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Sezuka&Hikari ~ Lonely Fate

von Ararinia
GeschichteSchmerz/Trost, Übernatürlich / P16 / Gen
Murasaki Nice OC (Own Character)
16.01.2016
05.03.2016
4
10.626
 
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16.01.2016 1.753
 
Hallöchen ~*~*~
Willkommen zu einer neuen FF, die ich zusammen mit einer Freundin schreibe. Die Hauptcharaktere - Sezuka und Hikari - sind eine Eigenkreation von mir. Die Texte aber schreibt Diabolik Shirone, da mir die Zwischenleitungen nicht vernünftig einfallen wollen. Ihr könnt ja mal bei ihr vorbei schauen.
http://www.fanfiktion.de/u/Diabolik-Shirone
Jedenfalls arbeiten wir zusammen daran, das Urheberrecht an den beiden Hauptcharakteren gehört jedoch mir. Ich hoffe, euch gefällt dieses Crossover und mögt die beiden Mädchen :D
Diese FF wird unter zwei Themen stehen (man kann eine FF ja nur einem Anime zuordnen, doch diese FF bezieht sich sowohl auf Hamatora als auch auf Diabolic Lover. Dort hat Diabolik-Shirone dasselbe Kapitel noch einmal hochgeladen, also nicht wundern. Wer Diabolic Lovers nicht kennt, sollte den Wikipedia Artikel lesen, bevor er weiterliest. Das reicht schon XD
Nun aber genug gelabert. Viel Spaß ^^
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Worte können viel. Manchmal zu viel; sie können einen trösten, einen glücklich machen oder dafür sorgen, dass man sich wie etwas ganz Besonderes fühlt. Allerdings haben sie auch den gegenteiligen Effekt – Zerstörung. Demütigung, Hass, Trauer. All das kann mit nur wenigen Worten ausgedrückt werden, doch man sollte aufpassen, denn oft kann man Worte nicht zurücknehmen, wenn sie erst einmal ausgesprochen wurden. Damals glaubte ich nicht daran. Wie hätte ich, ich war erst vier Jahre alt gewesen. Zu diesem Zeitpunkt dachte ich noch, die Welt wäre heil und wunderschön. Ich hatte liebende Eltern und eine Schwester, die ich mehr liebte als alles andere auf der Welt. Sie war meine andere Hälfte gewesen, mein zweiter Seelenteil, meine Zwillingschwester. Hikari.

Töten. Töten. Das war es, was die Stimme in meinem Kopf mir immer und immer wieder zugeflüstert hatte. Ich wollte das nicht, hatte meinen Kopf geschüttelt und versucht, sie zu vertreiben. Ich wusste doch nicht einmal, was dieses Wort bedeutete. Ich hatte es gefühlt; dass etwas in mir war, mich kontrollieren wollte. Es war böse. Ich war ein braves Kind, doch es war nur natürlich, dass das Böse über das Gute siegen würde, wenn das Gute noch unschuldig und klein war. Es hatte nur einen Satz gebraucht: „Du kriegst das Bonbon nicht, das will ich.“
Ich war wütend geworden, hatte mit den kleinen Füßen gestampft und herumgebrüllt. Ich konnte sehr stur sein, wenn ich wollte. Meine Eltern hatten kein Erbarmen mit mir und hatten strenger mit mir geredet. So waren sie nie gewesen; Hikari und ich waren ihr Ein und Alles gewesen, doch an diesem Tag hatten sie zum ersten Mal ihre Hand gegen mich erhoben – ihre vierjährige Tochter. Und das wegen eines solch banalen Grundes. Ich war augenblicklich verstummt und hatte sie geschockt aus meinen großen Augen angeblickt. In ihren Augen hatte ich die Enttäuschung gesehen. Hikari hatten sie nie so angesehen. War es, weil ich anders als sie war? Weil ich Fuchsohren und einen Schwanz hatte? Meine Wange hatte gebrannt und die Tränen waren mir übers Gesicht gekullert, doch in meinem Kopf war nur dieses eine Wort, was sich wiederholte: töten.

