Nussknacker, Weihnachtsengel und Vorsätze fürs neue Jahr

GeschichteRomanze / P18
Andy Flynn Sharon Raydor
17.01.2016
27.01.2016
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Nussknacker, Weihnachtsengel und Vorsätze fürs neue Jahr

Es war ein komisches Gefühl für Sharon. Nicole hatte sie und Rusty zur Aufführung ihrer Kinder eingeladen. Wieder gab es den Nussknacker, wie schon im Vorjahr. Allerdings hatten sich diesmal die Voraussetzungen etwas geändert. Andy hatte seiner Familie Sharon als die neue Frau an seiner Seite verkauft.
Bei einem gemeinsamen Abendessen hatte sie versucht, alles klar zustellen. Aber Rustys Worte auf dem Weg zum Ballett hatten ihr doch zu denken gegeben. Hatte Rusty Recht, und sie waren mehr als nur Freunde? "Wir daten nicht!" hatte sie zu ihrem Sohn beim raus gehen gesagt und Rusty erwiderte grinsend und sagt nur "gelegentlich"
Sie fühlte sich wohl in Andys Gegenwart, mehr als das, sie fühlte sich sicher und geborgen. Sharon konnte sie selbst sein, ohne ständig auf der Hut vor bösen Überraschungen sein zu müssen. Und sie musste sich nicht verstellen, sie musste nicht ständig die starke Frau spielen. Sharon konnte in Andys Gegenwart eine ganz normale Frau Anfang der Fünfziger sein.

Vor den Feiertagen hatte Sharon Raydor Zeit zum nachzudenken. Ricky und Emily waren damit beschäftigt, Rusty in die hohe Kunst der Weihnacht einzuführen. Denn Weihnachten bestand aus mehr als nur aus dem Nussknacker.
Sharon war in ihrem Lagerraum und suchte nach dem Weihnachtsschmuck. Neben den, von Rick und Emily gebastelten Dingen, waren es überwiegend Engel, die in den vielen Kisten verstaut waren. „Man kann nie genug Engel haben“ sagte sie im letzten Jahr zu Rusty. Sie ertappte sich dabei, wie sie verschiedene Melodien aus dem Tschaikowsky Ballett summte. Sharon setzte sich, mit einer Kiste auf dem Schoß, auf einen alten Stuhl der im Lagerraum stand. Dabei musste sie an Nicoles Kinder denken, die mit so viel Eifer und Begeisterung über sie Bühne getanzt sind. Und da waren Sharon Raydors Gedanken auch schon wieder bei Andy Flynn.

Das Klingeln ihres Handys riss sie aus ihren Gedanken. Es war Ricky. „Hey Mom, ist alles in Ordnung oder brauchst du Hilfe? Du bist schon so lang im Keller und wir wollten doch noch Geschenke einkaufen.“ Sharon erwiderte nur kurz „ich bin gleich wieder oben Schatz“ und legte auf. Sie griff einige Kisten und ging wieder zu ihren drei Kindern, die bereits auf sie warteten. „Schmücken können wir nachher noch“ sagte sie und lachte, denn Ricky, Emily und Rusty waren aufgestellt, wie drei Orgelpfeifen.

Auf dem Weg in die Stadt rief Amy Sykes an, es hatte einen Mord gegeben, der merkwürdiger war als sonst. Da Lieutenant Provenza die Anrufe des Captains ignorierte, beschloss Sharon kurz mal am Tatort vorbei zu schauen.
Ihre Kinder wussten schon, was das zu bedeuten hatte. Weihnachten und die damit verbundenen Traditionen waren in Gefahr. Auch die vom Captain so liebevoll geplante Weihnachtsfeier bei ihr Zuhause für ihre Mannschaft stand auf sehr wackeligen Beinen.

Emily und ihre zwei Brüder bemerkten schnell, dass ihre Mutter schon wieder voll in ihrem Element war. Rusty stellte sich dicht neben Andy Flynn und flüsterte „Halten Sie uns über die zeitlichen Abläufe auf Stand. Dann können wir zur Not die Party ins Büro verlegen.“ Andy stimmte lautlos und mit einem schelmischen Augenzwinkern zu. Eine verbale Antwort hätte zu viel Aufsehen erregt.
Es war nicht einfach eine Party so vorzubereiten, dass sie an zwei Orten stattfinden konnte. Nach Andys SMS kristallisierte sich aber immer mehr hinaus, dass die Party wohl im LAPD steigen würde und nicht im Hause Raydor. Aber Ricky, Emily und Rusty entpuppten sich zu wahren Partyplaner Genies. Als alles im Pausenraum aufgebaut war, machte Rusty, kaum bemerkbar, auf sich aufmerksam. Flynn hatte seine Kollegen, die sich alle schon sehr auf die kleine Feier beim Captain gefreut hatten, von dem Plan der Raydor Kinder erzählt.

Sharon saß über Akten gebeugt an ihrem Schreibtisch. Das sanfte klopfen sorgte dafür, dass sie ihren Kopf anhob und „Herein“ sagte. Als sie den klopfenden Übeltäter sah, legte sie ihr weihnachtlichstes Lächeln auf. Es war Andy, der seinen Kopf zur Tür rein steckte und sie kurz auf den neusten Stand der Ermittlungen brachte. Es sah so aus als wolle er die Tür schon wieder schließen, aber dann sagte er sanft lächelnd „ Weißt du, wenn du es zu den Feiertagen nicht nach Hause schaffst, vielleicht kann dann dein Zuhause zu dir kommen“.

„Fröhliche Weihnachten“ sagte er sanft, als er für Sharon die Tür zum Pausenraum öffnete. Und Sharon Raydor, die immer so taffe und starke Frau merkte, das zwischen ihr und ihrem Lieutenant mehr war als nur eine Freundschaft. Sie schaute sich die Weihnachtsdeko im Pausenraum an. Andy war ihr nicht von der Seite gewichen. Er wiederholte, diesmal noch sanfter das „Fröhliche Weihnachten.“ Unbewusst hatte sie sanft ihre Hand auf deine Brust gelegt. Leider holten die anderen um sie herum die beiden schnell wieder in die Realität zurück. Sharon bemerkte, dass irgendwas mit ihren drei Kindern nicht stimmte. „Entschuldige mich“ flüsterte sie zu Andy und schenkte ihm ein Lächeln, welches ihn dazu brachte ihr, sehnsüchtig hinterher zu schauen.
Immerhin schaffte es Flynn noch bevor sich die kleine Feier auflöste unbemerkt Rusty ein Geschenk für Sharon zu geben.
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