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Wolves in sheep's clothing

OneshotAngst, Fantasy / P18 / Gen
OC (Own Character) Peter/Peter Pan
25.01.2016
25.01.2016
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2.715
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Wolves in sheep's clothing


Did my invitations disappear?
Why'd I put my heart on every cursive letter?
Tell me why the hell no one is here
Tell me what to do to make it all feel better
Maybe it's a cruel joke on me
Whatever, whatever
Just means there's way more cake for me
Forever, forever.

Melanie Martinez - Pity Party


Für VoodooDolly.



Ruby Alverton stemmte die Hände in ihr schmales Becken und betrachtete mit einem verzücktem Ausdruck in den großen, haselnussbraunen Augen die liebevoll angerichtete Torte, bevor sie einen allerletzten, prüfenden Blick auf die übrige Dekoration warf.

Alles war perfekt.
Angefangen bei den vielen, bunten Luftballons und Girlanden, welche die Fensterrahmen und Ecken des Zimmers zierten, über die pastelfarbenen Servietten und das edele Porzellanservice bis hin zu ihrem eigenem Spiegelbild, dass ihr nervös aus dem breiten Silberspiegel gegenüber dem Eichenholzesstisch entgegen lächelte.
Fahrig glättete sie ihr lavendelfarbenes Kleid und strich sich durch die kupferrote Lockenpracht, ehe das junge Mädchen ihren Platz am Tischende einnahm und noch immer lächelnd auf die altmodische Standuhr sah.
Heute war Rubys Geburtstag und sie hatte den gesamten Jahrgang eingeladen. All ihre Freunde würden kommen, um gemeinsam mit ihr an ihrem Ehrentag zu feiern und sich prächtig zu amüsieren. Die Rothaarige hatte jede Einladung mit viel Mühe und Aufwand und noch sehr viel mehr Herzblut handschriftlich verfasst und sie alle hatten ihr versichert, dass sie vorbeikommen würden. Selbst Eric hatte ihr versprochen, dass er sie besuchen kommen würde.

„Eric.“ Verträumt seufzte das Mädchen auf, während ein leichter Rotschimmer auf ihren sommersprossigen Wangen aufflammte.

Eric Hunter war mit Abstand der beliebteste Junge der Schule – ein begnadeter Cornerback mit breiten Schultern, strohblondem Haar und den schönsten, himmelblauen Augen, in die Ruby Alverton jemals geblickt hatte. Sein strahlendes Lächeln war wie ein Zauberbann, seine Stimme war Musik in ihren Ohren und sein Lachen – Oh, sein wunderbares, tiefes Lachen – brachte ihr Herz dazu, einen wilden, nie zuvor gekannten Takt anzuschlagen.
Ruby hatte nie viel von Liebe auf den ersten Blick gehalten, doch Eric hatte sie eines Besseren belehrt. Als sie dem jungen Mann zum ersten Mal in die Arme gelaufen war, hatte sie es gewusst. Da war dieses seltsame, fremde Gefühl in ihrem Brustkorb gewesen, ein Flattern wie von tausenden von Schmetterlingen und seit jeher hielt sie an dieser Erinnerung fest, wie an einen geheimen Schatz.

Auf den Einladungen hatte sie als Zeitpunkt 20 Uhr angebeben.
Es war erst kurz vor halb sieben abends, doch ihr Lächeln war ungebrochen und voller Vorfreude weidete sie sich an der schönen Partydekoration und den perfekt aufgereihten Kerzen auf der mit Zuckerguss überzogenen Geburtstagstorte.

Tick. Tack. Tick. Tack. Tick. Tack.

Die geschwungenen Zeiger bewegten sich wie in Zeitlupe über das Zifferblatt und schienen ihre Ungeduld geradezu zu verhöhnen. Ruby fuhr sich abermals durch die Locken und straffte die Schultern, während Stunde um Stunde verstrich und die Türglocke nicht ein einziges Mal läutete.

Heiße Tränen liefen dem rothaarigem Mädchen über das blasse Gesicht, ruinierten ihr sorgfältig aufgelegtes Make-up und hinterließen schwarze Spuren auf ihren Wangen, während der Wachs der Geburtstagskerzen nach und nach schmolz und auf die Torte sickerte.
Kein Laut verließ ihre bebenden Lippen, doch ihr Körper wurde von stummen, halb unterdrückten Schluchzern heimgesucht, während ihre Finger sich um den Stoff der geblümten Baumwolltischdecke verkrampften.
Ihr Geburtstag war ein totaler Reinfall. Die reinste Katastrophe. Wo blieben sie denn alle?

