Ich wusste nicht wie lange ich auf den Beinen war um ja nicht zu verpassen wie er aufwachte, jetzt wo ich wusste dass wir ihn gerettet hatten. Und ich wusste auch nicht wie lange ich schon neben seinem Bett saß und ihn beobachtete. Ich hatte Angst einzuschlafen, nur um aufzuwachen und zu erfahren, das alles nur ein Traum gewesen war und er wieder fort war. Fort von mir. Fort von unserem Kind, das unaufhörlich in mir wuchs.
Ich gab mir die größte Mühe nicht einzuschlafen. Zum Glück erinnerten mich die sanften Tritte in meinem Inneren immer wieder daran. Meine Hand lag auf meinen deutlich gewölbten Leib und ich lächelte. Ich gestattete mir kurz die Augen zu schließen und in mich hinein zu horchen. Doch ich öffnete sie relativ schnell wieder um sicher zu gehen das ich wirklich nicht einschlief. Ich sah zum Monitor herüber, der nicht nur das stetige schlagen von Mulders Herz aufzeichnete, sondern auch deutliche Töne von sich gab und in gleichmäßigem Rhythmus ein Piepsen von sich gab.
Ich beugte mich etwas nach vorne und griff vorsichtig und sanft nach Mulders Hand. Vor einigen Tagen hatte sie sich kalt und rau angefühlt. Heute war sie warm und weich. Sanft strich ich mit meinem Daumen über seine Finger, bedacht darauf keine der Kanülen zu berühren. Plötzlich zuckte seine Hand und ich sah erschrocken auf. Wie gebannt blickte ich in das Gesicht des Mannes der mir so viel bedeutete. Und tatsächlich regte er sich. Leicht bewegte er seinen Kopf hin und her. „Mulder?“ wisperte ich so leise, das ich mir nicht sicher war ob er mich überhaupt gehört hatte. Er öffnete ganz langsam die Augen und sah mich direkt an. Ich biss mir auf die Lippen und schluckte. Endlich! Endlich war er wach. „Hi,“ kam es genauso leise aus meinem Mund und ich spürte wie ich leicht zitterte. Tränen der Freude schlichen sich auch meinen Augen und begannen meine Wangen hinunterzulaufen. Er versuchte etwas zu sagen und ich wartete gespannt. „Wer sind sie?“
Mir stockte der Atem und einen Moment lang sah ich ihn fassungslos an. Er erinnerte sich nicht mehr. Oh mein Gott, er wusste nicht wer ich war, hatte alles vergessen. Meine freie Hand presste sich automatisch auf meinen Leib und spürte die Bewegungen des Kindes das meine Aufregung spürte. Hatte er wirklich alles vergessen? Hatte er mich vergessen? Verzweifelt öffnete ich den Mund um etwas zu sagen, doch da sah ich wie sich sein Mund zu einem verschmitzten Lächeln verzog. Da! Da war er wieder. Der alte Mulder. Mein Mulder. Unter Tränen konnte ich das Lachen nicht verhindern. „Oh mein Gott, bitte tu mir das nicht an…“ weinte ich und drückte seine Hand etwas fester, während sein Lächeln breiter wurde.
„Weißt du denn gar nicht was du alles durch gemacht hast?“ fragte ich und ich konnte nicht verhindern das weitere Tränen meine Wangen hinab liefen. Er schüttelte leicht den Kopf. „Ich weiß nur was ich in deinem Gesicht sehe.“ Meine Gefühle übermannten mich zusehends und ich wusste nicht wohin damit. Ich wusste nichts zu sagen, zu denken. Ich fühlte einfach nur. Ich strich mit der freien Hand über sein Haar und sein Gesicht und er ließ es zu.
Seine Hand konnte ich nicht los lassen. Ich wollte ihm so nahe wie möglich sein. Also legte ich meinen Kopf sanft auf seine Brust und kam ihm so nahe wie es im Moment möglich war. Ich spürte seinen Atem in meinem Haar, sein Herz in seiner Brust und genoss es. „Hat mich jemand vermisst?“ Er schaffte es immer wieder aufs Neue meine Gefühle aus dem Gleichgewicht zu bringen. Neue Tränen liegen herab, während ich leise lachte. Ich konnte nicht antworten. Natürlich hatte ihn jemand vermisst. Ich! Ich hatte ihn unendlich, schrecklich vermisst. Wusste er das überhaupt? Er schmiegte seinen Kopf an meinen und drückte meine Hand, was mir Geste genug war.
Leise hörte ich wie sich die Türe öffnete. Zu jeder anderen Zeit hätte ich versucht Abstand von Mulder zu gewinnen, damit ja niemand meine Gefühle zu Gesicht bekam. Nicht heute. Heute war es mir egal. Es war mir egal das Agent Doggett mich weinend bei Mulder liegend sah. Er erfasste die Situation sofort und schlich sich so leise wie er gekommen war wieder aus dem Zimmer und ließ uns allein. Vermutlich sorgte er sogar dafür dass wir alleine blieben und Zeit für uns hatten.

