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Different Exorcists (half Demon)

von -Mizuki
GeschichteAllgemein / P18 / Gen
24.01.2016
01.10.2019
64
79.074
6
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21.02.2016 1.470
 
Multiple Sklerose

Nach der Erklärung des Narbenjungen was Akumas überhaupt waren, wurde mir erst bewusst, dass sie keineswegs Dämonen nur ansatzweise ähnelten. Ich hätte nur nicht gedacht, dass sie sich durch das sogenannte ‚Innocence‘ besiegen lassen würden. Also das, was der Weißhaarige in seinem roten Arm trug. Er war ein Parasitentyp, da sich das Innocence in seinem Körper befand. Meistens wurden jedoch Waffen benutzt, worin das Innocence eingepflanzt wurde.
Akumas hatten die verschiedensten Level. Auch das war mir völlig unbekannt. Gegen das, was ich eben kämpfen wollte, war offensichtlich über das erste Level, das stellte ich daraus fest, da mir der Weißhaarige erklärte, dass Akumas im ersten Level nicht sprechen konnten. Das Witzige war, dass Akumas verstorbene Menschenseelen waren. Ein trauernder Mensch, der sich wünscht, dass der Tode zurückkehrt. So bot sich meist der Milleniumgraf an. Ich hatte keine Ahnung, wer dieser Typ sein sollte, da ich ihn bisher noch nie begegnete.
Er war sozusagen der Schöpfer der Akumas. Er erfüllte eher nur indirekt die Wünsche, dass verstorbene zum Leben erweckt wurden. Die Seelen litten sehr, wenn sie zu Akumas wurden und konnten sich die Befehle des Grafen nicht widersetzen. Die Akumas töteten zwingend jenen, der sich wünschte, dass der Verstorbene zurückkam und benutzten den Menschenkörper des Trauernden. So war es auch bei dem Weißhaarigen. Er erzählte mir, dass er sich wünschte, dass sein Adoptivvater zurückkam. Jedoch starb der Junge nicht, aufgrund seines Fluchs, der ihn damals rettete und auch seinen Adoptivvater erlöste.

Obwohl der Weißhaarige nur alles grob zusammenfasste, redete er ziemlich viel. Ich strich mir seufzend durch mein Haar.
„So ganz gecheckt hab ich es glaub immer noch nicht.“, gab ich kleinlaut zu.
„Das wirst du schon noch.“, erwiderte er lächelnd.
„Werden wir ja sehen.“ Ich blieb stehen und lehnte mich an einen Baum.
Schwindel und Taubheit ergriff mein Körper. Ich atmete tief durch und hoffte, dass mein Körper noch etwas durchhielt, da ich meine Tabletten nicht mitgenommen hatte. Immerhin hätte ich nicht gedacht, dass ich so lange unterwegs sein würde.
„Alles okay?“, fragte der Weißhaarige besorgt.
„Ja, geht schon.“, antworte ich.
Der Weißhaarige sah mich eine Weile lang an. Doch dann ging ich auf einmal zu Boden. Mir wurde schwarz vor Augen und der Weißschopf stützte mich. Von alldem bekam ich kaum noch etwas mit, bis ich letztendlich auch noch das Bewusstsein verlor.
Allen, so war der Name des Narbenjungen, handelte sofort und brachte mich in das nächstgelegene Krankenhaus. Er rief bei sich im Schwarzen Orden an, um mitzuteilen, dass ihm etwas dazwischenkam, weshalb er seine Mission nicht erfüllen konnte. Darum kümmerte sich der Orden sofort und schickte stattdessen Ersatz raus.

Einige Stunden verstrichen. Als ich endlich wieder aufwachte, sah ich mich um und merkte sofort, wo ich mich befand. Ich bemerkte den Tölpel, der sich auf einen Stuhl neben dem Krankenbett niederließ. Ich starrte ihn eine Weile lang an und merkte, dass ich ihn nur sehr verschwommen erblickte. Der Jugendliche reichte mir die Brille. Diese nahm ich wortkarg an und setzte sie mir anschließend auf.
Endlich konnte ich alles wieder klar sehen. Ich merkte nur, dass mein rechter Arm noch komplett taub war und diesen dementsprechend noch nicht bewegen konnte.
„Wieso sagst du es sei alles okay, wenn dem nicht mal so ist?“, hakte Allen nach.
Ich antwortete darauf nichts. Eher fragte ich mich wieso er mir half, da ich echt ziemlich unhöflich zu ihm war.
„Willst du nicht darüber reden? Ich weiß nicht mal warum das passiert ist und die Ärzte durften mir das auch nicht sagen.“ Er war ziemlich neugierig. Vielleicht auch mehr besorgt, als das.
Ich starrte auf die Infusion, die durch den Schlauch ging, an. Die Nadel dazu steckte unter meiner Haut des rechten Armes.
„Das ist nichts, worüber du dir Sorgen machen musst.“, erwiderte ich bloß.
Der Weißhaarige schwieg eine Weile und wollte mich auch nicht weiter ausfragen, wenn ich dies nicht mochte.
„Müsstest du nicht auf deiner Mission sein?“, wollte ich von ihm wissen.
„Das erledigt ein Kollege von mir.“, antwortete er.
„Wieso…? Ich meine du hättest nicht hier bleiben müssen und hättest doch weitergehen können.“ Es überraschte mich nur, dass er bei mir blieb.
Allen zuckte darauf nur mit den Schultern und lächelte mich freundlich an. Ich stattdessen sah ihn nur perplex an.
Ich atmete tief durch. Eigentlich konnte ich schließlich doch mal nach seinem Namen fragen, da es mich ja irgendwo doch interessierte. „Wie heißt du überhaupt?“
Der Weißhaarige grinste beinahe schon, da er nicht glauben konnte, dass ich tatsächlich nach seinem Namen fragte.
„Allen Walker.“, stellte er sich vor, „Darf ich auch fragen, wie dein Name ist?“
Ich hätte schwören können, dass ich den Nachnamen irgendwo schon einmal hörte. Aber es wollte mir spontan nicht einfallen, was mir aber auch gerade egal war.
„Das weißt du sicher schon, dank der Ärzte, oder nicht?“, gab ich ihm als Antwort.
Er musste zugeben, dass ich recht hatte, weshalb er mit einem Nicken bejahte.
„Aber es ist halt schöner, wenn man sich persönlich vorstellt.“
„Akira Niwa.“, gab ich seufzend von mir.
Natürlich hatte Allen gesehen, dass ich die Augen verdrehte.
„Stör ich dich?“, wollte er eine ehrliche Meinung von mir hören.
Ich schüttelte den Kopf. „Nein. Aber ich bin dir echt dankbar für deine Hilfe.“
„Nichts zu danken. Ich helfe gerne.“ Allen sah mich lächelnd an.
Unglaublich faszinierend, dass er so nett bleiben konnte, trotz meiner Unhöflichkeit.
„Haben sie dir eigentlich gesagt, wie lange ich hier bleiben muss?“
„Zwei bis drei Tage.“, antwortete der Weißhaarige.
„Als Dank für deine Hilfe und dass du deine Mission sogar deshalb sausen lassen hast, würde ich dich gerne zum Essen einladen. Aber nur, wenn du es nochmal mit mir aushältst.“, meinte ich entgegenkommend.

