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Knight Rider - New Divide

von Ranja
GeschichteAllgemein / P16 / Gen
Knight Industries 2000 / KI2T Knight Industries 3000 / KI3T Michael Knight Mike Knight / Mike Traceur
17.01.2016
14.01.2018
5
10.913
1
Alle Kapitel
11 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
17.01.2016 2.155
 
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KAPITEL  1 – Ein neues Jahr beginnt..
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..vergesst alle guten Vorsätze, lasst alle Hoffnung fahren – Am besten, grabt ein Loch und setzt euch rein! Ein sehr tiefes Loch!

Bernd das Brot




Februar 2010, Huntington Lake


„Sag mal, wie konntest du nur hier herauf in die kalten Berge ziehen?“

Fröstelnd mummelte sich Mike tiefer in seinen Rollkragenpullover. Er versuchte, sich die Hände an der heißen Tasse Kaffee zu wärmen, aber umsonst.

Wie hatte er überhaupt zusagen können, mit Sarah übers Wochenende an den Huntington Lake zu seinem Vater zu fahren? Er liebte Sonne, Wärme und die temperaturbedingte Gelassenheit Südkaliforniens.. nicht die raue Kälte der Berge.

Zumal sich KITT auf dem schneebedeckten Untergrund alles andere als leicht tat. Ohne die Transformation in den Pickup wären sie wahrscheinlich schon in der ersten Kurve stecken geblieben. Und morgen wollte Sarah mit ihm Ski fahren..

Gott, was hatte er nur verbrochen?!

„Weil ich hier meine Ruhe habe“, grinste Michael zurück, ebenfalls in einen dicken Pulli eingeflauscht. „Ich habe die Wälder und Berge zum Schutz, den See im Sommer zum Schwimmen  und im Winter eine superschöne Skilandschaft.“

Er sah kurz auf Mikes Begleiterin, Sarah. In ihren grünblauen Augen funkelte die Entschlossenheit auf, und Michael wusste, dass sein Sohn ihr faktisch nichts entgegen setzen konnte. Irgendwoher kam ihm das so verdammt bekannt vor..

„Ich freue mich auch wirklich, dass ihr hergekommen seid“, bedachte er die beiden mit einem freundlichen Blick. „Geht es euch gut dort unten?“

Ein wenig Sorge schwang in seinem Gesicht mit, da er von Kitt schon Einiges über die aktuellen Umstände gehört hatte. Die KI hatte sich nach den chaotischen Ereignissen von vor zwei Monaten dennoch entschieden, weiterhin für die neu gegründete Foundation zu arbeiten und zu helfen, wo sie konnte.

Alles andere hätte Michael auch gewundert.

Was hätte Kitt denn sonst hier draußen machen sollen? Er suchte nach einer sinnvollen Beschäftigung - und was lag näher, als dort weiter zu machen, wo sie vor 23 Jahren aufgehört hatten?

Dem ehemaligen Cop freilich war das Ganze zu viel Stress, und wenn er die beiden erschöpften jungen Leute so vor sich ansah, beglückwünschte er sich für seine Entscheidung. Es verwunderte ihn ohnehin, wie viel Durchhaltevermögen sein Schützling mittlerweile entwickelt hatte, wenn es darum ging, für Recht und Ordnung einzutreten.

„Jetzt, wo das FBI weg ist, ist es definitiv einfacher“, nickte Mike und schlürfte an seinem Kaffee. „Endlich kein Rumgeschubse mehr. Aber ich bin froh, dass Dr. Graiman uns unterstützt und ab und an auch mal die zwei Streithähne auseinanderhält.“

Michael lachte. „Also hat sich das nicht geändert.“

„Nope.“

„Nimm es ihnen nicht übel, Mike“, versuchte Sarah ein Lächeln und drückte seinen Arm. „Ich hab’s dir doch schon erklärt. Beide lernen voneinander. Und du weißt, wie sehr sie sich etwas auf sich einbilden.“

„Leider..“, zog der Ex-Army eine verstimmte Grimasse. „Du weißt, ich traue ihm immer noch nicht so ganz über den Weg. Du weißt, was er getan hat.“

Michael nickte, sein Gesicht wieder ernst. „Ich verstehe dich. Aber ich versichere dir, dass er dir nichts antun wird. Weder dir noch Sarah noch sonst irgendwem aus dem Team. Und auch niemand Anderem.“

„Bist du dir da so sicher?“

Der ältere Mann blieb stumm, sein Blick in die Tasse gerichtet. Ein trauriger Ausdruck huschte über sein Gesicht.

„Nein.“

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Samstagvormittag, China Peak Resort, Huntington Lake

Wie verabredet warteten Mike und Sarah am nächsten Tag vor dem Sammelplatz der Unterkunft, die sie beide für die Tage bezogen hatten. Platz wäre genug in Michaels Haus gewesen, aber das nette, kleine Hotelzimmer im Skigebiet hatte den jungen Mann dann doch angelächelt..

Widerwillig also hatte sich Mike in Skiklamotten bequemt und stapfte ziemlich unbeholfen durch den Schnee. Wie konnte man mit solchen Dingern denn fahren?!

Sarah hingegen schien sich wie im siebten Himmel zu fühlen und zog bereits einige Kurven mit ihren Skiern, indem sie sich geschmeidig in die Kurven legte. Mit einer eleganten Wendung kam sie kurz vor KITTS Motorhaube zum Stehen, der ihr applaudierte. „Sehr gut, Sarah! Sie haben den Bogen raus, wie man so schön sagt.“

„Danke dir“, strahlte die junge Frau unter ihrer dicken Mütze und bewarf Mike mit ein paar Schneebällen, die sie formte. „Hier, fang!“

Der Ball landete zielsicher in Mikes Genick.

„Hey, was soll das?!“, schoss der Ex-Army zurück und landete die ersten Bälle mit einem dumpfen <Fump> auf KITTs Scheinwerfern und Scheibenwischern.

„Wenn Sie ein wenig höher zielen, dann sollte die Flugroute genau hinter meinem Heck enden“, gab ihm das Auto Tips, „Sarah versteckt sich dort.“

„Ok, KITT“, grinste Mike den Wagen an und schoss ein paar Bälle kurz nacheinander über das Auto. Dem kurzen Quietschen nach zu urteilen war er erfolgreich.

„Du Verräter!“, wischte sich Sarah lachend den Schnee vom Gesicht und fuhr elegant um das Auto herum, ein Schneeball in ihrer Hand. „Er hätte mich nicht einmal bemerkt!“

„Natürlich hätte er das nicht“, erklärte sich KITT genauer. „ Aber ich wollte ihm wenigstens den Hauch einer Chance geben.“

„Eigentlich sollte ich eher dich bewerfen als Sarah, meinst du nicht auch, KITT?“

Mike lächelte säuerlich, in der Hand den Schneeball. Aufs Geratewohl schoss er Richtung Auto – und traf stattdessen dessen Vorgänger, der soeben mit Michael um die Ecke bog und sich nicht schnell genug hatte ducken können.

Der Pulverschnee rieselte von seinen Haaren, und der Brünette sah sich einem mehr als indignierten Blick gegenüber.

„Das sind ja nette Aussichten“, kommentierte der Schwarzhaarige das Ganze trocken und wischte sich den Rest vom Gesicht. War das Zeug vielleicht kalt.. und nass.. „Ich wusste, wieso ich nicht mitkommen wollte.“

„Ach, hab dich nicht so“, klopfte ihm Michael lachend auf die Schulter. „Das gehört dazu.“

„Für Sie vielleicht.“

„Tut mir leid.. Kitt“, erkannte der Ex-Army in dem jungen Mann einen Verbündeten und grinste ihn an. „Es sieht so aus, als säßen wir beide im selben Boot.“

„Wenn du die Tatsache meinst, dass wir quasi erpresst worden sind und für dieses Wetter gänzlich unkompatibel, dann ja“, ruckte sich der Schwarzhaarige seine Winterjacke zurecht, die er von Michael bekommen hatte. „Abgesehen davon: Was soll schon spannend sein, einen Berg hinunter zu fahren? Viel wahrscheinlicher ist es doch, in irgendjemanden hinein zu donnern. Und wenn man unten ist, was dann?“

„Dann gehst du wieder hinauf und fährst erneut hinunter“, erklärte ihm Michael das Ganze und schnallte sich seine Skier fest.

