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Immortals ~ Fall Out Boy

von Yato-chan
GeschichteHumor, Liebesgeschichte / P12 / MaleSlash
Hiyori Iki Kofuku Nora Yato Yukine
18.01.2016
25.03.2016
10
11.951
12
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05.02.2016 1.216
 
Scherben



I'm still comparing your past to my future,
It might be your wound but they're my sutures

~Fall Out Boy (
Immortals)



Ich vergleiche immer noch deine Vergangenheit und meine Zukunft
Es mag deine Wunde sein, aber es sind meine Wundnähte



Yukine biss die Zähne zusammen. Kalter Wind peitschte ihm Regentropfen ins Gesicht, die sich wie Nadeln anfühlten. Er griff mit beiden Händen nach seiner Kapuze, damit sie ihm nicht vom Kopf gerissen wurde. Nora neben ihm sah auch nicht wirklich glücklich aus. Trotzdem wirkte sie irgendwie zufrieden, als sie endlich die Tür zu dem kleinen Häuschen am Rande der Siedlung aufstieß.
Schnell huschte Yukine an ihr vorbei ins Warme. Er schlüpfte aus seinen Schuhen, hängte seine Jacke auf und schnappte sich eine Decke vom Wohnzimmersofa. Es war zwar klein, dafür aber recht behaglich, was auch für alle anderen Räume des Hauses galt. Das einzige Problem war Nora.
Genau genommen war jedoch nicht sie das Problem. Sie war umgänglich, freundlich, kaufte ein und hielt die Wohnung mithilfe des Kamins im Wohnzimmer warm. Nein, das Problem war Yukines Misstrauen bei jeder ihrer Handlungen. Und dass es langsam aber sicher weniger wurde. Yukine fürchtete sich davor, ihr eines Tages zu vertrauen. Denn dann würde sie seine Seele herausreißen und mit ihren Geta lächelnd darauf herumtreten. Doch er konnte nichts dagegen tun.

Was er jedoch tun konnte war, sich ein für alle Mal zu entscheiden, was genau er nun eigentlich tun sollte.
Er ließ sich vor dem brennenden Kamin nieder. Nora hatte einen Turm aus Holzscheiten gelegt, an dem munter die Flammen leckten.
Er konnte auf keinen Fall so weitermachen wie bisher. So wie das zwischen Yato und ihm gelaufen war, würde es auf keinen Fall lange funktionieren. Früher oder später würde es wieder zum Bruch kommen. Wenn sie es bis dahin überhaupt schafften, wieder zusammenzuwachsen.
Denn wer setzt schon die Scherben wieder zusammen, wenn das, was zerbrochen ist, hässlich war?
Niemand. Man wirft sie weg.
Scherben bringen nun einmal nicht immer Glück, manchmal schneiden sie auch, bis man blutet.
Bis man erkennt, dass es so nicht funktionieren kann.
Kann es dann unter solchen Bedingungen nicht doch auch Glück sein?

Yukine strich mit dem Daumen über die Innenseite seines linken Unterarms. Schneide. Das stand dort.
Es war der Name, den er von seinem neuen Meister bekommen hatte.
Jetzt war er also eine Nora. Es fühlte sich nicht anders an als zuvor auch.
Aber er konnte nicht aufhören, sich zu fragen, ob Yato über ihre Verbindung davon wusste oder nicht.
Was würde er tun, wenn er es wüsste?

Yukine schüttelte den Kopf und zog die Decke fester um sich. Aus der spartanischen Küche stiegen bereits leckere Düfte empor, aber er konnte jetzt nichts essen, er musste sich erst im Klaren darüber sein, wie diese Situation überhaupt entstanden war.

Hiyori und Yato hatten sich geküsst.
Ja. So war es und es brachte ihm nichts, es abzustreiten, obwohl ihm alleine der Gedanke wehtat.
Aber er konnte sich nicht erklären warum.
Dann war er ausgerastet.
Hiyori traf doch eigentlich keine Schuld. Sie hatte nie von Yato verlangt, dass er immer bei ihr war, ob nun körperlich oder mit seinen Gedanken. Sie konnte nicht wissen, dass Yato sich wegen ihr so verändert hatte. Sie war einfach nur von dem heißen Typen geküsst worden, für den sie schwärmte, das war selbst Yukine mittlerweile aufgegangen.
Was Yato betraf war es nicht so viel anders. Er hatte den ersten Schritt machen  müssen und wollte wahrscheinlich auf keinen Fall, dass Hiyori sich bedrängt fühlt. Kein Wunder, dass er dauernd überlegt hatte, wie er es am besten anstellen konnte.
Also wo lag das Problem? Jetzt war ja alles gut. Yato war seine Sorge los und wahrscheinlich glücklicher denn je. Was die zwei taten, hatte nichts mit ihm zu tun.
Ob es das war, was ihn störte?
Oder war es die Beziehung an sich? Er musste endlich lernen, damit klarzukommen, wenn andere Leute ihr Glück in Dingen fanden, die er nicht hatte!
So schwer konnte das doch nicht sein.

