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Different Exorcists (half Demon)

von -Mizuki
GeschichteAllgemein / P18
24.01.2016
01.10.2019
64
79.074
6
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03.08.2016 1.202
 
L

Als der Abend anbrach machten wir uns auf den Weg zum schwarzen Orden, auch wenn mir das nicht ganz so passte. Dort wurden wir auch von Allen und Akina empfangen, die uns hineinführten.
„Was ist jetzt überhaupt?“, wollte ich von den beiden wissen.
„Wir wollten euch fragen, ob ihr zu uns ziehen möchtet?“, hakte Akina nach.
„Warum? Hat Akio dich geschwängert oder so und willst deshalb, dass er dauerhaft bei dir ist?“, fragte ich mit fester Stimme.
Akina schluckte schwer, als ich das mit dem Thema Schwangerschaft erwähnte.
„Äh nein, das natürlich nicht, ich hab mir das nur so gedacht, aus eurer Sicherheit.“, erwiderte die Braunhaarige.
„Weil wir deiner Ansicht nach nicht auf uns aufpassen können?“, hackte ich weiter darauf rum.
„Nein! Meine Güte, so meinte ich das doch gar nicht. Außerdem haben wir euch ja auch gern, auch deshalb.“, meinte Akina lächelnd.
„Gern.“, willigte Akio einfach ohne mein Einverständnis ein.
„Och Akio… naja… okay, wir können es ja versuchen.“, seufzte ich und strich mir dabei durch den Pony.
„Wir helfen euch auch beim Umzug.“, lächelte Allen mich freundlich an.

Derzeit befand Melina sich auf Wohnungssuche. Sie musste zugeben, dass sie Lucy vermisste, aber sie wollte einfach, dass Lucy es sich nicht jetzt schon mit einem Baby antun musste. Und dann noch die Prozedur mit der Job- und Wohnungssuche. Wer weiß, wie Lucy da gehandelt hätte. Sicher hätte die Rosahaarige in irgendeiner besetzten Wohnung jemanden niedergemetzelt. Und was einen Job betraf, das hätte der Diclonius sicher nicht einmal gewollt, aufgrund der Menschen. Nachdenklich rieb sich die Schwarzhaarige die Stirn. Sie war so in ihren Gedanken versunken, dass sie ungewollt in jemanden hineinrannte.
„Uff! Tut mir echt leid.“, entschuldigte Melina sich und musterte diesen jungen Mann.
Er hatte ziemlich dichte, zerzauste schwarze Haare. Seine Augenringe unter den Augen traten zum Vorschein, als hätte er eine Zeit lang nicht mehr geschlafen oder er würde viel zu wenig schlafen. Die Hände hatte er in seine Hosentasche der blauen Jeans vergraben. Recht ordentlich gekleidet war er nicht. Sein Oberteil war nur ein einfaches weißes T-Shirt und Schuhe hatte er nicht einmal welche an. Er lief einfach barfuß durch die Gegend. Sogar seine Haltung war sehr eigenartig. Etwas träge, wenn man es so ausdrücken wollte.
Die dunklen Augen bohrten sich in die von Melina, bis er schließlich auch mal zu Wort kam: „Nichts passiert.“
Melina starrte diesen Unbekannten weiterhin an. Irgendwie konnte sie den Blick einfach nicht von ihm abwenden.
„Warum streunst du überhaupt so herum?“ Der Schwarzhaarige kratzte sich mit dem Fuß den anderen.
„Ich suche nur nach einer Wohnung und einer Arbeit.“, erklärte Melina dem Fremden.
„Ach so. Du solltest dich besser in Acht nehmen.“, warnte er.
„Wovor?“, hakte sie nach.
„Dass du nicht stirbst.“, antwortete der Junge mit ruhiger Stimme.
Melina sah den Untergewichtigen wortlos an. „Wie heißt du eigentlich?“
„Hideki Ryuga.“, log der Schwarzhaarige, „Und du?“
„Melina…“, erwiderte die Schwangere.
„Nachname?“ Hideki, auch genannt ‚L‘, wurde etwas misstrauisch.
„Das weiß ich leider selbst nicht.“, antwortete sie.
„Verstehe.“ L schenkte ihr Glauben, „Pass auf dich auf.“
Melina sah wie ‚Hideki‘ fortging. Sie sah ihm solange hinterher, bis er schließlich außer Sichtweite war.

