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Mummies Alive

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P12 / Gen
18.01.2016
18.01.2016
1
4.404
 
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18.01.2016 4.404
 
Hallöle :)

Hier ist meine erste Übersetzung. Die stammt aus der Serie Mummies alive. Ich weiß nicht ob die viele von euch kennen, aber ich habe sie damals unheimlich gerne geschaut, und finde es schade das es so wenige FF darüber gibt.

Das Original stammt von Ishtara auf Fanfiction.net
Den Originallink findet ihr hier :

https://www.fanfiction.net/s/1853365/1/Of-Vows-and-Promises


So dann fangen wir einfach mal und ich wünsche viel Spaß beim lesen :)


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„Achtung!“

Presley drehte sich in Richtung der Warnung, die er durch die Kampfgeräusche hindurch gehört hatte, aber er wurde zu Boden geworfen, bevor ihn ein heller Lichtstrahl treffen konnte.

Als er aufblickte, sah er den Vollmond, der ihn scheinbar anlachte. Als er sich drehte, sah er Nefertina, die neben ihm lag und ein Arm schützen um ihn gelegt hatte

Er blinzelte überrascht über ihr schnelles Reaktionsvermögen „Danke“

Mit einem schiefen Grinsen, war sie im Begriff in den Kampf zurück zu kehren, als das Licht regelrecht explodierte. Die zwei kämpfenden Fraktionen hielten in ihrem Tun ein, und besahen sich das Licht, welches selbst die Sterne erblassen ließ.

Ganz plötzlich schien sich das Wasser zu öffnen. Weißes Licht blitzte unter den Kriegern auf, und schon waren sie nicht mehr da. Alles was blieb, war das leise plätschern des Wassers.

Ein lautes Lachen zerriss die Luft. Scarab stand am Straßenrand und klammerte sich an Heka, die er sich als Diener hielt. Er wandte sich an den jungen Prinzen, und seinem letzten übrig gebliebenen Wächter.

„Du wirst der nächste sein“, knurrte er. Dann war er verschwunden.

Presley starrte auf das Wasser vor ihm. Vor einem Augenblick waren seine Wächter noch dort gewesen, und kämpften gegen Scarabs Shabtis. Kämpften für ihn.

Er konnte immer noch Armons verwirrten Ausdruck sehen, Rath fast fasziniertes Gesicht, und Ja-Kals überraschende Furcht, als sie alle drei zu ihm schauten, um sich zu vergewissern, das ihr Prinz in Ordnung war. Im nächsten Moment, waren sie fort.

Er schaute zu Nerfertina, die immer noch neben im stand, zu geschockt um sich zu rühren. Als ob sie den Blick des Jungen auf sich spürte, schüttelte sie langsam den Kopf. Ein leises flüstern kam über ihre Lippen.

“Sie können nicht weg sein...das kann nicht sein.“

Presley öffnete den Mund um etwas zu sagen, doch kein Laut kam aus seiner Kehle, also schloss er ihn wieder

Nefertina ging in Richting Wasser. Watete langsam hinein, bis es ihr bis zur Taille reichte.

Sie ging viel weiter als die Stelle, wo ihre Freunde vor einem Moment noch gestanden hatten. Sie schaute sich in alle Richtungen um, suchte ein Zeichen des Lichts oder ihrer Freunde. Ihre Augen suchten die ganze Oberfläche ab.

Eine Bewegung an der Küste fiel ihr ins Auge. Presley saß im Gras nahe des Wassers. Der arme Junge sah aus, als wäre gerade seine komplette Welt um ihn herum zerbrochen.

Die Katzenkriegerin schloss für einen Moment die Augen. Sie waren weg. Wahrscheinlich noch mehr tot, als sie es schon waren.

Alles was sie wollte war weinen. Schreien, bis all ihr Schmerz verschwunden war.

Aber sie tat es nicht. Sie musste stark und Verantwortungsvoll sein. Sie hatte versichert den Prinzen zu schützen. Es war ihre Aufgabe, eine, die ihr von den anderen  anvertraut war. Und sie würde sie nicht im Stich lassen. Niemals.