„Yukine? Kommst du bitte? Es gibt thailändische Reispfanne“, ließ Nora aus der Küche verlauten.
Er warf einen letzten Blick auf das Feuer. Der Turm war eingebrochen. Übrig bleib nur ein brennendes Wrack, durch das sich die Flammen fraßen und es unaufhörlich mehr und mehr zermürbten.


Schweigend setzte sich Yukine an den Tisch. Nora ließ sich ihm gegenüber nieder und fing an zu essen. Auch Yukine griff nach seiner Gabel und spießte lustlos eine Erbse auf. Nora war definitiv keine schlechte Köchin, aber er war immer noch nicht hungrig.
„Machst du dir Sorgen wegen Yato?“, fragte Nora einfühlsam. Yukine sah sie überrascht an.
Nora lächelte. „Ich erkenne so etwas, weißt du? Ich sehe doch auch, wie es zwischen ihm und Hiyori funkt, wenn sie nur im selben Raum sind.“
Yukine zuckte fast unmerklich zusammen. Selbst Nora hatte es bemerkt?
„Ich bin auch nicht wirklich glücklich darüber. Alleine wegen Yato. Hiyori ist noch Schülerin, aber wenn sie älter ist, wird sie nicht ihr ganzes Leben lang mit jemandem verbringen wollen, den Andere nicht einmal sehen können und den sie vergisst, wenn sie ihn ein paar Tage nicht gesehen hat.“
Yukine stutzte. So hatte er noch gar nicht gedacht.
Nora fuhr fort: „Und selbst wenn sie es wollte, was dann? Yato ist unsterblich, er wird sie um Ewigkeiten überleben. Und glaubst du, er möchte sich um sie kümmern, sobald sie alt und klapprig im Rollstuhl sitzt während er immer noch aussieht wie zwanzig und keinen Tag älter? Was glaubst du würde passieren, wenn Hiyori sterben würde und Yato alleine für weitere Jahrhunderte zurückbliebe?“
Yukine starrte sie an. Sie hatte Recht! Er musste etwas tun, es war für beide nicht gut, was wäre am besten, sollte er-
„Yukine? Alles in Ordnung? Oder bist du eifersüchtig?“ Nora hatte den Kopf in eine Hand gestützt und sah ihn durchdringend an. Sie war hübsch, aber unter all der Verschleierung war ihre Seele schwarz wie die Schwinge eines Raben.
„Wieso sollte ich eifersüchtig sein?“, fauchte Yukine eine Spur zu heftig.
Nora lächelte nur, als sei ihre Annahme bestätigt worden.
Yukine stand abrupt auf. „Ich esse das später“, verkündete er und rauschte aus dem Raum. Trotzdem konnte er Noras nächste Worte noch hören: „Es gibt verschiedene Arten von Eifersucht, Kleiner. Die einzige Frage, die sich jetzt noch stellt, ist, welche davon wir bei dir vorfinden werden. Du bist ein sehr interessantes Lebewesen, auch wenn du es vielleicht nicht weißt.“
Yukine schlug die Tür so feste zu, dass der Schlag durch die gesamte Nachbarschaft hallte.




A/N: Geta sind japanische Holzschuhe, die zusammen mit traditioneller Kleidung (z.B. Kimono) getragen werden. Sie sind auf zwei Querstäben befestigt, weshalb sie so erhöht sind.

Aber ihr kennt sie ja, schließlich trägt Nora sie eigentlich immer ^^


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!!!! Kuckt mal!! Ich habe zwei Sterne bekommen!!
Und so viele Favoriteneinträge, das ist echt toll. Ganze vierzehn Leute, denen meine Geschichte so gut gefällt, dass sie sie favorisiert haben!
Ich freue mich total, vielen Dank!
Und ich habe auch noch ein Autoren-Favo bekommen O.O Juhuuu!! Ich meine: Wie toll ist das denn?

Ansonsten wäre es lieb von euch, wenn ihr einen Kommentar dalasst, wenn ihr das nicht tut, sehen wir uns am Freitag wieder! (Oder zumindest ist das ab sofort der Plan, mal sehen, ob ich das so regelmäßig hinbekomme^^)
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