Das war der Moment, wo mein schönes Leben geendet hatte. Meine Eltern hatten mich wegen meines unmöglichen Verhaltens in mein Zimmer geschickt, und Hikari hatte mir die Zunge rausgestreckt, weil sie das Bonbon für sich bekam, dabei war es meine Lieblingssorte gewesen. Hikari dagegen konnte sie nicht leiden, sie wollte mich nur ärgern. Und da hatte ich die Worte gesagt, die so viel Macht hatten, dass ich sie nie wieder zurücknehmen konnte: „Ihr seid so gemein! Ihr habt Hikari mehr lieb, weil sie normaler als ich ist. Ich hasse euch, aber ganz besonders dich, Hikari!“

Die Stimme hatte langsam die Kontrolle übernommen, sich wie eine schützende Decke über mich gelegt und hatte mir beschwörend ins Ohr geflüstert: „Es ist alles gut, schlaf jetzt, ich übernehme.“ Ich hatte der Stimme vertraut, und meine Augen geschlossen.

Was danach passiert war, hatte ich nicht mehr steuern können. Das Wesen in mir hatte meinen Körper übernommen. Ich sah alles wie im Traum. Die Münder meiner Eltern hatten sich bewegt, doch ich hörte ihre Stimmen nicht. Alles, was ich gesehen hatte, war mein Spiegelbild im Küchenfenster. Mein sonst schwarzes Haar, das dem von Hikari so ähnlich war, wurde länger und färbte sich komplett silbern – jedoch mit einem rötlichen Schimmer. Meine braunen Augen hatten mir aus vertikalen Pupillen entgegen geleuchtet. Jedoch waren sie nicht mehr braun, sondern orangegelb. Langsam war mein Körper auf meine Familie zugegangen, ohne, dass ich es hätte kontrollieren können. Ich hatte die Angst in den Augen meiner Mutter aufblitzen sehen, doch es hatte mich nicht erschreckt; es hatte mir gefallen. Nein, das waren nicht meine Gefühle gewesen, sondern SEINE. Die des Wesens, das mich kontrollierte. Ich war mit Ketten gefesselt und konnte nur noch beobachten, wie aus meiner rechten Hand eine blaue Flamme aufgestiegen war. Erschrocken waren meine Eltern zurückgewichen und hatten Hikari hinter sich geschoben. „Nun bekommt ihr die Strafe, nicht ich“, hatte ich meine Stimme gehört, doch es war nicht ich gewesen, die sprach.

Mein Feuer hatte die Gardinen in Brand gesetzt und wir waren innerhalb von Sekunden in dem blauen Feuer eingeschlossen. Ich hatte gegrinst und war weiter auf sie zugelaufen. Mein Vater hatte sich zu Hikari umgedreht und ihr etwas zugeflüstert. Augenblicklich war sie losgelaufen, doch ich hatte ihr ein Bein gestellt, sodass sie hart auf dem Boden aufgekommen war. Dort war sie liegen geblieben. Ich hatte auf sie hinab gelächelt. „Hat das wehgetan?“, hatte meine Stimme geknurrt. Mein Körper hatte sich sofort zu meinen Eltern umgedreht, die sich an den Händen gehalten hatten. Ich hatte nur gelacht, und richtete meine Hand auf meine Mutter. Mein Vater schien zu realisieren, was ich vorhatte, und hatte sie im letzten Moment zur Seite geschubst. Seine Schmerzensschreie ließen mich schaudern, doch dem Wesen gefielen sie und hatten es in einen noch größeren Blutrausch verfallen lassen.

Meine Mutter hatte geschrien, geweint, war verzweifelt gewesen. Sie hatte wieder die Hand meines Vaters gehalten, doch er lag hustend und schwach auf ihrem Schoß und hatte sie angelächelt, obwohl Blut aus seinem Mund gelaufen war. „Es wird alles gutgehen, meine Geliebte.“ Seine blutige Hand hatte sich zu ihrem Gesicht erhoben und ihr die Wange gestreichelt, dabei hatte sie eine rote Blutspur hinterlassen. In seiner Brust hatte ein riesiges Loch geklafft, was qualmte. Sein Fleisch war komplett schwarz gewesen. Seine Hand war erschlaffe und sein Kopf zur Seite gefallen. Ich hatte nicht verstanden, dass ich gerade meinen Vater verloren hatte.

