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In der Höhle der Löwin - How Paimon should have been

von Porpetina
GeschichteAbenteuer, Humor / P12 / Gen
Hakuei Ren Judar Kouen Ren Koumei Ren
27.01.2016
07.08.2016
5
6.321
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27.01.2016 650
 
"Ich verstehe noch immer nicht, warum wir Hakuei mitnehmen...", murmelte Ren Koumei.
Er stand neben seinem älteren Bruder vor einem exotisch wirkenden Gebäude, dessen ungezählte verschlungene Türme sich in den wolkenverhangenen Himmel erstreckten. Pfützen auf dem Boden zeugten davon, dass es bis vor kurzem geregnet hatte und die sandbraunen Wände des Bauwerks trugen nicht zur Verbesserung der allgemeinen Stimmung bei.
"Der Priester erachtet es als notwendig."
"Aber sie ist eine Frau! Ist ein Dungeon nicht viel zu gefährlich für sie?"
Zunächst erhielt er keine Antwort. Die Baumwipfel der vereinzelt herumstehenden Bäume klapperten im Wind. In der Nacht zuvor hatte es gedonnert und gestürmt, aber entgegen der allgemeinen Erwartung hatte es eher wenig geregnet. Früh morgens hatten Koumeis Diener ihn aus den Federn geworfen und gemeint, er müsse sich sofort fertig machen, um zu seinem großen Bruder zu stoßen. Trotzdem hatte es über zwei Stunden gedauert, bis er ausreichend gefrühstückt hatte und die Diener ihn dann zu allem Überfluss noch in die Badewanne gesteckt hatten, bevor sie ihm beim Ankleiden halfen. Und sehr zu seinem Leidwesen hatten sie ihm die so ungeliebte und selten benutzte Kampfausrüstung angezogen. Auf seine wiederholten Fragen, was denn eigentlich los sei, hatten sie ihm gar nicht geantwortet. Ren Kouen beugte sich zu seinem Bruder hinüber.
"Ich glaube, er hat einen Fehler gemacht...", flüsterte er.
Ren Koumei starrte seinen Bruder fassungslos an. Erst im zweiten Moment klappte er den Unterkiefer wieder nach oben.
"Das gibt er offen zu?!", fragte er dann entgeistert.
Kouen schüttelte den Kopf. Komei folgte dem Blick seines Bruders, der den Rücken einer schlaksigen Person traf. Sie trug eine schwarze Pluderhose und das ebenfalls schwarze Oberteil war eher sparsam bemessen. Ein langer, kugeliger Zopf schwarzer Haare hing fast bis auf den Boden hinab, während die Beine bequem in einem Schneidersitz ruhten und nicht den Eindruck erweckten, als wäre ihr in der Luft schwebender Besitzer einfach nur irgendwer. Links und rechts standen Soldaten in voller Rüstung aufgereiht, um der Zeremonie die gewisse Feierlichkeit zu verleihen. Hakuei stand einige Schritte hinter ihren Brüdern und starrte gedankenverloren auf den Eingang des Dungeon.
"Und warum muss ich mit?", fragte Koumei, als er die Gesten des Priesters einige Augenblicke stumm mit den Augen verfolgt hatte.
Ren Kouen drehte ihm den Kopf zu, ohne eine Miene zu verziehen. Ohne Vorwarnung schlug er seinem Bruder auf den Hinterkopf, was diesen nach vorne taumeln ließ.
"Damit du was lernst! Und vielleicht auch irgendwann mal einen zweiten Djinn dein Eigen nennen kannst."
Der zweite imperiale Prinz rieb sich den Hinterkopf, um den Schmerz zu vertreiben. Er zog es vor, seinen Gesprächspartner nicht weiter zu reizen. Dafür blieb auch gar nicht die Zeit, denn der Priester schien am Ende der Zeremonie angekommen zu sein. Seine Fußsohlen berührten sanft den feuchten Erdboden. Er machte noch einige elegante Handbewegungen und verbeugte sich dann dezent vor dem Dungeon. Danach drehte er sich zu den kaiserlichen Geschwistern um.
"Es wäre dann soweit...", meinte Judar lapidar.
"Schön, dann können wir ja", meinte Kouen.
Ohne seine beiden Geschwister anzusehen, trat er vor und blieb vor dem Priester stehen.
"Was ist?", fragte dieser.
Der Oberkommandeur der Streitkräfte Kous verschränkte die Arme und sah Judar streng an.
"Du wirst uns natürlich begleiten, Priester!"
Der Schwarzhaarige zuckte erschrocken zurück.
"Was? Wieso das denn?"
Ren Kouen nahm ihn in den Schwitzkasten und schleifte ihn zum Dungeon. Er zerrte den Priester die wenigen Stufen zum Eingang hinauf, während Koumei und Hakuei in angemessener Entfernung folgten.
"Als Bestrafung dafür, dass du unerlaubt ein Dungeon heraufbeschworen hast!"
"Was? Damit habe ich nichts zu tun‼", echauffierte er sich, "Ich würde nie SIE herholen!"
Kouen funkelte ihn wütend an. Kommentarlos stieß er ihn in den Eingang und folgte dann nach einem tiefen Atemzug mit Bruder und Schwester.
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