Doch Kitt schüttelte nur den Kopf. Das machte definitiv keinen Sinn.. Wozu er überhaupt mitgekommen war, wusste er auch nicht. Wahrscheinlich war es der angeborene Beschützerinstinkt, damit Michael keinen Unfug anstellte..

Abgesehen davon brauchte der Hund Auslauf.

Auf seinen kurzen Pfiff hin kam ein grauweißer Wuschelpelz angerannt, der über und über mit Schnee bedeckt war und freudig bellte.

„Du siehst ja vielleicht aus, Mercutio“, beugte sich Sarah zu ihm hinunter und tätschelte den Husky hinter den Ohren, der sie angrinste wie ein Honigkuchenpferd. Sie formte einen Schneeball und hielt ihn vor dem Hund hoch. Wie ein Flummi sprang er auf und ab und wartete darauf, dass sie den Ball warf.

„Mercutio!“, tadelte Kitt den Hund. „Mach Sitz.“

Folgsam tat der Husky wie befohlen und sah sein Herrchen abwartend aus stahlblauen Augen an.

„So ist es besser“, kraulte ihn der junge Mann hinter den Ohren und nickte Sarah zu, den Ball zu werfen. Begeistert jagte der Hund davon und stob durch den Schnee wie ein wildgewordenes Kaninchen.

„Nun denn, ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei dieser merkwürdigen Tätigkeit“, verabschiedete er sich höflich und ging dem Fellknäuel hinterher, um sich die Zeit zu vertreiben. „Wir sehen uns dann später, Michael.“

„Ist gut“, rief ihm der ältere Mann hinterher und wandte sich dann den beiden jungen Leuten zu. Er überprüfte noch einmal kurz den Sitz der Skier. „Können wir dann?“

++++++++++

Sonntag, Mittag

„Ich hab Muskelkater, Sarah! Nein!“, beschwerte sich Mike am Sonntag lautstark, als er in dem großen, weichen Bett wie gerädert aufwachte. Der gestrige Tag war in mehrerer Hinsicht anstrengend gewesen:

Die halbe Zeit hatten ihn Sarah und sein Vater bergab und bergauf gejagt, bis er nicht mehr gewusst hatte, wo oben und unten war..  anschließend waren sie noch einen trinken gegangen und ja, der Rest des Abends war entsprechend nett verlaufen.

Jetzt kam die Rechnung.

„Ich gehe nicht mit!“

„Ach, warum denn nicht?“

Sarah setzte ihre verführerischste Miene auf, und Mike fühlte seinen Widerstand brechen. Wie schaffte es diese Frau nur immer wieder, ihn schwach werden zu lassen..?

„Du siehst deinen Dad nur noch heute, sieh es so. Da können wir doch einen Spaziergang zu ihm machen und uns den See anschauen.“

Sie legte ihren Arm um Mikes Schultern und kuschelte sich an ihn. „Abgesehen davon wollte ich Bonnie noch ein paar Dinge fragen. Sie hat mit der ganzen Sache einfach mehr Erfahrung.“

„Na gut..“, seufzte Mike genervt und suchte sich seine Sachen. „Ausnahmsweise.“

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Nach einem längeren Nachmittagsgespräch, in das nicht einmal ein Funkspruch Dr. Graimans Störung brachte, verabschiedeten sich Sarah und Mike von Michael und Bonnie, um wieder hinunter ins Santa Clarita Valley zu fahren.

Eigentlich war es hier oben ja doch ganz nett..

Aber die Pflicht rief. Und da das FBI nun auch weg und die Dinge damit wesentlich entspannter waren, freute sich Mike irgendwo auf die nächste Woche.

Nach zwei Stunden Fahrt allerdings meldete sich sein Magen mit einem lauten Grummeln.

„Hast du Hunger, Mike?“, schmunzelte Sarah und warf ihrem Kollegen und vielleicht Freund einen amüsierten Blick zu. „War das Wochenende so anstrengend, dass du jetzt so einen Kohldampf schiebst?“

„…“

„Wieso antworten Sie nicht, Mike?“, warf KITT, der wieder die Form des schwarzen Mustangs angenommen hatte, verwirrt in den Raum. „Wissen Sie auf Sarahs Frage keine Antwort?“

„Doch KITT“, knirschte der Brünette verlegen, „Aber das geht dich nichts an..“

„Verstehe. Ich habe meine Datenbanken schon nach passenden Restaurants und Cafés durchsucht, die wir in der nächsten Viertelstunde passieren werden. Irgendwelche Vorlieben?“

„Was hast du zur Auswahl, KITT?“, schmunzelte Sarah weiterhin vor sich hin und genoss das Gefühl, Mike zum Schweigen gebracht zu haben. Der Junge war doch einfach zu durchschauen..

