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Feenglanzmalerei

GeschichteDrama, Fantasy / P18 / Gen
Blutrippe die Dame die Hexe OC (Own Character) Peter/Peter Pan Sekeu
19.01.2016
25.02.2018
8
11.414
6
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You touched me and suddenly I was a lilac sky
And you decided purple just wasn't for you

Halsey // Colors


„Einen Latte an Tisch zwei und die Zimtschnecke an den sechsten Tisch. Und vergiss nicht den Zucker und die Kekse bei zu legen.“
Das Mädchen mit den fuchsroten Haaren, blickte ihrer Kollegin hinterher. Ihre grünen Augen klebten an dem Tablett vor ihr und ihre leichten Sommersprossen schrien nach Spott. Ein Schmunzeln huschte über ihre Lippen, welchem dem ein oder anderen Mann wohl den Wunsch entlockt hätten, jene zu küssen.
Gwen Evans positionierte besagte Wünsche der Gäste auf dem Tablett und brachte sie an die  Tische. Ihre Haare waren zu einem Dutt zusammengebunden, aus dem ein paar Haarsträhnen fielen. Ihre blasse Haut stand im Kontrast zu ihrem roten Haar.
Die Gäste bedankten sich halbherzig bei ihr, als Gwen die besagten Wünsche brachte.
Danach verschwand sie wieder hinter den Tresen und ließ ihren Blick schweifen.
Das Café Black Fairy war gemütlich. Urig eingerichtet mit Bildern von Märchen an den Wänden, besonders verzierten Stühlen und Tischen und hier und da Decken, die man sich nehmen konnte, um es sich bequem zu machen. Das Geschirr war dem von Alice im Wunderland angeglichen und auch die Speisekarte hatte besondere Gerichte, wie die Schneewittchen Torte oder Elfen-Muffins.
Gwen liebte dieses Café. Seit zwei Wochen arbeitete sie nun hier und konnte sich, trotzt der nicht all zu freundlichen Kollegen, keinen besseren Ort vorstellen.
„Na starrst du schon wieder die Bilder an, die du jeden Tag siehst?“
Eine helle Stimme riss Gwen aus ihren Gedanken und im nächsten Moment blickte sie in das Gesicht ihrer Freundin Bella. Bella hatte erdbeerblondes Haar, volle Lippen, große, grüne Augen und die Figur eines Models. Dagegen wirkte Gwen selbst durchschnittlich, obwohl sie nur ein wenig mehr wie ihre Freundin wog. Bella selbst steckte in einem knallgrünen Sommerkleid ohne Träger, worüber sie eine weiße Strickjacke trug.
„Ist dir nicht kalt?“, war das erste was Gwen grinsend von sich gab.
„Ach du weißt doch, die Kundschaft hier, lässt mich sofort heiß werden.“ Bella zwinkerte und deutete damit einen älteren Herren in einer Ecke an. „Wie geht’s Jack?“
Gwens Grinsen wurde breiter.
Jack, 22 Jahre und Student, war Gwens Freund. Die beiden hatten sich in der Klinik für geisteskranke Menschen kennen gelernt und waren nach nur wenigen Wochen zusammen gekommen. Jack interessierte sich schon seit klein auf für Meereswissenschaften und hatte seitdem den Wunsch vernommen in jenem Bereich zu arbeiten. Mit seinen knapp 180cm war er nicht gerade groß für einen Mann, sah allerdings dennoch gut aus. Schwarze, kurze Haare und eine sportliche Figur. Seine Ohren waren gepierced und er trug gerne Ketten und Armbänder sowie Halstücher auf dem Kopf. Zudem liebte er seine Sammlung Hemden, die nicht mal Gwen anfassen durfte, ohne Erlaubnis.
„Ist viel beschäftigt mit dem Studium. Aber das kennst du ja schon. Oder redet er etwa nicht von dem Studium vor dir?“
Bella und Jack waren beste Freunde, seit ihrer Kindheit.
„Doch schon. Ich dachte nur dir wäre vielleicht irgendwas aufgefallen“
„Aufgefallen?“
„Verhält er sich nicht komisch vor dir?“
„Nein? Er fragt mich eher, was mit mir los ist momentan“
„Ach dann ist es vielleicht das.. was ist denn los mit dir?“
Und kaum hatte Bella es ausgesprochen tat es ihr schon wieder Leid.
„Tut mir-“
„Schon gut. Du musst dich nicht verpflichtet fühlen dran zu denken, wie ich es tue.“
Bella sah ihre Freundin einen Moment betroffen an.
„Wenn du willst kann ich mitkommen zum Grab“
„Musst du nicht. Jack hat bisher auch noch kein Wort darüber verloren.“

