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Different Exorcists (half Demon)

von -Mizuki
GeschichteAllgemein / P18
24.01.2016
01.10.2019
64
79.074
6
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13.05.2017 2.151
 
Alptraum, der Realität ist

Einige Wochen verstrichen. Nana fühlte sich sehr einsam und verlassen. Sie wusste gar nicht, was sie allein anstellen könne. Als sie durch den Wald lief, hörte sie drei Männer miteinander reden, weshalb sie sich hinter eines der Büschen versteckte. Dem Anschein nach waren es Jäger, aufgrund ihrer Kleidung und die Gewehre. Hatte man sie als ‚Gehörnte‘ entdeckt und wollte man sie deswegen jagen? Eigentlich könnte sie die Männer mit Leichtigkeit umlegen, jedoch wollte sie niemanden töten. Aber sterben wollte sie auch nicht. Oder doch? Immerhin war sie allein und hatte niemanden mehr. Als sie erfuhr, dass ihr Vater ermordet wurde, war dies ein harter Schlag ins Gesicht. Er war der Letzte, der sie akzeptierte, wie sie nun mal war. Und jetzt? War er einfach fort.
Sie hatte wirklich keinen mehr. Sie verstand nicht, wieso sie allein dastehen musste und Lucy nicht. Im Gegensatz zu ihr hatte sie noch keiner Fliege etwas zu Leide getan. Lucy war normalerweise schon seit längerer Zeit eher die Einzelgängerin im Gegensatz zu ihr. Nana fragte sich wirklich, was sie falsch machte.
Sie war so Gedankenversunken, dass sie nicht einmal bemerkte, dass eines der Jäger hinter ihr stand. Zumindest merkte sie es so lange nicht, bis sie vor Schmerz zusammenzuckte, da eine Gewehrkugel ihren linken Arm traf und sich durch die Haut bohrte.
Reflexartig nutzte sie ihre Vektoren, um die Jäger von sich wegzustoßen, was ihr auch gelang. Daraufhin rannte sie schnellstmöglich davon, bis sie in eine fremde Höhle gelang. Sie merkte, wie ihr die warme und rote Flüssigkeit aus der Wunde des Arms floss. Anscheinend hatte man sie sehr mies erwischt, da sie sehr stark blutete. Hoffentlich hatte sie keine Blutspuren hinterlassen, die die Jäger hierherführen konnten.
Um ihr Handgelenk hatte sie ihr Haarband, was ihr erst jetzt auffiel. Das hieß, dass man ihre Hörner sofort erkannte, die ihr beide aus dem Schädel sprießten.
„Mist!“, fluchte die Rosahaarige und nutzte das Haarband schließlich als Verband, womit sie die Blutung vorerst stoppen konnte. Jedoch befand sich die Kugel noch immer in ihrem Arm. Aber zu einem Arzt konnte und wollte sie nicht, da sie sicher keiner behandeln würde, aufgrund der Tatsache, dass sie ein Diclonius war.
Erneut schreckte sie völlig zusammen, als eine fremde Stimme sie fragte, ob alles in Ordnung sei. Als sie die Flucht ergreifen wollte, wurde sie an ihrem unverletzten Arm festgehalten.
„Du bist ja verletzt.“, kam es von dem Fremden.

