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Immortals ~ Fall Out Boy

von Yato-chan
GeschichteHumor, Liebesgeschichte / P12 / MaleSlash
Hiyori Iki Kofuku Nora Yato Yukine
18.01.2016
25.03.2016
10
11.951
12
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23 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
19.02.2016 1.360
 
Nakama



And live with me forever now

~Fall Out Boy (Immortals)



Und lebe jetzt mit mir für immer





Yukine zuckte zusammen. Panik durchflutete seine Gedanken und aus einem ersten Impuls heraus warf er seine Jacke über den Computer. Dann fuhr er herum.
„Was-!“, setzte er an, aber weiter kam er nicht.
Denn Yatos Gesicht war direkt neben seinem.
Erst auf den zweiten Blick erkannte Yukine, wie schlecht Yato eigentlich aussah. Seine Augen wirkten matt und seine ganze Haltung drückte Erschöpfung aus.
Sofort wurde er von Schuldgefühlen überflutet. Vielleicht hätte er Yato nicht alleine lassen sollen.

„Warum hast du denn deine Jacke über den Laptop geworfen?“, fragte Yato mit einem Grinsen, aber Yukine war sich sicher, dass es nur aufgesetzt war.
„Zum Trocknen“, gab er aalglatt zur Antwort.
„Mhh“, machte Yato.
Yukine schwieg.
Aber Yato auch. Er richtete sich auf und starrte auf Yukine herab.
Schließlich fasste Yukine sich ein Herz und fragte den Gott: „Und du? Was machst du hier?“
Jener seufzte und fuhr sich mit der Hand durchs dunkle Haar, während er sich auf den Stuhl neben ihm fallen ließ. „Ich wollte einfach nur irgendwo etwas trinken, wo ich dachte, dass ich keinem begegnen würde, den ich kenne.“ Yato starrte auf die Tastatur. Seine Stimme klang so ungewöhnlich ernst. Und so müde. Es zerriss fast Yukines Herz, aber er versuchte, sich nichts anmerken zu lassen, damit Yato von seinen Gefühlen nichts mitbekam. Mitleid war bestimmt das Letzte, was er jetzt wollte.

Schlagartig wurde Yukine bewusst, wie oft er sich in den vergangenen Tagen über Yato, über Hiyori, ja, sogar über sich selbst aufgeregt hatte. Er musste Yato ganz schön zugesetzt haben. Wenn er jedes Mal solche Schmerzen bekommen hatte wie damals in Hiyoris Zimmer…
Yukine verbannte den Gedanken ganz schnell. Er durfte jetzt nicht ausrasten. Das war eine einmalige Chance, die Dinge mit Yato zu klären.
„Aber… Dass ich hier bin.. Das stört dich doch nicht, oder?“, fragte er vorsichtig.
Yato hob den Kopf. „Bei den anderen muss ich immer mein glückliches Gesicht aufsetzten, aber ich habe das Gefühl- Nein, ich weiß, dass du sehen kannst, wie es mir darunter geht. Deshalb ist es okay. Ehrlich gesagt bin ich froh, dich hier zu treffen. Ich denke nämlich, wir sollten uns unterhalten.“
Yukine schluckte. „Ja, das denke ich auch.“ Er streckte den Arm aus, um den Computer abzuschalten, als plötzlich Yatos Hand nach vorne schoss und sein Handgelenk packte. Fest.
„Autsch! Was soll-“
Yato drehte Yukines Hand gewaltsam um.
„Ah, so ist das also.“ Seine eisblauen Augen fixierten das Zeichen von Yukines zweitem Meister. „Ich denke, unter diesen Umständen haben wir uns nicht mehr viel zu sagen.“ Er stand auf, seine Stimme unnahbar, seine Miene frostig.
„Nein! Yato! Warte bitte! Ich kann das erklären!“
Die Tür fiel hinter dem Gott ins Schloss.
Yukine starrte ihm geschockt hinterher, doch dann besann er sich und packte seine Jacke. „Ich komme später wieder!“, rief er dem Besitzer zu, während er sich die Jacke überwarf und zur Tür hinaus stürzte.

Hektisch sah er sich um. Wo war er jetzt schon wieder hin?
Hiyori konnte ihn riechen, eine wundervolle Gabe, die er leider nicht besaß.
Der peitschende Wind hatte bereits jetzt alle Spuren verwischt.
Yukine entschied, auf gut Glück die Straße hinaufzulaufen.
Scheinbar waren heute alle guten Schicksalsgötter bei ihm, denn bald konnte er einen Schemen vor sich ausmachen.
Eisige Luft füllte seine Lungen als er schrie: „HEY! Warte! Yato, wenn du mir irgendwann mal vertraut hast, dann hör mir zu!“
Die Gestalt blieb stehen. „Genau da liegt scheinbar das Problem!“, brüllte sie zurück. „Ich habe dir immer vertraut, immer! Ich konnte nie glauben, wenn du etwas Schlimmes getan haben solltest! Und jetzt, wo ich gerade wirklich mal jemanden gebraucht hätte, auf den ich mich stützen kann, muss ich erfahren, dass du mich betrogen hast! SCHON WIEDER! Es tut mir Leid, Yukine, aber so kann ich nicht arbeiten!“, Yatos Zorn war fast zu spüren. Er war gemischt mit Ungläubigkeit und einer tiefen Enttäuschung. „Es ist aus mit uns! Ich werde mit Nora vorlieb nehmen müssen, bis ich mir eine neue Shinki gesucht habe!“ Yato wandte sich ab. Yukine konnte es nicht sehen, aber er wusste, dass eine einzige Träne Yatos Wange hinablief und fast sofort zu kristallinem Eis erstarrte.
Yukine rannte zu Yato hinüber, bis er nur ein paar Schritte vor ihm stand. „Bitte, hör mir zu.“
Er raffte all seinen Mut zusammen, trat nach vorne und griff nach Yatos Händen. „Bitte.“
Und dann fiel er auf die Knie.
Der Sturm tobte um ihn herum, während er seinem Gott zum allerersten Mal den Respekt gab, den er eigentlich verdient hätte und ihn gleichzeitig um etwas bat, was er selbst anderen nie gewährt hätte:
Eine dritte Chance, nachdem er zwei Mal sorglos sein Vertrauen ausgenutzt, missbraucht, mit Füßen getreten hatte.