Mit tränennassem Gesicht hatte meine Mutter sich mir zugewandt. In meiner Hand hatte noch immer das Feuer geleuchtet. „Warum hast du das getan, Liebes? Wir lieben dich so sehr.“ Alles leere Worte. Das Wesen kümmerten sie nicht. Es hatte nur gelacht, doch in Wirklichkeit war es diesmal ich gewesen, die gelacht hatte. „Ich weiß nicht, was Liebe ist. Sie interessiert mich nicht.“ Töten. Töten. Wie eine Marionette warich auf meine Mutter zugelaufen. Hikari hatte geschrien, doch ich hatte sie ignoriert. „Schlaf gut, Mutter“, hatte ich gemurmelt. Meine Hand war nur ein einziges Mal über die Brust meiner Mutter gefahren. Sie hatte gestockt und an sich hinuntergesehen: riesige Kratzspuren hatten ihre weiße Haut überzogen. Doch das reichte mir nicht. Rache. Rache. Noch so ein Wort, was ich nicht gekannt hatte. Mit einem Ruck hatte ich meine Hand mit meinen Krallen durch ihren Bauch gestoßen und gespürt, wie das Blut mir am Arm hinablief. Nun war auch ihr das Blut aus dem Mund gelaufen. Armselig. Das war das Wesen gewesen.

Meine Hand war auf der anderen Seite ihres Körpers wieder herausgekommen und sie hatte stocksteif vor mir gestanden; ihrer vierjährigen Tochter. Ich hatte meine Hand etwas zurückgezogen – ganz langsam – und ihre Eingeweide gepackt. Mit einem kräftigen Ruck waren sie herausgerissen. Die Augen meiner Mutter waren riesengroß geworden. In ihnen hatte sich so vieles gespiegelt: Schmerz, Angst, Unglaube, Trauer und die blauen Flammen, die uns nun von allen Seiten eingeschlossen hatten und alles zerstörten, was in ihren Weg kam. Meine Mutter war zu Boden gefallen und dort liegen geblieben. Sie hatte gehustet und leise geschluchzt. Ich hatte von hinten erneut durch ihren Körper gefasst und ihr mit einer einfachen Bewegung das Herz aus der Brust gerissen. Es war komisch. Für einen Moment hatte es noch geschlagen, doch dann verstummt. Es hatte überhaupt nicht so ausgesehen, wie Hikari und ich es auf Bildern gemalt hatten. Angewidert hatte ich es zur Seite geworfen. Der Glanz in den Augen meiner Mutter war vergangen und sie war ganz still. „Bist du etwa schon tot? Dabei hat es doch gerade erst angefangen.“ Ich erhob meine Hand erneut, ließ Feuer über sie laufen und wollte sie gerade nach unten schleudern, als ich von hinten gepackt worden war.

„Hör bitte auf! Wer bist du? Lass Mama in Ruhe!“ Hikari hatte sich von hinten an mich geklammert, und aus ihren feuchten, eisblauen Augen geschockt angeblickt. Ich hatte sie abgeschüttelt. „Du bist als nächstes dran“, hatte ich einfach gesagt. Somit war Hikari gezwungen gewesen, aus nächster Nähe zu sehen, wie meine Hand nach unten gesaust war, und mit einer fließenden Bewegung den Kopf unserer Mutter abgetrennt hatte. Er war vor ihre Füße gerollt und sie hatte mit riesigen Augen darauf gestarrt. Dann hatte sie geschrien. Und geschrien. Es hatte das Wesen genervt. „Sei still!“, hatte es durch meinen Mund geschrien und Hikari ins Gesicht geschlagen. Sie war zur Seite geflogen und gegen die Wand geprallt. Danach war sie auf dem Boden aufgekommen und mitten in den Flammen gelandet. Sie hatte sich nicht bewegt, als die Flammen sie erreichten und an ihrer zarten Haut geleckt hatten. Es war mir egal gewesen. Ihre Stimme war nur ganz schwach an mein Ohr gedrungen, doch für eine Sekunde hatten ihre Worte mein Herz berührt: „Ich hasse dich, Sezu. Das verzeihe ich dir nie.“ Grinsend hatte ich mir das Blut von der Hand geleckt. Es war überall; an meinen Armen, in meinem Gesicht, wo meine Augen noch heller glühten, auf meinem Nachthemd. An mir hatte das Blut meiner Familie geklebt, während das Haus, in dem ich geboren und aufgewachsen war, in seine Einzelteile zerfallen war und mein altes Leben für immer in sich begraben hatte.

Dann war es vorbei gewesen und das Wesen verschwunden; nicht vollständig, aber genug, dass ich meine Sinne wieder unter Kontrolle bekam. Ich hatte das Ausmaß der Zerstörung nur für den Bruchteil einer Sekunde gesehen, bevor ich bewusstlos geworden war. Ab da hatte ich keine Erinnerungen mehr daran, was passiert war. Ich wusste nicht, was aus Hikari geworden war, doch es interessierte mich auch nicht, denn meine Erinnerungen an sie oder meine Eltern waren genauso verschwunden wie mein friedliches Leben. Einfach in Flammen aufgegangen.
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