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Immortals ~ Fall Out Boy

von Yato-chan
GeschichteHumor, Liebesgeschichte / P12 / MaleSlash
Hiyori Iki Kofuku Nora Yato Yukine
18.01.2016
25.03.2016
10
11.951
12
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23 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
12.02.2016 1.297
 
Aufeinandertreffen



I am the sand in the bottom half of the hourglass

~Fall Out Boy (Immortals)



Ich bin der Sand in der unteren Hälfte des Stundenglases




Yukine lag auf dem Sofa und starrte an die Decke, die Arme hatte er hinterm Kopf verschränkt.
Es war zu einer unterbewussten, seltsamen Gewohnheit geworden, das Zeichen seines zweiten Meisters auf dem Unterarm mit einer Hand zu bedecken, er konnte sich selbst nicht erklären warum.
Vielleicht wünschte er sich die alten Tage zurück, als noch alles so war, wie es sein sollte. Natürlich, sie waren arm gewesen und hatten sich oft gezofft, aber diese klaren, einstimmigen Momente mit Yato wogen alles auf. Warum wurde ihm das jetzt erst klar?
Yato war sein Nakama und würde es immer bleiben.

Draußen tobte schon seit Tagen ein nicht enden wollender Schneesturm, weshalb er das kleine Haus seit einer gefühlten Ewigkeit nicht mehr verlassen hatte.
Wenigstens musste er sich nicht mit Nora auf diesen engen Raum drängen, denn diese war mittlerweile seit fast zwei Tagen wegen eines Auftrags unterwegs und er hatte keinen blassen Dunst, wann sie wieder auftauchen würde.
Immerhin hatte sie genug Fertigpizza dagelassen.

Trotzdem langweilte die Shinki sich.
Wo er jetzt wohl wäre, wenn er bei Yato geblieben wäre? Wahrscheinlich drückte dieser sich im Moment bei Kofuku herum und bettelte Hiyori an, für ihn zu kochen.
Yukine hatte nicht einmal gemerkt, dass er die Hände zu Fäusten geballt hatte, bis sich seine Fingernägel schmerzhaft in die weiche Handfläche gruben.
Murrend setzte er sich auf und betrachtete seine Hände. Er langweilte sich so sehr. Bei diesem Wetter wollte er nicht hinaus. Und selbst wenn- wohin hätte er gehen sollen?
Stattdessen griff er nach einer anderen Zeitschrift mit Stellenangeboten für Shinki. Als er einen Blick auf das Titelblatt warf, erkannte er sofort, dass er sie schon mindestens einmal gelesen hatte, aber weil er nicht wusste, was er sonst tun sollte, schlug er sie auf und landete prompt auf der Seite mit der Werbung. Was gab es denn im Moment im Angebot…
Nicht dass es ihn interessieren würde, solange nur das Feuerholz für den Ofen reichte.
Vielleicht sollte er anfangen, Nora etwas von seinem Lohn abzugeben, schließlich musste sie am laufenden Band Geld bezahlen, um sie durchbringen zu können.

Es gab erstaunlich viele Anzeigen für Anime und Manga, stellte Yukine fest, während er sich durch das billige bedruckte Papier blätterte. Das würde auch gut brennen.
War das damals schon so populär gewesen? Hatte er vielleicht selber Anime geschaut?
Mit neu erwachtem Interesse sah er über die Anzeigen, bis ihm eine ins Auge stach.
Gravitation.
Hatte es dazu nicht auch einen Artikel gegeben? Auf der allerletzten Seite?
Neugierig schlug er es nach. Und tatsächlich fand er ihn.
Er rutschte hin und her, bis er bequemer saß, dann fing er an zu lesen:
Eines Tages trifft der junge und Shuichi, seines Zeichens Sänger und Songwriter eines unerfolgreichen Duos, den Autor Yuki Eri, der sofort bei ihrer ersten Begegnung über die furchtbaren Lyrics der Band herzieht. Shuichi kann das nicht auf sich sitzen lassen, außerdem will ihm der talentierte Autor nicht mehr aus dem Kopf.

Yukine sah auf. Es wirkte fast so, als ob Shuichi Yuki bewundern würde, auch wenn er es nicht zeigen konnte. War es im Prinzip mit ihm und Yato nicht genauso? Natürlich würde er das Yato niemals sagen, aber jener hatte einen großen Teil zu dem beigetragen, was er jetzt war. Und auch wenn er sich manchmal wie ein Kleinkind benahm, in seinen anderen Momenten konnte man sich ihm nicht entziehen. Er war magnetisierend und hypnotisch wie eine Raubkatze. Und dann diese Augen…
Wenn sie glühten, konnten sie Löcher in Seelen und Herzen brennen.
Kein Wunder, dass Hiyori ihn liebte.
Egal wie weh es tat, er sollte einfach lernen, es zu akzeptieren.
Zudem konnte er nicht einmal sein Problem mit der Sache genauer benennen.

