Lilith & Lucifer- Gefährliche Leidenschaft

GeschichteRomanze, Fantasy / P18
18.01.2016
05.08.2019
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Die letzten Worte lassen mich aus dem Alptraum erwachen. Es ist immer derselbe. Wie immer, wenn ich einen Alptraum habe, gehe ich nach unten in die Küche, mache mir einen Tee und sitze die zwei Stunden, bis ich zur Arbeit muss, einfach nur da. Nur heute ist etwas anders. Es ist mein Geburtstag, das heißt, dass meine Mum sehr früh aufstehen wird,  um mir zu gratulieren.
„Wieso bist du so früh wach?"
Ich reibe mir die Augen.
„Hatte einen Alptraum."
Meine Hände zittern, während ich die Tasse an meinen Mund führe. Bisher habe ich ihr nie von den Träumen erzählt. Ich weiß nicht an was es liegt, aber ich spüre plötzlich den Drang, ihr davon zu erzählen. Als ob sie meine Gedanken erhört hat, fragt sie mich, ob ich ihr davon erzählen kann. Ich nicke und nehme noch einen letzten Schluck von meinem Tee.
„Der Traum ist immer anders. Aber heute Nacht habe ich sein Gesicht gesehen, Mum."

Laute Musik dringt durch meine Ohren. Ich renne weg, nur wovor weiß ich nicht.
Meine Schritte hallen durch den langen, dunklen Gang wider. Ich kann bereits den Ausgang sehen, aber egal wie schnell ich laufe, er scheint sich von mir zu entfernen.
"Lilith", ruft mir die Stimme zu. Sie klingt so kalt, dass ich Gänsehaut bekomme, aber sie ist noch so weit entfernt.
"Lass mich in Ruhe!", schreie ich und beschleunige mein Tempo.
Ehe ich jedoch den Ausgang, der sich immer weiter von mir entfernt, erreichen kann, hält er mich fest und ich werde gegen die Wand gedrückt.
Ich sehe ihm ins Gesicht.
Eisblaue Augen sehen mich an. Sie fixieren mich. Seine vollen Lippen sind zu seinem boshaften grinsen verzogen.
"Was willst du von mir?"
Er gibt mir keine Antwort, stattdessen streckt er seine Hand nach meiner Wange aus. Fast schon zärtlich berührt er mich, bis ich die unerträgliche Kälte spüre. Sie zerfrisst jeden einzelnen Nerv in meiner Wange. Und sie breitet sich weiter aus. Meine Lippen beginnen zu zittern.

Auf meinem Körper bildet sich Gänsehaut. „Hat er...?", fragt meine Mum und ich schüttele den Kopf. „Hat er nicht."

Die Kälte lässt das Blut in meinen Adern erfireren. Mein Atem geht ganz langsam. Er presst seinen Körper gegen meinen, was verhindert, dass ich nicht zusammensacke.
Dann lege ich meine Hand auf seine, die auf meiner Wange liegt.
Plötzlich verschwindet das Grinsen aus seinen Gesichtszügen. Die Kälte schwindet langsam.
Mir wird wärmer.
„Ich werde dich nicht töten, Lilith. Dein Schicksal ist viel schlimmer als der Tod, denn dein Schicksal, bin ich."
"Tu das nicht!", flehe ich, ohne zu wissen, was er nicht tun soll.
"Wir sehen uns wieder, wenn du dafür bereit bist, Liebes. Du gehörst mir."
Und plötzlich verspüre ich einen stechenden Schmerz in meinen Schläfen.


Meine Mutter sieht mich fassungslos an, als könne sie nicht glauben, was ich ihr soeben erzählt habe.
Ich seufze und reibe mir die Gänsehaut von den Armen. „Wie spät ist es?"
„Halb fünf. Ich finde du solltest heute nicht zur Arbeit."
"Ich kann nicht einfach zu Hause bleiben, wann ich es will." Ich stelle die leere Tasse ins Waschbecken und spüle sie aus.
„Ich mache mir nur Sorgen um dich."
„Was soll schon passieren?"
Ich bezweifle, dass der Traum, nur ein Traum ist. Natürlich habe ich Angst, das Lucifer seine Worte wahr werden lässt, aber ich will mich durch diese Angst nicht bezwingen lassen. Ich wollte nie etwas anderes, als ein normales Leben und dieses werde ich mir nicht so einfach nehmen lassen.
„Versprich mir einfach, dass du dich nicht blenden lässt."
„Wovon?"
„Von seinem Äußeren. Der Mann, der dich zu uns gebracht hat, hat uns erzählt, wie er auf Frauen wirkt."
Ich nicke.
„Ich muss Duschen."

