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Different Exorcists (half Demon)

von -Mizuki
GeschichteAllgemein / P18 / Gen
24.01.2016
01.10.2019
64
79.074
6
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01.06.2016 1.117
 
Ruhiger Daike

Nachdem Lenalee und Allen Daike nach Hause gebracht hatten, bedankte sich der Rothaarige bei den Exorzisten.
„Alles okay?“, fragte ich, als ich die drei bemerkte.
„Wir haben nur deinen Bruder nach Hause begleitet.“, erwiderte Allen.
„Ist irgendwas vorgefallen?“ Ich fragte mich ob alles in Ordnung war, da Daike so ungewöhnlich still war.
„Naja…“, setzte der Weißhaarige an.
„Daikes Freund hatte sich als Akuma rausgestellt, beziehungsweise seine Mutter, die ihn dann tötete und den Jungen als menschliche Hülle nutzte.“, fuhr Lenalee fort.
„Oh…“ Mehr brachte ich leider nicht heraus und ich sah, wie Daike wortkarg vom Flur aus die Treppe hinauflief.
„Sie kannten sich schon seit dem Kindergarten…“, sagte ich.
„Das dauert auch eine Weile, bis er darüber einigermaßen hinweggekommen ist.“, meinte Allen.
„Ist uns bewusst. Wir hatten leider schon mehr als genug Verluste…“ Nachdenklich biss ich mir auf die Unterlippe, „Ich sollte euch nicht weiter aufhalten.“
„Tust du nicht.“, kam es von Allen und Lenalee wie aus einem Mund.
Ich sah die beiden Exorzisten eine Weile an und nickte.
„Danke, dass ihr meinen Bruder wohlauf zurückgebracht habt. Ich möchte nicht wissen, was passiert wäre, wenn ihr nicht gewesen wärt.“, erwies ich meine Dankbarkeit.
„Dafür musst du dich nicht bedanken.“, lächelte Lenalee.
Ich lächelte. Aber nur ein wenig.
„Wann unternehmen wir wieder zusammen etwas?“, wollte Allen von mir wissen.
„Wie du möchtest. Melde dich einfach, sobald du Zeit hast.“, antwortete ich.
„Na gut, dann machen wir es so. Gute Besserung an deinem Bruder. Ich melde mich, sobald ich kann.“
Ich nickte bestätigend. „Man sieht sich.“
„Jo.“, antworteten Lenalee und Allen zeitgleich, ehe sie gingen.

Einige Tage später war Daike noch immer sehr betrübt. Er sprach nicht einmal mehr mit mir oder unserem Bruder ein Wort. Wir konnten ihn wirklich verstehen, dass er sehr niedergeschlagen war, was sein Kumpel Takeru betraf. Jedoch machten wir uns langsam Sorgen, dass er nicht einmal mehr redete. Noch dazu kam, dass wir uns Vorwürfe machten, dass er nicht einmal mit uns sprach. So hatten wir das Gefühl, dass auch wir etwas falsch machten. Jedoch nahm Daike das nicht einmal wahr, was für welche Gedanken wir uns machten. Sonst war der Rothaarige oft ziemlich gut gelaunt, auch wenn er schon immer eher der ruhigere war, aber gar kein Wort zu wechseln war dann normalerweise auch nicht sein Fall. Wir versuchten immer wieder einmal mit ihm zu sprechen, jedoch sagte er weiterhin nichts. Er ignorierte uns zwar nicht, aber ein Wort rausrücken wollte er nicht.
Als wir mit unseren rothaarigen Bruder etwas aßen und dann auch fertig waren, ging er nach draußen. Er lief die Wiese entlang, bis er den Gehweg erreichte. Dort kickte er einen Stein auf die Straße und seine Hände waren in der Hosentasche vergraben. Gedankenversunken rannte er in ein Mädchen hinein. Er würde sich bei solch einer Situation eigentlich sofort entschuldigen, jedoch blieb er auch da still. Daike starrte das Mädchen nur an, das ihr auch sofort bekannt vorkam. Es war Lenalee, die Exorzistin, die Allen half, Takeru zu erlösen. Das riss seine Wunde im Herzen erneut auf, da dieses Mädchen ihn die Erinnerungen wieder ins Gedächtnis rief.
„Alles in Ordnung?“, wollte die Dunkelgrünhaarige wissen.
Alles was der Rothaarige von sich gab, war ein leichtes Nicken. Reden wollte und konnte er einfach nicht.
„Sicher? Du bist so still.“, stellte Lenalee fest.
Daike zuckte nur die Schultern und wollte weiterlaufen, jedoch hielt das Mädchen ihn am Handgelenk fest und ließ ihn nicht weiter.
„Hast du Lust mit mir etwas trinken zu gehen?“, lud die junge Exorzistin den Jungen ein.
Erneut zuckte er nur mit den Achseln und sprach nichts. Was sollte er auch schon groß sagen?
Nichtsdestotrotz nahm Lenalee Daike mit sich mit und führte ihn in ein nahegelegenes Café aus.

Als sie nach einer Weile ankamen, nahm Lenalee an einem Fensterplatz Platz, nachdem sich Daike ebenfalls niedergelassen hatte.
„Wieso sagst du denn nichts?“, wollte sie unbedingt von ihm wissen, jedoch erhielt sie auch darauf keine Antwort, „Weißt du, als Exorzist muss man immer wieder einmal so etwas erleben, also macht dir nicht solch einen Kopf. Ich verspreche dir, dass du darüber hinweggekommen wirst und eines Tages auch wieder lächelst.“
Daike starrte in die lebensfreudigen Augen des Mädchens. Sie muss sicher auch viel durchgemacht haben, sonst hätte sie diese Worte nun nicht gesagt. Zumindest war er sich darin ziemlich sicher, aber er blieb weiterhin wortkarg.
Nach einer Weile kam auch schon der Kellner, der die Bestellung der beiden aufnahm. Nicht einmal da beantwortete die Frage des Kellners, was er haben wolle, weshalb Lenalee ihm einfach etwas bestellte.
Es dauerte auch nicht lange, bis der Kellner auch die gewünschten Getränke brachte und es den beiden auf den Tisch abstellte.
„Was sollen denn deine Geschwister denken? Oder mal andere Frage: Wie würdest du es finden, wenn sie jetzt so drauf wären, wie du es jetzt bist?“, fragte Lenalee ihren Gegenüber.
„Weiß… nicht…“, murmelte der Rothaarige leise.
„Also denk mal darüber nach. Und siehst du, du kannst ja reden und irgendwie mag ich auch deine Stimme.“, lächelte die Grünhaarige liebevoll.
Der Rothaarige sah das Mädchen perplex an und zog das Glas zu sich. Daraufhin nippte er etwas vom Glas. Ihm fiel es echt schwer zu glauben, dass Takeru tot war. Natürlich war es für ihn auch schon schrecklich seinen Vater verloren zu haben. Aber für ihn war es kaum vorstellbar, dass Takeru schon länger tot war, als man glauben konnte, da der Akuma seinen Körper als Hülle nutzte. Das war einfach ein solch ein unberechenbarer und schockierender Moment, was in Daike noch immer sehr, sehr tief saß.

Nachdem die beiden ausgetrunken hatten, bezahlte Lenalee für sich und auch für Daike. Daraufhin verließen sie gemeinsam das Café.
„Soll ich dich nach Hause begleiten?“, bot sie sich an.
Daike zuckte mit seinen Schultern, da es ihm eigentlich egal war, ob er begleitet wurde oder nicht. Lenalee lächelte und beschloss, ihn zu begleiten. Er ließ sich das durchaus gefallen und irgendwo fand er das Mädchen sehr nett. Und sie hatte wirklich sehr viel Geduld mit ihm.
Als die beiden nach einer guten halben Stunde vor der Haustür von Daikes Zuhause standen und auch reingingen, drückte das Mädchen den Rothaarigen sanft.
Lenalee bemerkte mich und meinen Bruder. „Hey ihr beiden, ihr drei sollt mal bei uns vorbeisehen, man will mal mit euch sprechen.“
„Worüber?“, wollte ich wissen.
„Das seht ihr dann, sobald ihr zu uns kommt. Nützlich wäre es, wenn ihr heute Abend noch könntet?“
„Hm, wenn es sein muss.“, antwortete ich schulterzuckend.
„Gut. Also man sieht sich.“, verabschiedete sich Lenalee und ging.
Ich sah, wie Daike ihr noch nachsah, bis sie die Tür hinter sich schloss. Ich fragte mich, was die beiden wohl getrieben hatten und auch, über was man mit uns sprechen wollte.
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