Um kurz vor Mitternacht vibrierte ihr Handy und weckte das weinende Mädchen aus ihrer tranceartigen Starre. Mit zitternden Fingern griff sie nach dem Handy und entdeckte mit tränenverschleiertem Blick den winzigen Briefumschlag, welcher ihr signalisierte, dass sie eine neue Kurzmitteilung erhalten hatte.


Happy Birthday, Prinzessin!
Komm in den Wald, ich habe dort eine Überraschung für dich versteckt.
Ich warte auf dich.

PS: Komm alleine!
Eric


Einige Minuten lang sah Ruby Alverton beinahe wie hypnotisiert auf den winzigen Text, las die Zeilen immer und immer wieder laut vor, bis sie sie schließlich auswendig kannte und realisierte, was dort eigentlich stand.

Eric.
Eric Hunter hatte ihr doch tatsächlich geschrieben, zum Geburtstag gratuliert und wartete nun im Wald auf sie. Und er wollte, dass sie alleine kam.
Wäre das junge Ding nicht so naiv und Hals über Kopf aus dem Haus gestürmt, so hätte sie sich womöglich ein paar Fragen gestellt, welche sich jeder halbwegs vernünftigte Mensch in ihrer Situation gestellt hätte.

Woher hatte Eric ihre Telefonnummer?
Warum wollte er, dass sie in den Wald kommt?
Und wieso verlangte er von ihr, dass sie sich alleine auf den Weg machte?


Doch all diese Fragen waren belanglos für Ruby, welche hastig ihr Make-Up auffrischte und sich anschließend nach draußen begab.
Es war die Nacht des 31. Oktobers und somit Halloween. Die meisten Vorgärten waren dementsprechend mit ausgehöhlten Kürbissen, künstlichen Spinnweben und schaurigen Papiergespenstern geschmückt, welche im Wind hin und her schaukelten und ein leises Rascheln verursachten. Entgegen Rubys Erwartungen waren die Straßen ihres Heimatstädchens wie leer gefegt – keine verkleideten Kinder terrorisierten die Nachbarschaft auf der Suche nach Süßigkeiten. Kaum, dass die Rothaarige sich in Bewegung gesetzt hatte, bereute sie es sich in ihrer Eile keine Jacke übergezogen zu haben und rieb sich fröstelnd über die entblößten Arme.
Für einen kurzen Augenblick bekam sie Zweifel und musste an ihre liebe Großmama denken, die sie stets davor gewarnt hatte, sich mitten in der Nacht aus dem Haus und insbesondere in den tiefen, dunklen Wald zu schleichen. In dieser Hinsicht war ihre Großmama ziemlich abergläubisch und manchmal auch einen Hauch zu fürsorglich. Sie machte sich viel zu viele Sorgen und würde Ruby mit Sicherheit Hausarrest bis an ihr Lebensende aufbrummen, sollte sie von ihrem kleinen, nächtlichen Ausflug erfahren.
Doch Ruby hatte es satt, sich herumkommandieren zu lassen und wollte nicht länger vor Büchern sitzen oder ihrer Großmama in der Küche dabei helfen, das Abendessen vorzubereiten, während andere Mädchen in ihrem Alter sich amüsierten, Spaß hatten und mit Jungs ausgingen.

In einem Anflug von Trotz, hielt sie zielstrebig auf den verschlungenen Weg zu, welcher in das schwarze Herz des Waldes führte und bereits nach wenigen Metern im Nichts zu Enden schien. Keine einzige Laterne erhellte den Pfad und so dauerte es einige Zeit, bis Rubys rehbraune Augen sich an die Dunkelheit gewöhnt hatten. Ihre eigenen Schritte hörten sich seltsam laut und verloren an, während sie einen Fuß vor den anderen setzte und nicht bemerkte, dass sie nicht länger alleine war.
Es kam ihr wie eine Ewigkeit vor, seit sie den Wald betreten hatte. Ruby beschlich die vage Vermutung, dass sie sich verirrt hatte, denn der ausgetretene Pfad zu ihren Füßen war knorrigen Wurzeln und verwelktem Herbstlaub gewichen.
„Vielleicht sollte ich umkehren“, dachte sich das rothaarige Mädchen und blieb unschlüssig stehen.
Aber was wäre, wenn Eric wirklich irgendwo hinter all den hohen Tannen und dichten Sträuchern auf sie wartete und sie nicht kam? Dann müsste sie für immer mit der lästigen Frage leben, was hätte sein können und was hätte passieren können, wenn sie denn nur genug Mut aufgebracht hätte.


