Your Delicious Blood

von Mokuna
GeschichteRomanze, Fantasy / P18
25.01.2016
23.02.2020
12
19051
12
Alle Kapitel
13 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
„Es hat so viele Jahre gedauert, doch endlich habe ich dich gefunden, meine geliebte Schwester”, hörte ich Logan sagen und war verblüfft. Schwester? Er hat eine Schwester? Aber wie kommt sie hierher? Ich dachte eigentlich, dass ich nur ihn gesehen hatte. Aber vielleicht hatte sie sich hinter dem Baum versteckt. Ich blickte ein wenig um die Ecke der Mauer, jedoch war dort nur Logan, der seine Hand auf den Baum legte. Mit wem redete er dann? Außer mir und Logan war kein Mensch da und ich sah auch keine weitere Person. Ich wollte gerade aus meinem Versteck kommen und Logan zur Rede stellen, doch ich konnte nicht glauben was ich dann sah. Das konnte nur eine Einbildung sein.
„Logan, mein Bruder. Ich habe so lange auf dich gewartet“, sprach ein Mädchen, das plötzlich vor dem Baum erschien. War seine Schwester ein Geist? So etwas gab es doch nicht. Aber was sollte sie sonst sein? Schließlich konnte ich durch sie hindurchsehen. Ich versteckte mich erstmal wieder hinter der Mauer und lauschte den beiden. Das einzige, was ich erkennen konnte, war, dass sie die gleichen nachtschwarzen Haare wie Logan besaß.
„Ich habe dich gesucht und gefunden, Scarlett. Du glaubst gar nicht, wie froh ich bin, dich endlich gefunden zu haben“, sagte Logan ruhig und wollte sie berühren, jedoch griff er ins Nichts.
„Befreie mich Bruder. Dann können wir wieder zusammen sein“, sprach das Mädchen, Scarlett, leise und verschwand dann wieder.
„Das werde ich Scarlett...“, flüsterte er und blickte noch lange auf die Stelle, an der sie verschwunden war. Scarlett. Der Name hallte immer noch in meinem Inneren nach. Aber was sollte das mit dem Befreien bedeuten? War sie gar nicht tot, wie ich zuerst dachte? War sie in diesem Baum gefangen?
Ich habe jedenfalls genug gehört. Es war bestimmt kein Zufall, dass Logan auf diese Schule kam. Er hatte ein Ziel und er hatte es noch nicht erreicht. Ich schnaubte leise, aber dann wurden meine Gesichtszüge wieder weicher. Vielleicht will er ja gar keine Menschen töten oder deren Blut trinken, sondern nur seine Schwester befreien. Ich entschloss mich, zu gehen. Aber als ich mich bewegen wollte, konnte ich es nicht. Es fühlte sich so an als, ob ich festgebunden war. Wie konnte das sein?
„Wer ist da?“, fragte Logan lauter und bedrohlicher. Er drehte sich zur Mauer und lief in meine Richtung. Ich wollte gehen - am liebsten wegrennen! -, aber ich konnte mich einfach nicht bewegen. Lag es an ihm? Er kam um die Ecke und stellte sich vor mich. Seine strahlend blauen Augen kollidierten mit meinen sturmgrauen, blauen Augen.
“Was willst du hier?”, fragte er kalt und wartete auf eine Antwort.
“I-ich...”, fing ich stotternd an und versuchte meinen Blick abzuwenden. Er legte seine Hand an meine Wange und drehte mein Gesicht so, dass ich ihn ansehen musste.
“Du?” Er sah mich mit aufgerissenen Augen an, als er erkannte wer ich war.  “Warum hast du mir nachspioniert, kleine Jägerin?” Ich bekam Gänsehaut und blickte direkt in seine Augen. Sofort zogen sie mich in ihren Bann. Ich konnte, auch wenn ich es wollte, den Blick nicht abwenden. Ich öffnete meinen Mund, um etwas zu sagen, aber kein Ton verließ meine Kehle. Bis ich mich wieder konzentrieren konnte, brauchte ich ein paar Sekunden. Ich atmete tief ein und schloss kurz meine Augen. Als ich meine Augen wieder öffnete, blickte ich ihn ernst an.
„Ich weiß, dass du deine Vampirpheromone einsetzt!“, warf ich ihm vor. Als Antwort erhielt ich nur ein tiefes Lachen. Machte er sich über mich lustig?
„Das macht doch jeder Vampir. Bist du ein Anfänger, oder was?” Er lachte weiter und kam meinem Gesicht näher.
“Nein, bin ich nicht!”, entgegnete ich schnell und blickte ihm stur in die Augen.