Einige Tage später blieb Melinas Job- und Wohnungssuche weiterhin erfolglos. Zufällig lief sie an einer Universität vorbei. Dort bemerkte sie einen Sportplatz, auf dem sich auch ein Tennisplatz befand. Es spielten zwei der Studenten gegeneinander. Melinas Blick fiel dabei auf den schwarzhaarigen Studenten. Diese nicht sonderbare Kleidung und diese verstrubbelte Frisur kamen ihr doch irgendwoher bekannt vor. Genau. Hideki! Jeder trug seine Sportkleidung, nur er hatte wieder mal seine übliche Kleidung an. Hideki spielte gegen einen braunhaarigen Jungen. Das Mädchen schüttelte den Kopf und wollte weitergehen. Doch ehe sie weiterkam, sprang sie schreckhaft zur Seite, da sie beinahe vom Tennisball getroffen wurde, den L geschlagen hatte und dieser Schlag war nicht ohne. Wenn sie von diesem Ball am Kopf getroffen worden wäre, dann wäre sie wohl ohnmächtig geworden.
L ging auf das Mädchen zu und hob den Ball, der vor ihr lag, auf.
„Verfolgst du mich?“, wollte L wissen, als er sich wieder aufrichtete.
„N-nein.“, stammelte Melina.
L steckte dem Mädchen etwas in ihre Jackentasche und lief wieder zurück zum Tennisplatz.
Melina sah ihm nach und schaute nach, was dieser Hideki ihr in die Tasche steckte. Es war ein einfacher Notizzettel, worauf wohl seine Handynummer draufstand. Noch dazu hatte sie ein Handy dazugelegt bekommen, womit sie ihn wohl anrufen konnte. Mehr stand auf dem Zettel selbst jedoch nicht. Gerade als sie wieder zum Sportplatz aufsah, bemerkte sie, dass er und die anderen mittlerweile gegangen waren. Da L nun weg war, beschloss Melina weiterzugehen.

Es verstrichen einige Stunden. Melina saß auf einer Parkbank. Sie beobachtete die Leute. Einige spielten mit ihren Kindern und ein paar mit ihren Hunden.
„Du bist schwanger, auf der Flucht vor Verbrechern und willst einen Job. Wie stellst du dir das überhaupt vor? Das könnte sehr riskant werden, da sich die Chance erhöht, dass du gefunden wirst, sobald du einen Job gefunden hast.“, ertönte eine männliche Stimme neben der Schwangeren.
Melina fuhr vor Schreck innerlich zusammen und blickte den Typen neben sich an. „Hideki…“
„Hm?“ L saß neben Melina in der Hocke auf der Bank. Seine Hände lagen dabei auf den Knien und den Daumen presste er sich gegen die Oberlippe.
„Woher… weißt du so viel über mich?“, fragte Melina etwas in Panik geraten.
„Das war nicht schwer rauszufinden. Für das, dass du eigentlich auf der Flucht bist, gibst du viel zu viel über dich Preis und du vertraust fremden Leuten etwas zu schnell. Was würdest du nun machen, wenn ich jetzt ein Beauftragter deiner Entführer wäre?“ Ls ernster Blick bohrte sich in ihre Augen.
Diese Aussage ließen Melinas Nackenhaare aufsteigen und sie merkte, wie recht er hatte. Er war sehr viel schlauer, als man es ihm ansah.
„Du bist…, also hoffe ich, nicht so ein Beauftragter…, oder?“, murmelte Melina kleinlaut.
„Bin ich auch überhaupt nicht. Während du mir deinen richtigen Namen preisgegeben hast, habe ich dich damit angelogen.“
„Was…? Wie heißt du dann?“
„Ryuzaki.“
„Stimmt das diesmal auch?“, hakte Melina nach.
„Nö.“, antwortete L ehrlich, „Ich biete dir vorerst einen Job und ein Zuhause an. Bei mir wird dich auch niemand finden.“
„Aber-“
„Komm.“, unterbrach er sie und erhob sich mit gekrümmter Haltung von der Bank.
Ryuzaki vergrub seine Hände in die Hosentasche und lief auch in exakt dieser Haltung voraus. Melina schüttelte irritiert den Kopf. Sie stand auf und folgte diesem eigenartigen Typen.

Nach einer guten halben Stunde Fußweg kamen die Beiden endlich an. Nachdem sie Ls Wohnung betraten, sah sich Melina um. Hier war alles recht düster. Am Boden des Wohnzimmers lagen beim Sofa ein paar Verpackungen von Süßigkeiten herum und noch einiges auf dem Tisch, der vor dem Sofa stand. Er schien viel Süßes zu sich zu nehmen und trotzdem war er viel zu dürr. Ordentlich war er wohl auch nicht wirklich.
„Ich bin Detektiv L, falls dir das etwas sagt.“, kam es von Ryuzaki.
Melina schüttelte den Kopf. „Nein, leider nicht. Verrätst du mir nun deinen richtigen Namen?“
„Nein.“, sagte er mit fester Stimme.
„Wieso denn nicht…? Hier hört uns doch keiner.“
„Hat seine Gründe. Nenn mich einfach Ryuzaki.“
„Na gut.“, gab sie schließlich nach und lächelte ein wenig.
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