Kopfschüttelnd las er weiter:
Also sucht Shuichi Yuki auf, aber bald schon muss er feststellen, dass dieser sehr beliebt bei Frauen ist. Und dass ihn das mehr stört, als er zuerst zugeben möchte.

Yukine zog die Augenbrauen zusammen. Es erinnerte ihn immer noch an Yato und ihm und ihre Beziehung zueinander, aber er hatte da ein etwas mulmiges Gefühl.
Shuichi braucht nicht lange, um seine Liebe für den Autor zu erkennen, aber sie werden es schwerer haben, als er zuerst dachte. Vor allem, als er auf einmal berühmt wird und erfahren muss, dass Yuki immer wieder von einer dunklen Vergangenheit eingeholt wird…

Na toll. Yukine schmiss das Magazin auf den Boden. Also Schwulen-Animes würde er sich auf keinen Fall ankucken. Schlimm genug, dass er die Beschreibung gelesen und sich an ihn und Yato erinnert gefühlt hatte.
Schwungvoll warf er sich wieder mit dem Rücken auf die Couch.
Aber wenn es nun so war…
Quatsch! Er stand doch nicht auf Typen! Wie kam er denn auf so was?Aber wenn doch…
Er setzte sich ruckartig wieder auf. Er musste ja nicht nur Typen anziehend finden, vielleicht nur so ein bisschen… Dann wäre er doch immer noch hetero… Oder?
Frustriert vergrub er den Kopf in den Händen.
Er brauchte das Internet.
Aber er hatte keine Internetverbindung und sowieso kein Handy.
Er seufzte. Es half ja alles nichts.
Er erhob sich, schüttelte das Restgeld aus seinem Sparschwein, warf sich seinen Mantel über die Schultern und öffnete die Tür zum wütenden Schneegestöber.

***

Yukine stieß die Tür mit so viel Schwung auf, das der Ladeninhaber, der gerade hinter der Theke stand und ein Glas putzte, erstaunt aufsah.
Die Shinki knallte die Tür hinter sich zu, um den Schnee auszusperren und trat die Schuhe ab. Der neugierige Blick des Mannes folgte Yukine, als er ihm kurz zunickte, während durch das menschenleere Internetcafé marschierte und sich an einen der dort aufgestellten Computer setzte.

Der Besitzer entsann sich schlagartig seiner Pflichten, stellte fahrig das Glas ab und wuselte zu Yukine hinüber. „W-Willkommen!“, stotterte er.
Der Angesprochene warf ihm einen langen Blick zu, während er sich die Jacke auszog. Zum Glück war es hier drin warm genug für ein T-Shirt.
„K-Kann ich Ihnen ir-irgendetwas br-bringen?“
„Danke, nein. Aber darf ich fragen, wie viel eine halbe Stunde Internetzugang an ihrem Laptop kostet?“
Der Mann zupfte nervös am Saum seines Pullis. „E-Einhundert Yen, b-bitte.“
Yukine nickte. So viel sollte er gerade noch haben. „Ich bezahle dann beim Rausgehen, wenn’s Recht ist.“
Der Mann nickte hastig: „Natürlich, j-junger Mann“, und eilte dann wieder hinter den Tresen zurück, wo er sich bedeutend wohler zu fühlen schien.

Yukine unterdessen schüttelte leicht den Kopf, während er den Computer anschaltete und sich noch einmal vergewisserte, dass man von der Theke aus auch wirklich nicht auf den Bildschirm schauen konnte. Dann öffnete er Google.

Zuerst wusste er nicht ganz, was er eingeben sollte, aber ehe er sich versah, steckte er schon mitten in Artikeln und Selbsttests. Zum Glück konnte er Englisch, denn achtzig Prozent der Texte waren nicht auf Japanisch verfügbar.
Aber egal, welche Seite er auch aufrief, überall fand er den Satz: Keiner kann deine Sexualität bestimmen außer dir selber.
Wie sollte ihm das helfen?


Total konzentriert bemerkte er gar nicht, wie sich die Tür zum Café öffnete und wieder schloss und eine Person leichten Schrittes hinter ihn trat, sich vorbeugte und neben ihm auf den Bildschirm starrte.
„Na, Yukine, was liest du denn da?“, fragte Yato keck.


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Na? Wie fandet ihr das Kapitel?
Ich liebe Gravitation, das ist so ein toller Anime, ich würde sogar sagen, einer der Besten seines Genres. Und sogar mit einer deutschen Synchro, die gar nicht mal so schlecht ist.
Als ich letztens mal wieder mehr durch Zufall ein paar Episoden gesehen habe, habe ich auf einmal eine Parallele zu Noragami gesehen, obwohl die zwei sich sonst eigentlich nur durch den Comedy-Anteil ähneln XP
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