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Different Exorcists (half Demon)

von -Mizuki
GeschichteAllgemein / P18 / Gen
24.01.2016
01.10.2019
64
79.074
6
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12.03.2016 1.315
 
Diclonius

Perplex lief ein rosahaariges Mädchen durch den Wald. Kopfschmerzen quälten sie, als hätte sie sich den Kopf ziemlich gestoßen. Sie wusste nicht, wie sie hierherkam und was sie überhaupt hier tat. Sie konnte sich nur noch daran erinnern, wie sie von einer Anstalt floh, in der sie gefangen war. Endlich konnte sie nun wieder die Freiheit in vollen Zügen genießen. Wobei sie wohl nie ein genussvolles Leben haben wird. Niemals. Die Menschheit verabscheute sie. Warum? Ganz einfach. Wegen ihrer Hörner, die sie am Kopf trug. So wurde sie auch schon seit ihrer Kindheit als Monster bezeichnet. Irgendwann entwickelte sie Hass gegen die menschlichen Wesen. Als sie gefangen genommen wurde, war sie nur noch für Experimente nützlich. Für mehr war sie dort nicht nützlich. Ob es jemanden gab, der eine noch viel grausamere Vergangenheit hatte? Und es auf ewig schwer haben wird, mit den anderen klar zu kommen? Sicher nicht. Die einzigen, von denen sie akzeptiert wurde, waren Tiere. Deshalb mochte sie diese Wesen. Sogar sehr gern. Man könnte sogar sagen, dass sie noch der einzige Grund waren, die sie hier in dieser Welt hielten.
Vielleicht sollte sie einfach die Menschheit auslöschen, wie der Instinkt ihr das befahl. Immerhin hatte sie schon etliche Morde hinter sich. Jedoch gab es einen, den sie von ihrer Kindheit kannte. Er war etwas ganz besonderes und hatte ihn nie vergessen und das wollte sie auch nicht. Ob er noch lebte? Sie hoffte es. Wobei er auch ein Verräter war. Als er sich in ihrer Kindheit mit ihm verabreden wollte, lehnte er ab. Wieso? Nur für ein anderes Mädchen. Was sie jedoch bis heute noch nie wusste: Es war seine kleinere Schwester.
Einmal fing man erneut an, Freundschaft zu schließen und schon fiel man ihr wieder in den Rücken. Immer und immer wieder musste sie das durchmachen. Ihre Mitschüler hatten damals ihren kleinen Hundefreund vor ihren eigenen Augen totgeschlagen. Das war der grausamste Anblick, den sie jemals ertragen musste. Und immer wieder wurde auf ihren Gefühlen herum getrampelt. Sie war damals ein Mobbingopfer, was sie sicher heute noch werden wird, immerhin hatte sie diese Hörner noch immer. Sie fühlte sich einfach fehl am Platz und genau deshalb musste sie sich den Platz schaffen. Deshalb musste sie die Menschen töten.
Sie war so sehr in Gedanken versunken, dass sie ungewollt gegen ein anderes Mädchen lief. Pechschwarzes, langes Haar. Jedoch waren ihre Haare nicht so lang wie ihres.

Mit einem kühlen Blick sah sie das Menschenmädchen an. Sie wollte dieses bescheuerte Menschenwesen töten. Dann wäre es wieder einer weniger. Oder wäre es sogar praktischer, sie zu infizieren? Dann würde sie ein Dicloniuskind auf die Welt bringen, dass sowieso ab einem bestimmten Alter ihre eigene Mutter umbringen wollte. Jedoch verzichtete sie darauf und packte dieses Menschenmädchen mit ihren zusätzlichen, unsichtbaren Händen – auch genannt Vektoren – am Hals und hob sie so in die Luft. Das schwarzhaarige Mädchen rang nach Luft, jedoch brachte ihr das rein gar nichts.
Auf einmal ließ die Rosahaarige das Mädchen los, sodass dieses mit ihrem Hintern auf den Boden landete.
„Wieso hast du nichts an?“, wollte die Schwarzhaarige wissen.
Weiterhin blieb der Blick des Diclonius kühl.
Als die Rosahaarige Männerstimmen hörte, rannte sie davon. Sie verdrehte die Augen, als sie bemerkte, dass dieses verdammte Mädchen ihr folgte.
„Warum folgst du mir?“, fragte sie im kühlen Ton.
„Ich bin auf der Flucht.“, erklärte sie kurzerhand.
Gerade als die Rosahaarige darauf antworten wollte, rannte einer der bewaffneten Männer in sie hinein. Zögernd tauschten die beiden ihre Blicke aus, doch es dauerte nicht lang, bis der Kopf des Mannes zu Boden kullerte. Daraufhin rannte das Mädchen mit den Hörnern weiter, noch immer verfolgt von diesem nervigen Anhängsel. Eigentlich wollte sie diese Nervensäge umbringen, jedoch hinderte sie etwas daran. Nicht, weil sie das Mädchen verschonen wollte, sondern weil anscheinend dieses Mädchen irgendwas tat, wobei sie gezwungen war, sie loszulassen.

Nach einer Weile blieben die beiden stehen, als sie die bewaffneten Typen abgehängt hatten.
Die Schwarzhaarige hatte selbst kaum Kleidung, aber immerhin trug sie eine Jacke bei sich, die sie der Rosahaarigen umzog, damit sie wenigstens etwas anhatte.
Mit einem verwirrenden Blick sah die Gehörnte dieses menschliche Wesen an.
„Wieso zur Hölle bist du auf der Flucht?“, wollte die Rosahaarige von der Unbekannten wissen.
„Naja ich bin eben in Gefangenschaft aufgewachsen, als Experiment missbraucht und auch als Spielzeug für die Männer. Und warum bist du abgehauen?“, hakte die Unbekannte nach.
„Hm, irgendwie aus demselben Grund wie du, nur bin ich dort nicht aufgewachsen, dafür hatte ich davor eine scheiß Kindheit. Aber jetzt geh einfach und bleib mir vom Leib.“
„Wir könnten uns doch zusammentun, so sind wir viel stärker.“, schlug die Schwarzhaarige vor.
„Kein Interesse. Früher oder später fällst du mir auch in den Rücken, wie jedes erbärmliche Menschenwesen. Auch wenn du wohl eine ähnliche Vergangenheit wie ich hast, erklärt es nicht, dass du anders bist, als die Menschen.“, brummte die Rosahaarige kühn und wollte weiterlaufen, jedoch hielt dieses dumme Gör ihr Handgelenk fest, „Hörst du nicht?“
„Wie ist dein Name?“, blieb diese Unbekannte stur.
Seufzend fasste sich das rosahaarige Mädchen an die Stirn. „Lucy. Kann ich jetzt gehen?“
„Meiner ist Melina. Lasst uns doch Freunde sein.“, schlug sie vor.
„Was sind schon Freunde? Ich hatte zwei, wo ich dachte, ich könnte ihnen endlich vertrauen und dann wurde ich von beiden enttäuscht. Bei dir wird es dasselbe sein.“, antwortete Lucy taff.
„Welchen Grund soll ich haben, dich zu enttäuschen oder verraten?“, hakte Melina nach.
„Du könntest zum Beispiel meine Fähigkeiten dazu ausnutzen, die Menschen von deinem Leibe fernzuhalten, die nach dir suchen.“, konterte die Diclonius.
Melina musste feststellen, dass sie echt stur war. Zudem ließ sie an sich nicht einfach so ran. Offensichtlich war sie wirklich sehr traumatisiert durch die Menschheit. Klar hatte Melina auch ihr Vertrauen besonders in Männern verloren, doch sie musste wohl nicht nur ihre Gefangenschaft erleiden, sondern wohl auch vieles mehr als das. Melina wusste zwar, dass sie vor der Gefangenschaft in Freiheit lebte, aber auch in Freiheit fühlte sie sich noch nie wohl. Aber sie wollte nicht, dass Lucy einsam blieb und wollte einfach für sie da sein. Immerhin kannten sie sich nicht einmal eine halbe Stunde und schon hatten sie so viele Gemeinsamkeiten von sich feststellen können.
„Wie kann ich das Vertrauen zu dir aufbauen?“, fragte Melina einfach mal ohne Hemmungen.
„Gar nicht. Ich bin viel besser dran, wenn ich allein bin, so werde ich niemals von anderen enttäuscht.“, antwortete Lucy und wollte einfach nicht auf ihr Freundschaftsangebot eingehen.
Sie sah darin einfach keinen Sinn mehr, Freundschaften zu schließen.
„Aber du bist auch ziemlich menschlich.“
„Bin ich nicht! Du kannst ja deine Augen auch nicht von meinen Hörnern lassen, oder? Außerdem kann ich nicht glauben, wie dumm du bist und versuchst mit mir Freundschaft zu schließen und das obwohl ich dich vorhin umbringen wollte!“, fuhr Lucy das Mädchen an.
Lucy griff in die Jacke, die Melina ihr gegeben hatte und wollte diese zurückgeben, jedoch hielt Melina ihre Hände fest.
„Behalt sie.“
„Geschenke werden auch kein Vertrauen aufbauen. Die sind nur nützlich dafür, um einen besser zu täuschen!“, knurrte sie.
Passend zu Lucys Stimmung, fing es an zu regnen. Die Rosahaarige sah in den Himmel und seufzte leise. Mit ihrer Hand rieb sie über ihr Gesicht und dachte nach.
„Suchen wir uns vorerst einen Unterschlupf, bevor du mich weiter nervst.“, schlug Lucy vor, in der Hoffnung, dass sie aufhörte, sie anzubetteln, ihre Freundin zu werden.
Zugeben musste sie ja, dass sie gern eine Freundin oder einen Freund hätte, da sie Einsamkeit einfach satt hatte. Jedoch war die Angst viel zu groß, erneut enttäuscht zu werden.
Lächelnd stimmte Melina zu und ging mit Lucy in die nächstgelegene Höhle, die auch gut versteckt war, sodass man die beiden nicht so schnell finden würde.
Lucy ließ sich auf den harten Boden nieder, was Melina ihr gleichtat. Sie sahen beide zum Ausgang hinaus und beobachteten, wie der Regen auf den Boden prasselte.
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