“Du kannst nicht ewig so ernst bleiben. Du spürst doch auch, wie die Vampirpheromone auf dich wirken,” flüsterte Logan grinsend.
„Ich bitte dich, das zu unterlassen. Es sollen keine Schüler von euch Vampiren angefallen werden“, sprach ich ernst weiter. Er blickte mich erst verwundert an und fing dann wieder an zu grinsen. Er beugte sich zu meinem Ohr und sein Atem streifte meine Haut.
„Ich könnte dich einfach töten, ohne, dass es einer merken würde.” Für einen Moment herrschte Stille zwischen uns. “Wir Vampire wollen doch auch nur unseren Spaß haben und wer mag es schon, wenn andere hinter einem her sind? Außerdem weißt du doch, dass wir nur durch Blut überleben können, Ashley.“ Sein Atem hinterließ eine kalte Spur auf meiner Haut. Er richtete sich wieder ein wenig auf. Mit seinen Fingern fuhr er durch mein blondes Haar und ließ dabei eine goldene Strähne durch seine Finger gleiten. Ich blickte in seine himmelblauen Augen. Sie funkelten und ich konnte erkennen, dass ich gerade mit dem Feuer spielte. Er hatte mich komplett in seiner Gewalt.  Zum ersten Mal hatte ich das Gefühl, komplett hilflos zu sein. Ich konnte gegen ihn nichts unternehmen. Ich hätte ihm drohen können, aber er wusste genau, dass er die Oberhand hatte.
„Was hältst du von einem Deal, kleine Jägerin?“ Ich wusste, dass man nie einen Deal mit einem Vampir machen sollte. Das war die erste Lektion, die man als Jägerin lernte. Aber was sollte ich machen? Das war wohl wirklich meine einzige Möglichkeit.
„Und der wäre?“, fragte ich und versuchte dabei so gleichgültig wie möglich zu klingen. Logan sollte mich nicht für noch schwächer halten. Der Schwarzhaarige erwiderte grinsend meinen Blick
„Ich werde keinen Tropfen Blut von den Schülern trinken. Ich werde ihnen kein Haar krümmen. Jedoch bist dafür du, Ashley...“, flüsterte er und beugte sich zu meinen Hals. Mit seiner Zunge fuhr an ihm entlang und biss spielerisch hinein. Ich unterdrückte jede Regung. “Meine persönliche Blutbar.“

Ich wusste nicht, wie lange ich noch alleine vor diesem Baum stand, aber es waren sicherlich schon einige Minuten vergangen, nachdem Logan gegangen war. Ich bin tatsächlich mit einem Vampir einen Deal eingegangen. Ich konnte es immer noch nicht wirklich glauben. Allerdings war es für mich im Moment die einzige Möglichkeit. Eine Weile starrte ich den Baum an, bis ich mich endlich von ihm abwendete und mich von ihm entferne. Ich musste herausfinden, was es mit seiner Schwester auf sich hatte und ich musste einen Weg finden, um ihn in seine Schranken zu weisen.
Ich machte mich auf den Weg zu meinem Zimmer. Das alles musste ich erstmal sacken lassen. Besonders den Teil mit der persönlichen Blutbar. Es schauderte mich. Nach ein paar Minuten kam ich in meinem Zimmer an und stellte meine Tasche ab. Ich ließ mich auf mein Bett niederfallen und starrte den Spiegel an, der gegenüber vom Bett stand. Eine ganze Weile starrte ich mich an. Wieso hatte er überhaupt diesen Deal vorgeschlagen? Damit er mich in der Hand hat? Ja, bestimmt. Ich drehte mich auf den Rücken und starrte die Decke an.
“Er nannte sie Schwester”, sagte ich leise zu mir selbst. Vielleicht könnte ich ihn selber fragen, was es damit auf sich hat. Ich schnaubte. Er würde es mir bestimmt nicht erzählen. Wie war sein Familienname noch gleich? Millington. Den Namen habe ich noch nie gehört. Vor allem, weil ich dachte, dass ich alle wohlhabenden Vampir-Familien kannte. Die Gedanken aus meinem Kopf verbannend ging ich zu meinem Kleiderschrank. Ich suchte mir eine kurze Hose raus. Es war schönes Wetter draußen und auch nicht kalt, also konnte ich ruhig eine kurze Hose anziehen und das Wetter draußen genießen. Ich zog mir die kurze Hose an, packte noch etwas Geld aus meinem Geldbeutel in meine Hosentasche und ging nach draußen. Nichts spricht gegen einen Spaziergang und dagegen, sich etwas zu essen zu holen. Außerdem bekomme ich so vielleicht meinen Kopf frei. Es bringt nichts die ganze Zeit drüber nachzudenken.
Review schreiben