Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Immortals ~ Fall Out Boy

von Yato-chan
GeschichteHumor, Liebesgeschichte / P12 / MaleSlash
Hiyori Iki Kofuku Nora Yato Yukine
18.01.2016
25.03.2016
10
11.951
12
Alle Kapitel
23 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
11.03.2016 1.240
 
Ich und Du





Pull the blackout curtains down,Just not for long, for long,

~Fall Out Boy (Immortals)



Reiße die verdunkelnden Vorhänge herunter
Aber nicht für lange







Yukine folgte Yato und ließ sich auf dem Sofa nieder, weil der Gott bereits den Sessel in Beschlag genommen hatte.

Es war so dunkel, dass Yukine die Umrisse seines Partners nur erahnen konnte, aber er ahnte, warum Yato das Licht ausließ.
Im Dunkeln sprach es sich leichter.

Das Schweigen hüllte sich trotzdem um sie wie eine unangenehm kratzende Decke.
Yukine wartete.
Irgendwann setzte Yato schließlich an: „Hey, du weißt, dass du mir vertrauen kannst, richtig? Egal was los ist, du kannst immer zu mir kommen. Ich werde tun, was ich kann, um für dich da zu sein! Immer!“
Yukine öffnete den Mund, um zu antworten, aber Yato war noch nicht fertig: „Ich weiß, was du jetzt denkst, aber ich habe Hiyori nichts erzählt, gar nichts! Nicht ein Sterbenswörtchen. Womit wir allerdings beim Thema wären.“
Yukine spürte, wie sich seine Kehle zusammenzog und ein Knoten sich in seinem Bauch formte. Er konnte nicht genau benennen, was es war, aber es schien eine negative Nervosität zu sein. Um nicht zu sagen: Angst. Panik. Die Furcht, Dinge über sich preiszugeben, die alles verändern könnten.
Er war noch nicht bereit hierfür.
Er wollte seinen besten Freund nicht verlieren. Nicht deshalb.

Aber Yato, der von seinem inneren Monolog nichts wissen konnte, fuhr fort: „Bitte verstehe mich jetzt nicht falsch, ich glaube nicht, dass du all diese… Dinge schauspielerst, aber wenn du diese ganze Nummer hier abziehst, nur weil du weißt, dass ich in der Vergangenheit mal einen Freund hatte, finde ich das wirklich nicht fair von dir.“
Was?
Yato redete jetzt schneller und gestelzt. Das Thema schien ihm unangenehm zu sein. „Ich weiß, dass es diese komischen Klischeemeinungen gibt, aber nur weil jemand bi ist, steht er nicht gleich auf alle möglichen Leute! Ich würde dich also bitten, von diesen Spielchen abzusehen und Hiyori und mich einfach in Frieden unser Beisammensein genießen zu lassen, okay?“
Autsch. Es fühlte sich an, als hätte Yato ihm mit der Faust in den Bauch geschlagen. Fest.
Was er Yukine hier vorwarf… Dachte er das wirklich von ihm? Dachte er tatsächlich, dass er so etwas tun würde? Dass all das, womit er sich so schwer getan hatte, es zu akzeptieren, wirklich nur eine Theateraufführung war, gedacht zum Amüsieren, ja, zur Unterhaltung des Schauspielers?
Das konnte er nicht wirklich so meinen.
Oder?

