Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Die Frau in Schwarz

von GH0ST
OneshotMystery, Thriller / P16 / Gen
James Sunderland OC (Own Character) Walter Sullivan
23.01.2016
23.01.2016
1
1.092
7
Alle Kapitel
5 Reviews
Dieses Kapitel
5 Reviews
 
 
 
23.01.2016 1.092
 
A/N: Für gewöhnlich schreibe ich eigentlich überwiegend in der Anime/Manga-Rubrik, doch diese Geschichte hat mich einfach verleitet. Auf die Idee gekommen bin ich, weil meine Freundin gerade dabei ist, Silent Hill 2 durchzuspielen / es neben mir durchspielt und ich es somit noch einmal mitverfolgen konnte, nachdem ich es selbst dutzende Male gespielt habe. Einfluss auf diese Kurzgeschichte hat im übrigen auch Silent Hill: The Room genommen, welches wir zuvor beendeten und wodurch man auch über Walters Hintergrundgeschichte erfährt. In dieser FF spielt zudem eine OC eine große Rolle, aber ein wirkliches Pairing gibt es nicht. Angehaucht wird Walter x OC auf eine makabere Weise, aber von dem Rest solltet ihr euch überraschen lassen!
Zudem bin ich auch noch am überlegen, ob ich hierzu vielleicht noch eine ganze Geschichte auf die Beine stellen sollte, aber das steht noch in den Sternen und nun:
Viel Spaß beim Lesen! :)

Eure Shiv :3

___________________________________________________



Die Frau in Schwarz


Eine junge Frau stand in der beißenden kälte, zitterte, doch nur zum Schein. Sie konnte nichts mehr fühlen, ihre Haut war taub. In ihren Händen umklammerte sie einen verwelkten Blumenstrauß und ein Stück Papier. Lebendige Blumen waren in dieser Stadt nicht mehr zu finden. Seit einigen Jahren hatte sie genug Zeit, um durch die leeren, furchteinflößenden Straßen der Stadt zu streifen und die Häuser zu durchsuchen. Doch die Frau, sie suchte nicht nach den üblichen Dingen, die ein Mensch suchen würde, um zu überleben. Nein, etwas dergleichen brauchte sie nicht mehr.

Die Frau, welche ein langes, schwarzes Kleid trug, war bereits tot. Wie jeder einzelne Mensch in dieser verfluchten Stadt. Gut, vielleicht waren ein paar von ihnen noch am Leben, doch die Dame kümmerte es nicht. Sie war nicht gewillt, irgendeinem Menschen Schaden zuzufügen, doch sie war auch nicht gewillt, jemandem zu helfen. An und für sich war sie eine unparteiische Persönlichkeit, welche einfach nur den Frieden suchte, welchen sie in jener Stadt wohl niemals finden sollte. Auf der einen Seite wollte sie allein sein, doch auf der anderen Seite vermisste sie das rege Treiben um sich herum.

Bücher und Dokumente, welche auch das einzige waren, nach was sie suchte, konnten ihr keine Gesellschaft sein und konnten eben jene auch nicht ersetzen. Dennoch fühlte sie sich hin und wieder nicht so allein, wie eine verlorene Seele es vielleicht sein sollte. Durch einige Notizen und Schriften, welche sie gefunden hatte, erfuhr sie über einen Mann. Eben jener sollte schlimme Dinge getan haben, hatte nachweislich Morde begangen und sollte sich schließlich selbst gerichtet haben.
Warum?
Diese Frage stellte sie sich immer wieder und konnte dennoch keine Antwort darauf finden. Trotz des, suchte sie weiter nach seiner Hintergrundgeschichte, durchsuchte jedes einzelne, ihr offenstehende Haus und fand dennoch kaum etwas heraus. Wie viele Jahre sie bereits an diese Suche verschwendet hatte, konnte sie nicht sagen. An diesem Ort schien die Zeit einfach stillzustehen. Sie wusste nicht einmal mehr, wie lang sie eigentlich bereits tot war, doch in jenem Moment spielte es keine Rolle.