Und da tat Yato etwas völlig Überraschendes.
Er entzog Yukine seine Hände, hockte sich vor ihn und legte seine Arme um den zierlichen Körper.
Yukine erstarrte, doch Yato zog ihn ungeachtet dessen noch fester an sich.
Und da konnte Yukine sich nicht mehr halten. Er krallte die Finger in Yatos Jacke, wollte ihn noch näher an sich ziehen, und weinte hemmungslos wie noch nie zuvor.

Es war unglaublich. Nach allem, was er getan hatte, trotz all der Probleme, die Yato selbst hatte, er war für ihn da. Und er würde es immer sein.  



***



Yukine saß Yato gegenüber an einem runden Tisch in einem netten kleinen Café. Vor ihm standen zwei Tassen heiße Schokolade.

Und Yukine erzählte. Er erzählte von Nora, dem anderen Meister, dem Gefühl, alleine zu sein.
Yato hörte ihm zu und unterbrach ihn nicht ein einziges Mal. Er kommentierte nicht einmal, dass Yukine ein paar zentrale Stellen wie seinen Gefühlsausbruch oder sein Verhalten im Internetcafé dezent unter den Tisch fallen ließ.

Anschließend erzählte Yato. Zuerst wich er Yukines Blick immer wieder aus, aber bald berichtete er aufrichtig von seinen bisherigen Erlebnissen. Yukine war sich sicher, dass sie noch nie eine so lange vernünftige Unterhaltung geführt hatten.

Er hatte gar nicht mal so falsch gelegen. Tatsächlich gestand Yato, dass er in Hiyori mehr sah als eine Freundin, aber das war Yukine auch schon vorher klar gewesen.
Yato meinte, er habe sich immer nicht getraut, sie darauf anzusprechen. „Wir sind doch immer Freunde gewesen, weißt du? Ich hatte Angst, alles kaputt zu machen, wenn ich ihr etwas sagen würde.“
Yukine schluckte. Er verstand dieses Problem nur zu gut.

Yato fuhr fort: „Außerdem habe ich mir immer Gedanken gemacht. Das ist ihr gegenüber nicht fair, dachte ich mir. Wenn sie mich für ein paar Tage nicht sieht, kann sie sich nicht an mich erinnern. Auf so einer Basis kann man doch kein Leben aufbauen. Außerdem: Was sollen denn die anderen von ihr denken? Aber irgendwann, da ging es nicht mehr. Ich wollte nicht dauernd in meinen Was-wäre-wenn-Gedanken feststecken. Ich gebe zu, das war ungeheuer selbstsüchtig von mir. Aber ich bin froh, dass ich es getan habe.“ Er lächelte.
Yukines Gesicht wurde warm, aber es tat gut, Yato so zu sehen.

„Dann bist allerdings du gekommen. Neinnein, mach dir keine Vorwürfe! Nur du warst eben komplett weg, weißt du? Wir konnten dich nirgends finden. Zu der Zeit habe ich immer öfter Nora benutzt, etwas anderes bleib mir ja nicht.“
Yukine klappte der Mund auf. „Was?!“
Yato nickte mit einem bitteren Gesichtsausdruck. „Nora hat ein falsches Spiel gespielt. Sie wollte dich wohl aus dem Rennen werfen. Ich weiß nicht warum, aber sie hatte von Anfang an Probleme damit, dass du meine Shinki bist. Und bedauerlicherweise ist ihr Plan ganz gut aufgegangen. Bis jetzt.“
Yukine schluckte erneut. Er hatte einen so dicken Kloß im Hals, dass er kaum sprechen konnte. „Heißt das… Dass wir es noch einmal versuchen werden?“, fragte er unsicher. In seinen Augen leuchtete Hoffnung auf.
Yato erwiderte seinen Blick. „Ja“, prophezeite er feierlich, „das heißt es.“

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Uuund? Wie ist es? Über Kommentare würde ich mich tierisch freuen!^^

Diesmal ist es etwas länger geworden, aber ich wollte euch einen heftigen Cliffhanger ersparen, vor allem, da es sein kann, dass ich das nächste Kapitel bis Freitag nicht fertig bekomme, obwohl ich schon die Hälfte geschrieben habe.. Oder es wird ein deutliches Stück kürzer D:
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