Zur gleichen Zeit saß ich nachdenklich draußen auf einer Bank. Seltsamerweise hatte ich seit einigen Wochen keine MS-Schübe mehr, was mir aber auch mehr als recht war. Trotzdem war es ungewöhnlich, dass die Schübe schon eine Weile lang aussetzten.
„Alles okay?“, kam es von Daike, der vor mir stand und die Hände in die Hosentasche vergrub.
„Ja, keine Sorge.“, versicherte ich ihm und erhob mich vom Sitzplatz. „Hast du Lust, mit mir einen Auftrag zu erledigen?“
„Ähm… du weißt doch, dass ich das Kämpfen nicht so gut kann, dann lieber die Theorie.“, gab der Rotschopf kleinlaut und noch immer sehr betrübt zu.
„Da bist du von mir und Akio echt das Gegenteil, aber du brauchst echt ein bisschen Ablenkung.“, versuchte ich ihn zu bearbeiten. „Wir machen auch was Einfaches.“
„Trotzdem.“, wollte er sich rausreden.
Ich verdrehte nur die Augen und packte ihn am Handgelenk. Schließlich zerrte ich ihn einfach mit mir mit.
„Hey, lass mich los…“, bat Daike.
Ich ignorierte sein Gejammer, das mir langsam wirklich auf die Nerven ging. Ich konnte verstehen, dass ihm der Tod seines Sandkastenfreundes noch immer sehr schwerfiel, aber er konnte sich auch nicht ewig zurückziehen.
Der Weg führte vom Orden aus hinunter zu einer Straße, die wir entlangliefen. Nach einer ganzen Weile gelangen wir zu einem See, der etwas weiter entfernt von der Straße war.
Am Seeufer befanden sich drei kleinere Dämonen, die ziemlich geschwächt und verletzt schienen. Diese würden niemanden mehr etwas zuleide tun.
„Wir werden sie nur etwas aufpäppeln, das hat nicht mal was mit einem Kampf zu tun.“, lächelte ich.

Seufzend strich sich der junge Niwa durch sein Haar und ließ sich schließlich in der Wiese nieder.
Diese drei Dämonen hatten eine Gestalt von Füchsen und einem Hund. Die Füchse hatten eine schwarzweiß gefleckte Fellfarbe, während der Hundedämon braunweiße Farbe trug. An seiner Stirn hatte er noch einen schwarzen Fleck. Im Gegensatz zu diesen Füchsen, sah der Hund recht verspielt und unschuldig aus.
„Was machen die drei nur an so einem Ort?“, würde Daike gern wissen.
„Ich suche nur nach meiner Freundin und bin dabei eine Klippe runtergestürzt. Die zwei haben mich unten eingefangen, haben sich dabei aber selbst verletzt.“, antwortete der Dämon in seiner Hundegestalt.
„Du kannst also auch reden.“, lächelte der Rothaarige.
Als ich sein Lächeln bemerkte, war ich sehr froh darüber, denn ein Lächeln hatte er schon lange nicht mehr gezeigt. Ich sah ihm dabei zu, wie er die Wunden der dreien versorgte und er sich auch relativ schnell mit ihnen anfreundete.
Die Füchse fühlten sich schneller wieder fit und verabschiedeten sich auch ehe sie wieder verschwanden. Vorher hatten sie sich natürlich noch bedankt, auch wenn sie sich erst weigerten, sich helfen zu lassen. Im Gegensatz zu den beiden, war der Hundedämon eher kooperativ.
„Wie heißt du eigentlich?“, fragte der Rothaarige neugierig.
„Rio de Janeiro“, antwortete der Dämon.
„Haha, echt witzig, als ob du wie eine Stadt heißt.“, grummelte der Rothaarige.
„Ich meine es ernst.“, entgegnete der Braunweiße.
„Dann tut es mir leid.“, murmelte Daike.
„Nein, muss es nicht. Ich heiße eigentlich nur Rio. Zumindest werde ich immer so von meiner Freundin genannt.“
„Wieso denn das?“, wollte Daike wissen.
„Rio bedeutet Fluss… und ich kann nicht schwimmen. Da ich damals in einen Fluss hineinfiel und fast ertrunken wäre, hat sie mir diesen Namen gegeben. Natürlich hat sie mich vor dem Ertrinken bewahrt.“, erklärte der Dämon.
Ich sah den Dämon an. Als es dann über mich kam, fing ich an zu lachen, nicht weil er damals fast ertrunken wäre, einfach den Grund seines Namens und dass er sich von einem weiblichen Dämon retten ließ.
„Hey! Was ist daran jetzt so lustig?!“, schimpfte er.
„Och nichts, ich finde es nur irgendwie süß.“, grinste ich.
Darauf konnte Rio nur knurren.
„Oh man, musst du denn immer auf allem rumhacken?“, forschte Daike.
„Du kennst mich doch.“, gab ich schulterzuckend zu.
Auf einmal hatte ich so ein komisches Gefühl im Magen. Schließlich eilte ich zum nächstgelegenen Busch und übergab mich dort. In letzter Zeit war mir sehr häufig übel und übergab mich. Aber bisher dachte ich mir nichts dabei.
„Ist ihr jetzt auf einmal schlecht? Geschieht ihr recht.“, murmelte Rio.
„Das habe ich gehört.“, murrte ich und blieb schließlich noch eine Weile mit Daike bei Rio.