„Da wir in kurzer Zeit durch Bakersfield fahren, gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten:“, fing der Mustang an, aufzuzählen. „Von Dennys über Chuck E. Cheese, Round Table Pizza oder einem japanischen Restaurant ist alles dabei..“

„Mc Donald’s!“, rief Mike in den Raum, um die peinliche Stille nicht Überhand nehmen zu lassen.

„Dann nehmen Sie die Ausfahrt 21 auf dem Golden State Highway, wenn wir in Bakersfield sind und biegen danach auf die White Lane Richtung Osten ab. Nach circa 400 Metern nehmen Sie rechts die Protero Lane.“

KITT sah kurz auf seine Tankanzeige.

„Da eine Tankstelle gleich daneben ist, schlage ich vor, dort ebenfalls zu halten. Das kalte Wetter als Pickup haben doch mehr Benzin gebraucht als ich dachte.“

„Wohl eher deine Rumkurverei oben am See..“, nuschelte Sarah in sich heinein.

„Wie bitte?“

„Nichts, Mike.. nichts..“

Sarah tappte mit den Fingern auf die Fensterlehne. Nichts konnte ihren Tag noch trüben, einfach gar nichts.

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Nach dem kurzen Stop beim Schnellrestaurant hielt der Brünette wie von KITT angeordnet an der Tankstelle, um ein paar Liter Super in den Tank zu füllen.

Er sah sich ein wenig müde um, und entdeckte im einsetzenden Dunkel eine weibliche Gestalt, die wohl offenbar immense Probleme mit ihrem Auto hatte.

Der silberne Porsche rauchte an allen Enden  und verzweifelt raufte sich die Dame ihre rotgelockten, langen Haare.

Ehe er sich versah, stand der junge Mann vor ihr: „Hey.. kann ich dir irgendwie helfen?“

„Wohl weniger“, seufzte die junge Dame und wies auf ihr offenes Heck. „Mir ist der Kühler hochgegangen, in meiner Eile habe ich nicht drauf geachtet und nunja.. du siehst das Ergebnis.“

„Wo wolltest du denn so eilig hin, dass du dafür einen 80.000 Dollar 911er schrottest?!“, konnte sich Mike den Kommentar nicht verkneifen. Da blutete das Rennfahrerherz…

„Ich war auf dem Weg ins Santa Clarita Valley, genauer gesagt zu einem gewissen Dr. Graiman von der Foundation für Recht und Verfassung.“

Sie schenkte Mike ein gewinnendes Lächeln. „Du fährst nicht zufällig in dieselbe Richtung?“

Einen Moment lang überlegte der Brünette  - Er erinnerte sich dunkel, dass ihnen Dr. Graiman etwas über einen Fall von Industriespionage und –sabotage erzählt hatte, der sich vor Kurzem zugetragen hatte. Die entsprechend geschädigte Person hatte sich ihm anvertraut und wollte zu ihm kommen, um ihn um Hilfe zu bitten..

Ja, doch.

Das war gut möglich.

Zufällig fahren wir genau da hin“, grinste der Ex-Army die junge Dame an, und reichte ihr den Arm, um sie von ihrem qualmenden Auto wegzuführen. „Soll ich dir noch den Abschleppdienst rufen?“

„Ist schon erledigt“, meinte die Rothaarige sachlich und holte ihren Laptop und Notizen aus dem Porsche. Sie reichte Mike die Hand. „Ich bin übrigens Diana.“

„Mike“, erwiderte der Brünette kurz. „Freut mich.“

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Genug des Einstiegs. Ich fand, ein wenig positiv sollte die Story schon anfangen. Und wer mich kennt, weiß, dass das nicht lange so bleibt. Aber nach all dem Stress hatten sich die Helden eine kurze Pause verdient. :)

Bin mal gespannt, was Sarah zur neuen Eroberung sagt..
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