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Cloak and Dagger

GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P18
OC (Own Character) Tony Stark / Iron Man Virginia "Pepper" Potts
18.01.2016
24.01.2016
3
5.913
 
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18.01.2016 1.393
 
Ich war aufgeregt, als ich die Gänge hinab schritt. Mir graute es, meinem Chef gegenüber zu stehen.
Ich hatte doch gar nichts verbrochen? Es war das erste Mal, dass ich persönlich zum Chef zitiert wurde, aber alle, die bisher zum Chef zitiert wurden, kamen sicherlich nicht mit einem Lächeln hinaus.
Ich war doch immer ein anständiges Mädchen gewesen, hatte einen guten High School Abschluss und ein gutes College Diplom geschrieben und nun mit fast sechsundzwanzig Jahren arbeitete ich bei der zweitbesten Firma für Design und die Produktion von Waffen in Amerika, vielleicht war es sogar die zweitbeste Firma in ihrem Gebiet innerhalb der ganzen Welt.

Meine Kollegen warfen einen Blick durch den Türspalt ihrer Büros und beobachteten mich mit einem schelmischen Grinsen. Ihr Vollidioten, dachte ich mir.
Wieso mussten Menschen immer so schadenfroh sein?
Natürlich, jeder empfand in seinem tiefen Inneren etwas Schadenfreude, aber mal ganz ehrlich: ich war nur eine arme Sekretärin aus der Abteilung für Waffendesign und hatte direkt nichts mit dem Boss zu tun und ich fragte mich, was er von mir wollte. Ich hatte meine Arbeit wirklich immer befriedigend bis gut verrichtet. Ich war selten krank, bearbeitete Arbeitsaufträge so schnell wie möglich und war immer freundlich zu den Kunden.
Ich verfügte über vielerlei Sprachkenntnisse, darunter natürlich Business Englisch, gewöhnliches British English, Spanisch, Französisch und Chinesisch.
Als ich in England studiert hatte, hatte ich Chinesisch im Studium und davon war tatsächlich einiges hängen geblieben, da unser Dozent der Meinung war, dass Chinesisch irgendwann Englisch als Weltsprache ablösen würde. Zumindest, was die Wirtschaft anging.

Ich stand vor dem Büro von meinem Boss und klopfte.
Die Zeit, in der ich dort vor seiner verschlossenen Tür stand, kam mir wie eine Ewigkeit vor, weswegen ich seinen Namen laß, der in silberner Schrift an seiner Ebenholz Tür geschrieben stand.
Er persönlich öffnete die Tür und begrüßte mich mit einem Lächeln.
Vielleicht war dieses Lächeln ehrlich gemeint, aber es sah einfach so falsch aus.

„Setzen sie sich bitte, Frau Bennett.“, forderte er mich auf, als er sich hinter seinen Schreibtisch setzte.
Ich rückte meinen Rock zurecht und setzte mich auf den Stuhl vor seinen Schreibtisch.
Ich war noch nie in seinem Büro gewesen, da ich wie gesagt direkt nichts mit ihm zu tun hatte, weswegen ich meine Blicke durch den ordentlichen Raum schweifen ließ.
Jedoch ergriff er das Wort, weswegen ich meine Augen wieder starr auf ihn richtete.
Ich spürte die Nervosität in mir aufsteigen.
„Haben sie eine Idee, wieso ich sie hierher kommen lasse, Frau Bennett?“, fragte er mich.
Ich schüttelte den Kopf.
Er beugte sich mit dem Oberkörper vor.
„Darf ich sie etwas fragen, Frau Bennett?“
„Sicher.“
„Wieso tragen sie ihren Rock immer kürzer, als es die Firmenvorschrift erlaubt?“
Ich spürte, dass ich rot im Gesicht wurde. Es stimmte zwar, was er sagte, aber es war nicht der Grund, dass ich angestarrt werden wollte oder ähnliches. Der Grund war simpel. Ich mochte es einfach nicht, wenn ich in einen zu langen Rock gesteckt wurde. Darin fühlte ich mich unwohl.
Aber was ich mich fragte war: hatte er mich wirklich deswegen hierher zitiert?
Normalerweise bekam meine eine Aufforderung, dies zu unterlassen oder eine kleine Abmahnung, aber musste nicht direkt zum Chef. Wenn er sich um jede Frau in seiner Firma kümmern würde, die ihren Rock zu kurz trug, hätte er keine Zeit mehr für seine Arbeit.

„Haben sie mich deswegen in ihr Büro geholt?“, fragte ich.
„Beantworten sie meine Frage, Frau Bennett.“, forderte er mich mit ernster Stimme auf.
„Ich fühle mich unwohl in längeren Röcken.“, sagte ich nur, aber immerhin war ich ehrlich.
„Falsch.“, sagte er und zeigte mit seinem rechten Zeigefinger auf mich.
„Wie bitte?“
„Sie tun es, weil sie es können.“
Verwirrt schaute ich ihn an.
„Wissen sie, sie sind eine schöne und kluge Frau.“, sagte er und wandte sich zu seinem Fenster.
Er zog die Gardinen bei Seite, so dass die pralle Sonne in sein Büro einfiel, weswegen ich meine Augen zusammen kniff.
„Sehen sie das, Frau Bennett?“, fragte er mich.
„Was soll ich da sehen? Die Skyline unserer Stadt.“, sagte ich nur.
„Nein, das Gebäude.“, sagte er und verdrehte die Augen, als er mit seinem Finger auf ein spezielles Gebäude zeigte.
„Das ist der Stark Tower.“, sagte ich verwirrt.
Ich verstand immer noch nicht, was genau er jetzt von mir wollte.
„Und wem gehört der Stark Tower?“
„Stark Industries.“
„Und wer leitet Stark Industries?“
Was sollte das hier? Ich wollte nicht unbedingt das „Frage-Anwort Spiel“ spielen.
„Tony Stark.“, sagte ich unsicher, da der Boss mich immer mehr verwirrte.
„Falsch!“, schrie er freudig und zeigte erneut mit dem Finger auf mich.
„Vor kurzem hat Tony Stark die Rechte an Stark Industries an seine ehemalige Assistentin Pepper Potts übertragen.“, sagte er erneut sehr erfreut.
„Entschuldigen sie, das wusste ich nicht.“, sagte ich und sah zu Boden.
„Dafür müssen sie sich nicht entschuldigen, Frau Bannett. Aber es gibt einen Grund, wieso ich sie herbestellt habe und es ist nicht die Länge ihres Rockes gewesen. Wissen sie, da Tony Stark die Leitung seiner Firma Frau Potts übertragen hat, wird er eine neue Assistentin brauchen.“, sagte er.
„Und was habe ich damit zu tun?“, fragte ich verwirrt, aber immer noch freundlich.
„Nun, Frau Bannett, ich möchte, dass sie diese Assistentin werden.“, sagte er.
„Ich? Aber ich habe doch hier meine Arbeit und ich verstehe nicht wieso-“
Er unterbrach mich.
„Wissen sie, Hammer Industries ist derzeit die zweitbeste Waffendesign und Produktionsfirma auf der ganzen Welt. An erster Stelle steht Stark Industries und das schon seit Ewigkeiten. Ich möchte, dass sie seine Assistentin werden, damit sie, sie wissen schon, für die Entwicklung von Hammer Industries sorgen können.“, grinste er schelmisch.
„Sie wollen also, dass ich Informationen von Tony Stark klaue?“, fragte ich.
„Kluges Mädchen. Doch nennen wir es nicht klauen, nennen wir es lieber kopieren, borgen oder wie sie wollen, nennen sie es stehlen oder klauen. Ich möchte, dass sie sich das Vertrauen von Tony Stark aneignen. Sie werden alles tun was er sagt, damit er vollstes Vertrauen in sie gewinnt. Wenn er sagt springen, dann springen sie, wenn er sagt ausziehen, dann ziehen sie sich aus, wenn er sagt gehen, dann gehen sie, verstanden?“, fragte er mich.
Ich überlegte kurz, was ich darauf antworten sollte. Er bat mich also wirklich einen anderen Mann auszuspionieren.
„Aber wieso ich? Wieso beauftragen sie nicht eine Schauspielerin, die das macht? Oder eine Agentin?“, fragte ich.
„Weil sie, Frau Bannett, Charme besitzen und wie ganz Amerika weiß, steht Tony Stark auf charmante, gutaussehende Frauen. Möglicherweise ist das seine einzige Schwäche. Naja, Frauen und Alkohol, aber ich kann ja schlecht ein Glas Whisky damit beauftragen, mir Informationen zu beschaffen.“, lachte er.
„Was wird mit meinem Job hier?“, fragte ich.
„Wir finden schon einen Ersatz. Ihre Daten werden wir aus der Datenbank von Hammer Industries löschen, damit niemand Verdacht schöpft und ihre Herkunft nachvollziehen kann. Offiziell sind sie nach ihrem Studium arbeitslos gewesen. Wissen sie, sie sind perfekt für den Job, da sie sich nie in der Öffentlichkeit gezeigt haben. Sie arbeiten noch nicht einmal zwei Jahre hier. Es würde niemandem auffallen.“, sagte er.
„Was ist, wenn ich ablehne?“
„Dann können sie von mir aus ihre Sachen packen und gehen.“
„Sie würden mir kündigen?“
„Oh nein, ich würde ihnen nicht nur kündigen. Ich würde dafür sorgen, dass sie nie wieder einen Job finden würden. Ich würde ihnen das Leben zur Hölle machen. Sie können sich entscheiden. Entweder sie tragen zur Entwicklung von Hammer Industries bei und sorgen dafür, dass wir die erfolgreichste Firma für Waffenproduktion weltweit werden und überall an erster Stelle stehen oder sie packen ihre Sachen und landen auf der Straße.“, sagte er und funkelte mich mit äußerst bösen Augen an.
Ich überlegte und schwieg.
Sollte ich es tun? Ich kannte Tony Stark nicht, doch ich hatte aus den Medien natürlich auch mitbekommen, dass er ein gottverdammter Playboy war, der unter zu viel Narzissmus litt.
Eigentlich hatte ich keine Wahl und ich dachte mir, dass ich immer noch abbrechen und es mir anders überlegten könnte.
„Ich mach's.“, sagte ich nur.
„Sehr schön. Ich werde ihnen weitere Anweisungen geben. Morgen stellen sie sich erst einmal bei Stark vor.“, sagte er.

Ich verließ mit einem mulmigen Gefühl das Büro und schaute am Ende des Ganges noch einmal auf die silbernen Buchstaben zurück.
Jetzt wusste ich, wieso niemand aus dem Büro von „Justin Hammer“ mit einem Lächeln heraus ging.
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