 Unter der Dusche beginne ich mich wieder zu entspannen. Ich brauche einfach nur Ruhe und klare Gedanken. Ich darf mich nicht von der Angst beeinflussen lassen. Ich reibe mich mit Duschgel ein, rasiere mich und wasche mir die Haare. Das heiße Wasser beginnt abzukühlen. Seufzend steige ich aus der Dusche und wickle mich mit einem weißen, rauen, Handtuch ein.
„Lilith, dein Handy klingelt!", ruft meine Mutter. Mike ruft sicherlich an, um mir zu gratulieren. Leider muss er warten, denn erst nehme ich mir die Zeit um meine widerspenstigen, schwarzen, lockigen Haare zu föhnen. Denn diese beanspruchen nämlich sehr viel Zeit und Geduld. Heute will ich einfach das alles nach Plan läuft. Keine Überraschungen. Da ich Geburtstage nicht ausstehen kann, werde ich ihn wie einen normalen Tag verbringen. Meine Mutter backt meinen lieblings Schokoladenkuchen und nachdem ich ihr zur Liebe gegessen habe, mache ich mich auf Wohnungssuche.
  „Lilith dein Handy!", ruft sie wieder, als ich fast fertig mit meinem Make-Up bin. Vorsichtig tusche ich noch einmal meine Wimpern nach.
„Ich komme!"
Ein letzter Blick in den Spiegel und ich bin fertig.
Beim Weg nach unten betrachte ich das Bild von mir, was an der Wand hängt, als ich ein Jahr alt war. Strahlend blaue Augen, ein breites Lächeln und Spinat im Gesicht. Daneben als ich 14 war. Ich verdrehe genervt die Augen, habe ein paar kleine Pickel und halte meine alte Kamera in der linken Hand.
Und jetzt bin ich schon 21.

Mum sitzt am Tisch und blättert in einem Kochbuch herum. Sie lächelt mich an und holt eine kleine hellblaue Schachtel, mit einer schwarzen Schleife hervor.
"Ich sagte doch, dass ich keine Geschenke will."
Sie zuckt lediglich mit den Achseln, steht auf und zieht mich in eine sanfte Umarmung, die ich ohne zu zögern erwidere.
„Alles gute mein Engel." Ich lache. „Ich bin kein Engel, sondern ein..."
„Halbdämon, ich weiß. Für mich bleibst du trotzdem mein kleiner Engel."
Sie gibt mir einen Kuss auf die Wange und drückt mir die Schachtel in die Hand.
„Das ist von deinem Dad und mir. Nur eine Kleinigkeit.", strahlt sie. Ich kann mir nur zu gut vorstellen, dass diese Kleinigkeit, sehr viel Geld gekostet hat, so wie ich meine Eltern kenne. Ich befreie die Schachtel von der schwarzen Schleife und öffne sie. Darin funkelt mich ein silbernes, fein verarbeitetes, Herz an. „Sieh dir das Foto darin an."
Erst jetzt sehe ich, dass man das Herz öffnen kann. Darin ist ein Bild einer Frau mit dunklem Haar, sanften Blick und grünblauen Augen. Es ist Lilian. Sie weiß wie gern ich sie kennengelernt hätte. Meine leibliche Mutter. Lucifer hat sie jedoch getötet. Jedenfalls hat meine Mutter mir das erzählt. Wann genau und wie weiß ich nicht.
„Sie ist wunderschön. Danke Mum."
„Dank nicht nur mir, es war die Idee deines Vaters."
„Ich danke ihm, wenn ich nachher von der Arbeit komme."
Sie nickt und weist mich zum umdrehen hin, was ich tue. Sie legt mir die Kette um und betrachtete sie noch einmal.
„Ich hoffe er nimmt dich uns nicht weg."
„Das wird er nicht. Dafür sorge ich." Sie lächelt, doch ihr Lächeln erreicht nicht ihre sonst so strahlenden Augen.
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