Nur wenige Meter von dem armen Mädchen entfernt, versteckte sich lauernd eine kleine Ansammlung von Leuten, die versuchten, ihr gehässiges Lachen zu unterdrücken und beschlossen, dass es an der Zeit war, den Rotschopf von seinem Leid zu erlösen. Die Jungen und Mädchen setzten ihre Halloweenmasken auf und stimmten ein gespenstisches Geheul an.


Ruby blieb wie angewurzelt stehen, als sie ein langgezogenes, beinahe klagendes Heulen vernahm, welches nicht weit von ihr entfernt erklang und ihr einen Schauer über den Rücken jagte.
Ein spitzer Aufschrei entfuhr ihren bebenden Lippen, als jemand sie plötzlich von hinten bei den Schultern packte und in rasantem Tempo um die eigene Achse umherwirbelte. Rubys Sicht verschwamm und so nahm sie nur die verzehrten Umrisse einiger Gestalten war, deren Gesichter sie an Wölfe erinnerten. Immer schneller und schneller wurde sie im Kreis gedreht, während Schwindel in ihr aufkam und lähmende Panik ihre Wirbelsäule hinaufkroch.
Ihre Peiniger lachten, schienen ihre Hilflosigkeit zu genießen und waren dazu übergegangen das Mädchen hin und her zu schubsen. Tränen traten in ihre Augen und ein schwaches Wimmern entfloh ihr, als jemand grob an ihrem Haarschopf zog und sie so zu Boden zwang.
Unter Tränen sah Ruby auf und blickte in die furchterregenden Fratzen von sechs Wölfen, die sie eingekesselt hatten und sich nicht die Mühe machten, ihre Schadenfreude zu verbergen.
„Werwölfe“, dämmerte es ihr, doch schon im nächsten Augenblick schalt sie sich selbst für ihre Naivität. Werwölfe existierten nicht und nach einem zweiten Blick erkannte sie auch, dass es sich lediglich um hochwertige Halloweenmasken handelte. Dennoch saß ihr die Angst im Nacken, als einer aus dem Wolfsrudel hervortrat, vor ihr in die Hocke ging, ein Messer aus seiner Hosentasche hervorholte und mit einem Schnappen die blanke Stahlklinge hervorspringen ließ.

Das silbrige Licht des Mondes spiegelte sich in dem kalten Stahl wider, während ihr Gegenüber seine Maske nach oben schob und ein falsches Lächeln aufsetzte. „Hallo Rubs.“

Es war Eric.
Eric Hunter, welcher mit engelsgleicher Miene vor ihr hockte und die Klinge mit sanften Druck verspielt über ihre mit Tränen benetzte Wange tanzen ließ. Ruby fühlte sich einer Ohnmacht nahe, als sie endlich verstand, was ihre als Wölfe verkleideten Peiniger scheinbar schon wussten, seit sie die Kurzmittelung bekommen hatte. Es war eine verdammte Falle gewesen und sie war blindlings in ihr Unglück hineingetappt. Wie ein Opferlamm war sie ihren Schlächtern mit offenen Armen entgegen gerannt. Wie hatte sie nur jemals so unglaublich dumm, so unglaublich naiv und dämlich sein können?

Ruby wollte etwas sagen, um Hilfe schreien oder vielleicht auch einfach nur um Gnade betteln – sie wusste es selbst nicht so richtig – doch Eric presste die Klinge an ihre Lippen und sein Lächeln wurde zu einem herablassendem Grinsen. „Shhh. Das wolltest du doch, oder etwa nicht? Hab keine Angst, Herzchen. Es wird ganz schnell gehen.“
Ihre Gedanken überschlugen sich. Was zur Hölle faselte er da?
Nichts von alledem wollte sie. Ruby spürte, wie ihr Körper zu zittern begann, als die Klinge Stück für Stück tiefer glitt und sich an den schmalen Trägern ihres Kleides zu schaffen machte.
„Bitte nicht. Lasst mich einfach gehen. Bitte“, flehte sie, als ihr linker Träger durchtrennt wurde. „Ich werde es auch keinem erzählen. Ich verspreche es. Bitte.“
Die Meute fing an, wie im Chor an zu lachen. Eine weitere Gestalt schob ihre Maske zurück und lüftete ihre Identität. Es war Ashley – eines der begehrtesten Mädchen der Schule mit ihren langen Beinen, kurzen Röckchen und dem sonnengeküsstem Teint, der ihre grünen Katzenaugen hervorstechen ließ.
„Dreckiges Flittchen“, beschimpfte Ashley sie und versetzte ihr einen gezielten Tritt zwischen die Rippen. „Vielleicht sollten wir ihr vorher die Augen verbinden. Immerhin ist heute Halloween!“
Weitere Masken wurden abgenommen und enthüllten die Gesichter ihrer Mitschüler. Wie es schien, hatten sich all ihre vermeintlichen Freunde im Wald versammelt, um ihr eine unvergessliche Geburtstagsparty zu bescheren.
Sie alle waren gekommen – Lester, Ashley, Amber, Dana, Blake und sogar ihr heimlicher Schwarm Eric - um Ruby Alverton ein für alle Mal zu zeigen, dass sie immer eine Ausgestoßene bleiben würde, dass sie einfach nicht dazu gehörte und es nicht anders verdient hatte.
Ein stetiges Pochen, welches sie als ihren eigenen Herzschlag identifizierte, dröhnte in ihren Ohren, als Ruby das Geräusch einer Gürtelschnalle vernahm, die geöffnet wurde. „Süßes oder Saures, Rotkehlchen?“


Und während das Wolfsrudel Anstalten machte, sich auf das wehrlose Mädchen zu stürzen, befand ein hochgewachsener Junge mit feuerrotem Haar und spitzen Ohren, dass er genug gesehen hatte und löste sich aus den Schatten der Bäume, welche seine Anwesenheit geheim gehalten hatten.
Diese verdorbene Stadt war schon immer ein Schandfleck gewesen und in all den Jahren, hatten die Menschen sich nicht ein bisschen verändert. Sie handelten aus Neid, Habgier, Selbstsucht und schierer Schadenfreude. Nein, die Menschen würden sich nie ändern und Peter würde niemals müde werden, die Bösen mit ihren eigenen Mitteln zu bekämpfen.
Mit einem unheilvollem Grinsen auf dem sommersprossigen Gesicht, zückte er einen langen Dolch und trat zu den selbsternannten Wölfen.
„Sie mögen sich für Wölfe halten, doch sie sind nur Schafe, welche nun ihrem Schlachter begegnen werden“, flüsterte er und stieß ein markerschütterndes Heulen aus.


Ruby blinzelte, als sich eine Gestalt aus den tiefen Schatten der umherstehenden Bäume löste und wie ein wild gewordener Derwisch über die Lichtung wirbelte. Kalter Stahl blitzte auf und Blutstropfen benetzten ihre fahlen Wangen wie feiner Sprühregen, ehe die fremde Gestalt innehielt und mit zur Seite geneigtem Kopf und einem beinahe amüsierten Schmunzeln zu ihr sah. Es war ein schlaksiger Junge, höchstens ein oder zwei Jahre älter als Ruby selbst. Seine Haare erinnerten sie an ein loderndes Feuer und seine Augen schimmerten in einem eigenartigem Goldton. Als ihre Blicke sich kreuzten, zwinkerte er ihr spitzbübig zu.
„Süßes oder Saures?“, wiederholte der Unbekannte in einem spöttischen Tonfall. „Klingt ein wenig abgedroschen, meint ihr nicht auch?“
Um Ruby herum, schien die Hölle auf Erden ausgebrochen zu sein. Überall war Blut und ihre einstigen Peiniger lagen nun mit zahlreichen Stichwunden auf dem mit Laub bedecktem Waldboden. Niemand von ihnen rührte sich mehr - mit Ausnahme von Eric.