Die Zeit verstrich in der ich einfach nur an seiner Seite lag. Bis mich schließlich doch der Schlaf übermannte und ich an seiner Seite einschlief. Wie lange wusste ich nicht. Doch er weckte mich sanft, indem er mir mit einer Hand Haare aus dem Gesicht strich. Ich hob den Blick und sah ihn liebevoll an. Er erwiderte den Blick und ließ seine Hand auf meiner Wange ruhen. Erst als mir die Position zu unbequem wurde und ich mich aufrichten musste, nahm er sie weg. Sämtliche Muskeln machten sich bemerkbar und ich musste mich ein wenig strecken. Die wenig bequeme Position war nicht förderlich für meinen Zustand gewesen und das Kind schien auch etwas dagegen zu haben. Ich gab einen überraschten Laut von mir als ich einen deutlichen Tritt gegen eine meiner Rippen erhielt. Beruhigend legte ich meine Hand auf meinen Bauch und richtete meinen Blick ganz langsam auf Mulder, der mich zwar beobachtete, aber nicht begriff was vor sich ging.
Ich öffnete den Mund um etwas zu sagen, schloss ihn aber wieder. Ich konnte seinem Blick nicht standhalten und senkte den Blick. Wie sagte ich Mulder dass ich schwanger war? Wie sagte ich ihm dass ich ein Kind erwartete? Sein Kind. Ich straffte mich und entschied mich es jetzt zu tun.
„Mulder…“ Er sah mich fragend an, was mir nicht gerade dabei half einfach frei heraus zu sagen was mir auf dem Herzen lag. Verheimlichen kam jedoch nicht in Frage und das nicht nur weil die Wahrheit unübersehbar war. „Mulder, es gibt da etwas was ich dir sagen muss.“ Er sah mich einfach nur an. Ob er ahnte dass es mir wichtig war? Keine witzigen oder dummen Gegenfragen.
„Sag es mir einfach. Ich komme schon damit klar,“ war alles was er sagte und verdeutlichte das in dem er nach meiner Hand griff, die noch immer auf seiner Bettdecke lag. Ich lächelte und spürte wie mir erneut die Tränen kamen.
„Mulder… ich bin schwanger.“ Gebannt sah ich in sein Gesicht erwartete eine Regung, irgendwas. Zunächst erkannte ich nur wenig in seinem Gesicht und Angst überkam mich. „Wirklich? Ich gratuliere dir.“ Er drückte meine Hand ganz fest und begann zu lächeln, doch in seinem Blick lag auch eine Art Bitterkeit, die er wohl darauf zurück führte, dass ich in seiner Abwesenheit jemand anderen kennen und lieben gelernt hatte. Das brach mir fast das Herz. Welches sich gerade erst von all den Gefühlsregungen der letzten Tage, Wochen und Monaten erholte.
„Mulder…“ Er machte einen Wink mit seiner Hand. „Schon gut… ich war lange weg…“
Jetzt war ich es die die Hand hob. „Nein Mulder, du verstehst nicht.“ Meine Stimme brach und ich konnte kaum die Worte aussprechen, die aber hinaus mussten, damit er begriff. Ich stand auf um Worte zu finden. Meinen Bauch verbarg ich vor ihm. „Mulder, es ist unser Kind… dein Kind. Ich bekomme dein Kind.“
Ich wandte mich zu ihm um, sodass er nun ohne Umwege freien Blick auf mich und meinen Körper hatte. Sein Blick huschte zu meiner Mitte, erkannte den deutlich gewölbten Leib mit meiner Hand darauf. Sein ohnehin blasses Gesicht schien noch einen Hauch blasser zu werden. Und er begriff. „Verstehst du es?“
Er nickte. Schüttelte aber gleichzeitig den Kopf. Er versuchte sich aufzurichten was ihm nicht gelang. Endlich war ich es einmal, die ihn sprachlos gemacht hatte. Ich kehrte zu ihm zurück und legte ihm eine Hand auf die Schulter. „Bleib liegen.“
„Das verstehe ich nicht,“ sagte er. Ich lächelte. „Ich auch nicht, aber es ist wahr. Hier…“ Ohne darüber nachzudenken nahm ich seine Hand und legte sie auf meinen Bauch, wo er deutlich die Bewegungen des Kindes spüren konnte. Ich glaubte Mulder noch niemals seit wir uns kannten so überrascht gesehen zu haben. Erschrocken sah er zu mir auf und schien es nicht glauben zu können. Ich nickte einfach nur und weinte. In dieser Sekunde liebte ich ihn und unser Kind so sehr das es sich für immer in mein Herz einbrannte. Ich wollte ihn niemals wieder los lassen und er auch nicht. Er zog mich zu sich herunter, küsste mich, ohne seine Hand von meinem Bauch zu nehmen. Ich umklammerte seine Hand fest und erwiderte den Kuss, ehe ich mich neben ihn ins Bett legte. Gemeinsam bedeckten unsere Hände meinen Bauch und schützen unser Kind. Ich schmiegte mich eng an ihn und wünschte der Moment würde niemals vergehen.
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