Langsam schlenderte der Junge mit den roten Haaren und dem blassen Gesicht durch die Straßen von London. Mittlerweile konnte man ihn nicht mehr als Jungen bezeichnen. Vor einigen Jahren war Peter schon groß gewesen, doch nun ragte er an die 190cm heran. Seine schlaksige Haltung hatte er nach wie vor, doch sie hatte etwas anziehendes. Die Haut blasser denn je und seine Sommersprossen tanzten wild auf seinem Gesicht herum. Sein rotes Haar stand wild ab. Vier Jahre – so viele waren es mittlerweile, seit er in der Welt der Menschen lebte und nach einem Weg suchte seine Heimat – Avalon wieder aufzubauen.
Anfangs hatte er um jeden Preis versucht das Land seiner Träume wieder zu finden. Von irgendwelchen Voodoo-Zaubern, bis hin zu normalen Plänen einfach ein Haus zu bauen und zu hoffen, dass daraus etwas werden würde.
Irgendwann hatte Peter angefangen zu leben, denn mit seinen zahlreichen Versuchen schwand nach und nach die Magie um ihn herum und er wurde mehr und mehr menschlich. Nach wie vor konnte er einige Tricks anwenden, doch jene waren klein und zu unbedeutend. Erst hatten sie ihn einweisen lassen, da man ihn völlig verloren auf einer Straße gefunden hatte. Doch dann begann Peter aus dem ganzen ein Spiel zu machen. Er ließ sich auf die Ärzte ein und kam schneller aus den weißen Wänden heraus, als es er anfangs gedacht hätte.
Zuvor hatte er schon genug gesehen, um zu verstehen, wie die Menschen lebten und durchs Leben kamen. Peter selbst vergriff sich natürlich auch an anderen Mitteln. Klauen war für ihn schon immer ein leichtes gewesen und Leute zu überzeugen ebenso. Eine der wenigen Fähigkeiten, die ihm geblieben war. Überzeugungskraft und die süße Versuchung Sünden zu begehen, wenn die Personen nur lange genug zuhörten.
Dass er New York einmal verlassen würde, hatte er auch nicht gedacht. Doch jener gestrige Abend hatte eine Art Erleuchtung mit sich gebracht. Es war wieder eine der Herbstnächte gewesen, wo Peter einfach auf einer Parkbank geschlafen hatte. Der Himmel war klar gewesen und die Sicht auf die Sterne umso schöner. Anfangs hatte Peter gedacht er würde träumen. Doch jene Sternschnuppe, die er an diesem Abend sah, hatte sich gedreht und gewendet. Sie hatte eine Spur, eine Schrift gezogen. London.
Wie ein verrückter war er aufgesprungen. Die Dame! Sie musste ihm dieses Zeichen gesendet haben. Es musste einfach so sein.
Noch in jener Nacht hatte Peter alles mögliche in Gang gesetzt und dafür gesorgt, dass er nach London kam. So viel hatte er noch nie geklaut, doch seine letzten Fähigkeiten halfen ihm dabei. Und wer hätte es gedacht? Doch das Flirten mit der ein oder anderen Dame hatte ihm geholfen.
Für Avalon, hatte er sich eingeredet.
In London angekommen, viel es ihm überraschend leicht durch die Gegend zu kommen. Die Briten hatten eine freundliche Art, die man leicht ausnutzten konnte und als ein naiver, junger Mann, auf der Suche nach dem Sinn des Lebens, kam man sowieso am besten voran.
Menschen sind so naiv.
Peter hatte es vom Flughafen aus direkt in die Innenstadt verschlagen. Er musste London kennen lernen und erleben, nur so kam man am besten voran. Dass er in jenem Moment bereits beobachtet wurde, hatte der Rotschopf nicht bemerkt.
Er blieb erst stehen, als er einen bekannten Rotschopf in einem Schaufenster sah.  Er blinzelte. Einmal. Zweimal.
Ich fasse es nicht.
Langsam schlich sich etwas auf sein Gesicht, was man schon lange nicht mehr bei Peter gesehen hatte: Sein Grinsen.

„Okay ich schließe dann den Laden ab.“
Gwen sah Bella nach und räumte daraufhin die letzten Sachen weg, schob alle Stühle heran und stand schließlich vor dem Café und verschloss die Tür.
Als sie sich umdrehte, um die Straße zu überqueren, erkannte sie am anderen Ende ein bekanntes Gesicht. Für einen Moment schien die Zeit still zu stehen. Der rote Doppeldeckerbus, die Leute, alles auf und um die Straße herum.
Als der rote Doppeldeckerbus verschwunden war, stand die Person nicht mehr gegenüber.
Gwen drehte sich reflexartig nach links. Und dann sah sie ihm ins Gesicht.
Die Haare rot und wild, das Grinsen breiter denn je und die Sommersprossen immer noch so frech und spottend, wie an dem Tag, als die beiden sich kennen gelernt hatten.

„Hallo Gwen.“
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