Yukine wollte etwas sagen, aber kein Laut kam über seine Lippen. Er räusperte sich und versuchte es erneut. „Ich wusste es nicht“, wisperte er rau.
„Was?“, perplex hob Yato den Kopf. „Wie- was- ich verstehe nicht.“
Yukine zog die Knie an die Brust und starrte auf den Boden. „Ich wusste es nicht“, wiederholte er, diesmal klarer. „Ich hatte keine Ahnung von deinem Freund und wenn ich ganz ehrlich sein soll, war mir bis gestern nicht einmal bewusst, was genau bi überhaupt bedeutet.“
Yato schien vollkommen baff zu sein, denn er schwieg. Deshalb redete Yukine weiter. Jetzt hatte er die Möglichkeit. Und die Worte sprudelten aus ihm heraus wie Bergwasser aus einer Quelle.
„Es war richtig komisch, weißt du? Ich dachte eine Zeit lang, dass ich in Hiyori verliebt wäre, aber irgendwie… Es ist anders. Ich kann nicht sagen, wann ich es gemerkt habe, vielleicht habe ich es schon immer gewusst, was weiß ich. Aber auf einmal… Da war alles so… anders. Ich war total verwirrt. Das alles ging so weit, dass ich verzweifelt nach einem Internetzugang gesucht habe, weil ich Antworten brauchte. Ich war überfordert und alleine. Naja, alleine war ich sowieso, aber-“ Yukine brach ab, weil er von einem Geräusch unterbrochen wurde. Die alten Federn im Sofa quietschten, als Yato sich neben ihm niederließ, die Hände locker über den Knien verschränkt.
„Ich weiß“, wisperte er fast lautlos und Yukine musste sich anstrengen, um überhaupt zu verstehen, was Yato gerade sagte. „Es ging mir damals ähnlich, ich hatte immer das Gefühl, dass ich der einzige bin. Allerdings habe ich damals in einer ganz anderen Gesellschaft gelebt, ganz andere Sitten, ganz andere Toleranzgrenze. Und kein Internet“, er lachte freudlos. „Aber es ist gut so, wie es ist.“
Yukine spürte, wie Yato sich nach hinten lehnte. „Ich bin glücklich, Yukine. So glücklich, wie ich es selten war. Und ist es im Grunde nicht egal, mit wem man zusammen ist, solange man ihn liebt?“
Yukine biss sich auf die Lippe. Er hörte, wie Yato tief Luft holte. Der nächste Satz schien ihn Überwindung zu kosten: „Es tut mir Leid.“
Yukine sah überrascht auf. Nicht, dass es etwas geändert hätte, die Dunkelheit ließ ihn Yatos Gesichtszüge nicht erkennen. „Was meinst du?“, fragte er daher.
„Naja“, murmelte der Gott leise, „es tut mir Leid. Ich hätte es doch wissen müssen. Ich hätte wissen müssen, dass du so etwas nie tun würdest. Ja, du hast mich mehrmals betrogen. Ja, du machst Fehler. Aber du würdest nie kaltblütig auf den Gefühlen anderer Menschen herumtrampeln. Oder Götter.“ Er machte eine Pause. „Deshalb, Yukine, bitte antworte mir ehrlich: Liebst du mich?“
Yukine stieß zischend die Luft zwischen den Zähnen hervor. Das war direkt. Aber was sollte er antworten? Nein? Das konnte er nicht tun. Er wollte bei der Wahrheit bleiben. Ja? Ich weiß es nicht?
Yato ließ ihm Zeit.
Zögerlich antwortete Yukine schließlich: „Ich glaube schon…?“ Ein Zittern floss durch seinen Körper und er starrte wieder auf den Boden. Jetzt war es raus. Und alles hing an Yato.

„Okay.“
Okay?“ War das sein Ernst? Was sollte das jetzt heißen?
„Ja, okay.“ Als Yukine nicht antwortete, bemühte sich Yato, eine Erklärung zu finden: „Also ich meine damit, dass ich kein Problem damit habe. Es ist alles in Ordnung, zwischen uns wird sich deshalb nichts ändern, mach dir keine Sorgen darüber. Aber so gerne ich es tun würde, ich kann es nicht zurückgeben, verstehst du? Ich liebe Hiyori. Ich glaube, ich liebe sie wirklich. Wenn ich bei ihr bin, ist es, als hätte die Welt dreimal so viele Farben wie sonst. Wäre diese Welt ein Schwarz-weiß-Film, dann wäre sie die Malerin, die dem Ganzen Farbe gibt, es zum Leben erweckt, verstehst du?“
Yukine seufzte leise. Er verstand. Wäre diese Welt tatsächlich ein Schwarz-weiß-Film, dann wären die einzigen Farben Yatos strahlende Augen gewesen. Zumindest war es in seinem Film so, der Film, der sich Leben nannte.

Yato legte die Hand auf Yukines Schulter: „Es tut mir wirklich leid. Aber ich bin immer noch für dich da. Auch nachts um drei. Immer.“ Er drückte seine Schulter ein letztes Mal, dann stand er auf und verließ den Raum.
Yukine ließ sich zur Seite kippen. Eine einsame Träne kullerte seine Wange hinab, aber gleichzeitig zog ein kleines Lächeln über seine Lippen.
Ein winziges nur, aber es war da.

______________________________________
Sooo... Ich werde dazu jetzt mal nichts sagen, das überlasse ich ganz euch^^
Klatscht einfach all eure Gedanken in ein Review, ich würde wirklich gerne wissen, was ihr jetzt denkt und/oder wie ihr dazu steht.
Und wenn ihr sagt: Das wird nichts ändern, außer dass Yukine und Yato sich endlich einmal ausgesprochen haben, dann würde mich das trotzdem brennend interessieren.

Ich habe es ja schon einmal erwähnt: Der Countdown dieser Geschichte läuft...
Ich bin selbst gespannt, was als nächstes passiert, denn meine Planung ging nie über diesen Punkt hier hinaus...

Außerdem gehen mir die Songzitate aus XD So viele Zeilen hat der Song nämlich gar nicht..
Aber dieses hier passt wirklich perfekt, finde ich^^
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast