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Immortals ~ Fall Out Boy

von Yato-chan
GeschichteHumor, Liebesgeschichte / P12 / MaleSlash
Hiyori Iki Kofuku Nora Yato Yukine
18.01.2016
25.03.2016
10
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29.01.2016 1.107
 
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I try to picture me without you but I can’t
‘Cause we could be immortals

~Fall Out Boy (Immortals)



Ich versuche, mir mich ohne dich vorzustellen, aber ich kann es nicht
Weil wir Unsterbliche sein könnten



Yukine wollte wegsehen, aber er konnte nicht. Wie betäubt sah er zu, wie Hiyori ihre leuchtenden Augen schloss. Das Mädchen stellte sich auf die Zehenspitzen und reckte sich Yato entgegen, der seine zweite Hand hob und sie zärtlich an Hiyoris Taille legte.
Das war der Moment, an dem das Band, das Shinki und Gott verband, zerbrach und auf dem Boden in tausend  Stücke zerbarst wie eine schlanke antike Vase auf schwarzem Marmorstein. Und keiner machte sich die Mühe, die Scherben aufzulesen.
Es war, als sei ein Siegel zerbrochen worden. Yukine wusste nicht, wie ihm geschah. Widersprüchliche Gefühle wallten in wenigen Augenblicken in ihm auf, überrollten ihn. Und da brannte die Sicherung durch. Ohne sein Zutun flog seine geballte Faust gegen den Türrahmen.
In derselben Sekunde brach Yato im Zimmer zusammen. Er fiel auf die Knie, krallte die Hände, die eben noch so sanft gewesen waren, in seine Kopfhaut. Es war ein verzweifelter Versuch, dem wütenden Schmerz in seinem Inneren zu entkommen.  

Durch Yukines Adern floss Feuer. Ein Schrei entglitt seiner Kehle, als er die Treppe hinunterhechtete und aus dem Haus stürzte. Die Tür hinter ihm fiel krachend ins Schloss.

Yukine jagte die Straße hinauf. Er wusste nicht wohin, aber es war ihm egal.
In seinem Kopf tobte ein Sturm.
Wie konnte sie nur? Wie konnte Hiyori ihm das antun?
Er war mit all seinen Sorgen zu ihr gekommen, hatte sich ihr anvertraut. Und nun stellte sie sich als das Problem heraus.
Wo war Yato wohl dauernd gewesen? Bei ihr.
Wo waren seine Gedanken? Bei ihr.
Weshalb hatte er sich so von ihm entfernt? Weil er komplett von ihr eingenommen war.
Warum war er so ernst? Weil er sich die ganze Zeit Gedanken darüber machte, wie er mit seinen Gefühlen für sie umgehen sollte.

Aber das war nicht einmal das größte Problem. Schlimmer war: Er hatte ihr vertraut, sie war der erste Mensch gewesen, dem er je seine Ängste gestanden und seine Seele ausgeschüttet hatte.
Und nun hatte sie einfach hinter seinem Rücken all das noch schlimmer gemacht, und das, obwohl sie doch über alles bestens Bescheid wusste.
Yukine fühlte sich betrogen. Er hatte nichts und niemanden. Er war völlig allein.
Er lief langsamer, lehnte sich an eine Hauswand und starrte in den trüben Himmel. Sein Herz pumpte und sein Atem ging stoßweise. Er hatte keinen Schimmer davon, wo er war oder wie er dorthin gelangt war. Kein Vogel war zu hören, nicht einmal ein Auto. Es war stiller als an einem Grab.
Er war mutterseelenallein.
Eine salzige Träne tropfte auf das Pflaster. Yukine schloss die Augen, doch immer mehr Tränen brachen hervor. Sein Körper begann zu zittern.
Wütend auf sich selbst biss er sich auf die Unterlippe, bis sie blutete. Er wollte nicht weinen! Nicht hier und auch nirgendwo sonst!

„Na, hallo! Wen haben wir denn hier?“, fragte eine leise Stimme.
Die kleine Shinki hob den Blick. Durch einen Tränenschleier konnte er Nora erkennen. Sie lächelte.
„Ich will nichts mit dir zu tun haben“, behauptete er, aber es klang leider nicht so überzeugend wie er es sich gewünscht hätte.
Nora ging in die Knie und beugte sich vor, bis ihre Nase fast Yukines berührte. „Aber ich kann dir helfen“, erklärte sie. „Ich kann deine Vertraute werden. Als Waffen würden wir uns niemals betrügen und könnten stets füreinander da sein. Weder ich noch du- keiner müsste mehr alleine sein.“ Ihre weiche Stimme lullte Yukine ein und sie konnte den kleinen Funken Hoffnung in seinen Augen glimmen sehen, den er so sehr zu verstecken versuchte. Langsam hob sie ihre Hand und strich damit Yukines Wange hinab. Ihre Finger waren weich und warm.
Yukine sah sie mit großen Augen an. Ihr war nicht zu trauen, das wusste er. Er durfte ihr keinen Glauben schenken. Aber dennoch… Was, wenn sie die Wahrheit sagte? Wenn sie ihm doch helfen konnte? Er wünschte, er wäre ihr nie begegnet, aber sie war nun auch einmal Yatos Waffe gewesen und -wer weiß?- vielleicht benutzte er sie immer noch. Aber es war egal, was Nora tat oder getan hatte. Er wollte Yato zurück. Seinen Yato. Und für Yato würde er es tun. Oder?
Nora ließ ihre Hand auf seinem Wangenknochen ruhen, leicht wie eine Feder.
Wenn er es nicht versuchte, würde er die Dinge wohl nie Regeln können. Außerdem: Wo sollte er hin? Zu Kofuku bestimmt nicht, da würde Yato auch bald aufkreuzen. Er konnte ihm jetzt nicht gegenübertreten. Zu lebendig war das Bild von ihm und Hiyori. Und Yukine wusste: Was in Hiyoris Zimmer passiert war, war ganz klar Yatos Schuld gewesen.
Er fasste einen Entschluss. Nur dieses eine Mal.

Er richtete sich auf, schüttelte ihre Hand ab, stellte sich breitbeiniger hin und sah nun auf Nora hinab. „Schön. Wie sieht dein Angebot aus?“
Das Lächeln der streunenden Waffe wurde breiter, als sie sich wieder erhob und ein paar Schritte zurücktrat.

***

Yukine strich gedankenverloren mit dem Zeigefinger ein Eselsohr glatt.
„Hier ist noch eine“, meinte Nora fast schon zu freundlich und legte eine weitere Zeitschrift vor ihm ab. „Hast du schon etwas gefunden?“ Stumm schüttelte Yukine den Kopf. „Naja, das wird noch, mach dir keine Sorgen. Nicht alle Meister akzeptieren Noras, weißt du? Deshalb läuft Jobsuche in unseren Kreisen auch oft über Mundpropaganda.“
Yukine schluckte. Das hatte er sich unter Hilfe nicht vorgestellt. Aber andererseits hätte er erstmal eine Möglichkeit an Geld zu kommen, eine Unterbringung und vielleicht würde Yato ja merken, was ihm fehlte, wenn er nicht da war. Wobei er ja vor Jahrzehnten auch sehr gut ohne ihn klargekommen war…
„Schau hier!“, unterbrach ihn Nora. Sie hielt ihm ein schwarz-weiß bedrucktes Flugblatt entgegen. „Das sieht doch toll aus, findest du nicht?“
Yukine nahm ihr den Zettel ab. Die Stellenausschreibung klang in der Tat nicht schlecht.
Aber er konnte nicht aufhören zu überlegen, was Nora davon hatte ihm zu helfen. Sozialität war ihr doch wohl fremd.
Die streunende Waffe sah seine Zweifel, aber sie deutete sie falsch. „Du brauchst keine Angst davor zu haben, eine Nora zu werden. Sieh es mal so: Wenn Yato erst merkt, dass er dich teilen muss, dann will er dich bestimmt zurück, nicht wahr?“
Oder vielleicht tat sie das auch mit Absicht.

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Wisst ihr was? Wir haben mittlerweile zehn Favos für diese Geschichte!!
Danke! Das ist so toll, ich bin ein bisschen sprachlos.
Einer von euch hat mich sogar als Autor favorisiert.                      .
Ich bin total perplex.                                                                                   / \
Puh, wenn das so weiter geht schmeiße ich hier eine Party \(^.^)/
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