„Bist du sicher, dass du mich ausgerechnet zum Essen einladen möchtest?“, fragte er sichcherheitshalber nach und strich sich verlegen den Nacken.
„Ja, wieso nicht?“, wunderte ich mich über seine Sicherheit, „Aber wenn du mit mir nichts mehr zu tun haben willst oder die Einladung jetzt zu aufdringlich kam…“
„Nein, nein.“, unterbrach er mich, ehe ich weitersprach, „Ich esse nur unheimlich viel. Wirklich SEHR viel.“
„Das ist für mich überhaupt kein Problem. Im Gegenteil. So weiß ich, wie man dir ‘ne Freude bereiten kann.“ Mir erschlich sich ein sanftes Lächeln auf die Lippen.
„Na gut. Dann nehme ich die Einladung doch sehr gerne an.“, nickte der Weißhaarige.
„Gut. Vielleicht in vier Tagen? Bis dahin bin ich wieder aus dem Krankenhaus entlassen. Melde dich dann einfach.“ Nachdem mein Arm endlich wieder bewegungsfähig war, schrieb ich ihm meine Handynummer auf und gab ihn dann die Notiz, worauf die Nummer stand.

Irgendwie war ich sogar froh darüber, dass dieser Tölpel noch eine Weile bei mir blieb und sich mit mir über dieses und jenes unterhielt.
Sicher machten sich meine Brüder schon Sorgen, wo ich blieb, aber ich hatte beschlossen, ihnen erst Bescheid zu geben, wenn Allen weiter musste.
Ich entschuldigte mich bei Allen dafür, dass er meinetwegen seine Mission nicht selbst ausführen konnte. Jedoch fand er es nicht schlimm und fand es sogar wichtiger, mir zu helfen. Außerdem bereitete ihm das Gespräch ziemlich viel Freude, wie mir auch.
Wir merkten nicht einmal wie schnell die Zeit verging. Denn mittlerweile brach der Abend an und die Ärzte brachten mir das Abendessen und die Medikamente, die ich benötigte.
Danach verließen die beiden Ärzte das Zimmer auch schon wieder. Ich starrte eine Weile auf das Essen. Nach kurzem Überlegen beschloss ich es für später aufzuheben, weshalb ich das Essen vorerst auf dem Tisch ließ.
Ich schenkte mir ein wenig Wasser in das Glas ein, entnahm eines der Tabletten von der Packung und schluckte das Medikament mithilfe des Wassers hinunter.
„MS.“, kam es auf einmal von mir, nachdem ich austrank.
Allen sah mich verwirrt an und wusste nicht, was genau ich damit meinte, zudem er mit der Abkürzung recht wenig anfangen konnte.
„Multiple Sklerose. Das ist die Krankheit, die ich habe. Informiere dich selbst, wenn du genauer darüber Bescheid wissen möchtest, was genau das überhaupt ist. Du kannst da auch die Ärzte von hier fragen, wenn du weiter musst und dann überleg dir bitte, ob du dass dann trotzdem noch mit mir aushältst oder nicht. Aber ich möchte, dass du ehrlich zu mir bist.“, erklärte ich ihm.
„Du kannst mir doch auch erklären, was das ist, oder?“, wurde Allen nun neugierig.
„Mag sein. Aber ich möchte, dass du dich selbst informierst. Bitte versteh das.“
Ich wollte es ihm nicht selbst sagen, da ich etwas Angst davor hatte, er würde aus Schock oder ähnlichem, hier und jetzt wortlos gehen, ohne dass ich wüsste, ob er noch etwas mit mir zu tun haben wollte oder nicht.
„Okay.“, gab er lächelnd von sich, „Ich informiere mich, wie du wünschst, selbst und habe dafür auch Verständnis, dass du es mir nicht persönlich sagen möchtest.“
Mir fiel ein Stein vom Herzen. Ich war wirklich sehr froh darüber, dass er dafür Verständnis zeigte.
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