Entschlossen ging sie zurück zum Ufer und setzte sich neben Presley. „Geht es Euch gut?“

Der Junge schüttelte bloß den Kopf. „Dir?“

Sie lächelte ihn leicht an. „Es wird bald besser sein“, flüsterte sie.

Sie zog den Jungen zu sich, als seine Augen sich mit Tränen füllten. Er vergrub sein Gesicht an ihrer Schulter als er heftig weinte.

Nefertina schluckte, hielt ihre eigenen Tränen zurück und hob den Jungen hoch.

Sie stzte ihn auf den Rücksitz des Renn-Ra, gab sie ihm einen Kuss auf den Kopf und sprach innerlich ein Gelübde, den kleinen Jungen immer zu beschützen.





Scarab sang beinahe vor Freude. Beinahe...drei von ihnen vernichtet. Das ist mehr als er sich hätte wünschen können. Leider war einer von ihnen noch am Leben, oder zumindest vorübergehend lebendig.

Seine Shabtis waren alle mit den Wächtern angesaugt worden und es gab keinen Weg das Katzenmädchen allein zu bekommen. Der Zauber hatte ihm sehr zugesetzt, aber es hatte sich gelohnt.

Heka schlängelte sich um seinen Sitz. „Also Meister, was ist jetzt der Plan?“, zischte sie.

Scarab stieß ein müdes, aber freuduge Lachen aus. „Wir erneuern unsere Kräfte und holen uns meine Unsterblichkeit.“

Die goldene Schlange rollte mit den Augen und rutschte wieder auf den Boden. „Was meinst du mit 'wir'?“, murmelte sie leise. „Ich bin diejenige, die hier die ganze harte Arbeit macht.“ Sie murmelte den ganzen Weg bis zur Tür, und ließ den zermürbten Zauberer sich allein weiter freuen.






Presley saß auf der Couch vor dem Fernseher. Nerfertina ließ ihn jeden Tag an. Sie sagte es sei sonst zu ruhig in der Sphinx. Mit einem leisen Sprung landete Kahti auf seinem Schoß, drehte ein paar Kreise und rollte sich dann zu einem Ball zusammen.

Es war nun schon zwei Monate her, seit Ja-Kal, Rath und Armon verschwunden waren. Die ersten Tage hatte der junge Prinz seine Hoffnung noch aufrecht erhalten, sagte Nefertina, das sie zwar verloren, aber den Weg zurück zu ihnen finden würden.

Aber langsam wurde ihm die Wahrheit klar. Sie würden für immer verschwunden sein. Er hatte geweint, geschrien und sogar nach Nefertina geschlagen, wenn die versucht hatte ihn zu trösten. Das Mädchen hatte ihn gehalten, bis er sich wieder beruhigte.

Er verlor sich hin und wieder noch in seiner Trauer, doch er schaffte es, sich heraus zu ziehen.

Nun machte er sich Sorgen um sie. Sie hatte über den Verlust ihrer Freunde weder geweint, noch getrauert. Sie schien ihr übliches lustiges Selbst zu sein, nur weniger leichtsinnig. Sie blieb jederzeit in seiner Nähe, und verschob ihren Überwachungsposten erst nach draußen, wenn er ins Bett gegangen war.

Presley lächelte leicht, als er daran dachte, wie sie das erste Mal zu ihm gekommen war, um ihn abzuholen. Er hatte sie nicht erkannt.

Da sie nun mehr draußen sein würde als Vorher, hatte sie ihr Outfit geändert. Statt ihrem langen roten Mantel, hatte sie breite schwarze Hosen und einen roten Turtleneck Pullover getragen.

Neben ihrer unheimlich grauen Hautfarbe und der weißen Haare, sah sie dadurch wie jede andere junge Frau aus. Und Presley hatte ihr versichert, das ihre Haare und die Haut als modisches Statement akzeptiert würden.

Sicher gab es immer noch die Verbände, die um ihre Taille und Arme gewickelt waren, aber sie sah dennoch toll aus.

Nefertina ließ sich, mit einer großen Schüssel Popcorn, neben ihren Schützling auf die Couch fallen. „Was schauen wir?“

Presley griff eine Handvoll aus der Schüssel, und stopfte es sich in den Mund. „ Duphty Damphing“, lächelte er, wusste das es einer ihrer Lieblingsfilme ist.

Das Gesicht der Mumie erhellte sich. „Wirklich? Super!“

Sie sank zurück und versuchte sich zu entspannen. Sie war so Müde. Etwa eine Woche nach dem Angriff, in dem sie als alleinige Wächter zurück blieb, hatte Scarab seine Angriffe erneut gestartet.

Zum Glück schien seine Kraft seit seiner „großen Lightshow“ ziemlich erschöpft zu sein, denn sie war bisher in der Lage zu verhindern, das  Prinz Rapses ihm in die Hände fiel.

Sie war dabei nicht unversehrt geblieben. Zu ihrer großen Bestürzung, waren einige ihrer besten Kleider zerrissen, aber viel mehr zur Bestürzung Presleys, gab es einige neue Narben, die sich über ihren Körper zogen.

Es interessierte sie nicht wirklich. Emotionen und Gefühle hatte sie in ihr tiefstes Inneres vergraben, und dort würden sie auch bleiben, bis der Prinz am Alter gestorben war, und sie sich zurück ziehen konnte. Oder jeden Moment aufwacht, wie Nefertina es sich selbst sagte.

Ihr Unterbewusstsein war allerdings nicht so kooperativ. Jede Nacht wachte sie wegen schrecklichen Albträumen auf. Es dauerte in der Regel bin zum Morgengrauen, das sie wieder etwas Ruhe fand und noch wenige Stunden Schlaf.

Nachdem der Film zu ende war, sah Presley seinen Wächter an. „Was möchtest du heute Abend machen?“

Nefertina sah in das Gesicht, das ihr mit der Zeit so lieb geworden war. „Wir könnten etwas essen gehen und im Anschluss in den Park. Ich zeige Euch ein paar neue Tricks“

Presley strahlte und sprang prompt zu seinem Mantel, was eine verstimmte Kahti auf den Boden plumpsen ließ.

Nefertina hatte all die anderen Wächter-aufgaben übernommen, und machte wirklich einen guten Job. Sie würde ihn den Hot-Ra zwar immer noch nicht fahren lassen, aber er konnte warten. Etwas...






„Nun, wie Prinz Papses sagen würde, das zog!“ Armon runzelte die Stirn über Rath, derunter ihm in das seichten Wasser geheftet wurde.

„Ich möchte betonen, dass, obwohl es keine sehr angenehme Reise war, ich uns alle zurück geholt habe“, kam die gewohnt Überhebliche, doch mürrische Antwort.

Direkt als Armon Luft holte, um etwas zu erwidern, seufzte Ja-kal und stand vorsichtig auf. „Hört ihr zwei jetzt auf und gehen dann endlich los? Wir müssen uns vergewissern das der Prinz wohl auf ist.“

Armon warf Rath einen letzten scharfen Blick zu, und fuhr fort auf seine Füße zu kommen. Er war sich sicher, das er ein paar Mal auf dem armen Schreiber stand.

Als sie durch die Straßen gingen, machte Rath eine ziemlich überraschende Entdeckung. „Das ist seltsam.“

Ja-Kal runzelte die Stirn. „Was ist los?“

Rath deutete auf ein kleineres Gebäude zu ihrer linken Seite. „Das ist das neue Postamt.“

„Als wir vor Scarabs Angriff an diesem Gebäude vorbei kamen, war es noch im Aufbau. Das war noch nicht fertig.“

Armon warf einen langen Blick darauf. „Moderne Technologie ist erstaunlich. Können wir bei Beefy Burger halt machen?“

„Armon hat Recht.“ Rath starrte seinen Anführer an und Ja-Kal bemühte sich ein Lachen zu unterdrücken. „Ich meine, das wir zwei Tage in einer Zwischenwelt waren. Wie schwer kann es schon sein ein Dach in dieser Zeit fertig zu bauen.“

Rath zuckte mit den Schultern und ging weiter, ziemlich bemüht, Armons Gebettel nach Essen zu ignorieren.






Scarab lauerte hinter einem großen Baum. Er beobachtete wie Presley Nefertina über die Schulter warf und seufzte.

Wenn es doch nur so einfach wäre. Nach unzähligen Versuchen, ist es ihm immer noch nicht gelungen Prinz Rapses, und damit seine Unsterblichkeit zu bekommen. Diese Mumie verteidigte den Welpen als wäre es ihr eigenes. Sekhmet ist leichter zu handhaben, als diese randalierende Katze.

Dieses Mal würde es anders laufen. Da war er sich sicher. Er hatte so viele Shabtis versammelt, wie es im mit seinem begrenzten Maß an Ressourcen und magischer Kraft möglich war.

Diese verflixten Mumien zu zerstören, hatte einen Weg erfordert, einen zerstörerischen Zauber zu verwenden. Aber niemand weint über verschüttete Magie. Heute Abend, war die Nacht gekommen.

Mit einem hässlichen Grinsen auf dem Gesicht, trat er hinter dem Baum hervor, und bedeutete seinen Schergen, sich den beiden zu nähern.






Ja-Kal lächelte über die fortwährenden Diskussionen seiner beiden Kameraden. Er hielt ein straffes Tempo, wollte sich vergewissern das Rapses unversehrt ist. Sein Vertrauen in Nefertinas Fähigkeiten war groß, aber man wusste nie was Scarab als nächstes vor hatte.

Als die kleine Gruppe um die Ecke bog, hatten sie eine schöne Aussicht auf den Park. Ja-Kal kniff die Augen zusammen, um die einzelne Gestalt in der Nähe der Bäume zu erkennen.

Ihr Näherkommen blieb von dem Teenager unbemerkt, bis Rath ihn grüßte. „Guten Abend eure Hoheit.“

Zur Überraschung der Mumien, sprang der Junge wie von der Tarantel gestochen auf.

Ja-Kal beruhigte ihn sofort. Zumindest dachte er das. „Mein Prinz, wir sind es nur.“

Presleys Reaktion darauf, war nicht unbedingt das, was die Wächter erwartet hatten. Statt sie zu grüßen stand er einfach nur da. Komplett ausdruckslos, starrte er einfach sie nur an.

„Hey Presley, juuhuu“, wedelte Armon mit der Hand vor seinem Gesicht. „Jemand zu Hause?“

Mit einer überraschend schnellen Bewegung, schnappte der junge Prinz nach dem wedelnden Arm und zog es am Handgelenk zu sich runter. Sein Blick haftete auf dem Arm und Realisierung spiegelte sich auf seinem Gesicht wieder.

„Armon..?“, flüsterte er leise und sah auf. „Rath.. Ja-Kal?“

Inzwischen war Ja-Kal ernsthaft besorgt. „Stimmt etwas nicht?“

Presley konnte sich nicht helfen, Tränen traten ihm in die Augen. Im nächsten Moment umarmte er die drei Freunde, von denen er dachte, das er sie für immer verloren hatte.

„Oh Gott, ich dachte ihr seit tot. Als ihr verschwandet...Ich meine.. Ich dachte...Ich hoffte..Aber ihr seit es nicht!“

Ja-Kal zog den, jetzt zitternden Jungen, in seine Arme. „Shhh, es ist alles in Ordnung. Wir sind hier.“ Er tauschte unruhige Blicke mit seinen anderen beiden Wächtern aus.

Rath kniete sich zu Presley, um ihm ins Gesicht sehen zu können. „Könnt ihr uns sagen was passiert ist?“

Presley wischte sich mehrfach über die Augen, und nach ein paar gescheiterten Versuchen erzählte er ihnen die ganze Geschichte. Wie sie mit dem hellen Licht verschwunden waren. Wie Nefertina sich um ihn gekümmert hatte. Wie schwer die Zeit gewesen war.

Rath war geschockt. „Aber dann, wie lange waren wir weg?“

Presley gab ihm ein verschwommenes Lächeln, als er antwortete. „Über sieben Wochen, zwei Tage und 23 Stunden. So in etwa.“

Ja-Kal schien selbst bei seinem unheimlichen Teint noch blasser zu werden. „Ihr meint, Nefertina war davon überzeugt das wir tot wären“, er zögerte kurz, „für fast zwei Monate? Und sie kämpft alleine gegen Scarab?“

Ein kurzes Nicken war die einzige Antwort, denn im nächsten Moment hallte ein lauter Knall durch den Park. Die Mumien sahen sich sofort aufmerksam um. Presley rannte zurück zu den Bäumen und spähte hindurch. Seine Wächter direkt hinter ihm.

Sie kamen gerade rechtzeitig um zu sehen, wie Nefertina durch die Luft flog, hart auf den Rücken aufschlug und noch wenige Metern über den Boden schliff, bevor sie ruhig liegen blieb.

Ja-Kal setzte sich sofort in Bewegung um seinem reglosen Kameraden zu helfen. In seinem Gesicht spiegelte sich Angst, doch der Prinz hielt ihn zurück.

„Nicht!“

Der Wächter wollte gerade protestieren, als sie sahen, wie Scarab über der weiblichen Mumie stand. Sie konnten sehen wie er sprach, und das waren wahrscheinlich unschöne und schneidende Bemerkungen.

Als der Zauberer seinen Blick zu Presley wandte, traf ihn Nefertinas Bein hart ins Gesicht. Sie trat nach oben als sie wieder auf die Füße kam.

Die übrigen Mumien atmeten erleichtert aus, als Scarab sich, so schnell er konnte ,verzog.

Als Scarab außer Sichtweite war, lief Presley sofort zu seiner Lehrmeisterin. Nefertina zog ihre ramponierte Kampfrüstung zurück und umarmte den aufgeregten Jungen sofort.

Ja-Kal hielt sich etwas zurück. Sie sah anders aus. Wunderschön. Nicht, das sie nicht zuvor auch schön gewesen war, er hatte das junge Mädchen immer bewundert. Aber genau das war sie für ihn, ein junges Mädchen.

Dann drehte Presley Nefertina herum und führte sie in Richtung ihrer Freunde. Ja-kal runzelte die Stirn, als er sah wie sie ihren Bauch umklammerte.

Als die beide sich näherten, konnten sie hören, wie Presley ihr ein Kompliment auf ihren letzten Schlag aussprach. Ja-Kals Furcht nahm etwas ab, als er das erfreute und lebhafte Lächeln auf Nefertinas Gesicht sah.

Sie stolperte, und Ja-Kal, Rath und Armon eilten hastig auf die beiden zu. Nefertina stand ein wenig krumm und hielt sich an Presley fest, der sie stützte.

Ja-Kal lächelte „Guter Kampf Nefertina“

„Ja, du trittst tut“, ergänze Armon.

Rath nickte ebenfalls „In der Tat, sehr beeindruckend.“

Nefertina traute ihren Ohren nicht. Nun war es also so weit. Sie war verrückt geworden. Wahrscheinlich wurde sie einmal zu viel am Kopf getroffen. Sie schüttelte diesen, um die Stimmen los zu werden.

Sie spürte wie Rapses ihr in den Arm kniff und sah ihn an, konnte durch ihre gekrümmte Haltung jedoch sein Gesicht nicht erkennen.

Als er auf etwas vor ihr deutete, stöhnte sie fast laut. Nicht noch ein Kampf. Ihre Rippen brachten sie um, und sie war unglaublich müde.

Da sie keine andere Wahl hatte, richtete sie sich langsam auf. Ihre Augen trafen auf ein anderes, vertrautes Paar.

Ja-Kal runzelte die Stirn. „Bist du....“, war seine kurze Frage, als Nefertina plötzlich die Augen verdrehte und ihr Körper schlaff nach vorne fiel. Er schaffte es gerade noch rechtzeitig sie aufzufangen, bevor sie hart auf den Boden schlug.







Rath sah von dem zerbrechlichen Körper auf der Couch auf, und wandte sich an seine Freunde. „Sie scheint so weit in Ordnung zu sein. Ihre Verletzungen, wenn auch wahrscheinlich ziemlich schmerzhaft, sind nicht schwerwiegend. Ich bin mir nicht sicher, warum sie dennoch in Ohnmacht fiel.“

Er schien ziemlich verzweifelt darüber, das er nicht in der Lage war, das Problem zu finden. Er ging zu seinem Schreibtisch und murmelte die ganze Zeit etwas über den Leichtsinn und die Fehler der Jugend.

Armon sah ihm hinterher und zuckte mit den Schultern. „Sie ist härter als Nägel, das Mädchen“, sprach er und strich sachte über ihren Arm. „Ihr wird es bald wieder besser gehen.“ Er wandte sich an Ja-Kal. „Ich bringe Presley nach Hause.“

Presley rief ein lautes Wiedersehen zu Rath, der nur mit einer vagen Bewegung erwiderte. Dann gab er Nefertina einen Kuss auf die Stirn und umarmte Ja-Kal zum Abschied mit einem Klammergriff um die Mitte. Armon setzte ihn sich auf die Schulter und ging auf die Straße hinaus.

Lange stand Ja-Kal einfach da, und sah auf den ruhenden Körper auf der Couch.

Warum sah sie so anders aus. Es war nicht nur ihre Kleidung, obwohl sie dadurch jünger und lebendiger aussah, fast wie früher. Er konnte es nicht begreifen.

Darauf Bedacht, sie nicht weiter zu verletzen, setzte Ja-Kal sich an Nefertinas Seite. Er konnte seine Augen nicht von ihrem schlafendem Gesicht nehmen.

“Es tut mir leid“, sagte er leise „ Wir waren nicht für dich da. Ich hätte hier sein sollen. Wir hatten keine Ahnung das so viel Zeit vergangen war, wirklich.“

Er seufzte tief. Er sollte wahrscheinlich mit seinen Entschuldigungen warten, bis sie ihn wirklich hören konnte.

Als er eine Strähne aus ihrem Gesicht strich, flackerten ihre Augenlider.

Ja-Kal beugte sich etwas über sie. „Nefertina?“, flüsterte er leise.

Sie öffnete langsam ihre Augen und sah ihn an, blinzelte paar mal um schärfer sehen zu können. Dann setzte sie sich langsam auf.

Ja-Kal lächelte „Wie fühlst du dich?“

Nefertina hätte lachen können. Sie fühlte sich völlig taub, doch sie fand keinen Weg ihm das zu sagen. Sie öffnete ihren Mund, aber schüttelte nur langsam den Kopf.

War er wirklich hier? Das war nicht möglich. Oder doch? Sie sah seine Hand, die zwanglos auf ihrem Oberschenkel ruhte, und dann wieder in sein Gesicht.

„Bist du wirklich hier?“

Die Frage verblüffte ihn für einen Moment, nickte dann aber. „Ja bin ich. Wie wir alle.“

Wieder fand Nefertina keine Worte. War sie glücklich darüber? Wenn ja, warum fühlte sie es dann nicht? Ihr Kopf fühlte sich an als wäre er in Watte gepackt.

„Müde“, murmelte sie.

„Natürlich bist du das. Hier, lass mich dir helfen.“

Mit Ja-Kals Hilfe stand Nefertina auf und fing an zu ihrem eigenen Platz zu humpeln. Nach zwei qualvollen Schritten jedoch, hob Ja-Kal sie auf seine Arme und brachte sie zu ihren Sarkophag.

Er setzte sie vorsichtig ab. „Schlaf gut und erhol dich. Wir reden morgen, ok?“

Nefertina nickte und schloss ihre Augen, während Ja-Kal leise den Deckel schloss. Binnen weniger Sekunden fiel sie in einen tiefen, traumlosen Schlaf.






Der nächste Morgen war hell und sonnig. Und sehr früh. Ja-Kal war normalerweise der erste der wach war, doch diesmal hatte er seine Chance verpasst.

Er blinzelte verschlafen als leise Schritte und klirrende Geräusche, aus dem Raum, außerhalb seines Sarkophages zu vernehmen waren. Mit einem lauten Gähnen schob er den Deckel auf und trat auf den kalten Boden hinaus.

Dem Lärm folgend, führte dieser ihn in den Küchenbereich, wo Nefertina anscheinend Kaffee machte, während ihr ein Telefon zwischen Ohr und Schulter klemmte.

„Honey“, sprach sie in den Hörer, „Ich weiß wie du dich fühlst aber es ist nichts was ich nicht machen könnte.

Es war kurz Still, da sie die Kaffeemaschine einschaltete und der Person am anderen Ende der Leitung zuhörte.

“Nun, natürlich weiß ich das. Und ich bin sicher das du das tust. Ja...ehmm...Nein! Ich...ehmm sicher...Okay, ich versuche es. Tschau Sweety.“

Sie legte das Telefon auf die Anrichte und nahm ihre kleine Tasche. Als sie Ja-Kal bemerkte, fror sie auf der Stelle fest.

„Guten Morgen“, begrüßte er freundlich. „Du bist früh wach.“

Nefertinas Augen huschten in jede Richtung, aber nicht in seine, auch nicht als sie antwortete. „Presley hat heute einen Klassenausflug, weshalb er früh weg muss.“

“Klingt nach Spaß“

“Ja....Ist Rath schon wach?“

Ja-Kal blinzelte. Die Frage gab ihm irgendwie einen Stich. Warum fragte sie nach Rath? Er schüttelte sich ginnerlich und sah auf die beiden geschlossenen Sarkophage hinter sich.

„Nein, ich denke nicht.“

Nefertina zögerte einen Moment, ihren Blick auf einen Punkt an der Wand geheftet. Dann gab sie sich einen Ruck und seufzte tief, als sie wieder sprach. „Würdest du ihn bitte wecken? Presley geht zu einer Kunstausstellung und er denkt das Rath das interessieren könnte. Wenn er sich beeilt kann er dem Bus folgen und auf Presley Acht geben.“

Erleichterung ging durch Ja-Kals Körper, als er seinen Fehler bemerkte. Er nickte und ging zum Schreiber, um ihn zu wecken.

Rath war sofort begeistert und drängte darauf, sich fertig zu machen. Er versuchte einige Informationen über die Ausstellung von Nefertina zu bekommen. Das Mädchen antwortete kaum, obwohl ihre Augen ihm die ganze Zeit gefolgt waren, bis er aus dem Raum war. Dann sah sie Ja-Kal an und machte sich auf den Weg das Hot-Ra zu waschen.

„Du musst mit ihr reden.“

Ja-Kal wurde von Armons plötzlichen Auftauchen erschreckt. Einen Moment lang sah er seinen Freund an.

Dann nickte er und ging hinüber zu Nefertina, die seit zehn Minuten die gleiche Stelle des Wagens polierte.

Als er zu ihr ging, verstärkte sie ihre Bemühungen noch mal.

„Geht es dir gut?“, begann er.

Nefertina nickte betont heftig, weigerte sich aber weiterhin aufzusehen.

„Du scheinst mir aber nicht in Ordnung zu sein.“

Sie zuckte mit den Achseln.

Ja-Kal seufzte. „Würdest du dich bitte umdrehen?“

Langsam bewegt sie den Kopf von einer Seite zur anderen.

„Warum nicht?“

Wieder nur ein Achselzucken.

Wenn er zu hart war und sie zu sehr unter Druck setzte, würde sie nie aus sich raus kommen, das wusste er. Er wusste aber auch das etwas nicht stimmte.

Die Art, wie sie Rath Bewegungen verfolgt hat, als er durch seine täglich Routine ging. Ja-Kal war sich nicht sicher warum sie seine Handlungen so aufgesogen hatte. Es sei denn...

Plötzlich traf es ihn wie ein Schlag. Sie hatte immer noch Angst. Das sie nicht ereal waren, oder wieder verschwinden würden.

„Nefertina, du bist nicht allein. Wir sind alle da.“

Als sie darauf nicht reagierte, fuhr er fort. „Ich bin wirklich hier, und ich gehe nirgendwo hin.“

Sie hörte auf den Lack zu malträtieren. Er hatte ihre Aufmerksamkeit.

Als sie sprach, war ihre Stimme von Tränen erstickt. „Ich dachte ihr wäret weg...für immer.“

Ja-Kals Herz schlug für sie. Er konnte sich nicht vorstellen was sie durchgemacht hatte. Er wollte etwas sagen, doch sie war noch nicht fertig.