„Schwesterherz!“, rief ein schwarzhaariges Mädchen und klammerte sich dabei an den Arm ihrer älteren Schwester.
Sie liebte ihre rosafarbenen Haare. Noch dazu war sie etwas Besonderes: Sie hatte Hörner an ihrem Kopf. Warum das so war, konnte sich die Schwarzhaarige nicht erklären, aber das war ihr egal. Das machte ihre Schwester sehr einzigartig. Aber anscheinend war ihre Schwester nicht die einzige, denen zwei Hörner aus dem Kopf wuchsen. Die Eltern der beiden redeten oft darüber, dass viele Leute diese Hörner nicht akzeptierten und solche Kinder gerade deshalb verabscheuten.
Die Rosahaarige stieß ihre Schwester von sich weg. „Lass mich bloß in Frieden!“
„Aber du doch meine Schwester!“, jammerte die Schwarzhaarige.
„Du gehst jetzt ins Bett.“, kam es nur von der Gehörnten und nahm ihre dreijährige Schwester über die Schulter. Daraufhin ging sie in das Zimmer der Schwarzhaarigen und legte sie dort in ihr Bett ab.
„Hab dich lieb.“, lächelte die Jüngere.
Die Ältere verdrehte nur genervt die Augen und verließ ohne ein Wort das Zimmer. Traurig sah Rin ihrer Schwester Mariko nach, bis diese die Tür hinter sich schloss.
Sie fragte sich, ob Mariko sie nicht leiden konnte, da sie sich ihr gegenüber immer so verhielt.
Nachdenklich starrte die Schwarzhaarige an die Decke. Sie zog ihren Teddybären zu sich, der genauso groß wie sie selbst war und kuschelte sich an diesen fest. Das Mädchen verlor dabei einige Tränen, bis sie durch einen lauten Schrei zusammenfuhr. Sie bekam große Angst und stand von ihrem Bett auf.
Von dort aus lief sie mit ihrem Plüschbären zur Tür und streckte sich, sodass sie an die Türklinke raufkam. Aber diese herunterzudrücken, das traute sie sich vorerst nicht. Was wäre, wenn ein böser Mann ihrer Schwester und ihren Eltern wehtat? Sie wollte nicht, dass ihnen etwas zustieß und trotz dieser Angst und dass sie zu schwach sein würde um etwas ausrichten zu können, öffnete sie die Türe schließlich doch.
„Mama? Papa? Onee-chan?“, fragte sie besorgt und sah sich währenddessen in der Wohnung um.

Als Rin in der Küche ankam, fand sie dort ihre Familie vor. Die Eltern der Schwestern schienen von etwas Unsichtbarem gegen die Wand gedrückt zu werden.
„Onee-chan, was mit Ma und Pa?!“, forschte sie in Panik geraten, doch Mariko gab darauf keinerlei Antwort.
Auch die jungen Eltern sagten nichts, da die beiden nach Luft zu ragen schienen.
„Was los?!“ Rin rannte sofort zu den beiden und wollte ihnen helfen, jedoch wurde sie von einer unsichtbaren Kraft durch die Küche gegen den Kühlschrank geschleudert, der dann auch noch umfiel und Rin schließlich drunter lag. Nur ihr Kopf und Arme waren noch freigelegt, jedoch kam sie nicht weg, da der Kühlschrank zu schwer war, weshalb sie schmerzerfüllt aufschrie.
„Weißt du Rin, du wurdest schon immer insgeheim von unseren ‚Eltern‘ bevorzugt. Als ich in deinem Alter war, haben sie nie so viel mit mir unternommen, wie mit dir. Sie haben mich auch immer seltsam angesehen, weil ich nicht normal bin. Und jetzt werde ich es ihnen heimzahlen.“, fing Mariko auf einmal an zu lachen.
„Onee… chan…“, stöhnte Rin und brachte mehr schon fast nicht mehr heraus, wegen diesen Gewichts auf ihrem Rücken.
Doch die Rosahaarige beachtete ihre kleine Schwester nicht weiter und ließ ihre Eltern in der ‚Luft schweben‘. Eigentlich hob sie die zwei mithilfe ihren unsichtbaren zusätzlichen Armen in die Luft, die sich auch Vektoren nannte. Im Gegensatz zu den anderen ‚Gehörnten‘ hatte sie nicht nur vier dieser Vektoren, sondern gleich sechsundzwanzig. Noch dazu mit einer viel längeren Reichweite von nur elf Metern.
Doch wenn man genauer hinsah, dann konnte man diese Vektoren sogar sehen. Sie waren transparent, aber tatsächlich ein wenig sichtbar. Dies lag daran, dass ihre Vektoren sehr kräftig war.
Während Mariko ihren Vater noch ein wenig in der Luft hängen ließ, fing sie bei ihrer Mutter an, an ihren vier Gliedmaßen zu ziehen und das mit steigender Kraft, was die junge Frau aufschreien ließ.
„Lass sie bitte in Frieden!“, flehte der Vater der Rosahaarigen.
„Warum sollte ich?“, kicherte das junge Mädchen und machte weiter, sodass man sämtliche Knochen knacken hörte – sie tat es solange, bis sie alle vier Gliedmaßen aus ihr rausgerissen hatte.
Mariko genoss die schmerzerfüllten Schreie von ihrer Mutter und zum ersten Mal sah sie ihre Eltern sogar weinen.
„Wieso… tust du das, wir sind deine El-“ Bevor der Vater weiterreden konnte, fiel dessen Kopf zu Boden und kullerte dabei direkt zu Rin.
Eigentlich quälte Mariko gerne ihre Opfer, aber auf das Gelaber ihres Vaters hatte sie keine große Lust, weshalb sie ihm ein schnelles Ende bereitete, während sie ihre Mutter weiter verbluten ließ und diese auch zu Boden fallen ließ, genauso wie den leblosen Körper dessen Mannes.

Wie erstarrt und den Schmerz vergessen, starrte Rin den Kopf ihres Vaters an. Der Schock in ihr saß so tief, dass sie sich nicht mehr weiter rührte. Für sie war alles wie ein Alptraum und sie hoffte, dass sie bald aufwachen würde.
Mariko wandte sich zu ihrer Schwester und kniete sich zu ihr. Daraufhin hob sie den Kühlschrank mit eines ihrer Vektoren an und mit einer weiteren packte sie ihr Geschwisterchen am Hals, sodass sie keine Luft mehr bekam. Aber sie wehrte sich nicht mehr. Sie konnte nichts mehr tun, da sie wie gelähmt war. Ihr Körper wollte einfach nicht mehr funktionieren.
Gerade als Mariko auch ihrer Schwester ein qualvolles Ende setzen wollte, hörte sie, dass jemand gegen die Tür trommelte. Offensichtlich waren dies Polizisten, die von Nachbarn gerufen wurden. Beleidigt warf die Rosahaarige Rin durch das geschlossene Fenster, wo sie erstmal von zwei Meter Höhe hinunterflog. Auch dabei machte sie keinen Mucks mehr.
Schließlich kamen die Polizisten hinein, die sie aber ebenso Garaus machte, da sie die Pistolenkugeln mit Leichtigkeit abwehrte.


„Rin! Beruhige dich!“ Allen drückte das Mädchen vorsichtig an sich, nachdem er sie geweckt hatte, die offensichtlich sehr schlecht geträumt hatte.
Während sie schlief, hatte sie durchs halbe Gebäude geschrien, weshalb der Weißhaarige sofort zu ihr geeilt war.
Weinend drückte sich Rin an den Narbenjungen und klammerte sich fest an ihn. Sie zitterte vor Angst und hatte sich sogar eingenässt. Das, was sie träumte, war exakt das Geschehnis was sie in der Realität auch schon durchmachen musste. Genau wie es in ihrem Traum war, hatte sie auf diese Weise ihre Eltern verloren. Warum musste man sie erneut mit diesen Bildern quälen?
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