Der Blonde griff sich an die blutgetränkte Brust, in dessen Mitte ein langer Dolch klaffte. Er wurde zusehends blasser und zum ersten Mal überhaupt, hörte Ruby ihn stammeln. „Das … Das war doch nur … ein Scherz. Wir wollten der Schlampe doch nur Angst einjagen.“
Mit einem schnellen Satz, war der goldäugige Junge bei ihm, kniete sich neben Eric und umschloss den Dolch mit seinen schmalen, mit verblassten Narben überzogenen Fingern. Seine Stimme war kaum mehr als ein bedrohliches Zischen. „Ein Scherz?! EIN SCHERZ?! Weißt du, was das Komische an der ganzen Sache ist?“
Eric schüttelte panisch den Kopf.
„Das Komische an der Sache ist, dass du gar nicht lachst. Warum lachst du nicht, wenn es denn so lustig ist?“ Der Fremde drehte die Klinge einige Zentimeter in der Wunde und entlockte Eric damit einen schmerzerfüllten Aufschrei. „Wir sehen uns in der Hölle, du Bastard.“
Mit diesen Worte bohrte sich die Klinge in das Herz von Eric Hunter und besiegelte sein Schicksal endgültig.

Ruby wusste nicht, ob sie schreien oder auf der Stelle das Weite suchen sollte. Niemals zuvor in ihrem noch so jungen Leben, hatte sie jemanden sterben gesehen und nun würde sie diese grausamen Bilder nie wieder vergessen können.
Der Junge kam an ihre Seite, streckte ihr eine Hand entgegen und zog sie überraschend sanft auf die Beine. „Ich denke, die haben ihre Lektion gelernt und diese Welt ist ein weitaus besserer Ort ohne sie. Mein Name ist Peter. Du musst Ruby sein, richtig?“
Das Mädchen nickte schwach und noch bevor sie auch nur irgendetwas erwidern konnte, brach sie in Peters Armen zusammen. Ruby weinte und weinte, bis sie das Gefühl beschlich, dass nicht eine einzige Träne mehr übrig war, die sie hätte vergießen können.
Es kam ihr wie eine halbe Ewigkeit vor, wie sie dort stand und ihr Gesicht in Peters Brust vergrub, während kein Wort des Trostes oder der Reue seine Lippen verließ.

Schluchzend brach sie das Schweigen und ließ ihre geröteten Augen über die leblosen Körper zu ihren Füßen schweifen. „Warum hast du das getan, Peter?“
Ruby meinte für den Bruchteil einer Sekunde einen dunklen Schatten über sein Gesicht huschen zu sehen, bevor er mit den Schultern zuckte. „Sie haben es verdient. Wenn ich sie heute nicht aufgehalten hätte, dann hätten sie ewig so weitergemacht. Du wärst nur der Anfang gewesen, Ruby. Wir sollten jetzt besser von hier verschwinden.“

Peter zog sie mit sich, blieb nach wenigen Metern unter den ausladenden Ästen einer Eiche stehen und drehte sich zu ihr um. Ein Grinsen erhellte seine Züge und brachte seine goldenen Augen zum Glänzen. „Heute ist dein Geburtstag, nicht wahr?“
„Der war gestern“, widersprach die Rothaarige und fing erneut an, zu schluchzen.
„Es ist doch bestimmt noch ein Stück von der Torte für mich übrig?“ Sein Grinsen wurde eine Spur breiter. „Ich liebe Süßigkeiten!“
Und Ruby erwiderte sein Grinsen, weil es einfach wahnsinnig ansteckend war. „Mit Sicherheit.“

Zusammen schlenderten die beiden durch den tiefen Wald und Peter erzählte ihr von einer wundersamen Insel namens Avalon, wo man niemals erwachsen werden musste und Fabelwesen ihr Unwesen trieben.













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Huhu Dolly,

erinnerst du dich noch an die Idee zu deiner Story "Badlands"?
Leider bin ich nie dazu gekommen, den Steckbrief zu beenden und deshalb möchte ich dir diesen kleinen Oneshot widmen.
Ohne dich wäre ich niemals auf dieser Seite gelandet und deshalb danke ich dir.
Du bist eine begnadete Autorin und einfach nur wunderbar.
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