„Ich fühlte mich so allein...und ich hatte solche Angst“

Es war offensichtlich der Klang ihrer Stimme und das Zittern ihrer Hände, das sie abbrechen ließen.

Er wollte sie halten, sie an sich ziehen. Doch er war in gewisser Weise ihr Anführer, ihr Lehrer. Und verheiratet. Auf eine Art. Hatte er seine Frau so schnell vergessen?

Er war so in seiner Vergangenheit gefesselt, das er erst durch eine heftiges Schluchzen bemerkte, das sie weinte.

Sofort warf er alle Gedanken beiseite, und griff nach ihr um sie zu trösten. Er zog das zitternde Mädchen an seine kräftige Statur und strich ihr sacht durch das Haar.

Statt sie zu beruhigen, schien es ihre Trauer nur weiter anzufachen.

„Oh Gott“, stieß sie unter Tränen hervor. „Du hast keine Ahnung wie sehr ich dich vermisst habe!“

Ja-Kal schloss schmerzhaft die Augen, als er ihre Worte vernahm, und zog sie noch fester an sich. „Ich bin jetzt hier, meine Liebe.“

Nefertina zog sich abrupt zurück und sah ihn mit großen Augen an.

“Was hast du gesagt?“, flüsterte sie.

Er zögerte. „Ich sagte 'meine Liebe'.“ War er zu schnell gewesen? Fühlte sie nicht dasselbe?

„Aber..aber, deine Frau..“ Nefertina konnte nicht glauben was sie da hörte. Doch sie war sich sicher, das dies kein Traum war.

“...ist tot.“ Mit seinem Kopf, so nah an ihrem wie er sich traute, versuchte er es ihr begreiflich zu machen. „Ich habe mich an einer lang vergangenen Zeit festgehalten. Ich fühlte mich meiner Familie verpflichtet. Aber das war ein anderes Leben. Eine andere Zeit und ein anderer Ort. Ich habe immer einen Platz in meinem Herzen, für die Familie die ich einmal hatte. Doch jetzt, habe ich eine neue Familie.“

Nefertina nahm ihre Hände von seiner Brust und legte sie an sein Gesicht. „Warum jetzt?“

Ja-Kal schluckte schwer. „Ich halte es nicht aus dich mit so viel Schmerz zu sehen. Du brauchst und verdienst eine Familie, und mit uns hast du eine gefunden. Aber ich kann nicht mit der Rolle des großen Bruder leben.“

Er seufzte und schüttelte den Kopf. „Tut mir leid, ich verstehe wenn du Zeit brauchst. Ich dränge zu irgendwelchen Dingen.“Er lächelte sachte.
„Ist eigentlich nicht meine Art.“

Nefertina zog eine Augenbraue hoch und schlang ihre Arme um seinen Nacken. „Ich mag das.“

Verwirrt schaute Ja-Kal auf das Mädchen in seinen Armen. Bevor er irgendwas fragen konnte, zog sie seinen Kopf nach unten und hauchte ihm einen Kuss auf die Lippen.

Der perplexe Ausdruck auf seinem Gesicht war so bezaubernd, das Nefertina bei dem Anblick kichern musste.

Ihr lächelndes Gesicht brachte sein Herz zum tanzen, und er senkte seine Lippen erneut auf ihre. Es entstand ein brennender Kuss, der langsam aber sicher leidenschaftlicher wurde.

Fast widerwillig brach Nefertina den Kuss ab, und sah ihm liebevoll in die Augen.

Er konnte die unvergossenen Tränen sehen, die sich hinter der Oberfläche versteckt hielten, und schaute sie besorgt an, als er über die, noch feuchte Wange wischte. „Was ist los?“

Schmerz und Angst kämpften gegen ihr Glück. Sie wollte ihn lieben, aber... „Ich kann nicht...Ich mach es nicht..“ Sie stockte und schüttelte den Kopf.

Er hob ihr Kinn an und und küsste sie innig. „Ich lass dich nie mehr gehen.“

Sie strahlte über die Liebe und das Verständnis, welches in diesem einen Satz verbunden sind. „Versprochen?“

“Versprochen“



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