Vor einigen Tagen hatte sie gefunden, nach was sie suchte, einen Ort, der zwar makaber schien, auf der anderen Seite jedoch auch die einzige Möglichkeit aufwies, um die Puzzleteile in ihrem Kopf in die richtige Reihenfolge zu schieben. Sie wusste, dass sie zum Ort des Endes gehen musste, um den Anfang zu finden, wenn der Weg auch nicht einfach wurde.

Trotz, dass sie ihr Leben bereits vor vielen Jahren gelassen hatte, durchfuhr sie dennoch noch immer die Angst, wenn sie allein durch die Straßen streifte, auf der Suche nach einem neuen Ort, der sie in ihren Überlegungen vielleicht ein wenig weiterbringen konnte. Auch trug die in schwarz gekleidete Frau keine Waffe bei sich, dachte, dass sie nichts mehr zu verlieren hatte, da sie bereits tot war, doch mit diesem Gedanken lag sie falsch, sehr falsch. Auch einer Seele konnte noch ein Ende gesetzt werden, selbst wenn sie verloren war. Gleichzeitig jedoch, war sie in jeglicher Hinsicht auch eines der Wesen aus Silent Hill, nur noch nicht so verkommen und aggressiv – noch nicht. In dieser Stadt konnte noch nicht einmal die Frau wissen, was noch geschehen würde.

Ihr langer, beschwerlicher Weg fand schließlich an jenem Ort ein Ende, an welchem selbst das Leben ein Ende zu finden schien – auf einem Friedhof. Dieser war ihr Ziel und die Antwort auf all ihre Fragen, so glaubte sie. Immerhin suchte sie nur ein bestimmtes Grab. Vor eben jenem blieb sie stehen, den Schleier, welchen sie trug, tief in ihr Gesicht gezogen.
Kam Zeit, kam Rat, so vermutete sie.
Ohne weiter zu überlegen, schloss sie die Augen und begann nachzudenken.

*


Ein verhältnismäßig langer Gang, der irgendwo zu enden schien.

Der Friedhof war einsam und leer – so wirkte es, als ein blonder Mann eben jenen betrat. Es war der Friedhof des Gefängnisses, welches er durchschritten hatte, doch kaum kam er auf eben jenem an, sah er eine Frau. Sie schien nichts zu tun, einfach nur zu starren – auf das Grab, welches sich unmittelbar vor ihr befand. James verhielt sich ruhig, um sie nicht auf sich aufmerksam zu machen, denn auf ihn wirkte ihre Präsenz beunruhigend. Die Frau sah merkwürdig aus, trug ein schwarzes Kleid, welches selbst ihre Füße bedeckte und an ihren Armen weit geschnitten war. Auf ihn wirkte sie irreal – wie der Geist, der sie eigentlich auch war. Zudem verwunderten ihn die verdorrten Blumen, die sie in ihren Händen so fest umklammert hielt.

Auf einmal bewegte sie sich, schien mit Kohle etwas auf ein Papier zu schreiben und legte dieses anschließend zusammen mit den Blumen vor dem Grabstein ab. Sunderland beobachtete ihre Erscheinung. Sie richtete sich wieder auf und sah noch einmal auf den Grabstein, bevor sie sich wegdrehte und an dem blonden Mann vorbeilief. Er hatte das Gefühl, als wenn sie ihn direkt ansehen würde, als sie für den Bruchteil weniger Sekunden neben ihm stehen blieb, bevor sie ihren Weg fortsetzte und am Ende des Ganges verschwand. Ihre Blicke konnte er jedoch nur erahnen, da der Schleier keinen Blick auf ihr Gesicht zuließ. Nur die Neugier trieb den Mann schließlich dazu, den Stein zu besuchen, welchen sie angestarrt hatte.

Er selbst kniete nieder, als er vor dem Grab ankam, las die Inschrift. Dort stand nichts außer einem Namen, in deutlichen Lettern geschrieben.
Walter Sullivan.
Vor dem Grab musste die Frau zudem einen Zettel niedergelegt haben, welchen er sich ebenfalls ansah, jedoch ohne ihn dabei zu berühren. Ihre Handschrift war deutlich lesbar. Auf dem Papier stand nur ein einziger Satz geschrieben, welcher langsam zu verblassen begann. Dementsprechend musste er sich mit dem Lesen beeilen.

Ich habe sie endlich verstanden, danke.
Review schreiben
 
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast